Kate­go­rien

Twitter sei Dank: Die Nummer 1.501 ist da! (Social Media Expe­ri­ment Teil 5)

Published On: 28. Dezember 2011Cate­go­ries: Führung

Jetzt ist es etwas mehr als ein Jahr her, seitdem ich mit dem aktiven Twit­tern begonnen habe. Bis dahin hatte sich so einen “Ich-beobachte-mal-aber-mach-nix”-Account.

Ein langer Weg war es bis zu den 1.500 Follo­wern, die ich mir jetzt erzwit­schert habe. Kollege Jochen Mai meldete gerade gestern, jeder Follower sei 2,50 EUR wert. Das wären dann 3.000 Euro. Nicht gerade viel für meinen Einsatz, wenn man ihn gegen Stun­den­ho­norar aufrechnen würde — auf den ersten Blick.

Aber ich verrate Ihnen was: Ich vermute, meine Folgenden sind sehr, sehr viel mehr wert. Ich kann es im einzelnen nicht bezif­fern, aber ich merke das mein Twit­tern Einfluss auf vieles hat, zum Beispiel:

  • auf meine schon vorhan­denen Kunden (die mich so immer wieder wahr­nehmen und im Zweifel noch einen Termin verein­baren oder weiter­emp­fehlen)
  • auf meine Blog­bei­träge, die umso mehr gelesen werden, je öfter sie bei Twitter empfohlen werden
  • auf Medi­en­an­fragen: einige Jour­na­listen habe ich via Twitter schon auf Themen­ideen gebracht
  • auf die Popu­la­rität meiner Websites, denn Twitter zieht sowohl Blog als auch Karriere & Entwick­lung sowie Karriereeexperten.com nach oben — deshalb werde ich im Internet noch besser gefunden als ohnehin schon. Das gute Ranking kann ich dann an meine anderen Projekte weiter­ver­erben, z.B. an die Karrie­re­ex­perten. D.h. auch alles Weitere lässt sich schneller aufbauen.

Die Käuf­li­chen

Aber, was ist das? Gerade habe ich den 1.501 Follower erwirt­schaftet, zieht da so ein neu ange­mel­deter Kollege gleich mit 5.000 Folgenden an mir vorbei. Ich sehe nach: Sein Account besteht seit 2 Monaten, er hat 12 Tweets, also Kurz­nach­richten, in dieser Zeit abge­setzt und eine Klout (das ist die Mess­zahl für „Inter­net­re­le­vanz“, www.klout.com) von 11. Das ist ziem­lich lausig.

Twitter-Sklaven

Sofort weiß ich: Aha, mein Lieber, da hast du dir ein paar Twitter-Sklaven  gekauft. Ich checke kurz meine Wertung bei Klout. Mein Klout-Score sagt, ich sei eine Networ­kerin und habe sehr viel rele­vante (influ­en­tial) Menschen unter meinen Follo­wern. Ich habe weniger Follower, bin aber “rele­vanter”. Ha, Kollege, da hast du hier wohl nicht mitge­lesen 😉

Ehrlich ist nicht dumm

Konnte ich jemals daran zwei­feln, dass der Ehrliche nicht der Dumme, sondern im Internet sowie auch in der realen Welt auch lang­fristig der Klügere ist? Schnelle Erfolge kann man sich leicht erkaufen, Follower-Sklaven gibt es in 1.000-er-Packs für ein paar hundert Euronen. Die sind wie 100-Euro-Cremes: Viel Blend­werk, nichts darin. Doch Ahnungs­lose fallen reihen­weise drauf rein: Jene die kaufen – und jene, die „abkaufen“. Sagen Sie doch mal in einem Vorstel­lungs­ge­spräch, Sie hätten 5.000 Follower. Ihre fach­fremden Gesprächs­partner werden beein­druckt sein…

Ganz am Anfang wollte ich auch mal 5.000 Folgende. Marco Ripanti war entsetzt. Jetzt verstehe ich es: Meine Aussage war der Ahnungs­lo­sig­keit des Teil­­zeit-Twit­­te­­rers geschuldet. Heute weiß ich: So macht man sich nur falsche Freunde.

