Was treibt dich an? Motive als zentrale Verän­de­rungs­treiber

Was treibt dich an? Motive als zentrale Verän­de­rungs­treiber

Was treibt dich? Diese Frage wirkt simpel, ist aber diagnos­tisch anspruchs­voll. Viele Menschen beant­worten sie aus ihrer Selbst­be­schrei­bung heraus — und liegen falsch. Sie unter­schätzen oder über­schätzen ihre Motive. Deshalb die präzi­sere Gegen­frage: Bist du sicher? Motive gehören zu den robus­testen Erklä­rungs­an­sätzen für Verhalten. Sie sind stabiler als Stim­mungen, grund­le­gender als Einstel­lungen und oft wirk­samer als Kompe­tenzen, wenn es darum geht zu verstehen, warum jemand etwas tut oder eben nicht. Wer Motive versteht, versteht Entschei­dungs­muster, Ener­gie­ver­läufe und typi­sche Über­las­tungs­punkte. Motive bilden unseren Antrieb. Sie sagen, ob wir all unsere Talente und Stärken nutzen — und wie. Motive sind Treiber, nicht […]

1. April 2026|

Warum Coaching in jeder Entwick­lungs­phase anders aussieht

Coaching ist nicht gleich Coaching. Das klingt banal, entfaltet jedoch weit­rei­chende Konse­quenzen für Ausbil­dung und Praxis. Denn es bedeutet beispiels­weise, dass es jenseits allge­meiner Quali­täts­stan­dards keine einheit­li­chen Stan­dards für Vorge­hens­weisen geben kann. In diesem Beitrag erkläre ich, warum das so ist und welche Konse­quenzen sich daraus für Coaches und die Coaching­branche ergeben. Die Folgen sind aus meiner Sicht weit­rei­chend, auch für Verbände und Ausbilder. Meine Haupt­these lautet: Unter­schied­liche Coachin­gan­sätze passen zu unter­schied­li­chen Entwick­lungs­phasen von Menschen. Während frühes Coaching oft darauf abzielt, Hand­lungs­fä­hig­keit und Orien­tie­rung zu stabi­li­sieren, geht es in späteren Phasen zuneh­mend um Kontex­tua­li­sie­rung, Inte­gra­tion und Sinn­fragen. Der Grund dafür […]

11. Februar 2026|

7 Coaching­fallen in Unter­nehmen: Busi­­ness-Käse

Coaching wird mit sehr viel Sehn­sucht und Hoff­nung aufge­laden: auf Sinn, ein besseres Leben. Dieser Trend schwappt in die Unter­nehmen. Fast wie ein Schweizer Taschen­messer soll Coaching alles heilen.  Coaching wird dann zum Projek­ti­ons­raum. Über die Fallen der Bühnen­stars und Guru-Coaches habe ich schon oft gespro­chen. Doch die Coaching­fallen wirken nicht mehr nur privat, sondern zuneh­mend auch in Unter­nehmen. Sieben Coaching­fallen im Busi­ness, vor denen sich Unter­nehmen schützen sollten. Coaching­falle 1: Die totale Begriffs­ver­wäs­se­rung Coaching ist plötz­lich alles: Spar­ring, Busi­ness Mento­ring, Feed­back­ge­spräch, Work­shop, Konflikt­mo­de­ra­tion, Persön­lich­keits­se­minar. Der Begriff hatte nie eine scharfe Kontur, doch früher gab es im wesent­li­chen Busi­ness Coaching, […]

31. Januar 2026|

Tests im Coaching: Vorsicht, Farbe!

