Kate­go­rien

Chatter Die Stimme in deinem Kopf: Wie wir unseren inneren Kritiker in einen inneren Coach verwan­deln

Published On: 3. November 2022Cate­go­ries: Aktuell
„Du bist nicht gut genug!“ Wir alle kennen das Geschnatter in unserem Kopf, das uns Unsin­niges einredet. Doch wir können es umwan­deln. Dann unter­stützt uns das Gerede dabei, Dinge zu errei­chen.

Psycho­lo­gi­sche Distan­zie­rung als Technik

Der Psycho­loge Ethan Kross, Professor an der Uni Michigan beschreibt in seinem Buch, wie es uns durch psycho­lo­gi­sche Distan­zie­rung gelingt besser mit schwie­rigen Situa­tionen umzu­gehen. Konkret bedeutet das etwa, sich vorzu­stellen, was die Fliege an der Wand sehen würde. Das kennen die Profis aus dem Coaching. Es lohnt sich, mit distan­ziertem Blick auf sich und Situa­tionen zu schauen. 
Wir wissen auch, dass man Chatter positiv umwan­deln kann — dann wird aus dem Geschnatter ein Zuspruch, eine Affir­ma­tion.  Dasselbe Phänomen kann also immer posi­tive und nega­tive Konse­quenzen haben. Ein weiterer Tipp ist, sich selbst nicht mit Du anzu­spre­chen, sondern in der dritten Person über sich zu spre­chen. Diesen Mecha­nismus kannten schon die alten Dichter und Denker, aber er ging verloren. Gedanken aufzu­schreiben, als Jour­na­ling berühmt geworden, ist ebenso eine wich­tige Technik.

Natur macht Laune

Die Umge­bung beein­flusst die Psyche auch nach­weisbar. Raus aus der Stadt und in die Natur ist also mehr als eine Binsen­weis­heit. Uns geht es besser, wenn wir im Wald sind. Die befreit nach­weis­lich auch von nega­tiven Gedanken.
 
Das Posi­tive in dem Buch ist, dass Distan­zie­rung endlich eine posi­tive Würdi­gung bekommt. Viele der Tipps nutze ich seit Jahren in meinen Coachings und Bera­tungen.
Ich freue mich beson­ders, dass der Nutzen des Spre­chens in der dritten Person auch wissen­schaft­lich nach­ge­wiesen ist. Jetzt weiß ich, warum ich vor Vorträgen mit „Svenja“ spreche und nicht etwa mit mir. Ich kann mir so auch besser Feed­back geben.  Dass sich Ethan Kross dafür enga­giert, dass dies Wissen in das (derzeit ameri­ka­ni­sche) System einfließt, finde ich wichtig.
Für Profis sind manche Passagen ein wenig platt und zu selbst­ver­ständ­lich. Kross´Beispiel wirkt manchmal etwas konstru­iert. Er wurde von einem Stalker bedroht und konnte sich erst nicht von ängs­t­­lich-nega­­tiven Gedanken befreien. Es hört sich manchmal so an, als müsse er unbe­dingt ein schlüs­siges und persön­li­ches Beispiel bringen. Mir hätten Studi­en­ergeb­nisse gereicht.
Auf der anderen Seite ist es ja eben auch für Laien geschrieben — und ein ameri­ka­ni­sches Buch. Die Profis bekommen hier ja auch die Studien und Nach­weise, die sie bestä­tigen oder viel­leicht noch mal eine Kurs­kor­rektur einlegen lässt.
 
Zur Info: Ich habe das Hörbuch selbst gekauft, meine Rezen­sion ist nicht gespon­sert. Ich veröf­fent­liche diese ab sofort auch einmal die Woche bei Insta­gram.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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