Perso­nal­aus­wahl: Bitte analy­siert nicht nur Bewerber, auch Arbeit­geber gehören durch­leuchtet

Perso­nal­aus­wahl: Bitte analy­siert nicht nur Bewerber, auch Arbeit­geber gehören durch­leuchtet

Experten unter­laufen ständig Fehl­ein­schät­zungen. Sie diskri­mi­nieren, ohne es zu wollen, bemerken ihre eigenen Selbst­be­stä­ti­gungen nicht, verkennen wahre Talente. Kein Wunder, dass jetzt Algo­rithmen die Perso­nal­ab­tei­lungen aufmi­schen. Diese Woche habe ich ein Inter­view mit der Harvard-Profes­sorin Iris Bohnet auf stern.de geteilt. Die Head­line „Bewer­bungs­ge­spräche wird es in 10 Jahren nicht mehr geben“ pola­ri­sierte stärker als viele andere Artikel. Warum das Thema so emotional ist – und was von der These zu halten ist… Erst einmal: Richtig, unser Bauch­ge­fühl trügt… Und zwar auch die Bewerber, nicht nur die Arbeit­geber. Das muss einmal so deut­lich gesagt werden. Ich erlebe es sehr häufig, dass […]

Vorstellungsgespräch/Personalauswahl 4.0: Wie Sie die Denk- und Hand­lungs­logik Ihrer Bewerber entlarven

Wie denken Ihre Bewerber? Was leitet sie? Nach welchen Logiken urteilen und handeln sie? Wie betrachtet jemand Karriere? Was ist für ihn Team­füh­rung? Oder Führung gene­rell? Alle diese Fragen sind rele­vant für Recrui­tung und Auswahl von Führungs­kräften, die heute ganz andere Aufgaben wahr­nehmen sollen als früher. Sie sollen zum Beispiel Mitar­beiter befä­higen, sich selbst zu orga­ni­sieren oder kreativ zu sein. Doch wie erkennen Unter­nehmen, mit dem sie es zu tun haben? Tests sind dazu nur sehr begrenzt in der Lage. Sprache ist aussa­ge­kräf­tiger. Ich würde sogar behaupten, wer entspre­chend geschult ist, kann darin viel mehr erkennen. Sprache spie­gelt Denken — […]

Ehrliche Joban­zeigen: Wie sich die Zahl passender Bewerber ganz einfach erhöhen ließe

„Sie werden 90 Prozent Ihrer Zeit hoch­kon­zen­triert mit Excel arbeiten, weshalb eine Leiden­schaft für dieses Tool sowie ein Blick für kleinste Details essen­tiell sind. Sie haben so gut wie keinen Kontakt mit Kollegen. Ihr Vorge­setzter sitzt in Singapur. Diese Einstiegs­po­si­tion wollen wir mit 45.000 EUR vergüten.“ Haben Sie so etwas schon gelesen? Ich nicht. Aber es gibt solche Stellen. Nur, dass man sie erst erkennt, wenn man schon längst im Job arbeitet und sich wundert, wo denn hier  jene Team­fä­hig­keit und jener Unter­neh­mer­geist erfor­der­lich ist, die die Stel­len­an­zeige forderten. Eine Kundin arbei­tete mit einem anderen Kollegen in einem abgeschlossenen,verglasten Raum, das sie […]

Gefähr­li­cher Persön­lich­keits­scan: Recrui­ting mit Face­­book-Tool „You are what you like“ (Selbst­ver­such)

Da jubeln Perso­nal­erherzen: In zwei Minuten soll sich über einen Maus­klick mehr über einen Bewerber heraus­be­kommen lassen als in einem aufwän­digen Vorstel­lungs­ge­spräch!  Alles, was man als Perso­naler dafür, braucht ist die Geneh­mi­gung auf nicht öffent­liche Daten zuzu­greifen. Als Bewerber kann man sich, viel­mehr seine Face­book-Seite, jeder­zeit selbst scannen lassen. Sodann analy­siert das Tool die eigene Face­book­seite und ein Algo­rithmus teilt das Like-Verhalten in die Big-Five-Kate­go­rien Offen­heit, Gewis­sen­haf­tig­keit, Verträg­lich­keit, Extra­ver­sion und Neuro­ti­zismus. Das Ganze hat durch zwei Forscher der Univer­sity of Cambridge, die das Programm entwi­ckelt haben, einen pseudo-wissen­schaft­li­chen Anspruch. Die Big Five zur Eignungs­dia­gnostik heran­zu­ziehen, ist nichts Neues. In Deutsch­land […]

Falsch negativ: Der Fehler zweiter Art bei der Bewer­ber­aus­wahl

Fehler im Recrui­ting können teuer werden… Manche Recruiter und Talent­su­cher dürften sich im Nach­hinein ärgern. Spätes­tens wenn der Vorstand sie zitiert und zusam­men­faltet: Wie konnte dir ESEL dieser SUPERSTAR entgehen? So ein Esel heißt Alex­ander Sinclair und sein Absa­ge­schreiben kursiert im Internet. Sinclair schickte, so die Sache kein Fake ist, Bono von U2 im Mai 1978 eine Absage. Die klingt so wie auch heute noch Absagen klingen: „Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Karrie­reweg.“ Es muss um 1997, 1998 gewesen sein, als mir ein großer Elek­tronik­kon­zern absagte. Haben die jetzt was verpasst? Oder war es ein Glück […]

