Kate­go­rien

Aldi und Tchibo — der neue (Video-) Weg vom Perso­nal­mar­ke­ting im Web 2.0

Published On: 31. Januar 2008Cate­go­ries: Führung

Die Erkenntnis, dass das Web 2.0 nun auch im Perso­nal­be­reich ange­kommen ist, hatten wir ja schon. Zwar gibt es Neuig­keiten, aber leider nach wie vor keine Inno­va­tion.

Die Firmen Aldi (Süd) und Tchibo bieten auf ihren jewei­ligen Websites nun auch Videos an, die dem Bewerber Karrie­re­mög­lich­keiten nahe bringen sollen.

Bei Aldi geschieht das, in dem ein offen­sicht­lich profes­sio­neller Darsteller von „seiner“ Karriere bei Aldi erzählt. Die Geschichte, die dort entwi­ckelt wird, passt perfekt zur Corpo­rate Iden­tity von Aldi. Sie ist in einer Kulisse optisch profes­sio­nell umge­setzt und mit Musik unter­legt.

Auf den ersten Blick nicht über­ra­schend. Auf den zweiten Blick dann doch, denn letzt­lich handelt es sich hier um einen klas­si­schen Werbe­spot. Web 2.0. ist was anderes. Das ganze wirkt ein bißchen wie die Thea­ter­vor­stel­lungen, die zu Anfangs­zeiten des Fern­se­hens abge­filmt und ausge­strahlt wurden: man nutzte zwar das neue Medium als Über­tra­gungs­kanal, aber bediente sich nicht seiner riesigen Band­breite an Möglich­keiten.

Bei Tchibo kann der Besu­cher gleich einen ganzen, virtu­ellen Unter­neh­mens­rund­gang machen – so sagt zumin­dest die Beschrei­bung. Letzt­lich ist es so, dass der Besu­cher über eine Abspiel­kon­sole auswählen kann, welche Abtei­lung er sehen will. Nur ist es leider nicht so, dass man die Abtei­lung zu sehen bekommt. Ein Mitar­beiter erzählt jeweils etwas über seine Abtei­lung, seine Aufgaben du den Werde­gang. Und das vor einem grafisch gestal­teten Hinter­grund. Der Unter­schied zu dem Aldi­video: es wird klar, dass es sich wirk­lich um Mitar­beiter handelt — spätes­tens die Vortrags­qua­lität der Beiträge macht das deut­lich. Das ist den Mitar­bei­tern nicht vorzu­werfen, denn schließ­lich haben die wenigsten von uns Otto­nor­mal­ver­brau­chern eine Schau­spiel­aus­bil­dung. Aber einen beson­deren Charme entwi­ckelt das trotzdem nicht, denn die Texte sind zu offen­sicht­lich eingeübt, der virtu­elle Hinter­grund zerstört auch die letzte Illu­sion von Authen­ti­zität.

Beide Unter­neh­mens­vi­deos sind zwei­fels­frei profes­sio­nell gemacht. Tchibo wagt durch Präsen­ta­tion eigener Mitar­beiter zumin­dest einen kleinen Schritt in Rich­tung Web 2.0.

Ein neues, dem Web 2.0 ange­mes­senes „Format“, das im Perso­nal­mar­ke­ting verwendet werden könnte, hat jedoch noch keines der beiden Unter­nehmen gefunden. Das wird spätes­tens nach der Einla­dung zum Mittag­essen deut­lich: Zu essen gibts nichts — und das lässt sich mangels Feed­back­mög­lich­keit durch den Nutzer nicht einmal beklagen.

Sabine Korn­dörfer

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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One Comment

  1. Eva | Online-Recruiting.net 4. Februar 2008 at 11:46 — Reply

    In Frank­reich gibt es derzeit einen sehr eigen­wil­ligen Ansatz zum “Employee-gene­rated” 2.0‑Firmenvideo, die so genannten “LipDubs”. Das sind Unter­neh­mens­vi­deos, in der sich die Ange­stellten durch die Büros bewegen und eine Art Karaoke veran­stalten.
    Mir bleibt der tatsäch­liche Sinn und Nutzen dahinter jedoch verborgen. Im schlimmsten Fall ist sogar ein Image­schaden für das Unter­nehmen zu befürchten, falls das Video das Office­leben zu sehr ins Lächer­liche zieht.
    Ein paar Beispiele gibt es hier: http://www.officelipdub.com/

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