Kate­go­rien

„Mein Coach hat mir nichts Neues gesagt“: Neben­wir­kungen im Coaching

Published On: 29. März 2014Cate­go­ries: Coaching, Mensch & Orga­ni­sa­tion
Coaching kann Nebenwirkungen haben

Nicht immer führt ein Coaching beim Kunden zu einem Moti­va­ti­ons­schub und posi­tiven Aha-Effekten. Es kann auch mal stocken, oder sogar haken. Selbst Rück­wärts­be­we­gungen sind möglich: Dann verschlimm­bes­sert das Coaching die Situa­tion, weil plötz­lich Zweifel sind, wo vorher keine waren. Neben­wir­kungen im Coaching — und wie wir damit umgehen können.

Wann kommt es zu Neben­wir­kungen im Coaching?

Bei Bera­tern kann man auf deren Unwissen schimpfen. Bei Coachs ist der Ärger mehr mit dem verflochten, was Inter­ven­tionen ausge­löst haben – oder auch nicht. Dass der Kunde nachher nicht “klüger” raus­kommt, sondern verwirrter, ist durchaus normal. Denn: Jede Refle­xion erhöht auch die Komple­xität im eigenen Denken und Fühlen. So ist Verwir­rung sogar gewollt. Aber ist das jedem Klienten klar?

Erwar­tungen sind nicht immer bewusst

Oft hat das mit der Auftrags­klä­rung zu tun: Während der Coach seinen syste­mi­schen Ansatz erklärt hat, hoffte die Klientin auf ein Wunder. Selbst wenn ihr gesagt worden ist, dass es das nicht geben kann, wird manche das nicht hören wollen. Oder zwei Stimmen in der Brust spüren: Die eine ist sich völlig klar darüber, dass sie im Coaching selbst “arbeiten” muss, die andere hofft leise auf Erlö­sung.

Natür­lich wird niemand in zwei Stunden eine Lebens­lö­sung erar­beiten können, weshalb Kunden, die so etwas heim­lich erwarten, im Grunde auch kein Coaching suchen, sondern manchmal nur eine Bestä­ti­gung – oder ein Wunder. Wenn dann die Bestä­ti­gung eher dazu führt, dass die eigene Idee ins Wanken gerät, ist die Moti­va­tion hin. Und es ist leicht dem Coach die Schuld zu geben.

Das Nichts-Neues-Feed­­back

Die Wunder­su­chenden, die meist alles wissen und auch schon alles durch­dacht haben (alles!!!) neigen zum „Nichts-Neues-Feed­­back“, das jeder Coach kennt. Manche Kunden wech­seln dann den Coach, um fest­zu­stellen, das auch der nächste nichts Neues weiß bzw. auch kein Wunder­mittel hat. Dann pausieren sie. Im Ideal­fall fangen sie an nach­zu­denken. Und suchen dann wieder nach einem Coach, oft nach längerer Zeit der Absti­nenz. Dann hat die Sache viel­leicht Aussicht auf Erfolg, vor allem wenn nicht mehr nach Neuem gesucht wird, weil sich so langsam die Erkenntnis durch­setzt, dass es das wohl nicht gibt. Der Coach der ersten Phase kann nichts für dieses Kreis­drehen, obwohl viele die Schuld bei sich suchen.

Im schlechten Fall suchen die Nicht-Zufrie­­denen einen Wunder­heiler auf, einen Guru-Life-Coach, der ihnen 5.000 EUR für ein Event abknöpft. Nur um zu merken, dass auch das am grund­sätz­li­chen Thema nicht mal rüttelt.

Ich will gar nicht wissen, bei welchem Coach jemand vorher war, sondern nur, wie gear­beitet wurde, ob auf etwas aufge­baut werden kann und worauf der Anfra­gende den Miss­erfolg zurück­führt. Das sagt oft eine Menge über das eigent­liche Thema des Klienten, um das er sich nun schon ewig dreht.

