Kate­go­rien

Groß­raum-Umer­­zie­hung: Wie Firmen an der Zwangs-Extro­­ver­­­ti­­sie­rung der Intro­ver­tierten arbeiten

Published On: 8. Dezember 2016Cate­go­ries: Psycho­logie der Verän­de­rung

Die durch­sich­tige Tele­fon­zelle sieht einer­seits gemüt­lich aus, andrer­seits finde ich sie auch erschre­ckend. Bei der Firma Bene zeigt man mir ein modernes Möbel auf etwa 2 Quadrat­me­tern. Darin sollen sich Mitar­beiter in Groß­raum­büros zum Tele­fo­nieren und Abschalten zurück­ziehen dürfen. Ich sehe im schi­cken Show­room auch Sofas mit hohen Lehnen und viele Dämm­wände. Es sieht bunt und gemüt­lich aus. Und doch fühle ich mich unge­müt­lich.

Pseudo-Nähe mit Kommu­ni­ka­ti­ons­zwang

Denn man erzählt mir auch, dass viele Unter­nehmen psycho­lo­gi­sche Faktoren völlig igno­rieren und einfach Umbauten vornehmen. Da werden dann Führungs­kräfte per order de mufti aus ihren Einzel­büros in die Mitte ihrer Mannen gesetzt – und sollen von heute auf morgen damit zurecht­kommen. Ich muss an einige meiner Kunden, vor allem aus Konzernen denken, die ich in letzter Zeit in der Bera­tung hatte. Mitar­beiter, die Opfer von solchen räum­li­chen Umbau­maß­nahmen geworden sind. Aus Ein- oder Zwei­raum­büros werden derzeit überall riesige Flächen gemacht. Das zwingt immer mehr in den Kontakt, in eine Pseudo-Nähe ohne Rück­zugs­mög­lich­keit und mit Kommu­ni­ka­ti­ons­zwang und vielen Arbeits­un­ter­bre­chungen. Gerade für Intro­ver­tierte, jedoch nicht nur für die, ist das so etwas nahe der Hölle auf Erden. Wenn sie es denn über­haupt merken, denn Stress macht sich nicht immer direkt über Emotionen bemerkbar. Viel­fach schleicht er sich auch vom Denken unbe­merkt einfach so in den Körper und macht dort krank. Denn wenn alle „yeah“ schreien, schreit man meis­tens mit — oder ist wenigs­tens still.

Firmen werden so kaum auf direktem Weg raus­finden, was sie ihren Mitar­bei­tern antun, denn in großen Unter­nehmen mit langen Betriebs­zu­ge­hö­rig­keiten herrscht eine allge­meine Anpas­sungs­kultur. Viele Konzern-Mitar­­beiter sind in der Phase des „socia­lised mind“, legt man das entwick­lungs­psy­cho­lo­gi­sche Modell von Robert Kegan zugrunde. Sie richten sich also nach den anderen. Sie kommu­ni­zieren nicht offen, wie es ihnen wirk­lich geht. Auch die Führungs­kräfte sind nicht offen. Jeder hat Angst um seinen Job, seinen Status, seine Pfründe. Wer länger als 6,7 Jahre in einer Firma ist, ist selten Frei­geist, der offen sagt, was er denkt. Er ist längst selbst ein Arte­fakt, Teil der Kultur. Und diese Anpas­sung steigt mit der Dauer der Zuge­hö­rig­keit. Groß­raum­büros fördern das. Sie werden dabei oft als Errun­gen­schaft der New Work verkauft. In Wahr­heit laufen sie den Bedürf­nissen zuwider — nicht nur denen der intro­ver­tierten Beleg­schaft.

