Kate­go­rien

3 schla­gende Argu­mente gegen BWL als Erst­stu­dium

Published On: 16. Oktober 2013Cate­go­ries: Führung

Die Betriebs­wirt­schafts­lehre ist in der Jobampel ganz unten im roten Bereich ange­kommen in unmit­tel­barer Nähe „schlimmer“ Geis­tes­wis­sen­schaften wie Geschichte. Damit ist erst­mals ein „berufs­qua­li­fi­zie­rendes“ Studium, also eines, das mehr oder weniger direkt für den Arbeits­markt verwertbar ist, weit abge­rutscht. Es ist damit deut­lich hinter Fächer gefallen, die keine unmit­tel­bare beruf­liche Verwen­dung haben, wie etwa Mathe­matik, Physik und Chemie.  Meine These: Der von mir schon 2011 beschrie­bene Trend wird sich fort­setzen.

1. BWL ist wie Bade­zu­satz

Betriebs­wirt­schaft­liche Quali­fi­ka­tionen werden mehr und mehr zu einem „Must“ in allen Fächern.  Überall kann man  sie erwerben, als MBA, als betriebs­wirt­schaft­liche Zusatz­qua­li­fi­ka­tion, in Mix-Studi­en­­gängen. Es macht keinen  Sinn mehr, nur noch BWL zu studieren. Mix-Master mit Wirt­schaft lassen sich auch von nicht BWLlern belegen, meist brau­chen sie nur einen Vor- oder Über­brü­ckungs­kurs.

2. Andere Spezia­li­sie­rungs­ein­stiege sind eine starke Konkur­renz

Früher studierte man z.B. BWL mit Schwer­punkt Marke­ting oder Perso­nal­ma­nage­ment. Heute ist im Bereich Personal Wirt­schafts­psy­cho­logie oder Wirt­schafts­päd­agogik ein viel­fach besserer Einstieg. Wer in Vertrieb oder Marke­ting tätig werden will, profi­tiert unserer Erfah­rung nach am meisten von einem tech­ni­schen oder halb­tech­ni­schen Hinter­grund, z.B. Wirt­schafts­in­ge­nieur­wesen, da ca. 70% der Stellen eher im B2B ange­sie­delt sind. Und Finance-Leute sind gut beraten von Anfang an ihren Schwer­punkt im Finanz­wesen zu setzen.

3. Analy­ti­sche Denk­fä­hig­keit wird anderswo oft besser geför­dert

Ein natur- oder auch geis­tes­wis­sen­schaft­li­ches Studium fördert, das ist wohl unstrittig, analy­ti­sche und im Ideal­fall auch kriti­sche Denk­fä­hig­keit (kann man das trennen?) Wissen veraltet, 20 Jahre nach einem Studium sind maximal noch 30% der Inhalte abrufbar (sic!) – und was von diesen Inhalten ist dann noch aktuell? Aus vielen Fächern kaum etwas.

Kurzum: Es geht im Zeichen lebens­langen Lernens nicht mehr so stark um Inhalte und Anwen­dungen, sondern darum im Gehirn neuro­nale Struk­turen zu schaffen, die weiteres Lernen fördern. Analy­ti­sche Denk­fä­hig­keit ist zudem eine Grund­vor­aus­set­zung für Krea­ti­vität. Da kann ein scheinbar so über­flüs­siges Studium wie Philo­so­phie, das das Denken schult, plötz­lich Sinn machen – zum Beispiel auch in der Kombi Philo­so­phie und Wirt­schaft oder, Danke für die aktu­elle Ergän­zung meiner Kommen­ta­toren, Infor­matik und Philo­so­phie.

Fazit:

„Was willst du damit später machen“, ist die Frage, die Menschen am häufigsten gestellt wird, die etwas nicht direkt Berufs­qua­li­fi­zie­rendes studieren. Vorwurfs­voll, teils verach­tend. Aber: Muss man etwas damit „machen“? Ist konkrete Anwen­dung im Beruf Sinn eines Studiums? Die Geschichte der Bildung und der Univer­si­täten begann mit einem „studium gene­rale“ über die damals noch begrenzte Zahl an Fächern. Der Ursprung der Univer­si­täten lag nicht in Indus­trie­hallen, sondern in Klös­tern, in denen man sich — zum Beispiel — philo­so­phi­schen Inhalten widmete. Mit Berufs­qua­li­fi­zie­rung und Arbeits­markt­aug­lich­keit hatte diese Bildung wenig zu tun – und das war für die Persön­lich­keits­Bil­dung eine gute Sache. Geht es in einem Studium um Persön­lich­keit oder geht es um Taug­lich­keit für die Wirt­schaft? Ich finde: mindes­tens um ersteres und am besten um beides. Und kann darum auch verängs­tigte BWLer am Ende doch noch beru­higen. In diesem Sinn kann man ruhig alles studieren und auch BWL. Wenn´s einen inter­es­siert.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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42 Kommen­tare

  1. Johann 16. Oktober 2013 at 15:48 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    was soll ich bloß arbeiten? Ich habe BWL studiert und habe beim Big-Five eine Gewis­sen­ha­fig­keit, die gegen 0 strebt Damit bin ich ein hoff­nungs­loser Fall.

    Aber zum Glück hat in Deutsch­land die Excel-Tabellen den Krieg gegen die Huma­nität gewonnen, das könnte meine Rettung sein.

    • Svenja Hofert 16. Oktober 2013 at 16:24 — Reply

      oho, da besteht wirk­lich wenig Hoff­nung…;-) Excel könnte Sie retten. Oder viel­leicht doch eher die Tatsache, dass Sie ziem­lich clever sind und feine Zwischen­töne gut verstehen? LG Svenja Hofert

      • Johann 17. Oktober 2013 at 9:39 — Reply

        So einen netten kommentar Ihrer­seits nehme ich doch glatt in die Bewer­bungs­mappe auf 🙂

  2. Heike Methner 16. Oktober 2013 at 18:33 — Reply

    Guten Abend,
    als ich vor 20 Jahren studiert habe ( Sozi­al­päd­agogik) galt BWL noch als Königs­dis­zi­plin. Heute sehe ich ganz viele fertige BWLer als ALG II ‑Empfänger.
    Ich glaube, dass die Studenten von heute gar keine Zeit mehr für Persön­lich­keits­bil­dung haben. Ein wich­tiger Punkt,der einfach zu kurz kommt.
    Liebe Grüße
    Heike Methner

