Persön­lich­keits­stile: Normal ist nur der Wahn­sinn

Persön­lich­keits­stile: Normal ist nur der Wahn­sinn

Was Menschen als „crazy“ wahr­nehmen, verschiebt sich gerade. Das hat mit einer zuneh­menden Aufmerk­sam­keit für neuro­di­ver­gente Stärken und Persön­lich­keits­stile zu tun. Der “Wahn­sinn” wird normaler — und das ist gut so. Denn Stärken finden sich überall: Jenseits der Norm und mitten­drin. Diagnosen sind gesell­schafts­fähig geworden. Eine Kollegin stöhnte kürz­lich, sie könne die ADHS-Welle nicht mehr hören. Nicht aus Abwer­tung, sondern aus Müdig­keit. Eine Diagnose kann entlasten, Iden­tität stiften, Zuge­hö­rig­keit erzeugen – und dennoch über­treiben wir es kollektiv. Diagnosen sind Trend­ba­ro­meter. Sie sagen mehr über gesell­schaft­liche Sorgen aus als über indi­vi­du­elle Abwei­chungen. Wir stehen vor der Frage: Was ist eigent­lich normal? […]

25. November 2025|Tags: , , , |

Future Skills 2030: Wunsch­kon­zert oder bald Realität?

Die so genannten Future Skills werden von den Medien gehypt. Doch sie sind oft weit entfernt von der Karriere- und Berufs­wirk­lich­keit. Sie spielen lieber im Wunsch­kon­zert von Bildungs­for­schern. Denn analy­ti­sches Denken, krea­tives Denken  und tech­no­lo­gi­sche Fähig­keiten sind derzeit gar nicht so gefragt. Statt­dessen legt das Hand­werk einen Siegeszug hin. Mate­rial- und Werk­zeug­kom­pe­tenz taucht aber nirgends auf. Lena arbeitet als Soft­ware­ent­wick­lerin in einem Indus­trie­un­ter­nehmen. Vor zwei Jahren galt sie als Muster­bei­spiel für eine nd MINT-Karriere. Sie hat die neuen Future Skills inha­liert, die im Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum als entschei­dend für die kommenden Jahre beschrieben werden: analy­ti­sches […]

9. Oktober 2025|Tags: , , , |

Gehirn: Warum Verän­de­rungs­kom­pe­tenz mit flexi­blem Denken und Ente oder Hase zusam­men­hängt

Emma Darwin schrieb am 21. November 1838 an Charles, kurz nach ihrer Verlo­bung: „My reason tells me that honest & consci­en­tious doubts cannot be a sin.” Sie meint damit, dass Glauben auch eine Frage der Vernunft sei. Emma haderte zeit­le­bens mit den Hypo­thesen ihres Ehemanns. Der Entwick­lung der Evolu­ti­ons­theorie wiederum zwei­felte am Glauben. Emmas Zweifel führten soweit, dass sie einen Abschnitt aus Darwins Werk strei­chen ließ, indem er seinen Zweifel kundtat. Während Darwin also flexibel dachte und seine eigenen und die Über­zeu­gungen der Welt in Frage stellte, blieb Emma mit ihrem Glauben fusio­niert. Er war Teil ihrer Iden­ität. Man könnte es auch […]

Verän­de­rung im Change: Was aus Sicht der Wissen­schaft am meisten wirkt

Im Coaching, der Team- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung geht es immer auch um Verän­de­rung von Verhalten, sei es verbunden mit Change oder Trans­for­ma­tion. Aber was zahlt über­haupt auf Verhal­tens­än­de­rung ein? Welche Inter­ven­tionen beein­flussen Verhalten – und wie wirksam sind diese? In diesem Beitrag schauen wir auf das, was aus Sicht der Wissen­schaft am meisten wirkt. Hier hilft eine aktu­elle wissen­schaft­liche Meta­na­lyse. Der Verän­de­rungs­fa­vorit der meisten Unter­nehmen ist die Wissens­ver­mitt­lung? Doch die wirkt (allein) kaum. Die Effekt­stärke könnte man auch so inter­pre­tieren: Das kann man auch gleich sein lassen. Aber halt, natür­lich ist Wisen­s­ver­mitt­lung nicht gleich Wissens­ver­mitt­lung. Meine Erfah­rung: Es ist die Kombi. Wissens­ver­mitt­lung […]

1. Juni 2025|Tags: , , , |

Vibe Shifts: Was hype ist, ist Vibe

Prognosen sind oft fehler­haft, weil Experten durch ihr Spezi­al­wissen zu stark fokus­siert sind und äußere Verän­de­rungen über­sehen. Finanz­ex­perten etwa liegen oft daneben. Fach­wissen allein reicht nicht – es kommt darauf an, was die Menschen hören wollen. So wurden Warnungen vor dem Struk­tur­wandel lange igno­riert, weil es der Gesell­schaft wirt­schaft­lich gut ging. Was ist hype — das ist Vibe Entschei­dend für Prognosen sind Vibes, also kollek­tive Stim­mungen. Sie beein­flussen, welche Infor­ma­tionen wahr­ge­nommen und welche ausge­blendet werden. Solange eine Gefahr abstrakt bleibt, wird sie nicht ernst genommen. Doch sobald sie das persön­liche Umfeld erreicht – etwa durch stei­gende Lebens­hal­tungs­kosten oder beruf­liche Unsi­cher­heiten […]

