Kate­go­rien

Zu weit gekommen: Wenn Führungs­kräfte keine Jobs mehr finden

Published On: 30. September 2016Cate­go­ries: Karriere

Es ist ein Tabu, über das kaum jemand schreibt: Führungs­kräfte, die weit gekommen sind, befinden sich oft weit mehr als ein Jahr auf Jobsuche. Viele finden über Jahre keine Anschluss­jobs mehr — selbst wenn sie down­sizen. Da sie zuvor meist gut verdient haben, bean­tragen sie kein Hartz IV und fallen aus der Statistik. Typi­scher­weise schmü­cken sie ihren Lebens­lauf mit Inte­rims- und Bera­ter­tä­tig­keiten.

Die Profile von Führungs­kräften mit Problemen bei der Jobsuche ähneln sich:

  • Viele waren lange nur in einem Unter­nehmen und einer Branche. Das wird vom Markt abge­straft, sofern die Branche kaum zu einer anderen kompa­tibel ist und eher im Rückbau begriffen.
  • Das Fach­wissen ist außer­halb der Branche wenig kompa­tibel. Führungs­wissen lässt sich in Deutsch­land schwer verkaufen, erst recht in einer Zeit, in der Führung viel­fach neu defi­niert wird (siehe agileres Führen) und Manage­ment­auf­gaben ins Team wandern.
  • Sie sind weit über das Mittel­ma­nage­ment hinaus­ge­kommen. Während sich untere Führungs­kräfte noch zurück in eine Senior-Posi­­tion bewerben können, geht das ab einer gewissen Führungs­spanne kaum noch.
  • Sie haben kein Stan­dard­profil, haben also unter­schied­liche Funk­tionen ausgeübt, die sich so in anderen Unter­nehmen nicht wieder­finden. Sie sind nicht eindeutig Vertrieb, Marke­ting, tech­ni­sche Leitung etc.
  • Sie sind eher keine Netz­werker.
  • Teil­weise kommt hinzu: Der Ausbil­dungs­stand entspricht nicht dem erreichten Führungs­level. Es gibt beispiels­weise nur eine kauf­män­ni­sche Ausbil­dung. Bei Tech­ni­kern ist der Abstand zu den Inge­nieuren dabei weniger gravie­rend als hier.

Alle machen die gleiche Erfah­rung:

  • Am Anfang wollen sie das Gehalt halten, machen maximal 10–20% Abstriche. Sie versu­chen auf möglichst glei­cher Ebene zu bleiben.
  • Sie vertrauen in Head­hunter, die so gut wie immer auch Hoff­nungen machen, selten Klar­text reden. Nach rund einem Jahr sinkt das Vertrauen. Auch Outpla­ce­ment­be­rater verkaufen sich über das Verspre­chen, helfen zu können.
  • Sie bewerben sich auf ausge­suchte Stellen, erhalten aber nur Absagen. Gleich wie der Lebens­lauf aussieht und wieoft er opti­miert wurde. Oft sehr oft.
  • Werden sie doch einge­laden, dauern die Verfahren bis zur Einstel­lung Monate. Durch die Verun­si­che­rung der langen Jobsuche über­zeugen sie weniger.
S. Hofschlaeger  / pixelio.de

S. Hofschlaeger / pixelio.de

Erschwe­rend ist ein Alter von 50 oder gar mehr als 55 Jahren. Soweit die Zustands­be­schrei­bung. Aber was lässt sich tun? Als Bera­terin habe ich die Erfah­rung gemacht, dass man Erfah­rung nicht erzählen und nicht berichten kann – man muss sie machen. Selbst wenn ich auf den vermut­lich schwie­rigen Verlauf hinweise, wird das eher nicht als eigene Realität begriffen. Der Klient, zu dem ich offen bin, würde nicht meiner werden, da wir keine Einfach­heit und keine 100% Lösung verspre­chen. Solche Klar­heit vertragen im Grunde nur die, die auch das Poten­zial haben neu zu denken und sich in Frage zu stellen — was gene­rell auch für die Jobsuche hilf­reich ist, wenn dies produktiv ist und nicht selbst­zer­stö­re­risch.