  3. Natalie Schnack 16. Oktober 2013 at 21:56 — Reply

    Liebe Svenja,

    ja, in der Tat ist BWL keine sehr clevere Studi­en­wahl heute zu Tage.
    Ich war gerade an Mutter eines Abitu­ri­enten sehr gefor­dert, was die Studi­en­fach­aus­wahl meines Sohnes anging: Möglich­keiten aufzeigen, ohne zu über­for­dern und ohne zu drängen in die von mir selbst gewünschte Rich­tung. Erst standen Deutsch, Englisch und Philo­so­phie zur Debatte. Auch Sozio­logie war im Gespräch. Psycho­logie wäre der Traum gewesen, aber der NC von 1,3 ist doch ein wenig zu hoch gegriffen.
    Jetzt startet er nach langem Hin-und-her mit der Kombi aus Infor­matik und Philo­so­phie an der Uni Kiel. Jeder, der diese von dieser Wahl hört, wundert sich und fragt, ob es denn zusammen passt. Ich finde, es passt ausge­zeichnet zusammen! Jetzt hoffe ich nur, dass es die rich­tige Wahl war und das Studium auch Spaß macht. Was danach kommt, wird sich zeigen. 🙂
    Herz­liche Grüße
    Natalie

    • Gilbert 17. Oktober 2013 at 4:10 — Reply

      Was besseres als die Kombi Informatik+Philosophie kann ich mir ehrlich nicht vorstellen! Gibt es echt Menschen, die das nicht sehen? Zuvor hat die Kombi Mathe+Philosophie die besten analy­ti­schen Denker hervor­ge­bracht (siehe Russel und Kollegen). Jetzt wird das noch um die Coding-Praxis der Infor­matik erwei­tert. Das ist auch vom Job-Poten­­zial her erste Wahl.

  4. Mathilda 16. Oktober 2013 at 21:57 — Reply

    Ein wunder­wun­der­wun­der­bares Fazit! Danke dafür! Bei meinem geis­tes­wis­sen­schaft­li­chen Studium atmen nun alle auf, nachdem ich in den letzten Wochen einen konkreten Berufs­wunsch äußere. Ansonsten war es immer wieder eine Heraus­for­de­rung, sich zu erklären: “Nein, ich weiß noch nicht, was ich damit machen werde und ich finde das aktuell auch noch nicht so wichtig.” Manchmal hatte ich das Gefühl, ich rede mit diesen Worten gegen eine Wand. Viele Grüße!

  5. Maik M. 18. Oktober 2013 at 11:43 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    habe vor ca. 15 Jahren Sozi­al­päd­agogik studiert. Nunmehr habe ich noch einen MBA im Bereich Sozi­al­ma­nage­ment absol­viert. Eine dementspre­chende Stelle in der Verwal­tung einer sozialen Einrich­tung zu ergat­tern ist mir nicht gelungen. Da viele leitende Posi­tionen in sozialen Einrich­tungen von BWLern besetzt sind, wollte ich nun ein reines BWL-Studium als Fern­stu­dium mit Diplom­ab­schluss beginnen. Ein M.A. Perso­nal­ent­wick­lung als Fern­stu­dium wäre auch noch möglich. Nun bin ich hin- und herge­rissen. Was könnten Sie mir raten?

    • Svenja Hofert 18. Oktober 2013 at 12:31 — Reply

      Hallo Maik, ich würde im Zweifel in den Perso­nal­ab­tei­lungen fragen. Der Sozi­al­be­reich ist oft ausge­spro­chen konser­vativ und wenn BWLer dort sitzen werden Sie geneigt sein, sich für andere BWLer zu entscheiden. Im Zweifel sind Gespräche der beste Weg. Und manchmal geht es gar nicht ums Studium, sondern um Praxis. LG Svenja Hofert

  6. Markus Winter 8. November 2013 at 14:43 — Reply

    BWL ist ein rein gene­ra­lis­ti­sches Studium und jede Spezia­li­sie­rung macht sicher­lich Sinn. Dennoch gibt es auch in den klas­si­chen BWL-Fächern wie Marke­ting, Rech­nungs­wesen oder Perso­nal­wirt­schaft genü­gend Möglich­keiten, sich über ein Master-Studium zu spezia­li­sieren. Ich kann den Grund­ge­danken nach­voll­ziehen, teile ihn aber nicht zu hundert Prozent. Die Persön­lich­keits­bil­dung macht sich nicht daran fest, wie berufs­qua­li­fi­zie­rend ein Abschlus ist. Es sit viel­mehr die Frage, wie intensiv sich jemand mit einem Thema ausein­an­der­setzt bzw. das Thema durch­dringt.

    • Svenja Hofert 8. November 2013 at 18:44 — Reply

      Hallo Herr Winter nichts anderes sage ich ja… Ich glaube aber eben, dass es einen Unter­schied zwischen den Finanz­las­tigen Themen und Marketing/Kommunikation/personal gibt. Einen deut­li­chen sogar, wie ich täglich sehe. LG Svenja Hofert

  7. Mark Lehr 22. November 2013 at 16:23 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    ich kann alle Ihre Argu­mente nach­voll­ziehen und sehe das teil­weise ähnlich wie Sie. Aber versu­chen Sie doch mal klas­si­sche Themen wie bspw. Perso­nal­ma­nage­ment zu studieren. Damit meine ich als Studium mit dem Schwer­punkt Perso­nal­ma­nage­ment. Das gibt es nicht, zumin­dest habe ich keins gefunden. Man wird zwangs­läufig dazu gezwungen BWL mit einem Schwer­punkt zu studieren.
    Ich wollte im Fern­stu­dium Perso­nal­ma­nage­mentstudieren und bin habe kaum Ange­bote gefunden, bis auf diese Seite. Das ist leider auch die Wahr­heit, es gibt eben nicht die Studi­en­gänge die man gerne studieren möchte, der Weg führt zwangs­läufig über ein BWL-Studium, leider.

    Mit freund­li­chen Grüßen

    Mark Lehr aus dem hohen Norden

  8. Mark Lehr 23. November 2013 at 10:31 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    ich kann alle Ihre Argu­mente nach­voll­ziehen und sehe das teil­weise ähnlich wie Sie. Aber versu­chen Sie doch mal klas­si­sche Themen wie bspw. Perso­nal­ma­nage­ment zu studieren. Damit meine ich als Studium mit dem Schwer­punkt Perso­nal­ma­nage­ment. Das gibt es nicht, zumin­dest habe ich keins gefunden. Man wird zwangs­läufig dazu gezwungen BWL mit einem Schwer­punkt zu studieren.
    Ich wollte im Fern­stu­dium Perso­nal­ma­nage­ment studieren und bin habe kaum Ange­bote gefunden, bis auf diese Seite. Das ist leider auch die Wahr­heit, es gibt eben nicht die Studi­en­gänge die man gerne studieren möchte, der Weg führt zwangs­läufig über ein BWL-Studium, leider.