8. Februar 2025|Tags: , , , |

Psycho­logie der Verän­de­rung: 5 Schritte, die jede echte Trans­for­ma­tion braucht

Verän­de­rung? Bitte nicht. Viele Menschen sagen mir, sie wollten endlich ankommen. Doch ist es wirk­lich das große Bedürfnis, in einen Bahnhof einzu­fahren, der „Ende“ heißt? Wenn ich dieses Bild in die rechte Gehirn­hälfte male, wird schnell bewusst, dass es das nicht sein kann. Ankommen heißt für viele „endlich ruhig und gelassen reisen“. Es ist der Wunsch nach mehr Zufrie­den­heit als jetzt. Doch was ist der Vater oder die Mutter dieses Gedan­kens? Eine gewisse Träg­heit. Viele wünschen sich die Endsta­tion “Ponyhof”. Sie möchten am liebsten irgendwo einsteigen, wie in einen Zug. Und dann nicht selbst fahren. Der Zug des Lebens soll maxi­malen […]

13. April 2019|Tags: , , |

Warum wir uns Verän­de­rungen so beharr­lich verwei­gern – und wie es doch gehen kann

Wie verän­de­rungs­re­sis­tent sind Sie auf einer Skala von 0 (ich hasse Verän­de­rung) bis 10 (ich nutze jede Chance, etwas neu und anders zu machen)? Mein Onkel Franz meckerte sein ganzes Berufs­leben. Er schimpfte, wenn er aufstand und wenn er abends ins Bett ging. Und zwischen­durch: Vor dem Fern­sehen, in der Kneipe. Niemand gab ihm Kontra. Alle stellten auf Durchzug, selbst sein Chef. Franz blieb bis zur Rente beim glei­chen Betrieb. Auch sein ange­stammtes Umfeld verließ er nie. Jahr­zehnte gab es keinen Milli­meter Verän­de­rung. Verän­de­rungs­be­reit­schaft gleich 0. Ist Verän­de­rungs­re­sis­tenz ange­boren? Franz ist auf den ersten Blick eine Bestä­ti­gung dafür, dass Verän­de­rung unmög­lich […]

6. Juni 2018|Tags: , , |

Akade­miker, die eigent­lich keine sind und Bache­lors, die nichts taugen

(aktua­li­siert 2.8.2024) Jeder soll studieren. Das zumin­dest war lange die Forde­rung von Experten, die ein Studium vor dem Hinter­grund der Zukunft der Arbeit als Lösung für alle betrachten. Doch je mehr Bachelor- und auch Master­ab­sol­venten ich sehe und höre, desto mehr zweifle ich, dass ein Studium die beste Lösung für sie war. Die Akade­mi­sie­rung führt dazu, dass für Jobs für die früher nur eine Ausbil­dung nötig war, jetzt ein Master notwendig ist. Das senkt die Qualität. Und entspricht oft nicht den Stärken der Menschen. Dabei würden wir so drin­gend gute Hand­werker brau­chen. Akade­miker auf dem Papier, aber nicht im Kopf […]

Verän­dern Sie Ihr Leben! Leicht gesagt…Wie es doch gehen könnte

Im nächsten Jahr wird alles besser! Ich ändere meine Gewohn­heiten! Werde ein besserer Mensch! Zum Jahres­wechsel kommt immer wieder dasselbe Thema auf: Verän­de­rung. Doch ist Verän­de­rung über­haupt möglich? Kann der Mensch ein anderer werden, kann ICH mich ändern? Und wenn ja: Wie geht dieses Kunst­stück? Mihail Chordow­kowski kam anschei­nend unver­än­dert nach 10 Jahren aus russi­scher Haft, und ich denke nicht, dass russi­sche Gefäng­nisse Luxus­ho­tels sind. So stolz, selbst­be­wusst und eloquent wie er hinein­ge­gangen war, trat er auch wieder heraus. Die beiden Ladies von Pussy Riot scheinen alles andere als gebro­chen, obwohl auch ihnen vermut­lich nicht allzu viel Ange­nehmes passiert ist. […]

„Neues ist wie Wollen, Wandel wie Müssen“

Sind Sie auch so jemand, der viele Ideen hat und Lust an der Verän­de­rung? Prost, Mahl­zeit, vergessen Sie Konzerne wie Audi und BMW. „Groß­un­ter­nehmen stellen vornehm­lich Zwang­hafte ein, keine Aben­teurer, Unter­nehmer, Quer­denker, Erfinder, Forscher und Welt­ver­bes­serer“, lehrt uns Gunter Dueck in seinem neuem Buch „Das Neue und seine Feinde“. Mit zwang­haft bezieht sich der Mathe­ma­tiker, Buch­autor und Hobby­psy­cho­loge Dueck  — er bezeichnet Face­book-Nutzer in Vorträgen auch schon mal als depressiv —  auf Riemanns „Grund­formen der Angst“, ein Buch, das wahr­schein­lich jeder Zuhause hat, der sich für die Selt­sam­keiten des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens inter­es­siert. Wer dieses Buch kennt, weiß: Der Gegenpol des […]

