Kate­go­rien

Coaching­falle: Das innere Kind muss nicht Heimat finden

Published On: 31. Juli 2025Cate­go­ries: Aktuell, Coaching
Im Coaching geht es oft um das Innere Kind

Alle spre­chen vom „inneren Kind“. Es ist nicht nur im Coaching überall dabei. Aber ist es wirk­lich immer sinn­voll, mit diesem Ansatz zu arbeiten? Nein, denn es kann auch eine Coaching­falle sein. Vor allem dann, wenn Coachs psycho­lo­gi­sche Grund­lagen nicht bekannt sind. Nehmen wir zum Beispiel Täter-Intro­­jekte, die auf keinen Fall Heimat finden sollten. Es geht also nicht um Inte­gra­tion um jeden Preis.

Aber was ist das „innere Kind“?

Die Idee des “inneren Kindes“ geht zurück auf einen Ansatz des Theo­logen John Brad­shaw. Es ist kein wissen­schaft­li­ches Konzept, sondern eine Meta­pher für Dyna­miken, die in uns wirken. Auch psycho­the­ra­peu­ti­sche Schulen arbeiten mit Kind-Anteilen und über­setzen sie in thera­peu­ti­sche Arbeit. Wissen­schaft­lich vali­diert ist vor allem die Ego-State-Therapie.

In der Psycho­dy­namik spricht man. von “Objekten” und “Intro­jekten”. Objekte sind Reprä­sen­tanzen unserer Bezie­hungen. Sie sind also z.B. das, was wir von Vater oder Mutter abge­spei­chert haben (und natür­lich nicht diese selbst). Intro­jekte sind unre­flek­tierte Teile des inneren Erle­bens, beispiels­weise „einge­impfte“ Wert­vor­stel­lungen. Gemeinsam können sie uns im Erwach­se­nen­alter kräftig sabo­tieren.

Retrau­ma­ti­sie­rung durch Innere-Kind-Arbeit

Ich möchte mich hier auf den Aspekt konzen­trieren, der oft außen vorge­lassen wird: Die Frage, ob die Arbeit mit dem Inneren Kind auch negativ, schäd­lich und sogar retrau­ma­ti­sie­rend sein kann. In meinem Buch „Coaching­falle“ beschreibe ich einen Fall, in dem das „innere Kind“ zum falschen Zeit­punkt kam. Doch es kann sogar noch weiter gehen: Mein Podcast-Inter­view­partner Klaus Eiden­schink sagt klar, dass Täterin­tro­jekte auf keinen Fall Heimat finden dürfen.

Wie bei vielen Psycho­ko­n­zepten ist der Über­trag in die Laien­welt mit Gefahren verbunden, die vielen gar nicht bewusst sind, weil sie dafür nicht ausge­bildet und/oder sensibel sind. Hinzu kommt, dass oft die eigene Lebens­ge­schichte zum Maßstab für die Coach- oder Therapie-Arbeit gemacht wird: Weil ich von etwas profi­tiert habe, muss es auch für andere gut sein. Dem ist nicht so!

Ich verlinke hier meine zwei Videos, die das Thema aufgreifen. Möchten Sie tiefer eintau­chen: In meinem Buch „Die Coaching­falle“ gehe ich noch tiefer in die Fall­be­schrei­bungen und erläu­tere Hinter­gründe. Übri­gens: Mir haben viele Thera­peuten geschrieben, dass das diese „Falle“ keines­wegs nur im Coaching verbreitet ist.

Mein Video über die Coaching­falle “Inneres Kind”

Dieses finden Sie auch hier.

Sie sehen gerade einen Platz­hal­ter­in­halt von YouTube. Um auf den eigent­li­chen Inhalt zuzu­greifen, klicken Sie auf die Schalt­fläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Dritt­an­bieter weiter­ge­geben werden.

Mehr Infor­ma­tionen

Beitrag teilen:

Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.

 

Leave A Comment