    Mit freund­li­chen Grüßen

    Mark Lehr aus dem hohen Norden

    • Svenja Hofert 23. November 2013 at 14:54 — Reply

      Hallo Herr Lehr, wer ins Personal will, kann auch mit Bildungs­wis­sen­schaften oder Wirt­schafts­psy­cho­logie anfangen — gerade letz­teres ist spezi­eller für den Bereich Personal, bietet aber noch andere Ansatz­punkte. Ich würde eher nicht im Bachelor schon Perso­nal­ma­nage­ment studieren. Das wäre eher auf Aufbau nach Berufs­er­fah­rung. LG SH

  9. Rein­hard Kröger 8. Januar 2014 at 13:09 — Reply

    Moti­vie­render Artikel mit Tief­gang, der die Verän­de­rungen in verschie­denen Bran­chen gut abbildet!

  10. angie.kasner@gmx.de 5. Februar 2014 at 14:45 — Reply

    Liebe Frau Hofert,
    auch ich muss Mark Lehr zustimmen. Will man ins
    Control­ling, (Rewe…), so muss man zwangs­läufig BWL studieren und seinen Studi­en­schwer­punkt dementspre­chend wählen.
    Ebenso ist es unmög­lich als Lehr­amts­s­tu­­dent/-absol­­vent im Perso­nal­wesen Fuß zu fassen. Lieber nimmt man einen BWLer, der Perso­nal­ma­nage­ment als Schwer­punkt gewählt hat. Hat ein Lehr­amts­ab­sol­vent (Univer­sität) im Perso­nal­wesen weniger “Ahnung” als ein BWLer? Gibt es für den Lehr­amts­ab­sol­venten über­haupt eine Möglich­keit sich für die Wirt­schaft im Form eines Masters zu quali­fi­zieren oder sollte er lieber ganz von vorne mit dem “Bache­lor­stu­dium” beginnen? Liebe Frau Hofert, wie sehen Sie das?
    Viele Grüße
    Angela Kasner

    Mit freund­li­chen Grüßen

    Mark Lehr aus dem hohen Norden

    • Svenja Hofert 5. Februar 2014 at 21:11 — Reply

      Danke für den Kommentar. Ja, derzeit muss man sicher BWL studieren für einen Finance-Lebens­­lauf, aber für Personal gibt es Wirt­schafts­psy­cho­logie, Bildungswissenschaften/Pädagogik und BWL mit SP — mindes­tens. Es gibt keinen goldenen Weg, nur einen indi­vi­duell rich­tigen und gut durch­dachten. Klar ist, dass sich das Einstel­lungs­ver­halten der Firmen ändert und weiter ändern wird. Schon jetzt höre ich das allzu grad­linig auf ein Thema ausge­rich­tete Lebens­läufe nicht immer und überall gut ankommen. Machen Sie nichts, weil es irgend­eine Spiel­regel verlangt. Machen Sie Dinge, weil Sie sie durch­dacht haben — auch hinsicht­lich künf­tiger Entwick­lungen und eigener Moti­va­tionen. LG SH

  11. Stephan Dorath 5. Februar 2014 at 16:16 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,

    sie haben Recht, dass die Abwer­tung der BWL zur Zeit einen prag­ma­ti­schen Trend darstellt und ich kann nicht genug betonen, wie voll­kommen verblendet die Wirt­schaft diese Sau durchs Dorf treibt, vorbei an jeder Beruf­lich­keit, die jeden Beru­fenen zu neuen Höchst­leis­tungen und krea­tiven Ansätzen treibt.

    Ein Voll­­blut-Ing. muss sich inzwi­schen mit Inhalten befassen, die komplett ausser­halb seiner Kern­kom­pe­tenz, seiner intrin­si­schen Moti­va­tion UND, was noch viel drama­ti­scher ist, ausser­halb seiner Beruf­lich­keit liegen. Das führt zu syste­ma­tisch imple­men­tierten, inef­fi­zi­enten Denk- und Verhal­tens­mus­tern der Akteure, die weder der kauf­män­ni­schen noch der tech­ni­schen Seite gerecht werden können. Frei nach Kant “Ich kann, weil ich will, was ich muss”, kann ein Ing. eben nicht kauf­män­nisch handeln, weil er schlicht intrin­sisch nicht will, was er extrin­sisch muss. Jeder, der sich mit Moti­va­ti­ons­for­schung ausein­ander gesetzt hat, weiss recht genau was das für die Arbeits­leis­tung bedeutet. Der Ing. will konstru­ieren, tech­no­lo­gi­sche oder tech­ni­sche Probleme lösen und sich nicht mit der effi­zi­enten Markt­dif­fu­sion seiner Konstruk­tionen beschäf­tigen. Genauso wenig ist ein BWLer intrin­sisch moti­viert sich mit den tech­no­lo­gi­schen Fein­heiten eines Patents ausein­ander zusetzen. Er will ein markt­fä­higes Produkt, er will das Produkt dem Bedarf anpassen oder den Bedarf wecken oder einen erkannten Bedarf befrie­digen, er will das Produkt dem Markt zuführen und damit Geld für weitere Inves­ti­tionen und die R&D‑Abteilung verdienen. Und wenn das nicht funk­tio­niert, weil das Produkt über die entspre­chenden Eigen­schaften nicht verfügt, die sich zudem noch perma­nent anzu­passen haben, dann kickt der BWLer das Produkt schlicht aus dem Port­folio, während der Ing. mit Bade­zu­satz und persön­li­cher Bindung zum Produkt noch daran fest­hält und versucht sunk costs in der R&D‑Abteilung zu vermeiden, während sich 20 bessere Inves­ti­ti­ons­al­ter­na­tiven finden lassen.

    Noch ein Hinweis: Wenn ein Ing. 30% seiner Lebens­lern­zeit darauf verwendet sich in die BWL zu vertiefen, hat er in Rela­tion
    zum Voll­­blut-BWLer 70% der kauf­män­ni­schen und zum Voll­­blut-Ing. 30% der inge­nieur­wis­sen­schaft­li­chen Inhalte nicht gelernt und vice versa.

    DAS ist nicht effi­zient.