Auch für unser Portal Karrie­re­ex­perten hab ich aufgrund dieser Erfah­rung von Anfang an auf ehrli­ches Twit­tern gesetzt, auch wenn die große Chose mit 5.000 Folgenden werbe­wirk­samer wäre: In vier Monaten haben wir so immerhin 650 Follower gewonnen. Unsere Devise: alles per Hand ausge­wählt, keine auto­ma­ti­schen Retweets. Der Vorteil: Die so Folgenden sind rele­vanter. Es handelt sich nicht um Leer-Accounts oder irgend­welche auto­ma­tisch gene­rierten Fake-Adressen.

Mein Fazit nach mehr als einem aktiven Jahr bei Twitter: Es macht Spaß und ist eine gute Möglich­keit, die eigene Bekannt­heit auszu­bauen. Accounts bekommen ein Gesicht, denn einige Follower habe ich inzwi­schen kennen­ge­lernt, z.B. saß man ganz zufällig auf einer Veran­stal­tung neben­ein­ander. Für das Koope­ra­ti­ons­mar­ke­ting von Karrie­re­ex­perten und die VIP-Ansprache konnten wir die Vertriebs-Coacherin Silke Loers gewinnen — auch über Twitter.

Und nun ein paar Tipps für Neu-Twit­­terer, die hier mitlesen. Um bei Twitter erfolg­reich zu sein, braucht es neben einem thema­ti­schen Fokus und der übli­chen Sicht­bar­keit — das bedeutet am besten mehrere Tweets am Tag abzu­setzen — Folgendes:

  • Einen bekannten Namen (Demi Moore musste nicht allzu viel tun oder gar Intel­li­gentes sagen) ODER
  • Eine hohe Dialog­ori­en­tie­rung mit emotio­nalen Anspra­chen (Einla­dungen zum Twitt­cafe, Danke­schöns, Lob, ja Hymnen etc.)
  • Eine sehr intel­li­gente Infor­ma­ti­ons­po­litik, so dass andere irgend­wann sagen: was der/die auswählt, ist immer richtig gut zum entspre­chenden Thema ODER UND
  • Die kluge Einbin­dung wich­tiger Follower durch direkte Ansprache mit einem @ z.B. @svenjahofert, sei es unter Hinweis auf einen Artikel oder durch einen schlichten Gruß ODER UND
  • Eine eingän­gige Tweet-Stra­­tegie, z.B. mit Zitaten berühmter Personen (mich nervt´s, aber es ist erfolg­reich, wenn man sich die Leute ansieht, die im Wesent­li­chen Zita­t­ori­en­tiert tweeten)

Und oben­drauf: Ganz viel Durch­hal­te­ver­mögen. Es gibt so komi­sche Punkte, an denen der Account zu stocken scheint; es kommt einfach keiner mehr dazu. Das haben mir auch Kollegen berichtet, niemand weiß, woran das liegt. Da muss man einfach stur weiter­ma­chen. Mache ich. Nächste Mal melde ich mich bei 2.500!

Kommentar im November 2012

Ich wundere mich, dass ich kurz nach Weih­nachten nichts Besseres zu tun hatte. Dieses Jahr wird nichts gebloggt zwischen den Jahren… Denke ich… äh….

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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7 Kommen­tare

  1. S. Wolgast Druckfix 28. Dezember 2011 at 15:10 — Reply

    Glück­wunsch. Und Danke für die Bestä­ti­gung meiner Ansichten.

  2. Lars Hahn 28. Dezember 2011 at 21:45 — Reply

    Stimmt! Gekaufte Follower bringen nicht nur nichts, sie sind auch noch pein­lich.

    Kürz­lich schaute ich mir die über 2.500 Follower einer mir bekannten regio­nalen PR-Agentur (!) an, die Tage vorher noch bei einigen hundert Follo­wern krebste. Siehe da, sie kamen zum großen Teil von Übersee und hatten lustige Namen und Fotos. Deutsch konnten sie augen­schein­lich auch nicht.

