Was Gefühle wirklich sind — und wieso Ekman falsch lag
Was Gefühle wirklich sind — und wieso Ekman falsch lag
Wir suchen Worte, die zu unseren Gefühlen passen. Svenja Hofert Die BWL träumte lange vom Homo oeconomicus. Das ist ein rationaler und insofern berechenbarer Nutzenmaximierer. Aber wie kann es dann sein, dass manche Menschen an völlig irrationalen Überzeugungen festhalten? Wie kann es sein, dass sie so offensichtlich gegen ihren eigenen Vorteil handeln? Die Psychologie beschäftigt sich erst mit Gefühlen, seit dem uns die Neurowissenschaften einen neuen Zugang gegeben haben. Mit Emotionsforschung war lange kein Blumentopf zu gewinnen. So kommt es, dass wir erst in letzter Zeit mit dem Kern der Gefühle in Berührung kommen. Und so langsam verstehen, dass wir wenig […]
Lebensphasen: Vom Eintreten, Ankommen, Karrieremachen und Sinnsuchen
Ich sage immer: Das wichtigste ist ein guter Start. Die ersten Erfahrungen im Beruf sollten positiv sein. Denn ist die erste Berührung mit dem Berufsleben schwierig, führt dass dazu, dass ein Mensch sich nicht finden kann. Er kann seine Identität nicht gesund ausbilden. Das belastet auch alles, was danach kommt. Das heißt nicht, dass man nicht mal falsch liegen darf. Aber drei Jahre in einem total ungesunden Umfeld, in dem die Stärken nicht gefragt und die Persönlichkeit nicht wachsen darf, die werden sich bemerkbar machen. Konnten wir den Berufseintritt positiv erleben — oder begann das Arbeitsleben gleich mit “null Bock”? […]
Hört auf zu coachen, liebe Führungskräfte!
Wenn morgen ein Wunder geschehen wäre? Dann hätte ich einen neuen Chef! Eine Führungskraft ist kein Coach. So wie ein Mitarbeiter auch kein Coaches ist. Das liegt an der Logik des Systems, in dem Coachee und Coach interagieren. “Das Business von Business ist Business”, sagte Milton Friedman. Eine angestellte Führungskraft ist deshalb angestellt, weil sie sich durch einen Arbeitsvertrag diesem Zweck verpflichtet hat. Deshalb ist sie nie neutral, objektiv und absichtslos. Die Beziehung ist auf wechselseitige Abhängigkeit ausgerichtet. Und: Es gibt immer ein Machtgefälle — selbst wenn es unsichtbar ist und die Führungskraft das nicht wahrhaben will. Wir gehen von der Möglichkeit […]
Nichts wie weg hier: Die Flucht aus Deutschland
Als ich Anfang des Jahres das erste Mal über die Flucht aus Deutschland sprach, wunderte ich mich noch über die ungewöhnlich große Resonanz, die mein Beitrag auf allen Plattformen bekam. Ich hatte eine Replik auf eine WELT-Kolumne mit dem Titel „Wie froh ich bin, nicht mehr in Deutschland zu leben“ geschrieben. Sie war mir aufgrund der außergewöhnlichen Zahl an Kommentaren aufgefallen. Mein Newsletter No. 35 erschien dann unter dem Titel “Nichts wie weg hier” am 15.1.2023 hier. Da weilte ich gerade … auf einer südlichen Insel. Weggehen ist für immer mehr mehr als eine Option Seitdem überschlagen sich die Nachrichten […]
Die 5 Gesetze menschlicher Dummheit — und was wirklich schlau wäre
Wie kann man nur …? Falls Sie sich manchmal über Ihre Mitmenschen wundern, geben Sie es besser auf. Es ist einfach nicht zu fassen, jeder hat eine eigene Erklärung dafür, sich für dies oder jenes zu entscheiden. Und die ist vom eigenen Standpunkt aus immer logisch — und natürlich schlau. Wenn Sie schlau sind, dann werden Sie spätestens nach dem Lesen dieses Beitrags bitte Teil meiner Weiterdenken-Community. Danke. Mit dem IQ hat Dummheit nichts zu tun Doch ganz so relativ ist es nicht. Dummheit ist nicht nur eine Frage der Perspektive. Sie hat auch mit dem IQ nichts zu tun. Auch […]