    • Svenja Hofert 5. Februar 2014 at 21:07 — Reply

      Hallo Herr Dorath, danke für diesen guten Kommentar. Das ist eine Perspek­tive, die richtig und wichtig ist, aber ich fürchte fast, dass es nicht nur darum geht, Ing-BWL-Mixe zu erstellen, die Moti­va­ti­ons­tech­nisch kritisch und inhalt­lich schwach sind. Es geht eben auch darum, dass das Lernen — da auch das Arbeiten — im Grunde immer inter­dis­zi­pli­nären wird und die 70–30-Regel nicht lebens­lang gilt. Zudem: Ob Inge­nieure immer nur z.B. konstru­ieren und BWLer immer nur z.B. handeln WOLLEN — intrin­sisch zumal — bezweifle ich. Ebenso, dass die Moti­va­tion etwas ist, das im Laufe eines Berufs­le­bens zwangs­läufig immer gleich bleibt. Es gibt solche und solche, jeden­falls sehe ich das hier.
      herz­liche Grüße Svenja Hofert

      • Stephan Dorath 6. Februar 2014 at 10:21 — Reply

        Inter­dis­zi­pli­na­rität ist gut und wirksam in einem Akteur, der intrin­sisch moti­viert ist, die Diszi­plinen zu verbinden. Dafür gibt es z.B. den Wi.-Ing. als Prozess­pro­motor zwischen dem Macht- und dem Fach­pro­motor. Witte und Gemünden haben bereits vor Dekaden nach­ge­wiesen, dass ein Prozess­pro­motor die inter­or­ga­ni­sa­tio­nalen und inno­va­tiven Abläufe effi­zi­enter gestaltet. Seine Kennt­nisse in beiden Diszi­plinen genügen jedoch gerade mal dem Anspruch der wech­sel­sei­tigen Annä­he­rung desje­nigen der die Ressourcen verwaltet und desje­nigen der die Ressourcen verbrau­chen möchte. Er mode­riert, über­setzt und verdeut­licht die Posi­tionen und Notwen­dig­keiten der jewei­ligen Parteien. Das heisst nicht, dass ein inter­dis­zi­plinär aufge­stellter Akteur in der Lage ist opti­male Entschei­dungen für die eine oder andere Seite zu treffen. Er hat schliess­lich nur 50% von jeder Diszi­plin in sich vereint oder musste viel­mehr 50% von jeder Diszi­plin weglassen. Analog kann ein Simul­tan­über­setzer, der 10 Spra­chen spricht, Texte über­setzen. Kognitiv nach­voll­ziehen kann er tiefer­ge­hende Fach­bei­träge deshalb noch lange nicht.
        Und es ist doch schon intuitiv einsehbar, dass ein Voll­­blut-Ing., der zu 100% seine Lebens­lern­zeit dafür aufwendet seine primären Fähig­keiten auszu­bauen und stets zu verbes­sern, der bessere Ing. ist, als jemand, der unge­nü­gende 30% seiner Zeit damit verbringt sich über die komplexe Welt der Betriebs­wirt­schaft Gedanken zu machen und sich nur zu 70% seiner Kern­kom­pe­tenz widmet.

        Über die Zahlen kann man gerne streiten. Ob 70/30 oder 50/50 ändert jedoch nichts an der Tatsache, das die Kern­dis­zi­plin vernach­läs­sigt wird und die Andere nur unzu­rei­chend viel Aufmerk­sam­keit erfährt.

  12. Witte 25. Februar 2014 at 22:49 — Reply

    Also BWL und Ökonomie (VWL) mich hat es wahn­sinnig inter­es­siert. Ich habe es leiden­schaft­lich studiert und wollte die Welt aus dem Blick­winkel der Wirt­schaft verstehen, aber auch das Handeln betrieb­li­cher Orga­ni­sa­tionen in dieser Welt. Ich habe zwei Diplome und wäre nicht auf die Idee gekommen das mit einem tech­ni­schen Ing. zu verbinden. Ich ticke ganz anders. Ich sehe meinen Beruf auch als deut­lich abge­grenzte Profes­sion gegen­über anderen Profes­sionen und merke auch das viele Zusatz BWL Berufe inhalt­lich nie diese Tiefe errei­chen, wie ich sie studiert habe. Meine Kennt­nisse in Statistik und mein Umgang mit Zahlen und die Fähig­keiten Makro­öko­no­mi­sche Prozesse in unter­neh­me­ri­schen Denken einfließen zu lassen sind sehr gut geschult und ich kann mich dementspre­chend fach­lich ausdrü­cken, so dass ich wirk­lich einen Beruf ausübe. Ich glaube die Abwer­tung des BWL (Ökonomie) Studiums hat eher was mit dem Bachelor zu tun und das viele das Thema Wirt­schaft viel­leicht gar nicht mehr so geistig durch­dringen. Aber es ein Beruf wie Jurist oder Lehrer mit entspre­chenden Inhalten, die man nicht einfach so als Zusatz bekommen kann! Oder es ist nur halbgar.

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:41 — Reply

      Hallo RW, richtig, es gibt natür­lich Wirt­schafts­wis­sen­schaftler aus Leiden­schaft, die braucht es auch. Durch und durch Ökonomen. Aber die, die gemeinhin BL studieren, sind oft nicht wie Sie. Und das merkt man im weiteren Verlauf. LG SH

  13. Isabell S. 26. Februar 2014 at 11:04 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,

    Ihre Artikel sind wirk­lich sehr gut und tref­fend.
    Ich selbst habe leider den Fehler begangen, BWL mit Schwer­punkt Personal zu studieren. Trotz sehr gutem Abschluss, Auslands­se­mester und Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen suche ich nun schon seit über einem halben Jahr nach einer Stelle.

    Eigent­lich wollte ich keinen Master machen, doch ohne blind meine Jobchancen offen­sicht­lich gering. Ich war bei einer Berufs­be­ra­terin, die mir riet noch einen Master in Perso­nal­ma­nage­ment zu machen. Das halte ich aller­dings für keine gute Idee. Zu groß ist die Gefahr, dass ich mich danach in der glei­chen Situa­tion befinden werde.

    Ich bin bereit dazu, einen Master in einem anderen Bereich zu machen. Wobei ein Wechsel in einen anderen Bereich nur begrenzt möglich ist. Mit welchen konse­ku­tiven Mastern hat man Ihrer Meinung nach die besten Chancen auf einen Job? Ich ziehe sogar in Erwä­gung, einen zweiten Bachelor in Wirt­schafts­in­for­matik zu machen. Empfehlen Sie einen Zweit­ba­chelor?

