Kate­go­rien

Wie Sie Ihre Poten­ziale entwi­ckeln

Published On: 24. April 2012Cate­go­ries: Karriere

Was sind denn Ihre Stärken? Wer sich nicht regel­mäßig mit sich selbst beschäf­tigt, ständig Vorstel­lungs­ge­spräche absol­viert oder Tests, kommt bei der Antwort leicht ins Stocken.

Über­legen Sie deshalb zunächst einmal anders­herum: Was machen Sie gern? Was fällt Ihnen leicht? Was tun Sie ohne Anstren­gung?

… Fällt Ihnen etwas ein?

Mir zum Beispiel fällt das Schreiben sehr leicht. Das ist also eine Fähig­keit — oder auch eine Fertig­keit. Eine Fähig­keit wäre es, wenn diese Fähig­keit ange­boren sein sollte (was neuere Forschungen nicht nahe legen, besten­falls ist Talent eine Mischung aus Ererben und Erlernen). Eine Fertig­keit ist es, wenn  etwas erlernt und durch Üben verfes­tigt ist.

Gibt es etwas, das Ihnen in die Wiege gelegt worden ist? Oder wurde das, an was Sie gerade denken, doch erlernt? Im Effekt ist das gar nicht wichtig. Auf das Ergebnis kommt es an.

Von der Fähig­keit hin zum Talent ist es nicht mehr so weit. Genau­ge­nommen sind Talente über­durch­schnitt­liche Fähig­keiten. Talent, so belegt eine viel zitierte Studie, braucht sehr viel Übung, etwa 10.000 Stunden. Und wenn wir Wunsch­denken mal außen vorlassen, werden wir das aus eigener Erfah­rung bestä­tigen.

Poten­ziale auf der anderen Seite sind Möglich­keiten, Fähig­keiten, Fertig­keiten oder Talente zu entwi­ckeln. Die Voraus­set­zungen für die Möglich­keit, etwas zu entwi­ckeln, wirken befremd­lich, wenn man sich die dahinter stehende Logik nicht bewusst macht: Es reicht manchmal der Glaube, etwas zu können und die Moti­va­tion, das auch zu wollen.

Denn wenn man glaubt, etwas zu können, wird man es tun. Dann fällt es einem auch leicht. Oder (und) aber man hat keine Angst vor Wieder­ho­lung. Wenn Sie sich zutrauen, eine Horde Manager mit einem Mini-Floss über einen reißenden Strom zu navi­gieren, so ist die Wahr­schein­lich­keit relativ groß, dass Sie das schaffen. Und wenn Ihre Persön­lich­keit entspre­chend ist, macht Ihnen even­tu­elles Schei­tern auch nicht viel aus; sie wieder­holen das dann so lange, bis es klappt.

Wer sich das Navi­gieren der Horde Manager nicht zutraut, schei­tert schon daran, DASS er es sich nicht zutraut. Viel­leicht wäre er nervös, wenn er es trotzdem tut und würde aufgrund dieser emotio­nalen Unruhe an der Aufgabe zerbre­chen. Dann war sie wirk­lich zu groß. Wieder­holen wird man unter dieser Voraus­set­zung das Fluss-Vorhaben lieber nicht.

Viel­leicht wäre es aber auch so, dass der Unsi­chere die Aufgabe trotz dieser Unsi­cher­heit meis­tert. Beim nächsten Mal würde er es sich dann sehr wahr­schein­lich eher zutrauen. In dem Fall hat er nur einen kleinen Stups, einen Anstoß, gebraucht, um etwas über den Tellerrad des bisher für möglich geglaubten zu sehen und über die bishe­rigen Möglich­keiten hinaus zu handeln. Das ist der ideale Zustand für die Entwick­lung von Kompe­tenzen: Es tut ein klein wenig weh, wir tun es trotzdem, jipph, wir sind glück­lich, es gewagt zu haben.

Was uns das Beispiel bezogen auf Poten­ziale sagt?

  • Es ist gut, sich realis­tisch einzu­schätzen.
  • Um Poten­ziale zu entwi­ckeln, müssen Sie immer nur einen kleinen Schritt über Ihre bisher gewohnte Zone des Mögli­chen gehen.  So, dass Sie ein wenig Herz­klopfen haben, sich etwas unwohl fühlen. Ist es zu viel, wird es nicht funk­tio­nieren. Ist es zu wenig, entwi­ckeln Sie sich nicht.

Ach ja, da wir ja nebenbei eine Begriffs­klä­rung unter­nommen haben, fehlt auf meiner Liste noch eins: Was bitte sind Kompe­tenzen? Einfach: Das ist die Summe aller vorhan­denen Fertig­keiten, Fähig­keiten Stärken und auch der Talente. Poten­ziale gehören (noch) nicht dazu. Aber die wollen Sie ja auch entwi­ckeln. Und dann sind sie auch mit dabei.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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3 Kommen­tare

  1. Nadine Pfeiffer 25. April 2012 at 13:24 — Reply

    Schöner Einstieg in ein span­nendes Thema!
    Auch sehr inter­es­sant ist, wenn Unter­nehmen die zu entwi­ckelnden Poten­tiale des Mitar­bei­ters vorgeben und man im Coaching dieses entspre­chend umsetzen soll. Aus meiner Sicht steht immer die Reflek­tion des eigenen Verhal­tens und er eigenen Stärken ganz am Anfang. Und wenn dann noch die Ziele des Unter­neh­mens zu den Zielen des Mitar­bei­ters passen — fine!!

  2. […] vielen Anlei­tungen bei Face­book runter­laden können. Zentrales Thema ist die Frage: Was sind meine Kompe­tenzen und wie entwickle ich […]

  3. […] und gnaden­losen Aussor­tierer. „Was haben Sie in den drei Monaten von…bis gemacht?“ fragen sie im Vorstel­lungs­ge­spräch, der Blick ein einziger Vorwurf. Das Poker­face ein Spiegel puren Miss­trauens, der Mund verzogen, […]

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