„Mir hat es gefallen und Ihnen doch sicher auch“

„Mir hat es gefallen und Ihnen doch sicher auch“

„Mir hat es gefallen und Ihnen doch sicher auch. Und wenn Sie jetzt noch Fragen haben…“, schloss der Literat seine Lesung. Oh, Sugges­tiv­frage, böse Falle, dachte ich. Eine sichere Methode, das eigene Besser­werden zu verhin­dern, denn so wird er nicht heraus­finden, was opti­mierbar wäre. Und im Mittelmaß verbleiben. Da steckte er: Ganz gut, aber zum Durch­bruch wäre mehr nötig. „Ich sehe, es hat geschmeckt,“ sagt der Restau­rant­leiter mit Blick auf unsere leeren Teller und nicht so, als wäre er ernst­haft an einer Meinung inter­es­siert. Hat es, aber dass der Koch statt selbst­ge­machter Toma­ten­kruste gekauftes Toma­ten­mark auf den Wels geschmiert hat, […]

Wie viel Selbst­wirk­sam­keits­er­war­tung haben Sie?

Diese Woche wurde das Wort “betriebs­rats­ver­seucht” von der Duden-Redak­tion als “Unwort des Jahres” ausge­zeichnet. Mir begeg­nete zeit­gleich ein ähnli­ches Unwort wieder. Es ist eines der zentralen Karrie­re­be­griffe über­haupt: Die Selbst­wirk­sam­keits­er­war­tung (SWE) — für die Engländer unter uns “perceived self-effi­cacy” (englisch klingt es nicht ganz so unwortig). Es ist der wissen­schaft­liche Begriff für einen Teil dessen, was ich in meinem Karrie­re­ma­cher­buch als Karriere-IQ bezeichne. Es besagt, dass Menschen, die sehr von sich und ihren Kompe­tenzen und Möglich­keiten über­zeugt sind, leichter ihre Ziele errei­chen. Sie stecken sich auch höhere Ziele als Menschen mit nied­riger SWE, suchen die Heraus­for­de­rung und sind auch über­zeugt, diese zu bewäl­tigen. […]

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