Kate­go­rien

Flow: Arbeit ohne Zeit­ge­fühl

Published On: 28. Februar 2010Cate­go­ries: Karriere

Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herz­fre­quenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Lauf­band ein. Dann merke ich nicht mehr, wie lang­weilig es doch eigent­lich ist, zu laufen und nicht voran­zu­kommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätig­keiten ausübt, die dem eigenen Kennt­nis­stand, den Neigungen und Inter­essen entspre­chen, der vergisst die Zeit. Unter­for­derte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, die Aufgaben lang­weilen. Über­for­derte leiden an Burnout, entweder das Resultat persön­li­cher Verstri­ckungen und dem Versuch, es allen recht machen zu wollen oder das Ergebnis des stän­digen Kochens auf falscher Flamme.

Inter­es­san­ter­weise kommen nur Menschen in den Flow, die sich wirk­lich für ihre Arbeit begeis­tern. Das Können entwi­ckelt sich aus dieser Begeis­te­rung. Auch deshalb halte ich es für falsch, Menschen nur entlang ihrer Erfah­­rens- und Wissens­pro­file einzu­setzen. In den flow kommt man, weil einem Tätig­keiten liegen, Dinge inter­es­sieren, einen etwas begeis­tert. Mit Ausbil­dung hat das nur wenig zu tun. Beispiel: Jemand mag ein toller Vertriebler sein, der über­zeu­gend die Vorzüge einer Soft­ware darlegen kann. Chef und Kollegen halten ihn für top. Doch diese Beob­ach­tung kann täuschen. Möglich, dass er das Verkaufen hasst und viel lieber etwas anderes tun würde. Ja, es kann sogar sein, dass er einen Burnout bekommt, weil er im Grunde genommen ständig gegen seine eigene persön­li­chen Präfe­renzen handelt. Arbeit­geber hätten viel mehr davon, wenn alle Mitar­beiter im Flow wären. Dies ist ein Grund aus dem Persön­lich­keits­tests in der Perso­nal­aus­wahl aus meiner Sicht eine viel größere Rolle spielen müssten. Wissen und Erfah­rung lässt sich erwerben, persön­liche Neigungen dagegen nicht.

Dazu passt: Das Karrie­re­ma­cher­buch.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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One Comment

  1. Tanja 1. März 2010 at 12:46 — Reply

    Da kann ich Ihnen nur lebhaft zustimmen! Ich kenne dieses Flow-Gefühl sowohl aus dem Beruf als auch aus meinem Hobby (Malen). Dann weiß ich oft nicht, ob ich nun 10 Minuten an etwas gear­beitet habe oder 2 Stunden. 🙂
    Aller­dings glaube ich, dass das Problem nicht nur bei Arbeit­ge­bern liegt, die ihre Mitar­beiter falsch oder einseitig einsetzen, sondern auch an Mitar­bei­tern, die ihre eigenen Neigungen und Inter­essen, ihr eigenes Profil also gar nicht oder nicht genau genug kennen.

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