Psychologie der Veränderung: 5 Schritte, die jede echte Transformation braucht
Veränderung? Bitte nicht. Viele Menschen sagen mir, sie wollten endlich ankommen. Doch ist es wirklich das große Bedürfnis, in einen Bahnhof einzufahren, der „Ende“ heißt? Wenn ich dieses Bild in die rechte Gehirnhälfte male, wird schnell bewusst, dass es das nicht sein kann. Ankommen heißt für viele „endlich ruhig und gelassen reisen“. Es ist der Wunsch nach mehr Zufriedenheit als jetzt. Doch was ist der Vater oder die Mutter dieses Gedankens? Eine gewisse Trägheit. Viele wünschen sich die Endstation “Ponyhof”. Sie möchten am liebsten irgendwo einsteigen, wie in einen Zug. Und dann nicht selbst fahren. Der Zug des Lebens soll maximalen […]
Ich-Entwicklung: Die vergessene Ebene der Persönlichkeit
Arbeiten Sie mit Menschen? Sind Sie Personaler, Berater, Pädagoge oder Führungskraft? Dann ist dieser Artikel wichtig für Sie. Er zeigt Ihnen eine Dimension der Persönlichkeit, die Sie bisher vermutlich nicht beachtet haben. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal — mindestens so wichtig wie der IQ. Die Ich-Entwicklung kennzeichnet die Fähigkeit einer Person, mit Komplexität umzugehen. Sie ist nicht angeboren, sondern erlernt. Neugierig? Dann los. Haben Sie auch schon festgestellt, dass Persönlichkeitstests wie die Big Five oft kaum etwas über den Menschen sagen? Oder beobachtet, dass manche Menschen wahre Wundertüten sind, während andere einfach nicht mehr als einen oder zwei unterschiedliche Aspekte zusammendenken können? Letzteres […]
Insecure Overachiever: Die Psychologie unsicherer Leistungsmenschen — und ihre innere Befreiung
(aktualisiert 2.8.2024) Viele Menschen in Leistungsjobs sind große Zweifler an sich selbst. Sie wirken nach außen sicher, aber sind innerlich leicht erschütterbar. Kritik von der richtigen, ihre Karriere bestimmenden Seite reicht aus, um den inneren Motor anzuzünden: Der Leistungsmensch arbeitet dann an sich, um besser zu werden. Er überarbeitet Folien, merzt Fehler aus, investiert seine Zeit. Ursprung: McKinsey Der McKinsey-Berater Matias Dalsgaard prägte für diese Menschen den Begriff „insecure overachiever“, also unsichere Überleister. Die Brandeins übersetzte das, was die Insecure Overachiever ausmacht, 2009 mit „noch wenig gefestigt“. Ihr ehemaliger Autor Wolf Lotter traf es damit gut. Mir gegenüber haben Führungskräfte ein […]
Akademiker, die eigentlich keine sind und Bachelors, die nichts taugen
(aktualisiert 2.8.2024) Jeder soll studieren. Das zumindest war lange die Forderung von Experten, die ein Studium vor dem Hintergrund der Zukunft der Arbeit als Lösung für alle betrachten. Doch je mehr Bachelor- und auch Masterabsolventen ich sehe und höre, desto mehr zweifle ich, dass ein Studium die beste Lösung für sie war. Die Akademisierung führt dazu, dass für Jobs für die früher nur eine Ausbildung nötig war, jetzt ein Master notwendig ist. Das senkt die Qualität. Und entspricht oft nicht den Stärken der Menschen. Dabei würden wir so dringend gute Handwerker brauchen. Akademiker auf dem Papier, aber nicht im Kopf […]