Die wollen mich nicht — Vom klugen Umgang mit doofen Absagen

Die wollen mich nicht — Vom klugen Umgang mit doofen Absagen

Der Anruf kostete sie Über­win­dung. Dann hatte sie endlich die Perso­na­lerin an der Strippe. „Was hat denn nun genau gefehlt?“ fragt Lisa. Sie habe doch alle Anfor­de­rungen mehr als erfüllt. Dass man ihr nun schrieb, dass „andere Bewerber passen­dere Quali­fi­ka­tionen“ mitbrachten, irri­tierte sie. Schließ­lich ging es im Anfor­de­rungs­ka­talog des Inse­rats um Englisch, SAP und Kennt­nisse in der Büro­or­ga­ni­sa­tion – alles kein Hexen­werk. Schweigen am anderen Ende der Leitung. „Es fehlte das i‑Tüpfelchen, das Sahne­häub­chen“, versucht sich die Perso­na­lerin raus­zu­reden. “Aber was soll das denn sein? Chine­sisch?” fragt Lisa. “Ja, sowas”, sagt die Perso­na­lerin. Und warum schreiben sie das nicht rein, […]

25. Mai 2016|Tags: , , |

Warum unser Bewer­bungs­system krank ist — und Sie Forma­lien getrost vergessen können

Anschreiben? Brauch´ ich nicht, das sagen mir immer wieder Perso­nal­be­rater. Claim, Riesen­foto, bunter Schnick­schnack: Könne man sich alles sparen. Das einzige, was inter­es­siert seien Fakten, die Antwort auf die Frage: was kann jemand? Nur Bewer­bungs­be­rater bräuchten perfekte Bewer­bungen. Darüber schrieb diese Woche Blogger-Kollege Henrik Zabo­rowski hier und nannte unser Bewer­bungs­system krank. Ist es so krank? Mit vielem hat Henrik völlig recht – einiges sehe ich aber auch anders. Vor allem würde ich dem Bewer­bungs­system teils andere — weitere und noch schlim­mere — Krank­heiten assis­tieren. Legen wir los… Krank ist, dass es immer noch keine gesetz­li­chen Vorgaben gibt Jeder kocht sein eigenes Süpp­chen. So verlangen […]

17. Januar 2015|Tags: , , |

6 Zeichen für den Wandel: Was dieses Jahr anders war

Nein, es gibt keinen flächen­de­ckenden Fach­kräf­te­mangel. Und doch, es verän­dert sich was. Was genau? 1. Keine Pause. HR arbei­tete auch Weih­nachten. Vorstel­lungs­ge­spräche am 22.12. oder 5.1.2015? Was ist das? Ich kann mich nicht erin­nern, dass es sowas jemals zuvor gab. Die Winter­pause war noch letztes Jahr gut vier Wochen lang. „Wir treffen uns in der zweiten Janu­ar­woche zum Üben des Vorstel­lungs­ge­sprächs. Reicht doch, Frau Hofert.“ Reicht gerade nicht… Ist das der “demo­gra­fi­sche” Wandel, das neue Bemühen um Fach­kräfte? 2. Schnelle Entschei­dungen waren möglich. Gut, hier gibt es bran­chen­spe­zi­fisch erheb­liche Unter­schiede. Während die einen inner­halb einer Woche alles klar machen, brau­chen […]

23. Dezember 2014|Tags: , , |

Zukunft der Bewer­bung Teil 3: Lebens­lauf per Maus­klick

Lebens­lauf per Maus­klick? Und dann auch noch „gutaus­se­hend“? Vor drei Jahren testete ich an dieser Stelle Visua­lize me. Die Soft­ware, die Daten aus LinkedIn impor­tiert, hat seitdem die Zahl der Info­gra­fiken weiter­ent­wi­ckelt. Für klas­si­sche Lebens­läufe eignet es sich aber nicht. Zu unfle­xibel die Layouts, zu schlecht die Texterken­nung. Seit Mai gibt es etwas Neues aus Deutsch­land, powered by Xing: Lebenslauf.com. Das Programm verar­beitet das Xing-Profil oder einen Word-Lebens­lauf zu einem ansehn­li­chen Doku­ment in sechs verschie­denen Basis­lay­outs und mehreren Farb­va­ri­anten. Der Lebens­lauf lässt sich auch direkt eingeben. Xing-Premium-Mitglieder können kostenlos damit arbeiten und auch die Lebens­läufe ihrer Freunde verwan­deln… obwohl das Tool wohl eher […]

