Kate­go­rien

Last Exit: Wenn Selbst­stän­dige nach einer Fest­an­stel­lung suchen

Published On: 9. Februar 2012Cate­go­ries: Führung

Hannes war sein ganzes Leben selbst­ständig. Er ist da mehr zufällig rein­ge­rutscht nach dem Studium und dann 20 Jahre in seiner kleinen Agentur geblieben. Es lief meist ganz gut, jetzt wird es mühsam. Hannes will zurück in eine Fest­an­stel­lung. Georg war auch immer schon ein Unter­nehmer. Er hat sein Lebtag in der Fami­li­en­gast­stätte mit ange­packt. Das hat er gar nicht hinter­fragt. Bis es mal schlechter lief.

Für die Mehr­zahl der Menschen ist eine Exis­tenz als Selbst­stän­diger oder Unter­nehmer ein schöner Traum, der aus finan­zi­ellen Gründen und mangels Erfah­rung erst in späteren Jahren in Erfül­lung gehen kann. Es gibt aber auch eine Reihe von Selbst­stän­digen, die nichts anderes kennen als die Arbeit auf eigene Rech­nung. Viel­leicht haben sie vor zwanzig Jahren mal eine Lehre gemacht oder studiert, aber die Jahre der Selbst­stän­dig­keit über­wiegen die in Fest­an­stel­lung bei weitem.

In diesem Beitrag stelle ich die typi­schen Probleme beim Weg aus der Selbst­stän­dig­keit vor — und wie Aussteiger-Selb­st­­stän­­dige damit umgehen.

Keine Vorstel­lung, wie es wirk­lich ist

Komi­scher­weise ist für viele Aussteiger-Selb­st­­stän­­dige die Fest­an­stel­lung kein  Traum. “Zurück” treiben weniger Vorstel­lungen von Selbst­ver­wirk­li­chung als viel­mehr prag­ma­ti­sche Gründe, teils  die nackte ökono­mi­sche Not, teils die Erkenntnis, dass einem früher Aufträge zuge­fallen ist, man aber im Grunde doch kein Unter­neh­mertyp ist.  Umge­kehrt ist das nicht so – was dafür spricht, das Selbst­stän­dig­keit offen­sicht­lich eher dem Ideal eines selbst­be­stimmten Lebens nahe­kommt als eine feste Anstel­lung. Manche Ewig-Selb­st­­stän­­dige sagen auch ganz offen, dass sie gar nicht wissen, wie sich das Ange­stellt­sein anfühlt und deshalb auch gar keine Vorstel­lung davon hätten.

Hannes hat eine kleine Event­agentur betrieben. Er war gewohnt viel zu arbeiten, rund um die Uhr. Planen, koor­di­nieren, anpa­cken, entscheiden am Laufenden Band. Mit einer Hand­voll freier Mitar­beiter machte er in guten Zeiten 200.000 EUR Umsatz und 100.000 EUR Gewinn. Als Ange­stellter müsste er vermut­lich mit kaum 50.000 EUR Gehalt vorlieb nehmen.  Viele wissen nicht, wie wenig in manchen Jobs bezahlt wird. Und wenn sie es erfahren, verliert die Fest­an­stel­lung schlag­artig jeden Reiz. Reali­ty­che­cking ist deshalb unbe­dingt ange­sagt.

Unter­schätzen der eigenen Fähig­keit, sich unter­zu­ordnen

Machen wir uns nichts vor: Je länger Sie selbst das Kommando hatten, desto schwerer werden Sie es jemand anderem über­lassen. Nehmen wir noch mal das Beispiel des Event­ma­na­gers. Marke­ting­leiter kann er nicht werden, da er keine über­ge­ord­neten oder gar stra­te­gi­schen Marke­ting­er­fah­rungen hat. Leiter von Event­ab­tei­lungen aber gibt es kaum. Für Agen­turen ist er zu alt. Heißt: Es kann nur eine normale Ange­stell­ten­po­si­tion ansteuern, und da wird er  einen Chef haben. Mir ist jemand bekannt,  der diese unge­wohnte Chef-Situa­­tion genau drei Tage ausge­halten hat (und seitdem wieder selbst­ständig ist). Die Vorbe­halte von Firmen gegen­über Bewer­bungen von ausstiegs­wil­ligen Selbst­stän­digen sind deshalb oft gar nicht so falsch. Arbeit­geber denken bei der Sich­tung von Selb­st­­stän­­digen-Unter­lagen z.B., dass so jemand nicht lange im Unter­nehmen bleiben wird und laden deshalb nicht ein. Man könnte nun über die arro­gante Arbeit­ge­ber­hal­tung schimpfen.… doch die Vorbe­halte sind eben manchmal — nicht immer — wirk­lich ange­bracht. Auch das fällt unter Reali­ty­che­cking: Bin ich die rich­tige Persön­lich­keit für die gewünschte Anstel­lung? Ziele ich mit meiner Bewer­bung auf die rich­tige Hier­ar­chie­ebene? Oft wäre höher anzu­setzen, als der Selbst­stän­dige es für sich sieht, also bei einer Führungs­po­si­tion. Auch im Sales-Bereich besteht mehr Offen­heit gegen­über Ex-Selb­st­­stän­­digen. Denken Sie auch an Handels­ver­tre­tung oder Fran­chi­sing.

Keine Stan­dard­kennt­nisse

Heute können manche 18jährige schon mit Excel umgehen, Bilder bear­beiten, PDFs erstellen etc. Selbst­stän­dige mit einer langen Karriere, die NICHT aus dem IT-Bereich stammen, haben sich nicht selten so durchs Compu­ter­leben gemo­gelt. Keine Zeit für Weiter­bil­dungen, auch keine Notwen­dig­keit gesehen. Büro­ar­beit, die heute eben auf allen Ebenen dazu gehört, ist nie richtig gelernt worden, sondern man hat sich die Hand­griffe selbst beigebracht,  ging meist die umständ­li­chen Wege, even­tuell (nicht immer, aber realis­tisch prüfen!) besteht ein nied­riger Profes­sio­na­li­sie­rungs­grad.