Neben­wir­kung starke Emotion

Nichts Neues ist das eine: Es kann  auch sein, dass im Coaching etwas ausbricht, das stär­kere emotio­nale Reak­tionen hervor­ruft. Gerade im beruf­li­chen Coaching und Karrie­re­coa­ching gehört es dazu, auch mal Dinge ans Tages­licht zu bringen, die Schat­ten­seiten auf und hinter dem Lebens­lauf oder der Persön­lich­keit offen­baren. Wer wünscht sich schon die Bestä­ti­gung, dass man als älterer Redak­teur oder Desi­gner auf dem offenen Stel­len­markt so gut wie keine Chance hat? Wer möchte sich schon damit ausein­an­der­setzen, dass fehlende Ziel­ori­en­tie­rung mit  Fest­halten an Komfort­zonen zu tun hat — und der Coach nichts machen kann, wenn man sich nicht selbst bewegt. Oder auch: Wer will wirk­lich daran arbeiten, dass die Suche nach einem Traumjob in Wahr­heit ein Konflikt­ver­mei­dungs­pro­gramm ist.

Neben­wir­kung enttäuschte Hoff­nung

Auch wenn ich immer wieder im Vorge­spräch darauf hinweise, dass ich kein Wunder­doktor bin und den Arbeits­markt nicht verzau­bern kann, ist gerade bei Themen, die mit frei­wil­liger oder erzwun­gener Verän­de­rung zu tun haben, oft noch dieses Fünk­chen spürbar. Viel­leicht kann mir der Coach ja doch einen Weg zeigen, ohne Aufwand und Kosten dieses Problem aus der Welt zu löschen! Viel­leicht kann ein Coach Lösungen zaubern, einfach kraft seiner Erfah­rung? Natür­lich… nein.

Nega­tive Wirkungen aufgrund von Ablö­­sungs-Phasen

Wer als Karrie­re­coach Outpla­ce­­ment-Kunden hat kennt das: Es gibt verschie­dene Phasen der Loslö­sung. Beson­ders deut­lich wird dies bei Menschen, die lange in einem Job waren und durch eine Kündi­gung oder Aufhe­bung gezwungen sind, umzu­denken. Die Phasen sind Leugnen (“mich betrifft das nicht”), Wut und Ärger (bei entspre­chenden Persön­lich­keiten nach außen, bei anderen nach innen gerichtet) und Trauer.

Bevor sich jemand zu neuen Ufern aufma­chen kann, gilt es oft die alten Wunden zu versorgen. Das kann dann sehr psycho­lo­gisch werden. Denn in diesen Phasen kann nie nach vorne gerichtet sein, das „Hin-Zu“ ist noch in weiter Ferne. Bei bestimmten Lebens­läufen und Berufs­gruppen muss man mit ein, zwei, ja mitunter sogar drei Jahren rechnen muss, bis eine posi­tive und nach vorne gerich­tete Energie wieder erreicht werden kann. Das heißt Aufar­beiten und Aufbauen steht im Vorder­grund. Und auch Expe­ri­men­tieren.

Trotzdem will die Firma und/oder der Kunde, dass man am Lebens­lauf arbeitet und sich bewirbt. Die Reso­nanzen in dieser ersten Phase sind oft schlecht. Das hat mehr mit der Ausstrah­lung des Bewer­bers in Gesprä­chen zu tun, sofern diese über­haupt zustande kommen. 30 Jahre im selben Betrieb sind eben auch wie 30 Jahre mit dem selben Ehepartner. Das prägt. Verwoben ist das alles mit Erkennt­nissen, die man noch nicht wirk­lich wahr­haben will (“ich muss etwas ändern, will es aber vermeiden”). Aber wie heißt es: Erfah­rungen lernt man nicht, man macht sie…

Neben­wir­kung: Der Böse­wicht

Als Coach müssen wir aushalten, eine Weile der/die Böse zu sein, auch wenn sie es nur hintenrum oder gar nicht erfahren. Wir sind irgendwie auch Mitschuld am Mißer­folg der Klienten. Vor allem wenn wir unan­ge­nehme Dinge ausspre­chen wie “300.000 EUR halte ich im nächsten Job für eher ambi­tio­niert”. Damit lösen wir viel­leicht auch manches Gewitter aus, und wir müssen vorher über­legen, auf was gesagt werden will und was nicht.

Sinn­voll ist oft an dieser Stelle erst einmal eine  längere Biogra­fie­ar­beit, ein psycho­lo­gi­sches Coaching oder gar Therapie sinn­voll. Wenn Sie die ersten beiden Optionen oder das Budget das nicht leisten können, bespre­chen Sie, dass Sie sich nur auf arbeits­markt­be­zo­gene Bera­tung beschränken möchten und geben Sie z.B. Empfeh­lungen, wie man schnell einen Thera­peuten finden kann. Am besten haben Sie Adressen in der Schub­lade.