    Liebe Grüße
    IS

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:36 — Reply

      Hallo IS, grund­sätz­lich ist der Master in Perso­nal­ma­nage­ment hier kein ganz falscher Rat gewesen, man müsste sich den CV ansehen — wie viele prak­ti­sche Erfah­rungen sind drin und welcher Art sind diese Halbes Jahr Suche ist noch nicht so viel für den Erst­ein­stieg. Aller­dings würde ich immer irgendwie versu­chen, prak­ti­sche Erfah­rungen zu gewinnen, entweder in einem sehr langen (6 Monate) Prak­tikum bei einem guten Unter­nehmen oder in einer Assis­ten­ten­po­si­tion. LG und viel Erfolg beim Finden des Wunsch­jobs, Svenja Hofert

  14. N.T. 20. März 2014 at 23:38 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ich stimme Ihrem Artikel zu 100% zu. Endlich mal eine realis­ti­sche Einschät­zung und Benen­nung der Tatsa­chen, keine Beschö­ni­gungen…
    Nachdem ich einen mittel­mä­ßigen Bachelor und einen Wiwi-Master beendet habe, bin ich nun seit November 2013 auf der Suche nach einer Einstiegs­po­si­tion. Trotz der vielen Praxis­ein­sätze (Praktikum/Werkstudententätigkeit) in fünf inter­na­tio­nalen börsen­no­tierten Unter­nehmen habe ich nach 70 Bewer­bungen immer­noch keinen Einstieg gefunden. Zwar bekam ich mehr­fach die Gele­gen­heit mich vorzu­stellen, doch meist schei­tert es dann in der aller­letzten Bewer­bungs­runde bei einer 50:50 Chance. Ein Bewer­bungs­pro­zess gestaltet sich heut­zu­tage wie ein Casting — man muss sich gegen Unmengen an Konkur­renten durch­setzen, zittern um in den Recall zu kommen und die Finals gewinnen…Nochmal BWL studieren? NEIN DANKE! Wer BWL trotzdem studieren möchte, dem kann ich nur empfehlen dies in einer Kombi­na­tion mit den MINT Fächern zu tun.

    Vielen Dank für Ihren überaus zutref­fenden Artikel!

  15. Michael Trattner 8. April 2014 at 17:37 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    Ihr Artikel spricht mir aus der Seele. Ich bin im Vertrieb tätig und habe BWL mit Spezia­li­sie­rung Marke­ting & Sales studiert. Leider habe ich den Fehler gemacht und bin nicht gleich nach meinem Studium in den tech­ni­schen Vertrieb gegangen sondern war immer auf der kauf­män­ni­schen Seite unter­wegs (B2C — Konsum­güter). Mitt­ler­weile habe ich 8 Jahre Berufs­er­fah­rung im B2C Bereich. Da ich leider meinen Job verloren habe stehe ich jetzt vor der Proble­matik, dass die Anzahl der verfüg­baren Jobs im B2C Bereich ständig abnimmt bzw. es in der Regel viele Bewerber um einen Job gibt. Leider habe ich keinerlei Erfah­rungen mit Inves­ti­ti­ons­gü­tern im B2B, dort wo es auch nach meiner subjek­tiven Wahr­neh­mung mehr Jobs gibt.
    Jetzt bin ich stark am über­legen noch irgendein Studium oder eine Weiter­bil­dung zu meinem BWL Studium dazu zu machen um mehr Profil zu bekommen und für den B2B Vertrieb inter­es­santer zu werden.
    Hätten Sie hier viel­leicht Vorschläge für mich? Was kann ich tun?

    Vielen Dank.

    MfG
    Michael Trattner

  16. Julian S. 10. April 2014 at 20:48 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ich bin gerade dabei, meine Bache­lor­ar­beit zu schreiben, um dieses Jahr mein Duales Studium in BWL zu beenden. Vor ca. einem Jahr habe ich mit Gedanken darüber gemacht, wie ich denn nach meinem Abschluss fort­fahren will. Da ich durch mein Studium einen sehr breiten und auch prak­ti­schen Einblick in die Wirt­schafts­welt in einem aner­kannten, inter­na­tional tätigen Unter­nehmen bekommen habe, konnte ich einige Bereiche aufgrund meiner Erfah­rung nun ausschließen, die ich mir vor Antritt des Studiums noch sehr gut hätte vorstellen können. Ich bin nun zu der Entschei­dung gekommen, einen tech­ni­schen Master zu wählen, der mir die Quali­fi­ka­tion des Wirt­schafts­in­ge­nieurs ermög­licht. Bevor ich diesen jedoch Beginne, werde ich ein soge­nanntes GAP Year vor Beginn des Masters einlegen, um ein Prak­tikum in der Produk­ti­ons­pla­nung zu absol­vieren und einen längeren Aufent­halt im Ausland einzu­legen.
    Da ich nach dem Abitur ledig­lich wusste, ich möchte in einem Wirt­schafts­un­ter­nehmen tätig sein, aber nicht, ob es nun Marke­ting, Finanz­wesen oder eben Produk­ti­ons­ma­nage­ment sein soll, bin ich sehr zufrieden mit meiner Entschei­dung, da ich so Gele­gen­heit hatte, mich mit den verschie­denen Berei­chen ausein­an­der­zu­setzen. Deshalb finde ich eine sehr frühe Spezia­li­sie­rung, wie es ihr Argu­ment 2 vorschlägt, nicht allge­mein­gültig ratsam.
    Außerdem bin ich fest davon über­zeugt, wer in einer führenden Posi­tion in einem Unter­nehmen tätig sein will, sollte ein umfas­sendes Verständnis vom großen Ganzen haben und nicht Insel­be­gabt in seiner Fach­dis­zi­plin sein. Wesent­lich wich­tiger als tiefes Detail­wissen sind hier soziale Kompe­tenz, analy­ti­sche Fähig­keiten und Persön­lich­keit.
    Ich bin deshalb sehr zufrieden mit meinen Plänen, da ich so fach­spe­zi­fi­sches KnowHow erlangen kann und mich spezia­li­siere, mir jedoch weiterhin als Schnitt­stelle zwischen Wirt­schaft und Technik ein viel­sei­tiges Arbeits­um­feld erhoffe.
    Jedoch gebe ich Ihnen Recht in der Hinsicht, dass BWL oftmals als mittel zum Zweck ohne eigent­li­ches Inter­esse gewählt wir, weil man eben “Geld verdienen will”. Dass das wenig ziel­füh­rend ist, ist wohl klar. Zudem ist BWL auch nur sinn­voll in Kombi­na­tion mit ausrei­chend Praxis­er­fah­rung, da Theorie und Praxis wohl selten soweit ausein­an­der­liegen, wie in diesem Studium.