Die Entwick­lung der Persön­lich­keit zur Mitte hin

Gerade die Intro­ver­tierten, die Energie aus Rückzug und konzen­trierter Arbeit gewinnen, werden zuneh­mend ausge­grenzt. Ich muss dabei an den einsamen Bär im Zoo von Bad Pyrmont denken, der mich jedes Mal zu Tränen rührt: Einfach nicht artge­rechte Haltung. Die Umbau­maß­nahmen hin zu zuneh­mend extro­ver­tier­teren Büro­räumen ist das eine. Die Vermes­sung von Persön­lich­keits­ei­gen­schaften das andere. Die Mitar­bei­terin eines Unter­neh­mens erzählte mir, dass alle Kollegen einen MBTI® gemacht hatten. Sie war die einzige von acht Leuten mit einem „I“, also intro­ver­tiert. Obwohl der Trainer nicht müde wurde zu betonen, wie wert­voll das sei, fühlte sie fortan den Makel und das Mitleid der anderen. Ein „I“ zu sein ging ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf – und den anderen auch nicht, die daraufhin ihr Verhalten ihr gegen­über änderten. Sie war nicht mehr nur eine Intro­ver­tierte, jetzt gehörte sie auch nicht mehr dazu. Sie war anders. Für jemand, der nach Gleich­heit und Zuge­hö­rig­keit strebt, kein schönes Gefühl. Ein „I“ in einer extro­ver­tierten Umge­bung wie es die meisten von BWLern geprägten Abtei­lungen sind! Das fordert einen reifen Umgang – den viele nicht haben.  Hier möchte ich auf mein Reife­­grad-Grid aus dem Buch „Agiler führen“ verweisen, hier zum Down­load.

Der dritte Aspekt, der der Vermes­sung folgt, ist die Entwick­lung zur Mitte hin. Durch 360Grad-Feed­­backs wird dies enorm geför­dert, denn Ecken und Kanten können nur in einer Kultur als positiv bewertet werden, die diese über­haupt positiv denken kann. Und norma­ler­weise ist das Ideal-Bild laut OCEAN bzw. Big Five: mitt­lere Offen­heit für Neues (Openess), hohe Gewis­sen­haf­tig­keit (Consci­en­tious­ness), hohe Extra­ver­sion (Extra­ver­sion), hohe Anpas­sungs­fä­hig­keit (Agree­ab­leness), nied­riger Neuro­ti­zismus (Neuro­ticsm). Danach wird ausge­wählt und danach wird Personal entwi­ckelt.

Das extra­ver­tierte Kommu­ni­ka­ti­ons­ideal

In diesem Zusam­men­hang macht ein weiterer Aspekt mir zuneh­mend Sorge: Die Feed­back­kultur der Extro­ver­tierten. Diese ist darauf ausge­richtet, ideales Kommu­ni­ka­ti­ons­ver­halten zu bewerten. Der Maßstab ist dabei der der Extro­ver­tierten, ohne dass die Feed­back­geber das merken. Dass längst nicht alle Menschen reif sind für Feed­­backs- Feed­back also nicht als Selbst­aus­sage des Gegen­übers sehen können, sondern auf ihren inneren Kern beziehen — wird auch nicht gesehen. Menschen weiterhin, die sich tiefer mit etwas beschäf­tigen möchten, werden für dieses Bedürfnis abge­straft. Menschen, deren Kommu­ni­ka­tion direkter ist, werden als „zu hart“ bear­beitet. Dahinter steckt nur eins: Ein extro­ver­tiertes Ideal.

Psycho­lo­gi­sche Diver­sität? Fehl­an­zeige

In meinem Webinar „stär­ken­ori­en­tiertes Team­buil­ding“ (Termine) spreche ich unter anderem über den Begriff der psycho­lo­gi­schen Diver­sität. Unter­schied­lich­keit auch in der Persön­lich­keit ist in unserer Welt – theo­re­tisch — immer wich­tiger. Mit mehr Offen­heit und Verständnis fürein­ander würden wir viel Gutes bewirken, poli­tisch, gesell­schaft­lich, wirt­schaft­lich. Doch Unter­schied­lich­keit setzt dialek­ti­sches Denken voraus. Menschen müssen in der Lage sein, den Wert verschie­dener Seiten zu erkennen und zu verbinden. Sie müssen sehen, dass die besten Lösungen immer aus einem Gleich­ge­wicht entstehen – auch aus einem Fließ­gleich­ge­wicht.