    Dieser Sach­ver­halt erhöhte nich mein Vertrauen in die Social Media Kompe­tenz der betref­fenden twit­ternden Agentur.

    Echt­heit und Ehrlich­keit — ohne die wird es bei Twitter nicht gehen. Witz und sprach­liche Gewand­heit sind außerdem erlaubt.

    Wenn dann der content bisweilen noch persön­lich und “einzig­artig” ist, ist das Folgen garan­tiert!

    In einer Sache würde ich noch präzi­sieren: Leute die ausschließ­lich zitieren oder andere regel­mä­ßige Tweets senden (paper.li etc.) fliegen bei mir irgend­wann raus. Sind diese Inhalte indessen einge­bunden in ausge­wo­gene Kommu­ni­ka­tion, dann passt’s.

  3. Svenja Hofert 28. Dezember 2011 at 22:00 — Reply

    haste recht: einige schaffen es sogar mit rein persön­li­chem Content, andere nur dialog­ori­en­tiert. Klar ist: Wer nur Paper.lis raus­haut, nervt ebenso wie der, der immer nur platte Werbung für sich selbst macht. Fliegt bei mir auch. Und die Trickser, die sich immer wieder entfolgen, um dir dann zu Re-Folgen, auf dass du ihnen zurück­folgst. Ich frage mich manchmal, für wie blöd man die Leute hält… LG Svenja

  4. Jo Ernst 31. Dezember 2011 at 13:38 — Reply

    Moin,

    auch wenn Sie mir viel­leicht “Gold­ran­d­­brillen-Menta­­lität” unter­stellen mögen — Ihre 1.500 Follower sind laut der Mai-Kalku­la­­tion immerhin schon 3.750 EUR wert ;o).

    Für mich als einem dieser “Verfolger” sind Ihre Beiträge wert­voll und hilf­reich. Danke dafür! Ich freue mich auf weitere und wünsche ein gutes Jahr 2012.

    • Svenja Hofert 31. Dezember 2011 at 16:47 — Reply

      ich unter­stelle niemanden etwas (glaub ich). Und Gold­ränder finde ich eh völlig unter­schätzt 😉 Ganz lieben Dank fürs Verfolgen und einen guten Rutsch Svenja Hofert

  5. Burk­hard Reddel 31. Dezember 2011 at 16:45 — Reply

    Hallo und guten Rutsch,

    liebe Frau Hofert. Ich habe mich mitt­ler­weile auch mal in Social Media getum­melt und ein Konto bei Twitter mit immerhin 3 Folo­wern zwinker. Tue da zu wenig. und in Face­book ange­meldet. Face­book erschließt sich mir aller­dings immer noch nicht. Um neue Kontakte zu knüpfen eignet sich das dort nicht. ICh habe viel­mehr versucht neue unbe­kannte Kontakte via Freund­schaft­an­fragen zu errei­chen und bekam von Face­book ein Abmah­nung ich solle nur mir bekannte Menschen als Freunde anschreiben. Es gäbe Beschwerden. Also hab ich zum Jahres­ende mein Face­book­konto deak­ti­viert. Mit dem Löschen ist das ja etwas schwierig. Face­book ist für mich ziem­lich unsinnig und sinn­frei. Wozu ist Face­book da, wenn ich keine neuen Kontakte knüpfen darf.
    So diese kleine Anmer­kung mußte sein. Ansonsten werde ich weiter Twit­tern und xingen. Face­book ist für mich gestorben.
    Man muß also schon differnzieren,was und weiviel Social Media notwendig und sinn­voll ist.
    in diesem Sinne ein gutes neues Jahr und ich werde zumin­dest hier diesem Blog weiter treu bleiben auch in 2012.
    Grüße B.RE

  6. […] Einen sehr schönen Artikel hat meine Kollegin Svenja Hofert bei den Karriereexperten.com heute auf Ihrem Karrie­re­blog veröf­fent­lich. Hier können Sie den Artikel lesen […]

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