    Viele Grüße

  17. Sinan 26. September 2014 at 18:02 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    nach einigen Rück­schlägen (gesund­heit­lich) im Leben habe ich es, nach einer (dementspre­chend) verspä­teten kauf­män­ni­schen Ausbil­dung sowie der Fach­hoch­schul­reife im Anschluss geschafft, mit 29 Jahren geschafft mich für ein Studium an einer Fach­hoch­schule in Deutsch­land zu “quali­fi­zieren”. 10 Jahre später als vorge­sehen, aber es hatte seinen Grund.
    Bisher war ich immer auf dem Wirt­schafts­zweig, da mir Themen wie Politik, Wirt­schaft, BWL, Rech­nungs­wesen relativ einfach liegen. Da liegt die Wahl doch auf der Hand möchte man meinen, nämlich BWL, aber dem ist nicht so. Mein Alter, viele verschie­dene Tätig­keiten gemacht aber keine einschlä­gige Erfah­rung gesam­melt zu haben bzw. Spezia­li­sie­rung und das Wachstum der BWL-Absol­­venten sind Faktoren die mich negativ beein­flussen. Obwohl ich mir gut vorstellen kann, in Zukunft für einen Betrieb zu arbeiten der Inter­na­tional vertreten ist (Beson­ders Deut­sch­­land-Türkei), da ich mit Spra­chen und mit der erfor­derten Flexi­bi­lität komme.

    Ande­rer­seits bin ich der Meinung, dass es am Ende auf die Eigen­in­itia­tive ankommt und inwie­weit man bereit ist die gewohnte Komfort­zone zu verlassen bzw. diese auszu­dehnen.

    Eine wahre Alter­na­tive zu BWL fällt mir in meinem Fall auch nicht wirk­lich ein… Wie sehen sie meine Situa­tion, im Bezug auf meines Alters und dem Vorhaben BWL zu studieren. Ein Wirt­­schafts­­in­­for­­matik-Studium habe ich im 2. Semester beendet, das Program­mieren inter­es­sierte mich und lag mir, jetzt bringe ich es mir privat bei, denn es zog mich dennoch zu BWL.

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Freund­liche Grüße, Sinan.

  18. Hermine Palmer 18. Dezember 2014 at 16:58 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,
    Ihr Artikel hat mich zum Nach­denken, bzw. Bezwei­feln meiner jüngs­teren Entschei­dungen gebracht. Aber hoffent­lich kommt was posi­tives daraus.

    Ich bin 23 Jahre, habe ein abge­schlos­senes Archi­tek­tur­stu­dium hinter mir, ein 6‑monatiges Archi­tek­tur­prak­tikum und eine 2‑jährige Berufs­er­fah­rung im Bereich des tech­ni­schen Bauma­nage­ments.

    Für Archi­tektur hatte ich mich in einem jungen Alter entschieden, aufgrund meiner prak­ti­schen Denk­weise und gleich­zeitig meiner Vorliebe für Kunst und Geis­tes­wis­sen­schaften.

    Hätte ich mich in einem späteren Alter entscheiden müssen, hätte ich einen BWL-Bachelor gemacht und einen Master in ‘Crea­tive Indus­tries’, so dass ich im Manage­ment irgend­einer Kultur­ein­rich­tung (oder in jedem mögli­chen krea­tiven Unter­nehmen) arbeiten könnte.

    Sales & Marke­ting ist auch etwas, was ich mir für mich vorstellen kann.

    Nun, versuche ich raus­zu­finden, wie ich von mir die ‘Archi­tektur’ loswerde um in einem der o.g. Bereiche tätig zu werden und Manage­ment in jedem mögli­chen Bereich ausüben zu können und nicht nur in Real Estate.

    Leider kann ich weder einen rele­vanten Master machen (denn alle- oder fast alle, die ich mir ange­guckt habe einen BWL-Bachelor brau­chen), noch kann ich in einem krea­tiven Unter­nehmen arbeiten im Bereich Manage­ment, genau, weil man nicht versteht, was die Archi­tektin da will.

    Deswegen habe ich mich neulich dafür entschieden, ein BWL- Fern­stu­dium zu machen, so dass ich endlich dieses Zeugnis habe und nicht mehr in Archi­tektur oder Real Estate begrenzt bin. Danach würde ich den o.g. Master in ‘Crea­tive Indus­tries’ machen.

    Also, ich komme zurück zu ihrem ersten Absatz:
    ”Wer in Vertrieb oder Marke­ting tätig werden will, profi­tiert unserer Erfah­rung nach am meisten von einem tech­ni­schen oder halb­tech­ni­schen Hinter­grund, z.B. Wirt­schafts­in­ge­nieur­wesen, da ca. 70% der Stellen eher im B2B ange­sie­delt sind. ”

    So was erlebe ich in meinem Fall leider nicht. Alle Stellen sind für BWL-er ausge­schrieben, sogar Geis­tes­wis­sen­schaftler kommen einfa­cher zu Manage­ment Stellen als Archi­tekten (und sogar mit Manage­ment Hinter­grund).

    Ich beschäf­tige mich mit diesem Thema seit einem Jahr und keine Lösung scheint mir ideal zu sein. Ein weiterer Bachelor Abschluss (Voll­zeit) würde dazu führen, dass ich mit 30 keine Berufs­er­fah­rung in dem Bereich habe, aber auf einen zu verzichten scheint meine Chance sehr zu verrin­gern, später was zu finden, was mir wirk­lich gefällt.

    Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie sich die Zeit für eine Antwort nehmen würden. Jeder Ratschlag von Ihnen könnte mir enorm helfen.

    Vielen Dank und freund­liche Grüße

    • Svenja Hofert 20. Dezember 2014 at 15:06 — Reply

      Hallo Frau Palmer, ich würde etwas berufs­be­glei­tend machen, nicht-konse­­kutiv ginge ja auch ein MBA. Es ist richtig, dass es schwer ist aus der Archi­tektur raus­zu­kommen, es ginge mögli­cher­weise über Kommu­­ni­­ka­­tions-/Wer­­be­a­gen­­turen, die da etwas offener sind. Oder duale Wege suchen. In jedem Fall Praxis. mehr Studi­en­ab­schlüsse helfen oft nicht mehr, sondern weniger. LG SH

  19. Melanie 29. Januar 2015 at 2:50 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert

    Ich befinde mich gerade in der schwie­rigen Situa­tion mein Studium der Medi­en­wis­sen­schaft abzu­bre­chen und entweder zu Medi­en­wirt­schaft oder Bwl an einer Fh wech­seln zu wollen.
    Ich kann deswegen schon seit Wochen nicht schlafen und komme zu keiner klaren Entschei­dung.
    Mein Studium will ich deshalb wech­seln, da ich auch nach 3 Semes­tern nicht das Gefühl habe irgend­etwas anderes außer der Fach­ge­schichte gelernt zu haben. Zudem fühle ich mich aus verschie­denen Gründen in der Stadt nicht wohl und möchte grund­sätz­lich etwas ändern.