Neben­wir­kung ehrli­ches Feed­back

Manchmal fragen mich Kollegen, ob ich empfehle, schon früh auszu­spre­chen, was man weiß: z.B. dass man keine Banker­ge­hälter mehr bekommen wird oder mit diesem Lebens­lauf ohne Upskil­ling kaum Chancen haben wird. Ich bin der Meinung: Ja. Aber annehmen werden es die Klienten in dieser frühen Ablö­se­phase nicht wirk­lich, sondern nur vorder­gründig, leugnen ist bei Berufs­tä­tigen mit mehr als 8–10 Jahren in einem Job typisch. Sie werden sich aber Monate oder Jahre später an Ihre Einschät­zung erin­nern. Es ist rück­wir­kend besser, wenn ein Klient sagt „mein Coach hat das ja schon damals gesagt“ als „mein Coach hat nicht mal gesehen, dass ich als Betei­li­gungs­con­troller keine 100.000 EUR mehr bekomme.“ Dank dieser Offen­heit von Anfang an habe ich viele treue Kunden, die sich heute nicht mehr erin­nern, dass es mal eine Gewitter-Phase gab…

Neben­wir­kung durch nega­tive Kontext­wir­kungen

Stellen Sie sich vor, Sie coachen eine junge Frau so, dass diese mehr Selbst­be­wusst­sein entfaltet und im Job anders auftritt. Das muss nicht nur positiv ankommen (was vor allem für Sie ein schein­bares Dilemma ist, wenn die Firma zahlt). Möglich, dass Ihre Kunden plötz­lich gemobbt und ausge­grenzt wird und sogar gekün­digt. Wie verän­dertes Verhalten auf den Kontext – Unter­nehmen, Partner, Familie etc. – wirkt, lässt sich bespre­chen, aber nicht voraus­schauen. Tatsache: Mit dem Menschen verän­dert sich auch sein Umfeld. Nicht immer in der vom Auftrag­geber gewünschten Weise.

Was tun? Nichts. Bespre­chen Sie mit dem Auftrag­geber, welche Reak­tionen neues Verhalten auslösen kann, schon bei der Auftrags­klä­rung.  Lassen Sie den Kunden Risiken selbst entde­cken, indem sie entspre­chende Kontext­fragen stellen. Und wenn dem Auftrag­geber die Wirkung Ihres Coachings nicht gefällt, ist das so. Recht­fer­tigen müssen Sie das nicht.

Coaching-Neben­­­wir­­kung durch fehlende Bezie­hungs­ebene

Niemand kann zu jeder Zeit mit allen gleich gut ando­cken und connecten. Und dann gibt es Stör­funk. So erzählte mir mal eine Kundin im Vorge­spräch, mit dem vorhe­rigen Coach sei die Bezie­hungs­ebene schon dadurch gestört gewesen, dass dieser für die erste, abge­sagte Stunde Geld verlangt habe. Ich habe gleich gesagt, dass ich das richtig finde und selbst auch mache, wohl­wis­send, dass diese Kundin dann nicht kommen würde. Es kann auch sein, dass aus anderen Gründen kein Funke über­springt, das muss man nicht weiter ergründen… (und kann es auch nicht).

Coaching-Neben­­­wir­­kung durch “Persön­lich­keits­un­pas­sung”

Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich nicht so gut mit Menschen kann, die sich nicht entwi­ckeln wollen und sich für nichts inter­es­sieren. Auch Menschen, die nur machen, was man ihnen sagt, lösen bei mir irgend­etwas Flaues im Magen aus. (Update aus dem Jahr 2025: Das ist heute nicht mehr so).

Dafür freue ich mich  über begabte Menschen, egal welche Bega­bung und welche Stärken sie haben (das ist immer noch so). Da fällt es mir sehr leicht zu moti­vieren. Ich kann auch leicht Impulse gebe, weil ich so viel­seitig inter­es­siert bin. Das passt zu offenen Menschen besser. Will sagen: Ihre eigene Prägung durch die Big Five wird sich immer bemerkbar machen. Ein sehr extra­ver­tierter Coach wird für Intro­ver­tierte furchtbar anstren­gend sein – und wahr­schein­lich auch umge­kehrt. Der beste Tipp hier: Lernen Sie sich kennen und zeigen Sie Persön­lich­keit. Dann erkennen das auch die Kunden, und unpas­sende Klienten sortieren sich selbst aus.