Wir Karrie­re­coachs und Führungs­kraft­ent­wickler sehen viele Menschen, die gegen sich und ihr Innersten arbeiten müssen. Ich wünsche mir dann, dass mehr Menschen in der Lage wären, sich abzu­grenzen und „nein“ zu sagen wie es Förster und Kreuz in ihrem aktu­ellen Buch fordern. Dabei sehe ich, dass diese Abhän­gig­keit unter dem Deck­mantel der „Zukunft der Arbeit“ zuneh­mend erzeugt ist. Und ich erkenne, dass die Verant­wor­tung nicht bei den Mitar­bei­tern liegt, denn diese sind als Teil eines Systems nicht frei. Die Verant­wor­tung liegt – auch – bei den Impuls­ge­bern, bei der Politik, vor allem der Bildungs- und der Arbeits­markt­po­litik.

Und bei den Wirt­schafts­ver­ant­wort­li­chen? Eher nicht. Denn das System erhält sich selbst. All die fröh­li­chen Moti­va­ti­ons­trainer, die auf Veran­stal­tungen Impuls-Pralinen verteilen, tun wenig zu Befreiung und viel zur Unter­hal­tung — und da könnte man zu dem Schluss kommen, dass sie letzt­end­lich eher Helfers­helfer zur System­be­wah­rung sind.

Viele fordern derzeit eine radikal neue Arbeits­welt, New Work. Sie vergessen,  dass wir viel früher anfangen müsseng. Wir müssen unsere Kinder zur Frei­heit erziehen und nicht wie derzeit zur Anpas­sung an ein System, das alle auffrisst, die nicht der Norm entspre­chen. Für mich heißt das auch: Es muss ein Ende der so genannten Leis­tungs­kultur geben, die falsch davon ausgeht, dass alle die glei­chen Voraus­set­zungen haben. Menschen sind unter­schied­lich, schon ihre Hormon­spiegel sind es; sie sind nicht frei program­mierbar.

Beitrag teilen:

Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.

 

9 Kommen­tare

  1. Josef Altmann 8. Dezember 2016 at 9:43 — Reply

    Hallo,

    ein wirk­lich sehr inspi­rie­render Artikel. Gerade deshalb, weil ich auch zu den Menschen gehöre, die intro­ver­tierte Seiten haben. Ich bin froh, dass ich Selb­stän­diger viel alleine arbeiten darf. Müsste ich nur einem Groß­büro arbeiten — keine Ahnung was ich dann machen würde.

    Es wirk­lich von entschei­dender Bedeu­tung, dass Führungs­kräfte und Co. sensi­bi­li­siert werden, auch die andere Seite zu sehen. Menschen müssen erkennen, dass es auch andere Menschen gibt die eben anders sind. Diese sind nicht weniger produktiv und damit wichtig für ein Unter­nehmen. Sie sind halt einfach nur anders.

    Viele Grüße
    Josef Altmann

  2. Dagmar Dörner 8. Dezember 2016 at 21:08 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    sehr schlüssig — und super­schade, wie oft “New Work”, “vier­null” usw. nicht mehr sind als leere Wort­hülsen. Passt aber zum Hang zur Ober­fläch­lich­keit, häufig gerade in großen Orga­ni­sa­tionen — so wird auch Intro­ver­tiert­heit schnell in einen Topf geworfen mit “Eigen­bröd­lerei” und ähnli­chem. Und viele Menschen WOLLEN sich zudem sehr gerne anpassen, viel­leicht kommt die große NewWork-Revo­lu­­tion auch deshalb nicht: Kenne viele, die in solchen Kontexten verharren, aushalten, still jammern. Obwohl sie nicht müssten.

    Viele Grüße
    Dagmar Dörner

  3. Birgitta Janke 11. Dezember 2016 at 10:07 — Reply

    Ein toller Beitrag — sehr schlüssig und reali­tätsnah! Bin vor einem 1/2 Jahr von einem 2er-Büro in ein Groß­raum­büro gewech­selt und bin seitdem mindes­tens halb so produktiv.…

  4. Katja Imme 11. Dezember 2016 at 10:35 — Reply

    Und diese Zwangs­umer­zie­hung führt ja nicht einmal zum Ziel, sondern zu Unpro­duk­ti­vität. Dagegen hilft auch kein Busi­ness Knigge: http://bit.ly/2hrqBaC

  5. Gerhard Evers 11. Dezember 2016 at 15:50 — Reply

    Hallo Svenja,
    Du hast es gut auf den Punkt gebracht.
    Alles beginnt damit sich erstmal selbst zu verstehen ‚kennen­zu­lernen und akzep­tieren zu lernen. Und jeder, der dies
    schon gemacht hat bzw. dabei ist stellt fest, dass dieser Weg
    manchmal auch steil­bergauf führt und holprig sein kann.