Wir bekommen manchmal Lebens­läufe von Selbst­stän­digen auf Jobsuche, die erkennen lassen, dass da zum Beispiel jemand nicht mit Tabu­la­toren umgehen kann, die Abstände noch mit Leer­tasten zaubert oder PDFs mit 20 MB erstellt. Auch das Engli­sche ist oft nicht auf dem Niveau, das Firmen heute von Bewer­bern erwarten. Ich erlebe, dass viele Aussteiger-Selb­st­­stän­­dige das nicht einschätzen können. Ein realis­ti­scher Kompe­ten­zen­check muss sein – an einem Invest­ment in Weiter­bil­dung geht oft gar kein Weg vorbei.

Keine Geduld

„Ich brauche den Job in sechs Wochen.“ Manche Aussteiger-Selb­st­­stän­­dige stellen sich das unheim­lich leicht vor. Sie haben von der derzeit nied­rigen Arbeits­lo­sig­keit und dem Fach­kräf­te­mangel gehört und denken, es gäbe ein Job-Para­­dies. Das ist natür­lich nicht so. Und Kuss­hände bekommen Ex-Selb­st­­stän­­dige auch nicht zuge­worfen. Im Gegen­teil: Sie müssen sich ganz schön erklären.  Arbeit­geber spüren Halbherzigkeit.Ich verstehe hier wiederum die Einstel­lenden – Sie haben mit ihrem Miss­trauen einfach öfter mal recht. Fragen Sie sich als Selbst­stän­diger, der in die Fest­an­stel­lung möchte: Ist es das, was Sie wirk­lich wollen? Dann werden Sie auch Opfer in Kauf nehmen wie etwa den We g über eine nun mal oft teure Weiter­bil­dung. Kein Geld vorhanden, höre ich manchmal von denen, die NICHT wirk­lich wollen. Selten stimmt das, wenn der Antrieb groß genug ist. Irgendwo in der Familie und im Bekann­ten­kreis lässt sich immer Geld finden oder leihen. Und wenn nicht, und das Einkommen auf Null steht oder knapp darüber, gäbe es auch noch Hartz IV, einfach für den Über­gang. Die Aussichten dann eine Weiter­bil­dung vom Staat gespon­sert zu bekommen, sind ziem­lich gut.

Das Gesagte gilt nicht für alle Selbst­stän­dige. Überall wo Sie sehr stark in Unter­neh­mens­pro­zesse einge­bunden sind, etwa als IT-Free­lancer, sind Wechsel zwischen Anstel­lung und Selbst­stän­dig­keit ungleich einfa­cher. Nichts­des­to­trotz gilt auch hier: Wer mehr als 10 Jahre eigen­ver­ant­wort­lich gear­beitet hat, wird sich schwer umori­en­tieren. Stellen Sie sich mal vor, Sie leben in einer Wohnung mit 200 Quadrat­me­tern — es wird Ihnen nicht leicht fallen, zurück auf 50 zu gehen. Das ist mehr als Gewöh­nungs­sache.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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36 Kommen­tare

  1. Thomas Hoch­ge­schurtz 9. Februar 2012 at 16:50 — Reply

    20 Jahre selb­ständig und dann als Ange­stellter arbeiten? Als Firma würde ich dieses Risiko nicht gehen. Wenn die Fähig­keiten zum Über­leben als Selb­stän­diger nicht reichen, warum soll ich mir als Firma den Balast dann ans Bein binden?

    • Heiko Frerichs 5. August 2014 at 20:13 — Reply

      Die Gründe, weshalb jemand in eine Fest­an­stel­lung wech­seln möchte, sind nicht immer auf mangelnde fach­liche Fähig­keiten zurück­zu­führen, sondern hängen manchmal — so wie von Frau Hofert beschrieben — damit zusammen, dass man z.B. in der Kalt-Akquise Schwä­chen hat, man unter­neh­me­ri­sche Fehler gemacht hat oder schlicht keine Lust mehr hat. Es ist scheinbar ein sehr deut­sches Phänomen, dass die Durch­läs­sig­keit zwischen den Systemen so schwierig ist. Man kann einem Menschen jedes Versagen ankreiden und alles in ein schlechtes Licht rücken. Ich sehe es etwas anders als Frau Hofert: Viele ehema­lige Selb­stän­dige verfügen gerade über die Kompe­tenzen, die in HR-Fach­­ma­­ga­­zinen und Büchern als Zukl­unfts­treiber propa­giert werden: Sie haben in der Regel (Ausnahmen gibt es imme) gelernt zu verkaufen, mussten sich jeden Tag in den Arsch treten und selbst orga­ni­sieren. Sie mussten unter­neh­me­risch denken, dazu gehört z.B. ein verant­wor­tungs­voller, opti­maler Ressoucen­ein­satz. Die Gleich­gül­tig­keit, die ich von Freunden, die in festen Anstel­lungen arbeiten, zu hören bekomme, müsste jeden Abeit­geber scho­ckieren, aber man kann sich in großen Systemen eben gut verste­cken. Ich wünschte mir von Frau Hofert eine kriti­schere Stel­lung­nahmen in Rich­tung Perso­naler. Da herrscht viel Schmal­spur­denke, das ist sicher auch ein grund, weshalb gem. einer aktu­ellen Kien­­baum-Studie Perso­nal­ab­tei­lungen ein eher schlechtes Image haben, sogar in ihrem eigenen Unter­nehmen. Man kann da leider nicht viel dran ändern.