3. November 2014|Tags: , , |

Was macht der denn? Rate­spiel Bewer­bungs­fotos und was sie asso­zi­ieren

Was macht…? Fotos kurbeln unsere Asso­zia­tionen an. Wir sehen etwas und denken, der Mensch wäre so. Bekleidet eine hohe Posi­tion. Arbeitet in jener Branche. Oder… Das macht Bewer­bungs­fotos so inter­es­sant — und auch gefähr­lich. Wenn Sie nämlich Fotos in Ihren Unter­lagen versenden, die falsche Asso­zia­tionen auslösen. Machen wir einfach einmal einen kleinen Test. Sehen Sie sich die unten­ste­henden Fotos an. Was könnte die Person machen? Wofür steht sie? Und in welches Umfeld passen sie? Ich habe die Fotos mit Buch­staben durch­num­me­riert. Bedenken Sie dabei: Frauen und Männer unter­scheiden sich in der Wahr­neh­mung oft. Während ich (als Frau) Typ A sehr sympa­thisch finde, stößt er […]

24. September 2014|Tags: , , |

Jäger­la­tein: 9 Irrtümer über Head­hunter

 „Wie, die suchen gar nicht?“ Die meisten Bewerber sind erstaunt, wenn sie hören, dass Perso­nal­be­rater, aka Head­hunter, nicht sofort loslaufen und Stellen suchen, wenn sich ein inter­es­santer Bewerber bei Ihnen meldet. In diesem Beitrag will ich mit den typi­schen Irrtü­mern aufräumen, die über Head­hunter kursieren. 1. „Die suchen für mich“ Schön wäre es. Man geht zu einem Head­hunter, gibt ihm einen Jobauf­trag und schon macht er sich voller Energie und Begeis­te­rung auf die Suche. So ist das leider nicht. Im Grunde sind Head­hunter wie Immo­bi­li­en­makler: Meis­tens wird nur vermit­telt, wenn ein Haus (Job) da ist. Nur wenige Head­hunter agieren ohne […]

Top-5-Tipps für beein­dru­ckende Erfolgs­ori­en­tie­rung im Lebens­lauf

Gehören Sie zu den belieb­testen 10%-Führungskräfte in Ihrem Unter­nehmen? Haben Sie neue Märkte für ein altes Produkt erobert? Recht und Ordnung in eine regel­lose Vertriebs­or­ga­ni­sa­tion gebracht? Einen maroden Fußball­verein finan­ziell saniert? Glück­wunsch, wenn Ihnen nach diesen Beispielen etwas in dieser Art einfällt, dann waren Sie erfolg­reich. Selbst, wenn der Fußball­verein nicht erste Liga spielt. MS Office Heute möchte ich Ihnen die Erfolgs­ori­en­tie­rung im CV nahe­bringen. Womit Sie den lieben langen Tag verbracht haben? Das reißt niemand vom Hocker. Begeis­tern Sie durch Erfolge. Wirk­lich inter­es­sant ist nicht WAS, sondern was Sie erfolg­reich gemacth haben. Das nennt man track record. […]