    Und da gibt es noch einen Riesen­nach­hol­be­darf
    nicht nur in den Unter­nehmen, sondern eben­falls im Bereich der Politik, der Bildung, der Kultur…eigentlich überall in der Gesell­schaft. Es fängt schon bei den Eltern an.…geht über die Kita , die Schule etc.

    Dass jeder von uns so einzig­artig ist in seiner Persön­lich­keit wie ein Finger­ab­druck, seiner Biografie und Hirn­ent­wick­lung, seinen Motiven und Antrieben, seinen Bega­bungen und auch darin welche Reife- und Entwick­lungs­stufen er durch­läuft, wird bewusst verdrängt, weil die Konse­quenzen daraus für dieje­nigen, die heute das Sagen haben (nicht nur ökono­misch) alles unkon­trol­lierbar machen würde und eine dyna­mi­sche Komple­xität verstärken würde, die unsere Systeme auf Sicht alle in Frage stellen würde.
    Es geht um eine konstruk­tive Orches­trie­rung von Unter­schied­lich­keit. ( Ob eine Selbst­or­ches­trie­rung möglich ist, weiss ich nicht). It’s simple but not easy…

    Ein Demo­kra­tie­system wie das, welches wir heute haben, würde schnell einer völligen Inef­feki­vität entlarvt.…und der Verän­de­rungs­druck würde bei der Berufs­po­litik , insbe­son­dere der Gene­ra­tionen 45 plus völlig Ratlo­sig­keit auslösen, so meine Hypo­these.
    Menschen die, die oben geschil­derten Phasen in Ihrem Leben durch­laufen haben, sind z.B. selten bereit, in der heutigen Führungs­welt ‚sei es in Unter­nehmen oder Politik etc., einzu­steigen, zu bleiben oder zurück­zu­kehren. Das halten sie einfach nicht aus und werden lieber Berater, Trainer,Coaches, Jour­na­listen oder selbst­stän­dige Unter­nehmer .
    Auch davor haben die Verant­wort­li­chen in Unter­nehmen Angst.
    Auch, wenn es zu kurz gedacht ist.

    Eine weitere Persek­tive ist, das diese Themen immer eher aus Mitar­bei­ter­sicht geschil­dert werden. Das gleiche gilt aber auch für Führungs­kräfte und Top-Manager. Es braucht das Verständnis, dass diese als Mensch genauso indi­vi­duell auf ihrer Lebens­reise unter­wegs sind und es keinen Sinn macht, z.B. wie von Herrn Sattel­berger ulti­mativ gefor­dert, pauschal von diesen eine Führungs­dienst­leis­tung zu verlangen, der nicht jeder in seiner Persön­lich­keit und seinem Reife­sta­dium gerecht werden kann und häufig auch nie gerecht werden wird. Let’s face it.
    Wäre dies dann nicht auch zu akzep­tieren? Statt — wie es heute oft in den Medien und in der Bera­ter­szene geschieht — Mana­gern pauschal vorzu­werfen, dass sie mise­ra­bele und unfä­hige
    Führungs­kräfte ( und implizit Menschen) sind.