Perso­nal­aus­wahl gewür­felt: 4 leider übliche Methoden, Bewerber zu sortieren

Mich haut eigent­lich nichts um. Dieser Kommentar auf einen Beitrag bei Spiegel Online über “Lebens­lauf-Pimping”, hat es aber dann aber doch geschafft. Da beschrieb ein Mitar­beiter, wie sein Chef — Bereichs­leiter — die Perso­nal­aus­wahl betreibt. Er wirft Mappen auf den Boden. Die Mappen, aus denen etwas raus­fällt, sind die Looser-Bewer­bungen, die sofort eine Absage bekommen. Die weiteren Schritte hören sich auch nicht viel profes­sio­neller an. Wie der besagte Bereichs­leiter sein System auf die Online-Bewer­bung über­tragen will? Gute Frage: Viel­leicht mit der Spam­fil­ter­me­thode. Wer es unge­fil­tert durch schafft, kommt in die nächste Runde! Ein Scherz? Keines­wegs. Ich erin­nere mich an die […]

18. Dezember 2013|Tags: , , , |

Null Daten­schutz, falsche Verspre­chen: Liebe Perso­naler, so geht´s nicht

Diesen offenen Blog muss ich einfach mal schreiben. Weil mir wirk­lich so oft Unfass­bares berichtet wird über die Perso­nal­aus­wahl und den Recrui­tin­g­pro­zess. Vielen meiner Kunden wider­fahren Dinge, die weit über den Anek­do­ten­status hinaus­gehen. Ich nehme hier explizit die Profis aus. Bewerber können diese gut unter­scheiden  von den anderen. „Das war ein Super-Perso­naler“  auch solche State­ments gibt es. Es über­wiegen indes bad news. Etwa zum Daten­schutz. Wollen Sie nicht auch, dass mit Ihren sensi­blen Daten sorg­fältig umge­gangen wird? Kürz­lich bekam eine Kundin eine E‑Mail-Bewer­bung als zerknülltes Papier­do­ku­ment zurück – leider stammte die Bewer­bung gar nicht von ihr, sondern von einer Namens­vet­terin. […]

An der Fach­kräf­te­angel: Wie Perso­naler im Trüben fischen

© Dron — Fotolia.com Während sich die tech­ni­sche Welt dreht und dreht, bleibt die Welt der Wert­vor­stel­lungen bei vielen im 20. Jahr­hun­dert stecken. Damals gab es Bewerber, die froh waren, über­haupt einen Job zu haben. Die nicht auf die Idee kamen, Fragen zu stellen, von eigenen Forde­rungen ganz zu schweigen. Der Arbeit­geber war wie der gest­enge Vater, der die Regeln vorgibt, dafür aber auch den fami­liären Schutz gewährt, inklu­sive Sicher­heits­ver­spre­chen. Diesen Schutz kann heute kein Arbeit­geber mehr geben, selbst wenn er wollte. Die Folge, die wir gerade sehen: Bewerber sehen sich mehr und mehr als gleich­be­rech­tigte Partner. Das Problem: Unter­nehmen können damit nicht […]

Wie erkennt man GELBE Unter­nehmen?

Diese Frage einer Kommen­ta­torin meines Beitrags über Spiral Dyna­mics möchte ich hier ein wenig ausführ­li­cher aufgreifen. Gelbe Unter­nehmen sind jene, die dem Motto folgen  „so viel zu lernen und zu entde­cken in kurzer Zeit“. Ihr Streben ist es, zu inte­grieren, Kompe­tenz ist ein wich­tiger Wert. Gelbe Unter­nehmen geben Indi­vi­dua­listen einen Lebens­raum, in dem sie ihrer intrin­si­schen Moti­va­tion nach­gehen können, bisweilen beseelt vom nächsten Schritt, dem Aufstieg in die türkise Spirale, in der globaler Gemein­schafts­sinn dem Indi­vi­dua­lismus weicht. Gelbe Unter­nehmen inte­grieren alle Stufen des ersten Rangs. Sie… erfreuen sich an Arbeit, die ihrer Natur gemäß ist: Team­ar­beit, wenn sinn­voll und Regeln, wenn […]

Job-Trend: Personal auf Vorrat

Es gibt sie natür­lich noch, die strengen Lücken­su­cher und gnaden­losen Aussor­tierer. „Was haben Sie in den drei Monaten von…bis gemacht?“ fragen sie im Vorstel­lungs­ge­spräch, der Blick ein einziger Vorwurf. Das Poker­face ein Spiegel puren Miss­trauens, der Mund verzogen, bereit, jede auch noch so gut durch­dachte Antwort wie Baum­wolle zu zerpflü­cken.  „Warum? Weshalb? Wieso?“ stellen sie den Bewerber verbal an die Wand. Dieser fühlt sich wie ein Straf­ge­fan­gener, der vorge­führt und von einer Über­macht an Befra­gern gelö­chert wird. Der krönende Abschluss solcher Auftritte: „Sie sind zu teuer!“ Zu viel Erfah­rung, ein böses Verbre­chen. Aber Alltag trotz Bildungs­boom. Zu viel […]

Jeder Mensch ist indi­vi­duell – und jede Stelle ist es auch

Der Big5 ist der welt­weit bekann­teste und am meisten verbrei­tete berufs­be­zo­gene Test. Viele Firmen arbeiten damit, teil­weise in Vari­anten. Er fragt etwa auch die Intro- und Extro­ver­sion an. Ich führte mit Heiko Hoep­pener, Geschäfts­führer der PI Company ein sehr persön­li­ches und offenes Gespräch über den Big5, den Sinn von Tests und mensch­liche Prägungen. Hofert: Warum werden Persön­lich­keits- und Poten­zi­al­ana­lysen in Deutsch­land so wenig einge­setzt? Es ist doch nach­weis­lich so, dass diese eine erheb­liche Aussa­ge­kraft für den Erfolg haben? Hoep­pener: Das ist in Deutsch­land leider ganz anders als im angel­säch­si­schen Raum. Während in Deutsch­land maximal in 20% der Fälle ein Test […]

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