    • R_T 23. November 2015 at 17:02 — Reply

      Ich denke die Frei­be­rufler können viel Poten­zial und Erfah­rung in den Unter­nehmen rein­bringen und aus vor allem sie betrachten das Geschehen aus anderen Perspek­tiven.

  2. Chris­tian 9. Februar 2012 at 18:24 — Reply

    Die 18-jährigen in meiner Umge­bung halten Face­­book-Schreiben für IT-Kenn­t­­nisse und Excel für eine Program­mier­sprache. (Die sie nicht beherr­schen) Wenn in ihrer Umge­bung andere 18-jährige vorherr­schen sollten, würde ich mich über Kontakte freuen, ich würde nämlich gerne einen oder zwei Azubis einstellen. Voraus­set­zung: Englisch, Mathe, logi­sches Denken, ordent­liche Arbeits­weise, Pünkt­lich­keit. Damit fallen 98 von 100 meiner Bewerber raus. Ich würde auch einen ehemals Selb­stän­digen einstellen, wenn der Mensch quali­fi­ziert ist.

    Auch die Manager kommen bei mir nicht so gut weg wie bei ihnen. Gerade Führungs­kräfte in IT-Unter­­nehmen haben oft eine erschre­ckend geringe Medi­en­kom­pe­tenz. Gut möglich, dass sie da mit ihrem Tipp “Tabu­lator statt Leer­zei­chen” noch neues Wissen vermit­teln können. 😉

    Was mich jedoch stört, ist die unter­schwel­lige Behaup­tung, bei selb­stän­digen Einzel­un­ter­neh­mern würde es sich um Menschen handeln, die aufgrund mangelnder Quali­fi­ka­tion schlicht nicht einstel­lungs­fähig sind und sich nur durch Glück eine Weile durch­mo­geln konnten, bis irgend­wann die Glücks­strähne reisst. Ist das nicht arg plakativ?

    Nieten gibt es überall. Wer 20 Jahre lang für seinen Lebens­un­ter­halt selbst sorgen konnte, kann nicht alles falsch gemacht haben.

    • Heiko Frerichs 5. August 2014 at 20:15 — Reply

      Prima, diese diffe­ren­zierte Sicht­weise. Danke für diesen Beitrag.

      • Matthias Strack 16. September 2021 at 15:08 — Reply

        Hallo Herr Frerichs, ich kann mich Ihren Ansichten nur anschließen. Natür­lich würde ich die Inten­sion des Selb­stän­digen, warum er wech­seln will, genau hinter­fragen. Als Selb­stän­diger Innen­ar­chi­tekt welcher projekt­weise in großen Unter­nehmen mitar­beitet, bin ich oftmals erschro­cken, wie lustlos und resi­gnie­rend die ange­stellten Team­mit­glieder ihr Dasein fristen. Da würde ich mich als Chef über frischen Wind sehr freuen, egal von wo. Ich habe aber den Eindruck, dass die Team­leiter und Manager über­haupt kein Inter­esse an neuen Ideen und Ansichten haben, vor allen Dingen nicht von ehema­ligen Selb­stän­digen welche unvor­ein­ge­nommen auf das Unter­nehmen schauen und viel­leicht unkon­ven­tio­nelle Lösungen mitbrächten. Da ist Deutsch­land noch ganz weit hinten. Matthias Strack

  3. Svenja Hofert 9. Februar 2012 at 18:30 — Reply

    Hallo Chris­tian, ganz so plakativ wie anschei­nend ange­kommen, ist es nicht gemeint. Man muss sich anschauen, um welche Bereiche es geht und wie lange jemand selbst­ständig ist. Mir sind durchaus Beispiele bekannt, in denen so ein Wechsel geklappt hat, z.B. bei sehr ange­stell­ten­nahen Tätig­keiten, etwa im IT-Bereich. In meinem Beitrag ist beschrieben, warum er manchmal eben nicht funk­tioiert. Letzt­end­lich würde ich aber stets den Einzel­fall betrachten @thomashochgeschurtz … diese Haltung haben eben viele: Sie ist manchmal richtig, aber eben nicht immer. LG Svenja Hofert

  4. Jürgen Auer 9. Februar 2012 at 19:00 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    bei Xing-Profilen finde ich das immer so verblüf­fend: Wenn Leute selb­ständig sind und dann rechts sowohl “Neuge­schäft und Aufträge gene­rieren” als auch “An Karrie­re­chancen inter­es­siert” steht.

    Oder nur die Karrie­re­chancen. Das wirkt wie ein Selb­stän­diger auf dem Absprung. Warum soll man diesen noch beauf­tragen?

    Viele Grüße
    Jürgen Auer

  5. Svenja Hofert 10. Februar 2012 at 9:58 — Reply

    Ja, das sehe ich wie Sie, Herr Auer. Man muss sich entscheiden. Entweder oder ist wirk­lich nur da zulässig, wo es aufgrund der Projekt­ori­en­tie­rung wirk­lich kaum einen Unter­schied macht. Sonst muss man sich commiten und entscheiden, was man wirk­lich will. Ich stelle niemand ein, der unent­schlossen ist 😉 LG Svenja Hofert

  6. MiuSuCo 10. Februar 2012 at 22:09 — Reply

    Lieber Herr Auer, liebe Frau Hofert,
    Xing-Profile sind schwierig zu bewerten, finde ich — aber eines sind sie im Fall von Selb­stän­digen — Jobsu­chenden immer: meist Kontakt- und Platt­form sowohl für die Selb­stän­dig­keit als auch für die Entde­ckung neuer Chancen. Solange jemand diese noch nicht hat — gerade wenn derje­nige viel­leicht gerne in eine Fest­an­stel­lung kommen möchte — ist es viel­leicht auch nicht gut, das Profil ganz darauf abzu­stellen: denn sonst suchen sich die bishe­rigen Partner/Auftraggeber viel­leicht vorsichts­halber auch schon mal jemanden anderen, bevor über­haupt etwas richtig in Gang gekommen ist.
    Und: kommt sich ein Mensch, der auf der suche ist, da nicht ein bischen “Daten­lastig” und zu unper­sön­lich betrachtet vor?… Mir fehlt da die Einschät­zung aufgrund des Kenne­ler­nens — und das geht wohl eher nur im direkten Gespräch und nicht über Papier und Co.

