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Wenn ich einmal krank wär

Veröffentlicht: 7. Dezember 2010Kategorien: Organisation und Transformation

„Meine Mitarbeiter wüssten nicht, was sie tun sollen. Die Kunden hätten keine Alternative und würden sich jemand anderen suchen. Alles würde zusammenbrechen.“

Bei den meisten Angestellten und noch viel mehr bei Selbstständigen bleibt das Nachdenken über Krankheit ein Was-wäre-wenn-Szenario. Es ist selten, dass – wie bei einem Kunden – sechs Monate nach der Gründung, Krebs diagnostiziert wurde. Auch Herzinfarkte sind nicht nur hochbelasteten Politikern wie Jürgen Trittin vorbehalten, sondern erwischen auch Selbstständige. Psychische Krankheiten halten sich ebensowenig an einen Status “angestellt” oder “selbstständig”. Ein unangenehmes Thema, an das man meist erst denkt, wenn „es“ jemanden aus dem Umfeld trifft. Kann man sich schützen?

Den wichtigsten Schutz können Sie nicht kaufen. Es gilt, Wege zu finden, die Sie ersetzbar machen. Die Geschäfts- oder Wachstumsidee sollte so gestaltet sein, dass es stabile Einnahmequellen gibt, die nicht von der unmittelbaren Eigenleistung abhängen. Eine weitere Maßnahme liegt darin, Tätigkeiten so zu gestalten, dass sie zur Not auch mit einem Hinkebein ausgeübt werden können. Nun will ich Sie nicht zum Bücherschreiben überreden. Es gibt auch andere Tätigkeiten, die nur den Kopf kosten: Reden diktieren, Strategien ausdenken, Konzepte erstellen…

Wer solche anderen Einnahmequellen hat, ist schon mal ein gutes Stück unabhängiger von seiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn diese zahlt ohnehin erst dann, wenn ein Selbstständiger keine der in seinem Betrieb anfallenden Tätigkeiten mehr ausfüllen kann. Kurzum: Mit gebrochenem Bein kann ich schreiben, beraten, Reden halten, Buchhaltung machen – selbst eine schwerere Krankheit hindert mich maximal an einem Teil der Aufgaben. Die Bereitschaft das, was man aufgebaut hat, zumindest zeitweise aufzugeben, ist eine noch ganz andere Sache – mitunter noch schwierigere. Ich habe wenige Führungskräfte und noch weniger Unternehmer gesehen, die auf den Rat des Arztes gehört hätten, sich doch mal eine längere Auszeit zu gönnen.

Gibt es weiteren Schutz? Die Recherche brachte mich auf eine Dread Desease-Versicherung, die bei schweren Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Multiple Sklerose etc. mit einer Einmalsumme bei Diagnosestellung einspringt. Diese Versicherung ergänzt somit die Berufsunfähigkeitsversicherung, die bei Wissens- und Büroarbeitern kaum je zum Tragen kommt, da die wenigsten Krankheiten das Denken verhindern. Und in der Arbeitswelt der Zukunft ist das nun mal das Kapital schlechthin.

Allerdings liegt die monatliche Belastung bei relativ schnell aufgebrauchten 250.000 Euro bei rund 100 Euro – und eingeschlossen sind auch nur die ausgewählten Krankheiten. Trifft einen zufällig eine nicht minder schwerer, aber seltene Krankheit, schaut man in die Röhre. Da ist dann wieder eine Berufsunfähigkeitsversicherung gut, für die ganze Range der psychischen Krankheiten auch. Summa summarum liegt man so schnell bei einer monatlichen Belastung von gut 250 Euro. Dann doch besser selbst vorsorgen?

Denken Sie mal drüber nach wie das gehen könnte:

  • Mitarbeiter so fit machen, dass sie Ihren Job erledigen können.
  • Kooperationen für den Krankheitsfall schließen
  • Unternehmerisch denken statt nur selbstständig handeln, d.h. etwas aufbauen, dass auch ohne Ihre Arbeitskraft Geld bringt. Siehe Beitrag Dünger für Einzelkämpfer

Und nicht zuletzt: Gesund leben. Weg mit den 80-Stunden-Wochen, her mit der Erholung. Macht nebenbei den Kopf frei für neue Ideen.

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Über Svenja Hofert

Svenja Hofert verbindet unterschiedliche Welten und Positionen. Dabei entwickelt sie neue und eigene Blickwinkel auf Themen rund um Wirtschaft, Arbeitswelt und Psychologie. Sie ist vielfache Buchautorin und schreibt hier unregelmäßig seit 2006. In erster Linie ist sie Ausbilderin und Geschäftsführerin ihrer Teamworks GTQ GmbH. Interessieren Sie sich für Ausbildungen in Teamentwicklung, Agilem Coaching und Organisationsgestaltung besuchen Sie Teamworks. Möchten Sie Svenja Hofert als Keynote Sprecherin gewinnen, geht es hier zur Buchung.

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2 Kommentare

  1. Mark T. Jones 10. Dezember 2010 at 18:15 - Antworten

    Hallo Frau Hofert,
    mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen und kann Ihnen in vielen Dingen zustimmen. Aus meinen Erfahrungen bisher, kann ich nur sagen, dass es natürlich Möglichkeiten gibt seinen Körper und Geist im Training zu halten und so einer Berufsunfähigkeit entgegen zu wirken. Nur leider ist es ja so, dass viele einen Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsrente stellen müssen, weil ihnen nicht während der Arbeitszeit etwas passiert ist, sondern in der Freizeit oder zu Hause. Es liegt auch nicht immer nur an mir selbst, ob ich berufsunfähig werde oder nicht. Oft zwingt mich ein Ereignis von außen dazu und dann finde ich persönlich, sollte jeder schon für sich gesorgt haben. Daher glaube ich, dass es sinnvoll ist beides zu tun. Zum einen seine Seele und Körper zu schonen, auf der anderen Seite aber auch gerüstet zu sein, falls etwas passieren sollte – was wir alle nicht hoffen. Eine schöne Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen

    Mark T. Jones

  2. Mark T. Jones 10. Dezember 2010 at 18:16 - Antworten

    Sorry, zu schnell geschrieben und nicht aufgepasst. Im ersten Satz muss es natürlich heißen: Habe ich Ihren Artikel mit großem Interesse gelesen.

    VG
    MTJ

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