„Für mich gilt das nicht“, ist inso­fern eine nach­voll­zieh­bare Reak­tion als auch von vielen Seiten Hoff­nung gemacht wird. Und letzt­end­lich ist es auch so: Am Ende weiß ich als Bera­terin nicht, wie leicht oder schwer etwas wirk­lich werden wird. Ich ahne es nur, wobei ich auf Vorwissen zurück­greife. Doch Märkte verän­dern sich schnell, Themen kommen und gehen. Wer hätte gedacht, dass IT-Leiter es einmal schwer haben könnten, Jobs zu finden?

Die Lösung? Sie findet sich so gut wie nie auf dem offenen Arbeits­markt. Ich bekomme täglich mit, wie Stellen unter der Hand vergeben werden – aber sicher nicht an Leute, die eine CEO-Bewer­­bung schreiben oder sich initiativ vorge­stellt haben. Es sind Leute, die irgend­je­mand gern HABEN möchte, weil er ihn kennt. Und zwar nicht erst seit gestern. Das Prinzip ist dann auch die Lösung. Wer Schwie­rig­keiten hat, Jobs zu finden, muss in eine neue Rich­tung gehen mit der Bereit­schaft, sich auf Unplan­bar­keit einzu­lassen. Das fällt vielen schwer, die ja von Plan­bar­keit gepägt sind. Die wissen wollen, welcher Schritt wozu führt. Einen Schritt zu machen, dessen Auswir­kung unklar ist, erfor­dert ein anderes Denken.

Über­ge­ord­nete Tipps:

  • Betrachten Sie Ihre Abhän­gig­keiten — von Geld, Status, Reso­nanz etc. Suchen Sie nach Un-Abhän­­gi­g­keiten.
  • Legen Sie Hands-On-Themen wie Lebens­lauf­op­ti­mie­rung etc. ad acta. Arbeiten Sie Ihre Fami­­lien- und Berufs­bio­grafie auf. Das dauert und ist schmerz­haft. Aber es bringt ziem­lich sicher Erkennt­nisse über den bishe­rigen Weg — und das, was Ihre Iden­tität ausmacht, wenn der Job als Iden­ti­täts­stifter weg ist. Das ist dann das eigent­lich Inter­es­sante.
  • Hören Sie in sich hinein. Wohin treibt es Sie — nur Sie? Was ist das, was in Ihnen wirk­lich gut funk­tio­niert? Worauf können Sie mehr bauen? Im Grunde geht es um Stär­ken­ent­de­ckung. Aber auf einem fort­ge­schrit­tenen Niveau, das persön­liche Entwick­lung mit einschließt.
  • Machen Sie sich agile Prin­zi­pien zu eigen: Was würden Sie tun, wenn es keine Plan­bar­keit gebe, nur ein Leben in den nächsten 14 Tagen. Und danach bewerten Sie Ihre Erfah­rung und gehen in die nächsten 14 Tage.
  • Machen Sie etwas, das nicht bere­chenbar ist, nur weil sie es wollen und es Sie treibt.

 Wohin kann so etwas führen?

  • Eine zweite Karriere in einem ganz anderen Bereich, mitunter unglaub­lich viel schlechter bezahlt, wenn Sie z.B. aus dem hohen sechs­stel­ligen Bereich kommen. Mögli­cher­weise gibt es am Anfang gar kein Geld. Aber, siehe Un-Abhän­g­keit, damit fangen neue Erfolgs­ge­schichten an.
  • Eine viel einfa­chere Tätig­keit in Berei­chen, an die Sie nie gedacht hätten.
  • Teil­ha­ber­schaft etwa als Mana­ge­­ment-buy-in.
  • Betriebs­über­nahme.
  • Fran­chi­sing.
  • Die eigene Geschäfts­idee.
  • Bera­ter­tä­tig­keiten: Durch die Entde­ckung neuer Themen erschließen sich oft auch Ansätze für Bera­tungs­tä­tig­keiten, gerade erfah­rener Menschen.
  • Lehr­tä­tig­keiten.
  • späte Promo­tionen und Profes­suren.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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16 Kommen­tare

  1. Lars Hahn 30. September 2016 at 12:46 — Reply

    Dein Beitrag deckt sich genau mit meinen Erfah­rungen. Da rächt es sich oft, dass außer die Akteure von Good-Old-Boys-Netz­­werken kaum einer vorge­sorgt hat und aktiv sein Netz­werk gepflegt hat.
    Beson­ders ältere Führungs­kräfte, die eher aus der Controlling‑, Einkauf- oder Tech­nik­ecke kommen, sind ganz erstaunt, wenn man ihnen verrät, dass man mit (echter) Kontakt­pflege erstaun­li­ches errei­chen kann.
    Viele von ihnen besitzen ja noch nicht mal ein Profil auf XING oder LinkedIn.