  7. Katha­rina Sevic 27. März 2012 at 12:01 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    meine Stirn zog sich beim Lesen Ihres Arti­kels in Falten.

    Finden Sie ihn nicht ein wenig einseitig? Was ist mit dem unter­neh­me­ri­schen Denken, dem Orga­ni­sa­ti­ons­ma­nage­ment und dem Allround-Talent eines Selbständigen/Freiberuflers? Warum beleuchten Sie ausschließ­lich nur die “schlechten” Eige­ne­schaften eines Selb­stän­digen?

    Ich frage mich, welchen Zweck Sie mit dem Artikel verfolgen und warum — sorry, aber so klingt es in meinen Ohren — Sie auf den Selb­stän­digen herum­ha­cken und Ihnen das Gefühl geben, zu schlecht ausge­bildet, zu wenig flexibel und zu naiv für eine Ange­stell­ten­po­si­tion zu sein. Fast habe ich den Eindruck, Sie wollten den Selb­stän­digen sagen: “Bleibt bloß weg, Ihr könnt eh nicht mithalten”.

    Schade, der Artikel hätte mit einer zweiten Sicht der Dinge wirk­lich inter­es­sant sein können. Natür­lich werden Ex-Selb­­stän­­dige im Ange­stell­ten­ver­hältnis Probleme haben, keine Frage, aller­dings bin ich über­zeugt, dass sie auf der anderen Seite wert­volle Eigen­schaften mitbringen können, die ein Immer-schon-Ange­stellter nicht hat.

    Mit freund­li­chen Grüßen
    Katha­rina Sevic

    • Svenja Hofert 27. März 2012 at 12:18 — Reply

      Hallo Frau Sevic, das ist kein Rumha­cken, sondern die Darstel­lung EINES Aspekts von vielen. Ich bin auch eine Selbst­stän­dige, es liegt mir fern, das zu verteu­feln. Im Gegen­teil. Nur darf man auch nicht die Augen verschließen vor Entwick­lungen in Selbst­stän­dig­keiten, die es auch gibt: Stagna­tion kommt vor, so wie bei Ange­stellten auch, ja teils noch stärker, denn anders als Ange­stellte müssen Selbst­stän­dige ihre Weiter­bil­dung selbst bezahlen, was viele machen, aber einige auch nicht.
      Mein Artikel ist eine reine Zustands­be­schrei­bung eines Teil­be­reichs, für dessen Exis­tenz ich zahl­reiche Beispiele kenne. Es ist keine Erfin­dung und auch keine Meinung, sondern schlicht Realität. LG Svenja Hofert

  8. XXX 26. April 2013 at 11:21 — Reply

    Ich bin gerade in der Situa­tion, einen Über­gang nach 11 Jahren Selb­stän­dig­keit in ein Ange­stell­ten­ver­hältnis zu suchen. Was soll ich sagen… Absage um Absage selbst bei Jobs, die sich mit meiner selb­stän­digen Tätig­keit, meinen Berufs­er­fah­rungen, Kompe­tenzen und Weiter­bil­dungen nahezu 100% decken und die ich am nächsten Tag als neue Ausschrei­bung irgendwo wieder­finde. Da ich Perso­naler bin, muß ich dazu sagen — ich habe es erwartet, denn auch ich habe viele Lebens­läufe von Selb­stän­digen kritisch beäugt — nun holt mich die Vergan­gen­heit ein. Tja, dann werde ich wohl trotz Diploms und hoch­wer­tigen Ausbil­dungen im QM-Bereich als 7,50-€-Zeitarbeitshelfer enden, wenn nicht Kamerad Zufall mitspielt, denn der viel­ge­lobten “Bezie­hungen” in Unter­nehmen habe ich aus meiner Tätig­keit viele, aber die nützen nichts, wenn der lang­jäh­rige “Liefe­rant von Human­ka­pital” selbst eine Arbeits­stelle sucht. Frus­trie­rend.

    • Svenja Hofert 26. April 2013 at 12:13 — Reply

      Ja, das kenne ich. gerade der Perso­nal­be­reich ist hier beson­ders zu (da er ohnehin eher im Über­an­gebot ist), einfa­cher ist die Rück­kehr für ITler. Auf dem offenen Markt ist es beson­ders schwer, die Chance sind Kontakte — oder eine Neuori­en­tie­rung in einen Bereich, in dem gerade gesucht wird LG und viel Erfolg Svenja Hofert

      • XXX 18. Juni 2015 at 13:16 — Reply

        Update: Herr XXX, nämlich ich 🙂 ist am 01.04.14 zufällig als Ange­stellter in ein Landes­pro­jekt geschlit­tert. Das ging genau ein Jahr, so dass ich mich ab Januar 15 wieder bewerben mußte, um nach Projek­tende naht­losen Anschluß — nur diesesmal, aus einer Anstel­lung heraus, war der Aufwand deut­lich geringer. herz­liche Grüße, der ange­stellte Herr XXX

    • Klaus 15. Mai 2013 at 20:36 — Reply

      Ich kann das, was Herr XXX schreibt, nur bestä­tigen. Meine Tätig­keit ist in der Erwach­se­nen­bil­dung, als “freier Dozent”. Die BA hat viele meiner Kurse gestri­chen und wird weiter strei­chen. Ich möchte auch zurück in das “normale” Ange­stell­ten­ver­hältnis. Ich denke einmal dass meine Quali­fi­ka­tion (früher auch Verlag + Werbung, so richtig gelernt) jetzt nicht so schlecht ist. Aber: Absage über Absage. Nicht einmal für einfache Tätig­keiten im
      Büro reicht es mehr. Ich sehe mich auch bald als Lager­helfer…