Zuletzt: Neben­wir­kung Feed­­back-Fehl­in­­ter­pre­­ta­­tion

Wann ist ein Coaching erfolg­reich? Man sollte es jeden­falls nicht mit gutem Feed­back verwech­seln. Und dann ist der Zeit­punkt wichtig: Unmit­telbar danach ist anders als ein Jahr später. Feed­back ist so eine Sache. Es sind bestimmte Persön­lich­keiten, die begeis­tert empfehlen, das sagt nur sehr bedingt etwas über Wirkung/Erfolg aus. Es könnte auch sein, dass man eigent­lich gar nichts bewirkt hat und gerade deshalb empfohlen wird. Deshalb schön trennen. Was soll das Ergebnis sein, was das Ziel? Und sich selbst prüfen: Lasse ich mich von einem Lächeln leiten — oder blicke ich tiefer? Und was ist in einem Jahr?

Coaching ist ein Prozess. Und zu unter­schied­li­chen Punkten können beide Seiten — Coach und Coachee — diesen sehr unter­schied­lich bewerten. Da hilft nur eins: Sich die Krite­rien klar machen. Also ab auf die Meta­ebene.

Mehr zum Thema finden Sie in meinem Buch “Die Coachig-Falle”.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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13 Kommen­tare

  1. Jörg Hohl­feld 31. März 2014 at 12:47 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    ein bemer­kens­werter und vor allem extrem praxis­re­le­vanter Artikel, den Sie hier wieder geschrieben haben-vielen Dank dafür! Als Coach und Berater kann ich dem zu 100 Prozent zustimmen. Und gerade dann, wenn z.B. ein Vorge­setzter für seine Führungs­kraft ein Coaching beauf­tragt (über die HR-Abtei­­lung), und nicht binnen kurzer Zeit eine komplett verän­derte Führungs­kraft “zurück­be­kommt”, wird es inter­es­sant. Manchmal hätten diese Vorge­setzte nur gerne einen Mitar­beiter, der genauso tickt wie sie selbst. Tja, wie meine liebe Kollegin immer sagt: “Nicht immer kommt ein Happy Hippo aus dem Über­ra­schungsei…”. Ihren Beitrag sollten auch so manche Kunden lesen, um den eigenen Wider­stand ehrli­cher anzu­er­kennen, der durchaus ganz mensch­lich ist. Doch das ist auch unsere Aufgabe: die eigenen Wahr­neh­mungen ehrlich und direkt dem Kunden als Feed­back zu geben, um die eigene Selbst­re­flek­tion zu fördern und Raum zu schaffen für mehr Verän­de­rungs­be­reit­sschaft. Da ich Ihr Buch bereits nutze, freue ich mich Ihre wert­vollen Anre­gungen und die darin enthal­tenen Tools weiterhin in der Praxis umzu­setzen und mein Angebot zum Karrie­re­coa­ching und Busi­ness­coa­ching zu opti­mieren. Ihr Buch: “Meine besten 100 Tools für Coaching und Bera­tung” ist eine große Arbeits­hilfe, genauso Ihr Blog mit den Tipps & Infos. Ich kann beides allen ange­henden und prak­ti­zie­renden Coaches und Bera­tern beson­ders für Ihre Praxis empfehlen!

    • Svenja Hofert 31. März 2014 at 15:56 — Reply

      Danke­schön, das freut mich. Ich war so einige Male in der Bedrouille, wenn es hieß “Firma zahlt” und der Kunde am Ende z.B. gemerkt hat, dass er sich gar nicht inner­halb der Firma entwi­ckeln möchte 😉 Hier hat Super­vi­sion und ein mit der Zeit immer entspann­terer Umgang sehr geholfen. Anfangs meint man noch sich recht­fer­tigen zu müssen, irgend­wann nicht mehr 😉 Ihnen viel Erfolg und liebe Grüße Svenja Hofert