    Übri­gens mein Bonus-Tipp: Wenn man bei den Mitar­bei­tern wohl­ge­sonnen war, sollte man als erfah­rene Führungs­kraft auch die Kontakte zu ihnen pflegen. Da haben die meisten Chefs kein Augen­merk drauf. Dabei sind es oft die “Fans”, die einen weiter­emp­fehlen.

    • Frie­de­rike Gonzalez 30. September 2016 at 17:36 — Reply

      Vielen Dank für diesen inter­es­santen Artikel. Auch ich kann das aus meinen Beob­ach­tungen im Bekann­ten­kreis und aus Gesprä­chen auf der job40­­plus-Jobmesse bestä­tigen. So lange viele Führungs­kräfte einen Job haben, sehen sie soziale Netz­werke als Feind oder Zeit­ver­schwen­dung und wiegen sich in Sicher­heit. LinkedIn und XING werden oft gar nicht oder zu selten genutzt.
      Da gibt es hier in Deutsch­land noch viel Nach­hol­be­darf. In anderen Ländern und Kulturen hat man häufiger besser verstanden, wie wichtig das Netz­werken ist.

    • Marcel Pyszle­wicz 8. Oktober 2016 at 12:21 — Reply

      “Dabei sind es oft die “Fans”, die einen weiter­emp­fehlen.”

      - sehr guter Ansatz und in der Tat noch ganz oft unbe­rück­sich­tigt.

  2. Regine Bött­cher 1. Oktober 2016 at 5:27 — Reply

    Das deckt sich mit meinen Erfah­rungen. Wie auch Herr Hahn schreibt: Das Netz­werk besteht oft aus einem kleinen Kreis, meist Führungs­kräften derselben Ebene. Nach der Kündi­gung / der gesund­heit­li­chen Rekon­va­les­zenz braucht es Zeit zu erkennen, dass einem die nächste attrak­tive Aufgabe nicht mehr so einfach und schnell wie bisher ange­boten wird (ein Klient, Anfang 50, sagte mir vor wenigen Tagen, er habe sich noch nie bewerben müssen, er sei stets abge­worben worden). Bei meinen Klienten erlebe ich dann oft ein tiefes Erschre­cken, gepaart mit Fassungs­lo­sig­keit, Zukunfts­ängsten und Bitter­keit. Gerade hierbei sind wir als Coach ein wich­tiger Gesprächs­partner.

  3. Ralf 3. Oktober 2016 at 9:04 — Reply

    Mir war neu, das sich Führungs­er­fah­rung nicht (mehr) vermarkten lässt. Kann ich mir aber gut vorstellen, wenn ich bedenke, wie oft eine Perso­nal­ab­tei­lung den Stempel “keine gute Führungs­kraft” aufdrückt. Meine schnelle Lösung ist da nur, nicht zu weit wegzu­kommen von der Fach­lich­keit. Sich seine Hands on Menta­lität bewahren und auch mal wieder in Mikro zu gehen anstatt nur Über­blick und Makro. Auch wenn das nicht schick ist.

  4. Yani Neuge­bauer 6. Oktober 2016 at 13:38 — Reply

    Sie spre­chen mir aus der Seele. Meine Kunden 50plus haben alle diese Erfah­rungen gesam­melt. … und sich dann für den Weg in die Selb­stän­dig­keit entschlossen.
    Die meisten können jedoch nicht selber ihre pass­ge­naue und ideale Markt­ni­sche finden, in der sie genau mit ihrem Erfah­rungs­schatz und Stärken punkten können. Da ist der Blick von außen Gold wert!
    Die Inves­ti­tion in einen guten Grün­der­be­rater ist häufig das Beste, was sie tun können, da man als Selb­stän­diger vor anderen Heraus­for­de­rungen steht, als ein Ange­stellter. Und genau das kann für Personen die 50 — 55 Jahre alt sind eine große Hürde sein.
    Toller Artikel — Danke! Yani Neuge­bauer

  5. Diana 8. Oktober 2016 at 5:56 — Reply

    Guter Artikel. Danke.
    In Outpla­ce­ment Bera­tungen habe ich in der Beglei­tung von Führungs­kräften diese Erfah­rung gemacht.