  9. Silke Bicker 28. April 2013 at 21:58 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    nach fünf Jahren Selb­stän­dig­keit suche auch ich wieder eine feste Anstel­lung. Aller­dings mit beiden Optionen: frei weiter arbeiten und ange­stellt sein — eigene Visionen frei verfolgen und anderen eben­falls exis­tie­renden, beruf­li­chen Inter­essen ange­stellt nach­gehen. “Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust” 😉 Und ich bin mir sicher, dass das möglich ist (Branche Land­­schafts- und Regio­nal­ent­wick­lung).

    Aller­dings finde ich, wie oben in meinem “Website-Link” ange­ge­benen Artikel, dass auch Solo-Selb­­stän­­dige als Ange­stellte einer Firma gut dienen können. Kommt natür­lich darauf an, welche Vorkennt­nisse und Erfah­rungen vorhanden sind. Und ohne regel­mä­ßige Weiter­bil­dungen geht es auch nicht. Sei es durch Lite­ratur oder Kurse oder sogar zerti­fi­zierte Lehr­gänge. In Deutsch­land habe ich den Eindruck, dass immer alles nach­weisbar sein muss: Teil­nah­me­be­schei­ni­gungen, Refe­renzen, Zeug­nisse, usw. Es gibt jedoch auch Erfah­rungen, die nicht durch solche Doku­mente nach­zu­weisen sind und dennoch sind sie vorhanden.

    Ande­rer­seits habe auch ich bereits Selb­stän­dige kennen­ge­lernt, die weder mit diesem noch mit einem früheren ange­stellten Dasein zurecht kamen: sie waren meist sehr eigen, unein­sichtig und oft mit dem “Kopf durch die Wand” wollend.

    Ich denke, dass persön­liche Gespräche zwischen Arbeit­geber und (noch / ehemals) Selb­stän­digen deut­lich mehr bringen als das allei­nige Sichten von Unter­lagen.

    Grüße
    Silke Bicker

    • Svenja Hofert 29. April 2013 at 11:38 — Reply

      Hallo, danke für den Kommentar. Das ist voll­kommen richtig, nur dem Verschi­cken (und auf der anderen Seite Sichten) von Unter­lagen kommt man nicht weiter. Das Problem ist ins Gespräch zu kommen. Arbeit­geber kümmern sich viel zu wenig um Moti­va­tionen. Warum will jemand aus der Selbst­stän­dig­keit und was erhofft er sich von der Anstel­lung? Die Antwort “regel­mä­ßiges Gehalt” wird häufig kommen. Und ich halte es manchmal sogar für richtig, sie so zu geben. Wenn jemand ein regel­mä­ßiges Gehalt will, will er das, was die meisten wollen, die sich Struk­turen unter­ordnen — und das ist eine durchaus mitunter verläss­liche Moti­va­tion. Manch Selbst­stän­diger wird “regel­mä­ßiges Gehalt” sogar noch mehr wert­schätzen als ewig Ange­stellte. LG Svenja Hofert

  10. Gerd 25. September 2013 at 13:13 — Reply

    Hallo, Ich werde jetzt den Schritt machen
    aus der Selbst­stän­dig­keit wieder als Ange­stellter,
    mal sehen ob es funk­tio­niert.
    Ich bin ins Kalte Wasser gesprungen und es war einfach zu viel.

    • Svenja Hofert 25. September 2013 at 14:28 — Reply

      Viel Erfolg! LG Svenja Hofert

  11. Jan S. 9. Januar 2014 at 19:14 — Reply

    Ich bin seit 21 Jahren selbst­ständig und habe mich mit 21 Jahren
    selbst­ständig gemacht (Branche Bau).In diesen 21 Jahren habe
    ich Höhen und Tiefen des Gewerbes erfahren. Es hat mir auch nie
    etwas ausge­macht länger zu arbeiten als normale ange­stellte Mitar­beiter. In der Spit­zen­zeit hatte ich 4 Mitarbeiter,davon 3 auf den Baustellen und 1 im Büro. Unsere Auftrags­lage ist seit Jahren sehr gut,dank der Arbeit für ein kommu­nales Wohnungs­ge­sell­schaft. Es ist nicht das Problem der Arbeit oder der fehlenden Aufträge was mich zu dem Entschluss treibt,die Selbst­stän­dig­keit an den Nagel zu hängen. Nein,vielmehr ist es die Zeit für die Familie,die fehlt und die stän­dige Bereitschaft,für Jeden allzeit bereit zu sein. Ich würde sehr gern in einem Unter­nehmen arbeiten, um meine Erfah­rungen und Kennt­nisse in diesem anwenden,nur um endlich diesem stän­digem Druck zu entkommen. Auch ist der Wunsch nach Verän­de­rung nach dieser langen Selbst­stän­dig­keit entstanden.Ich hoffe,für mich und meine Familie,das sich dieser Wunsch erfüllt.

  12. Rudolf Rosen­stein 20. Januar 2014 at 20:05 — Reply

    Ich bin nach nicht einmal 12 Jahren Selbst­stän­dig­keit und einem gut funk­tio­nie­rendem Unter­nehmen in der System­gas­tro­nomie dermaßen “ausge­brannt”, dass ich mich nach einer neuen Tätig­keit sehne.

    Seit gut 2 Monaten versuche ich einen Job zu finden, der mich inter­es­siert und (nebenbei) meine 5 köpfige Familie ernähren kann.