Gute Gründe, auch 2013 NICHTS in Ihrem Leben zu ändern

Ach, die Jahres­wende. Alles wird besser. Alles ändert sich. Sie ändern auch alles. Von wegen. Eigent­lich haben Sie Ihren Job immer schon gehasst.  Sie müssten ihre Figur drin­gend der von Heidi Klum anpassen, Sport machen und beginnen, die ollen Blut­hoch­druck­ta­bletten regel­mäßig zu schlu­cken, denn von selbst wird das alles nix. Was Intel­li­gentes lesen wäre auch nicht schlecht. Mehr Pausen machen. Abschalten. Öfter mal nein sagen. All diese Dinge. Ihre Verän­de­rungs­wün­sche thema­ti­sieren sie rauf und runter. Auf der Kommu­ni­ka­ti­ons­ebene ist alles getan. Nur handeln müsste man. Und jetzt haben wir zwei Wochen diesen neuen Jahres hinter uns – und passiert ist wieder…. […]

Stra­te­gien gegen Angst: Die Angst zum Assis­tenten machen

Heute will ich mir mal ein Gefühl vornehmen: Angst. Was hat das mit der Zukunft der Arbeit zu tun? Menschen haben heute andere Ängste als früher. Es gibt für sie “gefühlt” wenig Sicher­heit mehr, jeder ist sein eigener Lebens­un­ter­nehmer — wie auch gestern Horst Opaschowski gestern auf der “Zukunft Personal” in seiner Review der 10 Trends zur Zukunft der Arbeit fest­stellte. Bindungen lösen sich auf, was fast auto­ma­tisch zu größerem Streben nach anderen Dingen, vor allem Geld und Status führt, aber auch, man lese Bas Kast, zu weniger Glück. Wie ist es zu erklären, dass ein Haufen Wahn­sin­niger — wie letzte Woche […]

Man müsste doch mal…

Man müsste doch mal etwas arbeiten nach zwei Jahren Rumreisen und Rumleben, sagt die 21jährige Tochter einer Berliner Freundin und legt die Beine auf den Tisch. Man müsste aufräumen, sagt der Messi-Mann und suhlt sich in Papier­bergen. Man müsste © Alex­ander Bryl­jaev — Fotolia.com aufhören, abends Rotwein zu trinken, kichert die Frau und gießt sich einen ein. Man müsste doch mal ein Buch schreiben, spricht der Trai­ner­kol­lege in gesel­liger Runde. Ein Krimi! Ich auch, ich auch, ruft jeder eins­kom­ma­fünfte und hebt das Glas. Man müsste einen Blog eröffnen, mal was GANZ anderes machen, endlich Sport treiben, sich von dem […]

An der Fach­kräf­te­angel: Wie Perso­naler im Trüben fischen

© Dron — Fotolia.com Während sich die tech­ni­sche Welt dreht und dreht, bleibt die Welt der Wert­vor­stel­lungen bei vielen im 20. Jahr­hun­dert stecken. Damals gab es Bewerber, die froh waren, über­haupt einen Job zu haben. Die nicht auf die Idee kamen, Fragen zu stellen, von eigenen Forde­rungen ganz zu schweigen. Der Arbeit­geber war wie der gest­enge Vater, der die Regeln vorgibt, dafür aber auch den fami­liären Schutz gewährt, inklu­sive Sicher­heits­ver­spre­chen. Diesen Schutz kann heute kein Arbeit­geber mehr geben, selbst wenn er wollte. Die Folge, die wir gerade sehen: Bewerber sehen sich mehr und mehr als gleich­be­rech­tigte Partner. Das Problem: Unter­nehmen können damit nicht […]

Meine Hard­ware im Gehirn ist grad inkom­pa­tibel

„Ich kann das nicht“, sagen Sie. Wirk­lich? Ich nutze hier eine Formu­lie­rung von Franz Hütter, Inhaber von Brain-HR, dessen Vortrag ich am letzten Samstag neugierig gelauscht habe: Ihre Hard­ware im Hirn ist für diese Aufgabe im Moment noch inkom­pa­tibel. Ange­nommen, Sie sollen auf die Bühne und vor 1.000 Leuten spre­chen. Wenn Sie das nicht schon öfter gemacht haben, wird Ihre Hard­ware schon bei dem Gedanken daran streiken und melden: „Ich kann das nicht.” Oder „Ich bin kein Mensch für die Bühne.“ Aber ist es ein Wunder? Sie haben das schließ­lich weder gelernt noch geübt. Das hört nicht gern, wer an […]

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