Alles so schön bunt hier! Tests gehören längst zum Stan­dard im Karriere- und Busi­ness­coa­ching. Sie geben Struktur, schaffen eine gemein­same Sprache für Unter­schiede. Doch leider vermit­teln sie oft eine trüge­ri­sche Objek­ti­vität. Nur ein Bruch­teil der Verfahren erfüllt die wissen­schaft­li­chen Stan­dards der Psycho­logie. Genau diese Tools sind in der Praxis jedoch häufig weniger populär — ganz anders als die “Bunten”. Schauen wir uns typi­schen Fall­bei­spiele an. Prak­ti­sche Empfeh­lungen rund um Tests für Coaches Den Test einordnen Ein Coach sollte in der Lage sein, das von ihm selbst einge­setzte Instru­ment kritisch einzu­ordnen. Dazu gehört es, die psycho­me­tri­sche Qualität zu verstehen. Es kann […]

16. September 2025|

Coaching­falle: Das innere Kind muss nicht Heimat finden

Alle spre­chen vom „inneren Kind“. Es ist nicht nur im Coaching überall dabei. Aber ist es wirk­lich immer sinn­voll, mit diesem Ansatz zu arbeiten? Nein, denn es kann auch eine Coaching­falle sein. Vor allem dann, wenn Coachs psycho­lo­gi­sche Grund­lagen nicht bekannt sind. Nehmen wir zum Beispiel Täter-Intro­jekte, die auf keinen Fall Heimat finden sollten. Es geht also nicht um Inte­gra­tion um jeden Preis. Aber was ist das „innere Kind“? Die Idee des “inneren Kindes“ geht zurück auf einen Ansatz des Theo­logen John Brad­shaw. Es ist kein wissen­schaft­li­ches Konzept, sondern eine Meta­pher für Dyna­miken, die in uns wirken. Auch psycho­the­ra­peu­ti­sche Schulen […]

31. Juli 2025|

Coaching-Mythen 2: Vom Verstehen-Wollen, Verwir­rung und falschen Zielen

Die Coaching- und Change-Expertin Svenja Hofert enttarnt Coaching-Mythen. Sie geht dabei den Glau­bens­sätzen von Coaches auf den Grund. Dies ist die zweite Folge. Die erste Folge mit den Mythen 1–3 finden Sie hier. Coaching-Mythen (6): Man muss alles verstehen. Um Himmels willen nein. Coaches oder Menschen, die Coaching­tech­niken anwenden, arti­ku­lieren oft das Bedürfnis, alles verstehen zu wollen. Das zeigt sich auf zwei Ebenen: Zum einen das Bedürfnis nach einem analy­ti­schen Verständnis des „Problems“, „Ziels“ oder der Fall­schil­de­rung. Zum anderen das Streben nach einem emotio­nalen Nach­emp­finden des Geschil­derten. Dieses Verlangen führt oft zu einem inves­ti­ga­tiven Befragen, schon während der Auftrags­klä­rung. Doch […]

2. Dezember 2024|

𝐋𝐢𝐟𝐞 𝐂𝐨𝐚𝐜𝐡𝐬, “𝐝𝐢𝐞 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧 𝐫𝐞𝐭𝐭𝐞𝐧”. Eine Branche am Abgrund.

In letzter Zeit nehmen die unge­wollten Begeg­nungen mit Life Coaching erschre­ckend zu. Waren es vor einigen Jahren noch verein­zelte Groß­ver­an­stal­tungen einer Hand­voll Star-Coaches, findet man die Prediger der Heils- und Sinn­ver­spre­chen jetzt überall in Social Media. Sie ziehen mit ihren mani­pu­la­tiven Groß­ver­an­stal­tungen und raffi­nierten Geschäfts­mo­dellen den Begriff “Coaching” in den Abgrund ziehen. Ein Posting zu dem Thema bei Linkedin erreichte bis jetzt 500 Likes und fast 30.000 Aufrufe. Viele berich­teten von eigener Erfah­rung, von der Mani­pu­la­tion und dem Druck der durch die Gruppe entsteht. Muster Life-Coaching mit Heils­ver­spre­chen Reiße­ri­sche Verspre­chen von Heilung, Sinn, Selbst­liebe, Erfolg: Dahinter steckt Reli­gi­ons­er­satz, Ideo­logie und […]

