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Fehler auf der Besetzungscouch

Veröffentlicht: 30. September 2010Kategorien: Karriere und Beruf

Sie fühlen sich im Job wie im falschen Film? Das kann mit einem simplen Fakt zu tun: Man hat Sie für etwas gehalten, was Sie nicht sind. Viele Persönlichkeitstests messen beispielsweise die Dimensionen extrovertiert und introvertiert, z. B. MBTI. Leider wird diese Dimension immer missverstanden, weshalb ich ein paar Worte dazu verlieren möchte:  Es sind nicht notwendigerweise redefreudige und offene Menschen, die extrovertiert sind. Sie wirken vielleicht so, jedoch kann es trotzdem sein, dass sie introvertiert sind – weil sie ihre Energie eher aus dem Denken und Alleinsein schöpfen. Dies führt auf der “Besetzungscouch” der Personaler immer wieder zu Irrtümern. Da wirkt jemand sehr kommunikativ, der (zu intensive) Kotakt mit Kunden zehrt ihn oder sie aber aus. Es stresst. Und umgekehrt: Da wirkt jemand sehr verschlossen, zieht aber seine Motivation aus dem Zusammensein mit Menschen. Dieser Mensch mag gern mit Kunden und Kollegen zusammensein, es ist seine Motivationsquelle. 
Deshalb ist, so meine Überzeugung, nicht die Wirkung oder das zu beobachtende Verhalten entscheidend, sondern die dahinter steckende Motivation. Wer gegen seine Motivation arbeiten muss, wird über kurz oder lang gestresst sein und den Job entweder hassen oder aufgeben. Und zwar obwohl seine Leistungen gut sind. Aus einem extrovertierten Menschen, der verschlossen wirkt, lässt sich das gewünschte Verhalten (z.B. auf den Kunden zugehen) leicht entwickeln. Verhalten und Motivation harmonieren, das ist gut für Mensch und Arbeitgeber.

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Über Svenja Hofert

Svenja Hofert verbindet unterschiedliche Welten und Positionen. Dabei entwickelt sie neue und eigene Blickwinkel auf Themen rund um Wirtschaft, Arbeitswelt und Psychologie. Sie ist vielfache Buchautorin und schreibt hier unregelmäßig seit 2006. In erster Linie ist sie Ausbilderin und Geschäftsführerin ihrer Teamworks GTQ GmbH. Interessieren Sie sich für Ausbildungen in Teamentwicklung, Agilem Coaching und Organisationsgestaltung besuchen Sie Teamworks. Möchten Sie Svenja Hofert als Keynote Sprecherin gewinnen, geht es hier zur Buchung.

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2 Kommentare

  1. Lars Hahn 1. Oktober 2010 at 11:20 - Antworten

    Dieser kurze Artikel hat mir noch einmal ganz neue Blickpunkte auf die Attribute Intro- und Extrovertiertheit gegeben.

    Ich kenne sie auch: Die stillen Extrovertierten. Sie besitzen oft die Gabe der Intuition und des Zuhörens. Es verbergen sich bei ihnen oft Goldschätze z.B. für Aufgaben in der Kundenberatung. Man muss die Schätze bloß erkennen, fördern und heben.

    Vielen Dank, Frau Hofert für diesen Impuls und
    liebe Grüße!
    Lars Hahn

  2. Karriereblog von Svenja Hofert 3. November 2010 at 11:42 - Antworten

    […] Motivationen sind nur teilweise berücksichtigt. Eine idealistische Motivation wird die Berufswahl in eine andere Richtung steuern. Wer eine auf Menschen bezogene Denkstruktur besitzt, sucht im Kontakt Bestätigung. Dies lässt sich nicht auf die Kategorien introvertiert oder extrovertiert reduzieren. […]

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