      • Jörg Hohl­feld 31. März 2014 at 16:14 — Reply

        Sehr gerne…vielen Dank für Ihre Antwort. Ja, das mit dem Recht­fer­tigen kenne ich auch aus der Praxis. Genauso, dass der Kunde plötz­lich fest­stellt, dass diese Firma nichts mehr für ihn ist. Oder er fest­stellt, dass er die Verant­wor­tung als Führungs­kraft nicht mehr tragen möchte oder kann. Im Sinne Ihres anderen Buch­ti­tels “Das Slow-Grow-Prinzip” lernen und wachsen wir ja täglich mit unseren Auftrag­ge­bern und Kunden; Schritt für Schritt 🙂
        Vielen Dank, Ihnen auch ganz herz­liche Grüße zurück aus dem Augs­burger Raum
        Jörg Hohl­feld

  2. Jens Jann­asch 2. April 2014 at 12:02 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    auch mich hat dieser Artikel wieder sehr über­zeugt. Auch ich hatte Coachees, welche nach Sitzungen sagten, dass sie über­legen das Coaching zu unter­bre­chen, da es ja gar nichts neues gibt. Nach jeder Sitzung sind diese Coachees aber oftmals mit einem aha- Effekt raus. Auch wenn er teil­weise nur klein war. Ich bestä­tige hier die Coachees manchmal. Ja. Genau. Es gibt nichts komplett neues. “Die Antwort steckt im System” heist es oft. Nur die Sicht­weise bzw. der Perspek­ti­ven­wechsel ändert sich. Oder der Schwer­punkt. Die Fakten, dass man 50 Jahre alt ist, drei Leitungs­funk­tionen inne hatte und sich jetzt neu orien­tieren möchte bleiben Fakten. Aber wo ein Coach unter­stützen kann: diese Fakten zu benennen und die “inneren Stimmen” zu hören. Einzeln. Zu sortieren. Und so kann es durchaus vorkommen, dass es 4–5 Sitzungen “kein Wunder” gibt aber “plötz­lich” in der kommenden Sitzung der Hebel gefunden wurde. Der Anker gefasst hat. “Who is myself- and what is my work” sagt Otto Scharmer. Und um dies zu beant­worten, benö­tigt es keine Wunder oder Magie, sondern der Blick aufs Ganze. Und das bekannte Verhal­tens­muster im eigenen System auszu­spre­chen und anzu­nehmen ist etwas anderes als es “ganz tief innen zu ahnen” und zu verdrängen.
    Um auf Ihr Buch “Meine 100 besten Coaching Tools” zu kommen- hier nutze ich sehr gerne den Berg-Tal Lebens­lauf. Hier können manchmal wieder­ho­lende Verhal­­tens­­muster- z.B. sofor­tiger Rückzug und Kündi­­gung- eindrucks­voll aufge­schlüs­selt und bear­beitet werden.
    Mit freund­li­chen Grüßen aus Berlin

    • Svenja Hofert 3. April 2014 at 22:37 — Reply

      Danke­schön, lieber Herr Jann­asch, tolle Ergän­zung. Ja, das Tool liebe ich. Man kann auch zwei Linien machen, eine, die das private und eine die das beruf­liche Leben betrifft. Und dann erkennt man plötz­lich, wo was zusam­men­läuft… LG Svenja Hofert

  3. David Goebel 16. Mai 2014 at 10:00 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    Ihr Artikel trifft es auf den Kopf. Ich erlebe es mindes­tens einmal pro Woche, dass ein Kollege mit einem Problem zu mir kommt und einen Ratschlag möchte. Was er bislang probiert hat, hat nicht geklappt, aber er wünscht sich, dass es irgend­wann klappt.
    Den Blick über den Teller­rand hinaus hat er schon gewagt, aber die Konse­quenzen will er nicht tragen. Ein klas­si­scher Fall von “Wasch mich, aber mach mich nicht nass!”

    Beim Lesen Ihres Arti­kels fielen mir die 3 Kate­go­rien ein, in die Steve de Shazer die Personen einteilt, die in seine Praxis kamen:
    1. Besu­cher
    2. Klagende
    3. Kunden
    Seine “Gäste” schnell einordnen zu können, schafft wieder mehr Entspan­nung beim Coach.