18. November 2024|

8 Gründe, warum Coaching sich immer wieder lohnt

Die Welt wäre eine bessere, wenn sich alle coachen ließen. Doch leider haben die, die an den Schalt­he­beln sitzen, oft beson­ders wenig Zeit oder Sinn für das, was Coaching ermög­licht: Refle­xion und Persön­lich­keits­ent­wick­lung. Denn oft herrscht ein Miss­ver­ständnis über das, was Coaching ist — weder Ziel­er­rei­chungs­ma­schine noch Speed-Lösungs­fa­brik. Unsere Persön­lich­keit wächst und wandelt sich, ist stetig im Werden. Das braucht Pflege und Beglei­tung, die ganz unter­schied­lich aussehen kann: Mal geht es ums Abgrenzen, mal ums Umpflügen, dann wieder ums Anbauen und Ausmisten. So wird Coaching zur Lebens- und Berufs­ein­stel­lung, bei der Probleme und Ziele keine zwin­gende Voraus­set­zung mehr sind. 1. […]

18. November 2024|

Coaching-Mythen Folge 1 bis 3: Von fehlenden Lösungen, Sinn-Zwängen und coachenden Führungs­kräften

Coaching-Mythen begegnen mir jeden Tag. Dahinter steckten Über­zeu­gungen, die selbst erfah­rene Coaches nicht so einfach ablegen können. Bei Linkedin habe ich eine Reihe mit Coaching-Mythen gestartet, die mir häufig begegnen. Hier finden Sie die Original-Texte, eine Zusam­men­fas­sung der Diskus­sion und jeweils ein Zitat, das beson­ders viel Zustim­mung gefunden hat. 𝙲𝚘𝚊𝚌𝚑𝚒𝚗𝚐-𝙼𝚢𝚝𝚑𝚎𝚗 (𝟷): 𝙳𝚒𝚎 𝙻ö𝚜𝚞𝚗𝚐 𝚕𝚒𝚎𝚐𝚝 𝚒𝚗 𝚍𝚒𝚛. 𝚂𝚝𝚒𝚖𝚖𝚝 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝. 🅘🅜🅜🅔🅡. „Die Lösung liegt in dir“, sagte mein Coach. „Nein, das glaube ich nicht“, erwi­derte ich. Nicht jeder von uns trägt den gesamten Reichtum an Erfah­rungen und Refe­renzen in sich, den er oder sie für eine, seine “Lösung” benö­tigt. Und trotzdem wird […]

18. November 2024|

Hört auf zu coachen, liebe Führungs­kräfte!

Wenn morgen ein Wunder geschehen wäre? Dann hätte ich einen neuen Chef! Eine Führungs­kraft ist kein Coach. So wie ein Mitar­beiter auch kein Coaches ist. Das liegt an der Logik des Systems, in dem Coachee und Coach inter­agieren. “Das Busi­ness von Busi­ness ist Busi­ness”, sagte Milton Friedman. Eine ange­stellte Führungs­kraft ist deshalb ange­stellt, weil sie sich durch einen Arbeits­ver­trag diesem Zweck verpflichtet hat. Deshalb ist sie nie neutral, objektiv und absichtslos. Die Bezie­hung ist auf wech­sel­sei­tige Abhän­gig­keit ausge­richtet. Und: Es gibt immer ein Macht­ge­fälle — selbst wenn es unsichtbar ist und die Führungs­kraft das nicht wahr­haben will. Wir gehen von der Möglich­keit […]

6. Februar 2024|

Was ist Karrie­re­coa­ching? Zur Geschichte und Zukunft der prozess­ori­en­tierten Karrie­re­be­glei­tung