Riesige Fotos und ganz viel Ich: Von der Ego- zur Wir-Bewer­­bung

Manchmal sehe ich riesige Fotos auf Deck­blät­tern, aufs Feinste retu­schiert. Oder Websites, auf denen einem die Betreiber gera­dezu entge­gen­springen. Da schiebt sich eine Person visuell und auch sonst in den Vorder­grund. Insze­niert sich, als wäre er/sie ein Star!  Will ich so jemand für die Buch­hal­tung? Als Redak­teur? Im Vertrieb?   MS Office Nun lese ich gerade Adam Grants „Geben und Nehmen“ und da dreht sich ein Kapitel genau um diese Dinge, aller­dings nicht mit dem Fokus Bewer­bung, sondern auf die Darstel­lung in Netz­werken und Geschäfts­be­richten. Das Prinzip mag ähnlich sein. Grant schreibt, dass es Studien gäbe, die belegen, […]

Kogni­ti­ons­psy­cho­logie: 7 Tricks für eine moderne und effi­zi­ente Bewer­bung

Entscheider beschäf­tigen sich nur kurz mit einem Lebens­lauf.  Eine Minute viel­leicht, wenn es hoch­kommt zwei… Sie lesen nicht sukzes­sive von vorne nach hinten und nicht jedes Wort. Was behält der Perso­naler von Ihrer Bewer­bung, wenn er sie ablegt? Nicht viel, machen Sie sich da keine Hoff­nungen. Und oft haften Dinge wie Kleb­stoff im Gehirn, die Sie gar nicht auf dem Plan hatten: „Wirrer Aufbau“, „oh gott wie komplex“ oder „Layout wie auf der Beer­di­gung“. Wie Sie mit Hilfe des Wissens aus der Kogni­ti­ons­psy­cho­logie Ihre Bewer­bung wirk­samer in den Köpfen veran­kern – und wahr­schein­li­cher einge­laden werden lesen Sie hier. Dabei geht es […]

9. April 2014|Tags: , , , , , |

Diver­­­sity-Kosmetik: Das falsche Spiel mancher Arbeit­geber

In Diver­sity-Work­shops kursiert diese Geschichte: Der Elefant ist eine begehrte Fach­kraft. Die Giraffe, ein ausge­zeich­neter Arbeit­geber, möchte künftig enger mit ihm zusam­men­ar­beiten. Nun passt der Elefant nicht in das preis­ge­krönte Giraf­fen­haus – er ist zu dick. Der Elefant soll abnehmen, sagt die Giraffe, oder ins Fitnesstudio gehen. Da sagt der Elefant „du kannst mich“ und geht zu den Elefanten, wo er groß Karriere macht. Gut, das Ende habe ich erfunden. Arbeit­geber sollten Umge­bungen für Menschen schaffen, die für sie passen. Arbeit­geber sollen nach Quali­fi­ka­tion entscheiden und nicht nach Aussehen und Herkunft. Und erst recht soll die Rasse keine Rolle spielen. Oder gar das […]

Absagen mit Stil und ohne: „Bitte bewerben Sie sich nie mehr bei uns”

Wenn Bewerber sich auf einen Job freuen, auf den sie zu 100% zu passen scheinen, ist es nicht schön, im Post­fach eine Absage vorzu­finden. Vor allem, wenn diese eine lieb­lose Mail an die „sehr geehrten Bewerber/sehr geehrte Bewer­be­rinnen“ ist, die – vermut­lich oder manchmal sichtbar durch offenes CC: — gleich­zeitig an 100 andere Personen gegangen ist. „Wir haben uns für einen Kandi­daten entschieden, der mit seinen Quali­fi­ka­tionen besser zu unseren Anfor­de­rungen passte.“ Besser? Unsere Kunden leiten immer mal wieder Absagen an uns weiter mit dem Verweis „für Ihren Blog“ oder „für Ihre Samm­lung“. Meis­tens sind die Absagen-Texte haar­sträu­bend. Und ich könnte […]

