Kate­go­rien

Der italie­ni­sche Haus­mann — aus: Papa ist die beste Mama

Published On: 29. August 2007Cate­go­ries: Führung

Seit einigen Tagen liegt mein Ratgeber für den Rollen­tausch “Papa ist die beste Mama” vor mir (er könnte auch vor Ihnen liegen, wenn Sie ihn jetzt über Amazon bestellen). Ein sehr persön­li­ches Buch mit vielen Tipps für Männer und Frauen, die Beruf und Kind auf ein andere Weise verbinden möchten (und ein gutes Geschenk an Eltern, die sich das vorge­nommen haben). Ab sofort veröf­fent­liche ich in loser Folge Tipps oder Anek­doten aus dem Buch, die einen Inter­net­bezug haben.

Den Beginn macht der italie­ni­sche Haus­mann, den ich als “Extrem­po­si­tion” im Netz gefunden, aber bisher noch nicht in der Real­tität ange­troffen habe.

aus “Papa ist die beste Mama”, Kapitel “Wie Papas heute leben”:

Von den italie­ni­schen Männern hätte ich das nun am aller­we­nigsten erwartet! Ausge­rechnet in Sizi­lien hat sich eine Haus­mann­in­itia­tive gegründet, die sogar eine deut­sche Über­set­zung ihrer Satzung im Internet anbietet:

„Der Haus­mann ist ein poten­zierter Mann, der sich auch oder nur den Haus­ar­beiten widmet: In beiden Fällen handelt es sich um eine wert­ge­la­dene Wahl. Das bedeutet, dass man in behaup­tender Weise einen epochalen Wandel mitge­staltet, eine Welt, in der sich auch der Mann der Wohn­pflege annimmt und die gesamte Verant­wor­tung dafür über­nimmt, wenn die Frau beruf­lich tätig ist.“

Der italie­ni­sche Haus­mann ist auch Pazi­fist und …

„lehnt jedwede Kriegs­kultur ab. Er ersetzt den Krieg mittels Waffen durch die Waffe des Dialogs. Sein Ziel ist es nicht, die ganze Welt zu ändern, sondern die eigene Welt und die der Personen, die ihm nahe sind, zu verbes­sern.“

Ich finde das natür­lich gut. Klar würde ich mit Kuss­hand einen enga­gierten Haus­mann gegen (m)einen bockigen Teil­zeits­elbst­stän­digen eintau­schen, der mir ständig mit seinen Terminen ins Gehege kommt und Forde­rungen stellt wie „Frei­tag­nach­mittag musst du aber dann zu Hause bleiben.“ Es wäre einfach herr­lich in eine aufge­räumte Wohnung zu kommen und die Pasta stünde damp­fend auf dem Tisch. Und die Sache mit dem Pazi­fismus ist auch super: Ich war schon immer gegen Krieg und finde ein haus­mann­ge­steu­ertes Programm zur Senkung des Aggres­si­ons­pe­gels bei Männern natür­lich richtig gut. Aber nun stellen Sie sich einmal vor, eine Frau oder Haus­frau würde solche Forde­rungen stellen, Eva Herman etwa (lebt sie noch?). Was hier in Bezug auf Männer äußerst modern, ja sogar – verzeihen Sie – ein wenig humor­voll rüber­kommt, würde man bei einer Frau wohl eher als reak­tionär bezeichnen. Wir schauen uns die Welt also mit zwei verschie­denen Brillen an, je nachdem welches Geschlecht wir ins Visier nehmen: Voll­­zeit-Haus­­männer sind „cool“, Voll­­zeit-Haus­frauen „uncool“. (…)

Svenja Hofert

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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