Was ist Karrie­re­coa­ching? Und was unter­scheidet es von Karrie­re­be­ra­tung oder Busi­ness Coaching? Neben dem „syste­mi­schen Coaching“ führt berufs- und karrie­re­be­zo­gene Bera­tung eher ein Schat­ten­da­sein. Und das obwohl laut einer Umfrage von Chris­to­pher Rauen aus dem Jahr 2014 55% aller Coachingan­lässe beruf­lich bedingt sind. Doch gibt es das über­haupt — beruf­lich bedingt? Vieles, was letzt­end­lich Lebens­un­zu­frie­den­heit ist wird gern auf den Beruf bezogen. Hinter einem scheinbar einfa­chen Anlass wie “ich bin unzu­frieden im Job” kann sich aber auch ein wilder Garten an Lebens­themen auftun. Beruf­liche Neuori­en­tie­rung als wich­tiges Thema Solche beruf­liche Unzu­frie­den­heit ist verbreitet, und ebenso eine Vermi­schung mit anderen Themen, […]

Und was meinen Sie? Coaching-Fragen als Macht­in­stru­ment in der Führungs­etage

Anfangs hatte ich nur einen leisen Verdacht: Könnte es sein, dass die im Coaching vermit­telten Frage­tech­niken auch miss­braucht werden könnten? Gerade in Führungs­etagen? Dann beob­ach­tete ich das Phänomen immer öfter. Kollegen bestä­tigten mir einen ähnli­chen Eindruck: Überall „Fragen­stel­lende“ Führungs­kräfte, die klare Aussagen vermieden. Wer fragt, führt, schrieb einst Paul Watz­la­wick. Doch wer fragt, übt auch eine ganz andere Form der Macht aus. Fragen ist zur Waffe der soften, agilen Führung geworden. Stellen Sie sich bitte folgendes Szenario vor: Ein Manager absol­viert eine Coachingaus­bil­dung. Eine, in der das Thema „Haltung“ eine unter­ge­ord­nete Rolle und die Tool­an­wen­dung eine führende spielt; davon gibt es […]

(M)Ein Plädoyer für mehr Haltung im Coaching

Haben Sie Haltung? Ich meine Haltung, nicht Meinung. Das wird oft verwech­selt. Haltung ist für mich wie das Rück­grat. Sie richtet einen aus. Sie bestimmt, wie wir etwas bewerten. Sie hat also mit Werten zu tun – klar: be-werten. Doch beim Begriff Werte reagiere ich in letzter Zeit immer öfter aller­gisch, da ich allge­meinen Wertemiss­brauch erkenne. In Unter­nehmen werden Werte runter­ge­betet, doch nicht gelebt. Menschen behaupten Werte zu haben, die sich in ihrem Verhalten aber nicht spie­geln.  Ich vermute, es liegt genau daran: Es gibt zu wenig Haltung. Die Leute gehen krumm. Was ist Haltung? Ja, was? Diese Woche war […]

24. Juni 2017|Tags: , , , |

„Mein Coach hat mir nichts Neues gesagt“: Neben­wir­kungen im Coaching

Nicht immer führt ein Coaching beim Kunden zu einem Moti­va­ti­ons­schub und posi­tiven Aha-Effekten. Es kann auch mal stocken, oder sogar haken. Selbst Rück­wärts­be­we­gungen sind möglich: Dann verschlimm­bes­sert das Coaching die Situa­tion, weil plötz­lich Zweifel sind, wo vorher keine waren. Neben­wir­kungen im Coaching — und wie wir damit umgehen können. Wann kommt es zu Neben­wir­kungen im Coaching? Bei Bera­tern kann man auf deren Unwissen schimpfen. Bei Coachs ist der Ärger mehr mit dem verflochten, was Inter­ven­tionen ausge­löst haben – oder auch nicht. Dass der Kunde nachher nicht “klüger” raus­kommt, sondern verwirrter, ist durchaus normal. Denn: Jede Refle­xion erhöht auch die Komple­xität im […]

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