    Als HR ler konnte ich jedoch einige 55plus einstellen. Dies jedoch beson­ders, weil der Markt so ausge­trocknet war .

    Ich habe selbst die Erfah­rung, dass CEO jüngere Führungs­kräfte sonst bevor­zugen.

    Es ist wie bei vielem: es steht und fällt mit der Person selbst, wenn sie die Chance hat ins Gespräch zu kommen.

    Zudem ist in der Schweiz auch das Thema Pensi­ons­kasse (3. Säule) in diesen Gesprä­chen und Entschei­dungs­runden auf beiden Seiten ein Krite­rium.

  6. Dr. Anne­fried Hahn 8. Oktober 2016 at 10:04 — Reply

    Das Schwie­rigste ist meist der eigene Wider­stand, in neue unge­wisse Rich­tungen zu gucken, den bishe­rigen Lebens­plan (weiter nach oben bzw. das level halten) loszu­lassen. Leuchtet mir sehr ein, dass Sie dies in den Fokus nehmen. Entspricht meiner Erfah­rung. Coaching kann diesen Prozess beschleu­nigen, nicht aber über­springen.

  7. Roland Knut Popp 8. Oktober 2016 at 10:26 — Reply

    Der wich­tigste Satz aus diesem Beitrag: “Als Bera­terin habe ich die Erfah­rung gemacht, dass man Erfah­rung nicht erzählen und nicht berichten kann – man muss sie machen. ”
    Dazu muss man aller­dings Unter­nehmen finden, die am “Machen” inter­es­siert sind und nicht auf bril­lant geschrie­bene Lebens­läufe und und schau­spie­le­ri­sche Selbst­dar­stel­lungen abfahren. Diese verbalen Selbst­ver­mark­tungen sind für mich keine Lösung.
    Ich bin 60 und seit 1999 selb­ständig. Meine beruf­li­chen Akti­vi­täten weisen keine Lücken auf, ich war (und bin) in vielen Bran­chen unter­wegs und habe als Berater / Coach nicht nur Probleme analy­siert und Lösungs­an­sätze aufge­zeigt, sondern war maßge­bend an der Umset­zung der Lösungen betei­ligt. Das heißt, ich habe Unter­nehmer gefunden, die in erster Linie am “Machen” inter­es­siert waren und mich auch machen ließen. Von diesen Unter­neh­mern gibt es aber nur sehr wenige, und man findet sie ausschließ­lich über eigene Netz­werke, also Empfeh­lungen. Lang­fris­tige Planung gibt es dabei nicht. Und wenn man dann mal machen darf, erfor­dert das höchsten Einsatz bis hin zur Aufgabe des Privat­le­bens. Von LEBENSQUALITÄT bleibt da nichts mehr übrig. Und irgend­wann steigt man aus (biolo­gisch oder nerv­lich)

  8. Andreas Riedel 8. Oktober 2016 at 10:29 — Reply

    Das Thema ist weiter verbreitet als ange­nommen.
    Die Haupt­ur­sa­chen dürften darin liegen, dass in der aktiven Zeit in den Unter­nehmen und Konzernen keine externen Netz­werke aufge­baut werden und auch nicht ausrei­chend der “eigene Markt­wert” betrachtet wird. Daran muss (schon aus eigener Verant­wor­tung und im eignen Inter­esse) immer gear­beitet werden. Das hat nichts mit fehlender Loya­lität zu dem aktu­ellen Unter­nehmen zu tun. Führungs­kräfte und Manager müssen immer und neutral auch ihren “Markt­wert” pflegen und aktua­li­sieren. Das gehört heute auch zu den Aufgaben von aktiven Führungs­kräften. Außerdem sollte auch immer ein Plan B vorhanden sein. Der muss auch konkret und realis­tisch sein.
    Was bedeutet das konkret?
    Regel­mä­ßige Gespräche mit Perso­nal­be­ra­tern und anderen Unter­nehmen sind wichtig. Außerdem ist ein externes, belast­bares Busi­ness Netz­werk ein wesent­li­cher Punkt. Eine perma­nente Weiter- und Fort­bil­dung, die auf den Manager und nicht nur auf die derzei­tige Firma zielt. Auch den Plan B sollte man konkret und exakt planen und vorbe­reiten. Auch dann, wenn er nie zum Einsatz kommt. Das können Enga­ge­ments an einer Hoch­schule sein, Veröf­fent­li­chungen, Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen, Spra­chen, Betei­li­gungen und Unter­stüt­zung von Start Up Unter­nehmen, Kontakte zu Interim Unter­nehmen und Nach­folge Bera­tern. Auch sollte man prüfen, ob eine Funk­tion als Unter­nehmer eine Alter­na­tive darstellen kann.
    Aber auch die Unter­nehmen sollten in diesem Punkt umdenken!
    Ein down­si­zing ist keine Schande! Bei Mana­gern und Führungs­kräften (50 plus) gelten da anderen Regeln. Die haben häufig finan­ziell eine ausrei­chende Ausstat­tung und auch eine andere Moti­va­tion als Manager, die noch in der Früh­phase stecken. Hier geht es mehr darum eine sinn­volle Aufgabe zu über­nehmen und etwas zu bewegen. Auch sind diese Manager (mit ihren Erfah­rungen und dem Wissen) ein echter Mehr­wert für Unter­nehmen. Sie sind in der Regel auch loyaler und nicht so leicht abzu­werben. Es spre­chen also viele Gründe dafür, solche Führungs­kräfte und Manager einzu­stellen.