    Viele Grüße,
    David Goebel

  4. […] müssen. Damit lösen Sie bestimmt auch manches Gewitter aus (lesen Sie dazu auch den Artikel von Svenja Hofert über nega­tives Feed­back im Karriere-Coaching). Oft entspannt sich die Situa­tion wieder, wenn […]

  5. Chris­tine 9. April 2016 at 20:50 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    inter­es­santer Artikel.
    Sie schreiben darüber, dass eine im Coaching erzielte Verän­de­rung des Kunden mögli­cher­weise im Umfeld nicht zu den gewünschten Verän­de­rungen führt. Sie erwähnen eine junge Frau, die mögli­cher­weise, nachdem sie selbst­be­wusster auftritt, gemobbt wird. Was ist in solch einem Fall der Erfolg? Läge aus Ihrer Sicht der Erfolg bereits darin, dass, wie in Ihrem Beispiel, die junge Frau anders auftritt, auch wenn sie damit Reak­tionen hervor­ruft, die uner­wünscht sind? Oder liegt ein Erfolg erst darin, dass die junge Frau, durch ihr verän­dertes Auftreten, tatsäch­lich auch die gewünschte Reak­tion hervor­ruft? Anders gefragt, wie geht ein Coach damit um, wenn zwar mögli­cher­weise die Zwischen­schritte eines Coachings, erreicht wurden, (etwa besseres Auftreten in einem Vorstel­lungs­ge­spräch) aber das Gesamt­ziel (etwa eine neue Posi­tion) nicht?

    MfG

    • Svenja Hofert 10. April 2016 at 14:29 — Reply

      Erfolg defi­niert jeder selbst — und immer wieder neu. So kann ein Miss­erfolg rück­bli­ckend ausschlag­ge­bend für einen Neube­ginn gewesen sein. Und so betrachtet ein Erfolg.

  6. Aaron 20. Juni 2022 at 9:11 — Reply

    Viele Menschen glauben, dass ein Karriere-Coaching alle Antworten auf offene Fragen gibt, aber man muss schon selbst etwas leisten, sehen sie das nicht auch so? Ein Coaching alleine ist nicht ausrei­chend, um erfolg­reich zu sein.

  7. Roman 23. August 2022 at 22:09 — Reply

    Guter Beitrag,bin viel­leicht so ein schwie­riger Fall selbst, doch viel­leicht sollte man die Ziele und was man schaffen könnte mit einem Kunden vorab besprechen.….zu viele Blako­ver­trag­be­rater wollen viel Geld ohne zu spezi­fi­zieren wofür und wie sich das auf die Karriere bewirken soll.…da ist Ärger vorpro­gram­miert.

    Wer so die Fragen die der Kunde hat igno­riert oder zurück­spie­gelt, schaut wohl als Berater nur auf seinen eigenen Vorteil. Ratsu­chende sind keine wieder­ge­bo­renen Seelen, die nur auf externe Hilfe warten die Antworten aus sich zu schöpfen.

    Berater und Coaches zeigen sich in vielen Foren inklu­sive Face­book super dünn­häutig, wenn man sie nach Erfolgen bei der Bera­tung in bestimmten Karrie­re­pfaden und Berufen fragt.

    Dabei sind die Fragen vergleichbar mit dem wie sich ein Bewerber in einem Bewer­bungs­ge­spräch stellen muss.

    Sie bringen es oft auf den Punkt, Erfah­rungen macht man, die Möglich­keiten zu wählen sind gering.

    Ich würde dann gerne wissen, was soll ich machen um mehr zu verdienen, oder was soll ich machen um in eine Stelle zu kommen, die ich nicht bei jemand anderem iden­tisch die letzten zehn Jahre machte.

    Und wenn doch, wie finde ich jemanden der mehr dafür zahlt, warum sonst ein Wechsel.

    Ein Jobwechsel bedeutet immer Risiko, aber wo ist die Rendite und kann ein Berater hier helfen, oder doch nur Grinsen.

  8. […] müssen. Damit lösen Sie bestimmt auch manches Gewitter aus (lesen Sie dazu auch den Artikel von Svenja Hofert über nega­tives Feed­back im […]

  9. Marieke 8. September 2025 at 14:26 — Reply

    Liebe Frau Hofert,
    Puh! Genau diese Dynamik erlebe ich gerade mit einem Kunden, weshalb ich Ihnen sehr dankbar bin, dass Sie mir mit diesem Artikel, den Nebel gelichtet haben. jetzt weiß ich wieder, wie es weiter geht. Danke!

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