    In der Schule war ich in Mathe (allg. Gymna­sium, Ba-Wü) gut, aber Bwl als Neben­fach an der Uni war leider nur rechnen ohne Theorie bzw. Grund­be­griffe. Ich würde auch sagen im Endef­fekt falsch vermit­telt, da man an der Uni Leute ja lieber schnell raus­haut.
    Wenn ich Mathe verstanden habe, habe ich auch in der Schule gerne gerechnet.

    Grund­sätz­lich hat mich immer gestört, was ich denn mit “Medien” machen will. Jour­na­lismus trifft mitt­lerer Weile wegen den mauen Verdienst- und Anstel­lungs­aus­sichten nicht mehr zu.
    Tatsäch­lich hoffe ich meine krea­tive Seite im Marke­ting später einbringen zu können, obwohl mir auch hier bewusst ist, dass man einiges analy­sieren bzw. Berechnen muss. Denke aber wenn man Inter­esse für das Produkt aufbringt, würde mir das Spaß machen.

    Nun ja zu Medi­en­wirt­schaft. Da wäre noch etwas Krea­tives im Studium mit Bwl. Meine Sorge ist aber, dass das Bwl wieder zu Wischi­Wa­schi ist und nicht tief genug geht. Studenten der betref­fenden Uni sind auf Nach­frage geteilter Meinung, zu dem oben erwähnten Problem.
    Ich persön­lich habe eben gemerkt, dass bei vielen Prak­tika im PR/Marketing Bereich immer Bwler gesucht werden und nur manchmal Geisteswissenschaftler(wie gesagt zu Recht kann ich nicht mal sagen, was rele­vantes gekernt zu haben und der weitere Studi­en­ver­laufs­plan bestä­tigt mich da leider).

    Bei rei em Bwl bin ich eigent­lich darauf einge­stellt, was auf mich zukommt, halte die Inhalte auch für sinn­voll, nur hoffe ich dass an der Fh Wirt­schafts­mathe nicht ganz so brutal ist mit Logarithmus herleiten und so.

    Nun sagen manche reines Bwl sei besser, man braucht eine Grund­lage sich später zu quali­fi­zieren. Andere meinen es sei zu unspe­zi­fisch. Aber wie gesagt aus meinem Studium weis ich mehr oder weniger, dass auch immer weniger Leute Fern­sehen schauen wollen und man mit dem Internet als Medi­en­un­ter­nehmen selbst kaum Geld verdienen kann.

    Irgendwie scheint aber nichts was ich kann oder will irgendwie gefragt zu sein. Könnte ich mir tieferes, mathe­ma­ti­sches Verständnis vom Himmel zaubern, ich würde was “Gescheits”, zu dem anschei­nend nicht mal mehr Bwl zählt, studieren.

    Ich denke aller­dings, dass es in Deutsch­land ja so viele Unter­nehmen gibt, dass doch auch viele Bwler gefragt sind, oder? Ich meine zumin­dest mehr, als all die im Verhältnis eben­falls vielen Geis­tes­wis­sen­schaftler. Und so viel selber denken kann ich in meinem Studium jetzt nicht. Haus­ar­beiten MÜSSEN ja immer wieder geben, was irgendwer schon gesagt hat. Oder um gefragter Geis­tes­wis­sen­schaftler zu sein reicht nicht mal ein guter, für nen Master solls schon ein sehr guter Bachelor sein.

    Ich denke eben Bwl ist eine gute Grund­lage und einen Job bekommt man heut­zu­tage wahr­schein­lich ohne Praxis­se­mester eh nicht mehr.
    Eigrnt­lich ist der Haupt­grund zu wech­seln später mal eine größere Chance auf ein gutes Einkommen zu haben. Inter­es­siert hat much in der Schule eigent­lich schon immer alles. Dementspre­chend auch Wirt­schaft. Nur will ich das, was ich jetzt anfange auch zu Ende bringen können. Im Oktober werd ich leider auch schon 23.

    Also ich weis, dass Sie mir da wahr­schein­lich auch nicht so wirk­lich helfen können, aber viel­leicht, war es auch mal gut mir das von der Seele zu schreiben. Die Wahl welches der beiden Fächer ich nehmen soll, wech­selt sich zwar leider immer noch täglich. Zumin­dest die Fh-Bwler hatten eigent­lich nichts an ihrem Studi­en­gang auszu­setzen. Ich will jetzt einfach was hand­festes lernen, wo ich den Sinn gleich darin sehe.

    Das ewige Dilemma: Etwas das Spaß macht, aber später unglück­lich über die schlechten Jobaus­sichten zu sein oder umge­kehrt, bleibt wohl bestehen. Wie gesagt es geht auch eher um Sicher­heit und Gehalts­auf­stiegs­mög­lich­keiten. Bis zu diesem Blog war ich zumindes.t opti­mis­tisch mal über­haupt nen Job zu finden. Schwie­rig­keiten darin hatten in meinem Bekann­ten­kreis eher die Geis­tes­wis­sen­schaftler. Aber Bwler ja scheints auch. Dann bleibt die Frsge, wenn eh alles schlecht ist, warum nicht den vermeint­luch “leich­teren” Weg mit Medi­en­wirt­schaft. Obwohl ich ja rein faktisch glauben würde reines Bwl mit Praxis­se­mester dann am besten 2–3 Jahre arbeiten und dann den Master wäre ein guter Plan, aber ja.

    Irgendwie ist mein Problem, dass ich wohl zu viel auf die Meinung anderer Leute gebe.
    Aber da ich ja Experte im Meinungseinholen(via Face­book in den Studi­en­gangs­gruppen) bin, kann eine weitere ja nicht schaden.

    Studi­en­be­ra­tungen sind zwar auch hilf­reich, nur sind die Studi­en­gänge halt oft nicht, wie beschrieben. Erfahren muss man es wohl selbst…

    Naja bin trotzdem sehr gespannt auf Ihre Meinung.

    Liebe Grüße Melanie

  20. Alex Schneider 15. Juli 2015 at 7:07 — Reply

    Hallo Frau Hofert!