    Und ja, es fä

  6. Cornelia Bohlen 11. Dezember 2016 at 17:24 — Reply

    Liebe Svenja, wie immer triffst du analy­tisch und punkt­genau in die Wunde. Ich sehe, dass dieses Fest­halten an Struktur und dem starren Denken, dass “Menschen eben so oder so zu sein haben”, auch als ein sehr “deut­sches” kultu­rell bedingtes Konstrukt an. Die Nischen für eher intro­ver­tierte und oben­drein reflek­tierte Menschen sind rar gesät — zumin­dest in der Wirt­schaft. Im sozialen Bereich oder auch in einigen Bildungs­be­rei­chen ist da schon eher Platz. Aber auch da kommt es darauf an, wie die “Führungs­kräfte” ticken. Den größten Hebel für Verän­de­rung sehe ich im Führungs­kräf­te­trai­ning, dass inhalt­lich viel stärker als bisher in Rich­tung Reflek­tion, Acht­sam­keit und Persön­lich­keits­ent­wick­lung gehen sollte. Viele Grüße Cornelia

  7. Andrej 12. Dezember 2016 at 0:10 — Reply

    Auf Ante­ze­denz der Erkennt­nisse und Zusam­men­hänge der eigenen Entwick­lungen soll Selb­st­or­ches­­trie­rung-Knowhow geklärt werden. Dadurch unter­scheidet sich ja die auf der Förde­rung eigener Einsichten beru­hende Entwick­lung der Persön­lich­keit von der bloßen allge­meiner Anpas­sungs­kultur, bei der in unselb­stän­diger, mehr oder weniger unüber­legter Weise Fremdes über­nommen wird, oder gar von der völlig einem fremden Willen unter­wor­fenen Dressur.

    Demgemäß ist die theo­re­ti­sche Grund­le­gung in Ihrem Webinar „stär­ken­ori­en­tiertes Team­buil­ding“ noch umfang­rei­cher und einge­hender als in einem entwick­lungs­psy­cho­lo­gi­schen Modell. Werden ds in der Haupt­sache die Erkennt­nisse der Gestalt­psy­cho­logie und Charak­te­ro­logie verar­beitet, so wird hier als Basis der Menschen­be­hand­lung vor allem auch die Tiefen­psy­cho­logie mit heran­ge­zogen und zu dieser Bestim­mung ein allge­mein­ver­ständ­li­cher und dennoch syste­ma­tisch einwand­freier Abriß dieses weit­ver­zweigten und teil­weise noch disku­tierten Wissens­ge­bietes gegeben.

  8. Dennis Will­komm 12. Dezember 2016 at 11:11 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ich finde, Sie treffen da den Nagel auf den Kopf. Und es zeigt auch — wie sie in ihrem Buch “Agiler führen” geschrieben haben — dass Führung sehr viel komplexer wird. Denn durch die Diver­sität benö­tigt man als Führungs­kraft ein hohes Maß an Refle­xion und muss ständig an sich selbst arbeiten. Der Glaube, auf einem Führungs­se­minar Methoden zu lernen, wie man mit unter­schied­li­chen Mitar­bei­tern umzu­gehen hat, ist trüge­risch. Meiner Meinung nach sollten Führungs­kräfte zur Refle­xion und Weiter­bil­dung ange­regt werden, damit sie sich der Heraus­for­de­rungen bewusst werden und ihre eigenen, auf die Menschen abge­stimmten Lösungen entwi­ckeln können.

  9. Jens 10. Januar 2017 at 16:50 — Reply

    Ein Aspekt bei dem Trend zur Groß­raum­kultur, vor allem im Zusam­men­hang mit einer vorge­schrie­benen 5S-Kultur, ist der der Entin­di­vi­dua­li­sie­rung. Was sich theo­re­tisch auf Power­point ganz toll anhört, führt zu erhöhtem Stress­level bei den Mitar­bei­tern, die unter diesen robo­ter­glei­chen Bedin­gungen arbeiten müssen und wie ich bei mir immer fest­stelle zu erhöhter Krank­heits­an­fäl­lig­keit.
    Ein Arbeit­geber in der Nähe treibt das so weit, dass nur für 80% der Mitar­beiter über­haupt Arbeits­plätze zur Verfü­gung stehen, es wird davon ausge­gangen, dass der Rest unter­wegs oder nicht da ist. Feste Plätze gibt es selbst für hoch­aus­ge­bil­dete Kräfte nicht mehr.
    Der Arbeits­platz wird bei der Auswahl meines nächsten Arbeit­ge­bers eine mitent­schei­dende Rolle spielen.

Leave A Comment

Diesen Blog durch­su­chen