7. Februar 2014|Tags: , , , , |

Perso­nal­aus­wahl gewür­felt: 4 leider übliche Methoden, Bewerber zu sortieren

Mich haut eigent­lich nichts um. Dieser Kommentar auf einen Beitrag bei Spiegel Online über “Lebens­lauf-Pimping”, hat es aber dann aber doch geschafft. Da beschrieb ein Mitar­beiter, wie sein Chef — Bereichs­leiter — die Perso­nal­aus­wahl betreibt. Er wirft Mappen auf den Boden. Die Mappen, aus denen etwas raus­fällt, sind die Looser-Bewer­bungen, die sofort eine Absage bekommen. Die weiteren Schritte hören sich auch nicht viel profes­sio­neller an. Wie der besagte Bereichs­leiter sein System auf die Online-Bewer­bung über­tragen will? Gute Frage: Viel­leicht mit der Spam­fil­ter­me­thode. Wer es unge­fil­tert durch schafft, kommt in die nächste Runde! Ein Scherz? Keines­wegs. Ich erin­nere mich an die […]

18. Dezember 2013|Tags: , , , |

Kolumne: Lieber eine 60jährige als eine mit 25!

„Eine 25jährige nehme ich nicht mehr“, sagt der Geschäfts­führer. „Lieber eine mit 55, auf die kann man sich  verlassen.“ Das ist ein Origi­nal­zitat. Gehört von einer meiner Klien­tinnen in einem Vorstel­lungs­ge­spräch. Von einem Unter­nehmen, das seit einem Jahr immer wieder versucht, jemand Zuver­läs­sigen, Loyalen zu finden –  vergeb­lich. „Die eine war sofort krank, die nächste schwanger.…und eine wollte Donners­tags­vor­mit­tags immer zum Wochen­markt und dafür frei haben.“ Ich habe einige „junge“ Mitar­beit­er­in­neren auspro­biert.  Deren Vorteil: Tech­nisch teils absolut up-to-date. Eine junge Lehr­amts­an­wär­terin mit Webde­si­gner-Freund hat mir meinen dama­ligen Shop aufpo­liert und so den Umsatz zeit­weise verdop­pelt. Sie hatte Riesen­spaß, ich einen […]

13. September 2013|Tags: , , , , |

Hasen­füss­lein und Zucker­schnute: Gefähr­liche Spuren in Internet und Bewer­bung

Hasen­füss­lein gibt es wirk­lich. Der Real­name lässt sich googeln und steht direkt in Klam­mern hinter der Mail­adresse. Ich hab den Namen jetzt geän­dert, um die entspre­chende Person zu schützen. Auch andere dubiose Adressen sind keines­wegs frei erfunden, auch wenn ich sie hier nur (re-) konstru­iere. Peggy906892@gmx.de: Ein Schelm, wer dabei an weib­liche Model­maße denkt. Oder Zucker­schnute Bea12345@web.de?  Sehr beliebt bei Frauen, schrieb Ulrike Scheld bei Face­book. Meist verbergen sich hinter Adressen dieser Art normale Ahnungs­lose, die die Adresse entweder einfach zuge­teilt bekamen (weil es halt schon 300 andere Peggys gab) oder ganz normale Gedan­ken­lose, die die Nummer mit der Nummer […]

Warum Bewer­bungen auch zu schön sein können

Stellen Sie sich vor, Sie müssten 30 Bewer­bungen sichten. Sie haben nicht viel Zeit, 30–60 Sekunden. Sie scannen die Unter­lagen, hier und da bleiben Sie hängen. Da ist jemand, der schreibt sehr lebendig, dyna­misch, blumig und selbst­be­wusst. Er strahlt Energie aus, ein echter Kunden­fänger, so scheint es. Das Foto und das schicke Layout unter­strei­chen das Dyna­mi­sche. Wow, denken Sie, den brau­chen wir. Die perfekte Bewer­bung. Sie ist wie ein Pfau­en­schwanz: Schön, bunt und breit aufge­fä­chert. Nun kommt der Mann und ist still, zurück­hal­tend, sach­lich, distan­ziert und konser­vativ. Seine Rede ist normal. Sie sind enttäuscht. Zu Recht. Nun heißt das nicht, dass […]

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