    Ich weiß nicht ob sie meinen Beitrag noch lesen werden aber falls hätte ich eine Frage an Sie. Ich bin derzeit am Über­legen welchen Studi­en­gang ich anfangen möchte und schwanke zwischen BWL und Psycho­logie. Bei Psycho­logie würde ich mich in Rich­tung Wirt­schaft spezia­li­sieren und bei BWL im Bereich Human Resources oder Marke­ting. Was würden Sie mir eher empfehlen im Bezug auf meine späteren Aussichten?

  21. Aykut Norris 3. August 2015 at 10:43 — Reply

    Also ich finde, dass die Jobaus­sichten in der Rela­tion der (großen) Anzahl der Studieninteressenten/Absolventen schon gerecht verteilt ist.

    Denn die Wirt­schaft kann ja nichts dafür, dass fast jede/r vierte sich aus Perspek­tiv­lo­sig­keit für ein BWL Studium entscheidet.

    Und wer in der naiven Vorstel­lung lebt, dass bei einem Bachelor (Grund­la­gen­kenn­tisse), die Firmen sich um einen reißen, ist selbst schuld.

  22. joshua 17. Februar 2016 at 5:08 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,

    Ich würde Sie auch sehr gerne etwas fragen.Ich wollte eigent­lich schon immer Wirt­schafts­psy­cho­logie studieren.Leider ist der Nc in Bonn so hoch, dass ich da einfach nie rein­ge­fallen bin.Jetzt studiere ich Bauwirt­schafts­in­ge­nieur­wesen und habe leider das Gefühl ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu studieren.Die einzelnen Module bauen über­haupt nicht aufein­ander auf und für die tech­ni­schen Fächer verlangen so gut wie immer eine zu erbrin­genden Studi­en­Leis­tung bevor man die Klausur schreiben darf.Es gibt null Praxis und inzwi­schen denkt man sich nur noch es geht um Credits sammeln. Ich möchte endlich voran­kommen , aber durch die zwei klausur Blöcke plus die Korrek­tur­zeit der kalus­uren, die sogar oftmals über 2 Monaten geht verschwindet nach und nach die lust. Ich über­lege jetzt momentan , ob evtl wirt­schafts­psy­cho­loge oder ener­gie­wirt­schaft mir helfen würden mit mehr Leiden­schaft zu studieren .Was würden Sie mir empfehlen?? Meine Noten in Bauwirt­schaft sind auch eher durschnitt als hervor­ra­gend.

  23. joshua 17. Februar 2016 at 5:26 — Reply

    Ich würde gerne noch eine kleine Sache hinzu­fügen nachdem in seinem Fach­be­reich größ­ten­teils wie Dreck behan­delt wird und ständig nur gesagt bekommt schreib dieses fach nicht und dieses nicht das sind die durch­fall­quoten am höchsten vergeht die Moti­va­tion und Freunde oder nette Kommi­li­tonen gibt es garnicht nur ‚wenn jemand was braucht. Inzwi­schen haben sich auch schon so oft Unge­rech­tig­keiten ergeben wo ich mir denke ich möchte nur einen Abschluss schaffen .Mir geht es nicht nur ums Geld ich will glück­lich sein und aus diesem Teufels­kreis raus .

  24. Chris­to­pher 4. September 2016 at 20:52 — Reply

    Ich musste mich über jahre hinweg für mein studium der medi­en­wis­sen­schaften recht­fer­tigen. In zeiten der digi­ta­li­sie­rung erlebt dies eine renais­sance. Durch viel arbeit und mut gelang auch mir ein job mit toller bezah­lung. Sicher kein banker­ge­halt aber erfül­lend, inter­es­sant und ernährt eine familie. Meine freundin war nie auf der uni und verdient fast ein drittel mehr als ich. Viele freunde aus dem bereich bwl haben karriere gemacht, viele aber auch nicht. Ich denke wenn die passion fehlt lässt auch das geld auf sich warten. Hingegen ein passio­nierter archäo­loge kann in gewissen fällen einem bwler ohne passion im leben davon ziehen. So erging es mir. Glg

  25. Mel 9. Juli 2017 at 12:47 — Reply

    Hallo,

    ich habe vor den Bachelor in BWL zu machen. (Habe vor kurzem den Fach­wirt im Gesund­heits­wesen IHK) abge­schlossen. Nur will ich nicht den B.A Gesund­heits­ma­nage­ment machen sondern mich breiter aufstellen. Halt mit Schwer­punkten: Health Care Manage­ment, Control­ling und Wirt­schaft und Steuern. Dass ich viele Soft Skills habe auch unter anderem durch meine Berufs­er­fah­rung (arbeite als MFA in einer Arzt­praxis, mache nur Verwal­tung etc) würde ich schon sagen auch durch Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen. Leider ist es mir zu lang­weilig und ich bin zu über­qua­li­fi­ziert für den Job. Ich finde es schwierig, da mich vieles inter­es­siert und ich viel­fältig bin, was eine Auswahl schwer macht.…

  26. Steve 31. März 2018 at 15:07 — Reply

    Sie haben absolut Recht, nicht zufällig studieren viele etwas anderes und holen sich die dort recht wich­tige Quali BWL per Fern­stu­dium, also schon berufs­be­glei­tend, nach.

  27. Markus Ahnert 12. Dezember 2018 at 22:04 — Reply

    Ich sehen das anders. Wenn man ins Top-Mana­ge­­ment will, sollte man heut­zu­tage Wirt­schaft oder Wirt­schafts­in­for­matik studiert haben.
    Die Zeiten der Maschi­nen­bauer und der Produk­tion von Gütern sind mehr und mehr vorbei.Es kommt mehr und mehr auf Dienst­leis­tungen im Prozess- und Infor­ma­ti­ons­be­reich an
    In einer expo­nen­tiell immer schnel­leren Umwelt­ent­wick­lung ist die Verzah­nung von Wirt­schaft und IT das wich­tigste. Und ein gene­ra­lis­ti­scher Über­blick ist da wich­tiger denn je, um auf sich verän­dernde Umwelt­be­din­gungen vorallem schnell reagieren zu können.
    Ich meine — ich sprech da aus Erfah­rung.

  28. ivan 14. März 2019 at 1:37 — Reply

    kann mir bitte jemand seine ehrliche Meinung zum dem Studi­en­gang BWL mit der spezia­li­sie­rung auf rech­nungs­wesen und control­ling sagen? Würdet ihr sagen nach diesem Studi­en­gang ist es schwer einen Job zu finden oder nicht?

  29. ivan 14. März 2019 at 11:53 — Reply

    Ich würde sehr gerne eure Meinung zu BWL rechnungswesen/controlling hören.

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