    Ich verfüge über eine fundierte gastro­no­mi­sche Ausbil­dung und habe mich über die Jahre in diverse Bereiche (Website Admi­nis­tra­tion, QMS etc.) einge­ar­beitet. Da ich gemeinhin als futze­liger Freak gelte der alles so perfekt wie möglich haben möchte, geschah dies auch mit dem nötigen Enga­ge­ment und Ehrgeiz.

    Leider hat das niemanden so wirk­lich inter­es­siert, ich kassiere bis heute Absagen.

    Ich habe schließ­lich doch noch eine passende Funk­tion in einem kleinen Unter­nehmen gefunden. Der Ehrlich­keit halber:

    in der Gastro­nomie hat man täglich mit Menschen zu tun. Man kann sie kennen­lernen ohne von sich selber zu viel preis zu geben. Ich habe meine Kontakte genutzt um an die entschei­dende Person zu gelangen, bin ohne Lebens­lauf, Bewer­bung oder Zeug­nisse einfach drauf los gegangen und:

    ich war nach einem 1 stün­digem Gespräch Mitar­beiter diese Unter­neh­mens mit einem anstän­digen Gehalt. Diese impul­sive Reak­tion ist dann wohl die instinktiv rich­tige gewesen.

    Der Entscheider war der Gründer des Unter­neh­mens, unsere Lebens­läufe glei­chen sich ziem­lich stark, somit konnten wir auf “Augen­höhe” spre­chen. Ich verstand was ihn bewegt, er verstand mein Anliegen sofort.

    Mein ursprüng­li­ches Unter­nehmen kann ich behalten, die meiste Arbeit über­nimmt meine Frau die nach 3 Kindern und 5 Jahren Haus­müt­ter­chen­zeit auch wieder Lust auf Geld­ver­dienen hat.
    Ab März bin ich ange­stellt, zur Zeit genieße ich den Wechsel in eine neue Lebens­phase.
    Somit mal zu einer posi­tiven Bericht­erstat­tung…;-)

  13. Michaela 20. November 2014 at 12:24 — Reply

    Also ich würde sehr gerne noch die Chance ergreifen wieder in einer Fest­an­stel­lung arbeiten zu können.

    Als Frau sieht es meis­tens anders aus, wenn vorher Familie gelebt wurde und man im Fami­li­en­be­trieb gear­beitet hat.

    Mir ging es so ich stand mit zwei kleinen Kindern alleine da, versuchte wieder ins Berufs­leben zurück zu finden leider keine Chance.

    Machte mich Selbst­ständig um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen, mitler­weile sind meine Kinder fast erwachsen und ich anschei­nend zu alt.

    Würde gerne im Büro arbeiten ( z.Bsp. Versi­che­rung oder ähnli­ches)

    Lg
    Michaela

  14. Rufus 21. Dezember 2014 at 16:48 — Reply

    In 30 Jahren IT-Frei­­be­­ruf­­lich­keit inves­tiere ich täglich 3 Stunden für die Akqui­si­tion von Folge­auf­trägen. Diesmal ergab sich ein Fest­an­stel­lungs­ver­trag. Aufwendig werden jetzt die Vertrags­ge­stal­tung des Fest­an­ge­stellten mit der eigenen GmbH um den Vorsteu­er­abzug für das Eigen­heim, Reise­kosten etc. auch weiterhin zu sichern. Ob ich als Frei­be­rufler für den Kunden skalve oder Lohn­sklave (“Karl Marx) bin, macht im tägli­chen Erleben keinen Unter­schied. Wessen Brot ich freß, dessen Lied ich sing, als Ange­stellter aber mit 5 Wochen bezahltem Jahres­ur­laub. Unter Berück­sich­ti­gung der auftrags­losen Zeiten und der AG-Anteile stehe ich als Ange­stellter finan­ziell auf glei­chem Niveau. Als Selb­stän­diger arbei­tete ich selbst und ständig, als Ange­stellter kann ich mich endlich mal anstellen.

  15. Stephan 13. Februar 2015 at 14:50 — Reply

    Seit 14 Jahren bin ich in 3. Gene­ra­tion selbst­ständig in einer immer schwierig werdenden Nischen­branche, in der ich gut verdie­nende Privat­leute sowie auch in einzelnen Fällen Firmen betreue. Dabei handelt es sich um eine Branche, in der die Anbieter immer weniger werden und die Liefe­ranten stehen wirt­schaft­lich nicht gut da.
    Mit meiner Firma habe ich mich vor 3 Jahren kleiner gesetzt und arbeite inzwi­schen ohne Ange­stellte.
    Jetzt habe ich mich entschlossen aus der Selbst­stän­dig­keit raus zu gehen. Zum einen habe ich keine Lust mehr ganz alleine zu Arbeiten und mich um alles zu kümmern wie Buch­füh­rung, Akquise, Hand­werk, Fegen, Auftrags­be­ar­bei­tung etc. und zum anderen möchte ich mehr wirt­schaft­liche Sicher­heit.
    Mein Einkommen in der Selbst­stän­dig­keit ist sehr stark schwan­kend.
    Für mich kommt bei einer Fest­an­stel­lung nur etwas als Quer­ein­steiger in Frage.
    Kennt jemand eine Bera­tungs­stelle, die einem in meiner Situa­tion helfen kann?

  16. Andreas Schwarz 23. Juni 2015 at 8:52 — Reply

    Hallo Frau Hofert, hallo liebe Blog-Leser,

    ich suche zurzeit mehrere neue Kollegen zur Fest­an­stel­lung im Java-Bereich.

    Dabei setze ich auch gezielt auf Frei­be­rufler, die eine Fest­an­stel­lung suchen.

    Denn in der Regel haben sie ein breites Spek­trum an Erfah­rungen und Kennt­nissen und finden sich sehr schnell in neuen Situa­tionen zurecht, was ich sehr gut finde.

