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Veränderung im Change: Was aus Sicht der Wissenschaft am meisten wirkt

Im Coaching, der Team- und Organisationsentwicklung geht es immer auch um Veränderung von Verhalten, sei es verbunden mit Change oder Transformation. Aber was zahlt überhaupt auf Verhaltensänderung ein? Welche Interventionen beeinflussen Verhalten – und wie wirksam sind diese? In diesem Beitrag schauen wir auf das, was aus Sicht der Wissenschaft am meisten wirkt. Hier hilft eine aktuelle wissenschaftliche Metanalyse.

Die Grafik basiert auf einer Metaanalyse von Albarracín, Fayaz-Farkhad und Granados Samayoa (2024). Diese liefert eine strukturierte Übersicht über individuelle und strukturelle Determinanten menschlichen Verhaltens sowie deren relative Effektstärken. Die Forscher analysierten hunderte Studien und kategorisierten Interventionstypen nach ihrer durchschnittlichen Wirksamkeit. Die Grafik zeigt eine Rangfolge der Effektstärken (1 = geringste, 8 = höchste Wirksamkeit) sowohl bei individuellen als auch bei sozial-strukturellen Interventionen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Effektstärken maximal mittel sind. Das bedeutet, auch das Verändern von Gewohnheiten (Individuum) oder die Zugangserleichterung (Struktur) wirkt über alle Studien betrachtet nur mittel.
“Zugangserleichterung” bezeichnet im Kontext der Verhaltensänderung alle Maßnahmen, die es Menschen leichter machen, ein gewünschtes Verhalten tatsächlich auszuführen. Es geht darum, Hürden zu senken und praktische Barrieren zu beseitigen. Im Bereich der Arbeitswelt sind das etwa: Klare Anleitungen, vereinfachte Prozesse, intuitive Software.
Deskriptive Normen beschreiben, was Menschen tatsächlich tun – also welches Verhalten in einer bestimmten Gruppe, Situation oder Kultur üblich oder typisch ist. Die anderen Punkte sollten verständlich sein.
Was auf der individuellen Ebene beeinflusst
Die Autoren analysieren Interventionen, die auf individuelle Faktoren abzielen, in einer Reihenfolge zunehmender Wirksamkeit. Die höchsten Effektstärken wurden bei Interventionen gefunden, die auf Gewohnheiten und verhaltensbezogene Einstellungen abzielen. Interventionen, die sich lediglich auf Wissen oder allgemeine Einstellungen konzentrieren, zeigten die geringste Wirkung auf tatsächliche Verhaltensänderungen.
Was auf der sozialen Dimension beeinflusst (Team, Gruppe)
Für Interventionen auf der sozialen und strukturellen Ebene ergibt sich folgende Wirksamkeitsreihenfolge:
- Rechtliche und administrative Sanktionen
- Programme zur Steigerung institutioneller Vertrauenswürdigkeit
- Interventionen zur Veränderung injunktiver Normen
- Überwachung und Erinnerungen
- Interventionen zu deskriptiven Normen
- Materielle Anreize
- Soziale Unterstützung
- Politiken zur Verbesserung des Zugangs zu bestimmten Verhaltensweisen
Am wirksamsten erwiesen sich Maßnahmen, die den Zugang zu erwünschtem Verhalten erleichtern sowie solche, die soziale Unterstützung ermöglichen. Weniger effektiv waren hingegen Sanktionen und Maßnahmen zur Vertrauensbildung in Institutionen.
Albarracín, D., Fayaz-Farkhad, B., & Granados Samayoa, J. A. (2024). Determinants of behaviour and their efficacy as targets of behavioural change interventions. Nature Reviews Psychology, 3(6), 377–392.
Die ganze Studie findet sich auf Nature.com.
Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewigkeit. Ich coache bei Veränderung, spreche über das, was Veränderung mit uns macht und berate an Weggabelungen. Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfolgreich gegründet, aktuell meine Akademie der Veränderung.
Weiterdenken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktueller, etwas pointierter, etwas tiefsinniger und pragmatisch vorausschauend.
Vielleicht kennen wir uns…
… aus dem Bücherregal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.
Als Kolumnistin schrieb ich DER SPIEGEL oder WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psychologen-Fachblatt „Wirtschaftspsychologie aktuell“ eine regelmäßige Kolumne. Man findet meine Interviews zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.
Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonntagskolumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abonnenten gehöre ich zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren auf dieser Plattform.
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Manchmal reicht es nicht, nur an Gewohnheiten zu arbeiten, der Zugang zu neuen Verhaltensweisen ist oft das viel größere Hindernis. Gerade in technischen Umgebungen, wie bei der Einführung neuer Hochdrucklösungen, habe ich erlebt, wie entscheidend einfache, klar verständliche Strukturen sind, damit Veränderung überhaupt möglich wird.
Wenn Prozesse intuitiv bedienbar sind und sich an reale Arbeitsbedingungen anpassen, geht der Wandel fast wie von selbst.