  9. Beat 8. Oktober 2016 at 22:19 — Reply

    Respekt! Ich habe Ähnli­ches erlebt, könnte es aber nicht besser beschreiben. Die Tipps finde ich gut, auch die Ergän­zung von Lars.

  10. Matthias Eiden 11. Oktober 2016 at 9:07 — Reply

    Eine absolut zutref­fende Beschrei­bung der Situa­tion vieler meiner Kollegen, und auch meiner eigenen. Zum Glück war die Abfin­dung ausrei­chend hoch, sodass ich aus finan­zi­ellen Gründen nicht arbeiten muss.
    Mit meinem kleinen Bera­tungs­un­ter­nehmen hinge­gegen wurde ich u.a. von ehema­ligen Kollegen ausge­nutzt, auch das ist eine bittere Erfah­rung, wenn sich ehemals geschätzte Partner intensiv im Rahmen von Akquise beraten lassen, Aufträge konkret in Aussicht stellen und das vom Berater entwi­ckelte Konzept dann selbst reali­sieren.

  11. Marius 14. Oktober 2016 at 23:50 — Reply

    Vielen Dank für die realis­ti­schen Beschrei­bungen die ich absolut teilen kann. Oft kommt noch dazu, dass in den Recui­ting­ab­tei­lungen Berufs­en­steiger sitzen, die den Markt­wert erfah­renen Mitar­beiter nicht einzu­schätzen wissen.

    Eine Frage möchte ich mir aber dann doch an die Autorin erlauben. Was soll ich dann mit Ihren Bewer­bungs­tipps aus den haus­eig­nene Büchern: “Krea­tive Bewer­bung” und “Guerilla Bewer­bung” anfangen, wenn ich > 50 bin und über kein nennens­wertes Netz­werk verfüge?

  12. M! 1. Februar 2017 at 23:24 — Reply

    Toller Artikel, ein Augen­öffner. Ich bin noch unent­schlossen, ob Linked In und Xing einem objektiv nütz­lich sind oder nur die Illu­sion erzeugen.

  13. Torben 24. Februar 2017 at 19:04 — Reply

    warum reden wir nicht einfach mal Tacheles und geben zu, dass es einfach zu wenig Jobs gibt.
    unsere Regie­rung handelt unver­ant­wort­lich wenn sie sugge­riert, dass Bildung wichtig sei

    fach­kräf­te­mangel? Das kann ich nicht glauben wenn ich mir meinen Freun­des­kreis anschaue. Inge­nieure und Maschi­nen­bauer von denen nur wenige einen job haben und das bei Dienst­leis­tern zu Hunger­löhnen

  14. Stefan 12. April 2018 at 0:08 — Reply

    Sie treffen auch meine beruf­liche Vita auf den Punkt. Bis 60 immer Produk­ti­ons­leiter, in verschie­denen Bran­chen, und jetzt einfach keine Reso­nanz auf Bewer­bungen. Bevor ich ihre Tipps gelesen habe, bin ich in mich gegangen und mich umori­en­tiert. Diesen Weg und ihre Ratschläge sollten alle über 55 befolgen, wenn keine Firma mehr dich Wert schätzt.

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