    Die Frei­be­rufler bei uns haben in etwa die glei­chen Frei­räume, wie Fest­an­ge­stellte und haben auch die glei­chen Projekt­leiter, sodass ich kein Problem darin sehe, das die Frei­heiten durch eine Fest­an­stel­lung kleiner würden.

    Ich kenne reich­lich Beispiele, bei denen der Wechsel vom Frei­be­rufler zum Fest­an­ge­stellten bei uns gelungen ist.

    Ich würde sehr gerne mit Ihnen oder den Blog-Lesern dazu ins Gespräch kommen.

    Viele Grüße

    Andreas Schwarz

    (Abtei­lungs­leiter IT-Anwen­­dungs­­­ma­­na­ge­­ment R+V‑Versicherung, Wies­baden)

    • Svenja Hofert 23. Juni 2015 at 9:06 — Reply

      Hallo Herr Schwarz, danke für das State­ment — gute Werbung für Sie 🙂 Ja, im frei­be­ruf­li­chen Bereich ist es in der Tat etwas anderes, vor allem in der IT. Da ist die breite Erfah­rung in der Tat ein Vorteil. Aber war jemand mal Geschäfts­führer von 25 Mitar­bei­tern sieht es anders aus. herz­liche Grüße Svenja Hofert

  17. Patrick B. 30. Oktober 2015 at 13:42 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    gut geschrie­bener Artikel, aber an vielen Stellen doch sehr einseitig. Meine Wenig­keit zum Beispiel ist seit 20 Jahren selb­ständig tätig und ich arbei­tete mich vom kleinen Heizungs­bauer zum geschäfts­füh­renden Gesell­schafter von inzwi­schen 5 Kapi­tal­ge­sell­schaften hoch. Darunter fallen Unter­neh­mens­be­reiche wie die Infor­ma­ti­ons­technik und auch Immo­bi­li­en­ma­nage­ment. Es fehlt weder an Kennt­nissen in den Berei­chen Verwal­tung, Orga­ni­sa­tion noch an Buch­füh­rung, Program­mie­rung oder Admi­nis­tra­tion von größeren Netz­werk­kom­po­nenten. Vor kurzem holte ich über die Abend­schule — getrieben aus Lange­weile — meinem Meis­ter­titel in meinem Hand­werk nach.

    Nicht immer ist die Moti­va­tion, um aus der Selb­stän­dig­keit raus­zu­kommen derje­nige, dass die Geschäfte schlecht­laufen. Sondern eher derje­nige Grund, dass man eine Verän­de­rung möchte. Ein Ange­stellter kann, wenn er morgens mit Bauchweh zur Arbeit geht sich ein anderes Unter­nehmen aussu­chen und dort “neuen” Fuß fassen und ggf. frischen Wind in sein Berufs­leben bringen. In der Selb­stän­dig­keit gelingt das eher nicht! Ich könnte nun vermut­lich noch ein Unter­nehmen gründen, aber irgend­wann ist man natür­lich auch ausge­lastet und somit gibt es keine beruf­li­chen Perspek­tiven und Verän­de­rungen mehr.

    Oftmals ändern sich auch grund­le­gende Dinge wie Ange­stellte, Debi­­toren- oder Kredi­to­ren­ge­sin­nung, als auch andere Geschäfts­ge­baren. Sprich — so toll wie es früher war, ist es viel­leicht nicht mehr und man möchte einfach aus der Selb­stän­dig­keit raus, um etwas anderes erleben.

    Firmen zu verkaufen oder eine Nach­folge zu finden ist nicht so einfach, wie manche das viel­leicht im Film und/oder Fern­sehen gesehen haben. Manche warten Jahre­zehnte auf entspre­chende Kauf­of­ferten und merken recht schnell, dass es eigent­lich keinen Wirk­lich ausweg gibt.

    Nicht immer bedeutet, sofern ein eher­ma­liger Selb­stän­diger einen Job sucht, dass sein Unter­nehmen pleite ist, er keine Fähig­keiten mitbringt oder sogar ein Klotz am Bein der poten­ti­ellen Firma wäre (wie das weiter oben jemand beschrieben hatte). Ganz im Gegen­teil: Erfah­rungen aus dem Bereich der Selb­stän­dig­keit sind nahezu Gold wert und könnten sicher­lich das ein oder andere Unter­nehmen wirkungs­voll berei­chern.

    Viele Grüße
    Patrick

  18. Brigitte Gruf 21. Juni 2016 at 12:04 — Reply

    Nach 20 Jahren Selb­stän­dig­keit in der Pflege (mit ambu­lanten Pfle­ge­dienst), dann Schlie­ßung des Betriebes, vorrangig wegen Fach­kräf­te­mangel und weiterhin etwas mehr als einem Jahr komplette Pause, habe ich die Suche nach einem Ange­stell­ten­ver­hältnis begonnen. Viel­fach bekomme ich gar keine Antwort. Und ermu­ti­gend finde ich das, was ich hier lese auch nicht. Tipps für die “rich­tige” Vorge­hens­weise würde ich erheb­lich besser finden. Ich mache mir um meine beruf­liche Zukunft Sorgen. Aufgrund meiner Erfah­rungen habe ich sehr viel Poten­tial, wie verkaufe ich das am besten in der rich­tigen Kombi­na­tion der “Anpas­sungs­fä­hig­keit”?

