Kate­go­rien

Geför­derte Existenzgründung…oder: ich liebe Zahlen!

Published On: 2. Mai 2007Cate­go­ries: Führung

Das
Institut für Arbeits­­markt- und Berufs­for­schung (IAB) veröf­fent­licht in seinem
Kurz­be­richt vom April 2007 eine Beur­tei­lung der Erfolge von Exis­tenz­grün­dungs­zu­schuß
und Über­brü­ckungs­geld. Abge­sehen von der Tatsache, dass diese Auswer­tung – da sie
lange nach Abschaf­fung dieser Instru­mente erscheint – mir nur begrenzt sinn­voll
vorkommt, finde ich das Ergebnis atem­be­rau­bend: ja, sie waren gut, diese
Förder­instru­mente!

Äh, wie
bitte? Die sind doch – zumin­dest in dieser Form – längst abge­schafft! Die logi­sche
Konse­quenz, die Forde­rung nach Wieder­ein­füh­rung, ergibt sich für das IAB
(zumin­dest in dieser Publi­ka­tion) jedoch nicht.

Der
Kurz­be­richt gibt eine Menge inter­es­santes Zahlen­ma­te­rial. Etwas ärgert mich
aber doch: die Behaup­tung, dass „ein Groß­teil der Geför­derten“ nach 28 Monaten
noch selb­ständig sei. Wie man im Folgenden einer Tabelle entnehmen kann,
handelt es sich dabei um ca. 70% der Gründer. Diese Zahl wurde in einem
Tele­fon­in­ter­view erfragt. Das Inter­view hatte 3000 Teil­nehmer, nur 70% hiervon
wurden nach 28 Monaten über­haupt ein weiteres Mal befragt.

Warum kam
mir diese Erfolgs­mit­tei­lung von Anfang an so unrea­lis­tisch vor??

Noch etwas finde
ich bei der Kurz­aus­wer­tung span­nend: zunächst wird dort behauptet, dass durch
den Exis­tenz­grün­dungs­zu­schuß schwer­punkt­mäßig schlechter quali­fi­zierte Gründer
erreicht wurden. Und dann wird noch schnell hinterher geschoben, dass der Exis­tenz­grün­dungs­zu­schuß
beson­ders von Frauen in Anspruch genommen wurde. Darf man daraus schließen, dass
bei den Grün­dern die Frauen eher die schlechter quali­fi­zierten sind? Ich hoffe,
nicht!
Meine
Theorie ist ja viel eher, dass Frauen für ihren Lebens­un­ter­halt auch eher
bereit sind, Tätig­keiten auszu­üben, die keine beson­dere Quali­fi­ka­tion voraus­setzen.
Das heißt noch lange nicht, dass die Inha­berin eines Party­ser­vice nicht diplo­mierte
Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­lerin ist.
Aber dazu
wurde wohl kein Zahlen­ma­te­rial erhoben…
Sabine
Korn­dörfer

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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