  19. Ella K. 18. November 2016 at 17:38 — Reply

    Ich lese hier nur jede Menge Vorur­teile. Ich war 6 Jahre lang frei­be­ruf­lich tätig und hatte über­haupt keine Probleme in eine Fest­an­stel­lung zu kommen. Im Gegen­teil: Ehema­lige Frei­be­rufler arbeiten viel selbst­stän­diger, zeigen Eigen­in­itia­tive, haben ein sehr gutes Zeit­ma­nage­ment, wissen, wie man sich orga­ni­siert. Denen muss man nicht fünfmal hinter­her­rennen “ist das schon gemacht?”, “wie weit bist du denn?”. Im Gegen­satz zum schon-ewig-Ange­stellten wird nicht einfach pünkt­lich um 17 Uhr der Stift wegge­schmissen, es wird ergeb­nis­ori­en­tiert gear­beitet. Der einzige Punkt, in dem ich der Autorin zustimme, ist das Problem mit dem sich-unter­­ordnen. Obwohl das kein Problem werden muss, wenn die Firma seinen Mitar­bei­tern genug Frei­räume und Flexi­bi­lität bietet. Dass Menschen, die eigen­ständig arbeiten, Mühe mit dem altba­ckenen 9 to 5 feste-Arbeits­­zeiten-Modell haben, ist doch klar. Aber glück­li­cher­weise handelt es sich hier um ein Auslauf­mo­dell des letzten Jahr­hun­derts.

  20. Jürgen H. 26. Juni 2017 at 11:00 — Reply

    Seit über 17 Jahren betreibe ich erfolg­reich ein Sport-und Gesund­heits­studio. Die Zahlen stimmen und ich könnte “eigent­lich” zufrieden sein. Das Problem, wir ( mein Kollege und ich ) können nicht expan­dieren, die bauli­chen Erwei­te­rungs­mög­lich­keiten sind leider nicht möglich. Wir arbeiten ausschließ­lich nur mit Aushilfen, die wir für die Zeit einsetzen, wo jeder von uns mal Urlaub macht.
    Ich bin nun über 50, noch recht fit, fast nie krank und doch hege ich den Gedanken zu wech­seln. Ich habe das Gefühl noch etwas mehr tun zu können, als den Betrieb, der mit sehr viel Routine “läuft”, aufrecht zu erhalten.
    Eine weitere Selb­stän­dig­keit kommt für mich jedoch nicht mehr in Frage.
    Ich denke mit meiner Erfah­rung bringe ich eine Menge an Poten­tial mit, die über die Fach­kennt­nisse als Sportlehrer/Sporttherapeut hinaus­geht.

    Die Gründe/Motivation von der Selb­stän­dig­keit in eine Fest­an­stel­lung zu wech­seln sind so indi­vi­duell, dass ich mir von einem Bewer­bungs­ge­spräch genau dies wünsche würde!

  21. Peter 24. März 2018 at 20:08 — Reply

    Ich möchte den Selb­stän­digen Mut machen, die gerne wieder fest­an­ge­stellt arbeiten wollen. Ich war 10 Jahre selb­ständig und habe viele Aspe­kete daran genossen. Geldnot hatte ich während der Zeit auch nie, auch wenn es teil­weise etwas gedauert hat, bis es anlief.

    Was über­haupt nicht meins ist: Kalt­ak­quise. Auch der neue Trend “Netz­bürger” zu werden und in sozialen Medien unter­wegs zu sein. Bei mir gab es kein Jahr, wo meine Kunden mich nicht als festen Mitar­beiter gewinnen wollten.

    Jetzt mit 43 und einer kleinen Familie bin ich den Schritt zurück­ge­gangen und bereue ihn nicht. Endlich wieder freie Wochen­enden, bezahlten Urlaub und Krank­heits­tage, Abends Zeit mit meiner Familie und/oder ein Feier­abend­bier.

    Keine lästige Steu­er­ar­beit mehr, Rech­nungen schreiben, Termi­nie­rungen etc.

    Ich war bei der Auswahl sehr selektiv und habe eine Stelle ange­nommen, die viele Aspekte der Selb­stän­dig­keit vor allem Gestal­tungs­spiel­raum beinhalten und mir waren die Leute wichtig, mit denen ich und für die ich arbeite.

    Nicht aufgeben! Die erfolg­reiche Rück­kehr ist möglich.

  22. Matthias Strack 16. September 2021 at 15:19 — Reply

    Ach ja, ein Aspekt ist mir noch wichtig. Wenn man seine Selbst­stän­dig­keit ernst­haft betreibt, nimmt man seinen Job, seine Fort­bil­dung usw. ernst. Und alles was nichts mit der eigent­li­chen Arbeit zu tun hat, Büro­kratie, Finanzen usw. über­steigt die Resourcen einer One-Man-Show oftmals erheb­lich. Das bremst einfach aus. Man kann noch so erfolg­reich sein, was spricht dagegen eine Anstel­lung anzu­streben? Dann kann man sich, für weniger Geld, wieder voll auf das konzen­trieren, womit man gestartet ist: der Spaß und die Freude an seinem Beruf!

  23. D. Ried­maier 29. März 2026 at 11:27 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    eben habe ich Ihren Artikel gefunden, da ich nach ein paar Jahren frei­be­ruf­li­cher Tätig­keit wieder in eine dauer­hafte Fest­an­stel­lung möchte. Inzwi­schen schreiben wir das Jahr 2026 und die Sozi­al­ge­richte machen es Frei­be­ruf­lern und Unter­nehmen immer schwerer (Thema Schein­selb­stän­dig­keit) Die Sozi­al­kassen sind leer und man versucht mit allen Mitteln die Leute wieder in Sozi­al­ver­si­chungs­pflich­tige Jobs zu bringen. Lange Rede kurzer Sinn.…
    Angst habe ich nur, mich wieder dem 9 to 5 unter­ordnen zu müssen. Urlaub mit Kollegen abstimmen…Freiheit der freien Zeit­ein­tei­lung aufzu­geben.…

    • Svenja Hofert 1. April 2026 at 22:16 — Reply

      Viel Glück wünsche ich Ihnen, ja Selbst­stän­dig­keit hat grad keinen großen Wert.… leider

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