Kate­go­rien

Netz­­werk-Nutzen­check: Twitter, Google+, Linkedin — welches für was? (Social Media Expe­ri­ment, Teil 9)

Published On: 18. Mai 2012Cate­go­ries: Karriere, Mensch & Orga­ni­sa­tion

Zwei gute Gründe bringen mich dazu, an dieser Stelle einen Nutzen­check sozialer Netz­werke zu bringen. Erstens wurde ich kürz­lich mit der Head­line „Xing ist out, Face­book wird das neue In-Netz­­werk“ zitiert –  was ich zur Jahres­wende 2010/2011 gesagt hatte, also vor mehr als einem Jahr. Diese Aussage stimmt so nicht mehr, mir ist schlei­er­haft, warum Medien sowas mit einer derar­tigen Zeit­ver­zö­ge­rung auspa­cken. Zumal bei so einem Schnel­l­­dreher-Thema.

Xing hat sich in den letzten Monaten sehr stark berap­pelt und einiges getan. So hat es z.B. Face­­book-ähnliche Funk­tionen einge­führt.  Mir scheinen die Diskus­sionen auf Xing zu Themen etwas sach­li­cher zu sein, wobei die Commu­nity auf Face­book emotio­naler reagiert. Zum Beispiel würde ich dem Hinweis auf einen lesens­werten FAZ-Artikel auf Xing mehr Poten­zial zutrauen und einem hoch­ge­la­denen pinken Auto (wie jüngst gemacht) mehr auf Face­book. Expe­ri­mente helfen, das für sich selbst auszu­testen.

Xing scheint sich vor allem als Akqui­seinstru­ment zu posi­tio­nieren – was natür­lich Leute nervt, die nicht akqui­riert werden wollen. Bei mir hat das leider dazu geführt, dass ich mir Nach­richten bei Xing nur noch sehr spora­disch ansehe, wenn über­haupt.  Bei anderen offen­sicht­lich auch, wie ich umge­kehrt neulich erfuhr, als jemand erst nach vier Wochen auf eine  Xing-Nach­richt von mir reagierte.

Zwei­tens kam gestern die Nach­richt, dass Google+ scheinbar Googles Problem­kind ist. So richtig inter­aktiv ist es wirk­lich nicht. Mir scheint es im wesent­li­chen Influencer anzu­ziehen, die anderen Influen­cern ihre Links zuschus­tern.  Aller­dings wirkt die Akti­vität hier stark auf das Such­ma­schi­nen­ran­king, was wir deut­lich an unserem Portal Karriereexperten.com merken. Das Posten hier ist aller­dings Fleiß­ar­beit und für Sarah, die das für uns macht, keine kommu­ni­ka­tive Berei­che­rung. Spaßiger ist es da bei Twitter, das den kolle­gialen Austausch fördert.

Welches Netz­werk bei welchem primären Inter­esse? Das habe ich einmal in einer Tabelle zusam­men­ge­stellt.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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6 Kommen­tare

  1. Frank Strat­mann 18. Mai 2012 at 17:48 — Reply

    Der wesent­liche Unter­schied besteht wohl darin, was wir aufgrund des Milieus, in dem wir uns bewegen, erwarten.

    Face­book eignet sich hervor­ra­gend, um kurz­fristig Aufmerk­sam­keit zu erhalten, sich in Erin­ne­rung zu rufen. Kontakt zu halten. XING hingegen ist inhalts­be­zogen als Face­book.

  2. Ulrike Bartos 18. Mai 2012 at 18:35 — Reply

    Ich finde, wer mobile nicht performt ist raus. Da kommt es dann auch nicht mehr darauf an, wie sich das Netz­werk posi­tio­niert. Daran wird sich entscheiden, ob LinkedIn oder Xing das Rennen machen.

    Bei Twitter ist es eigent­lich noch schlimmer. Wieso lassen wir uns die schlech­teste Suche aller­zeiten gefallen? (mobile ist es mit den Funk­tionen sogar noch schlimmer). Weil es noch keine Alter­na­tive gibt. Wenn die kommt, wird auch hier die Entschei­dung ganz schnell gehen. Da bin ich sicher.

    • Svenja Hofert 19. Mai 2012 at 9:27 — Reply

      Hallo Frau Bartos, oh ja, die Suche ist ein GRAUS. Ich mogele mich durch, weil ich Twitter direkt und Hoot­suite nutze, aber es ist tricky und nervig. Ich bin bei mobile nicht so sicher, mein Nutzungs­ver­halten ist da jeden­falls nicht anders, außer dass man sich eher längeren Content auf dem Ipad anschaut als auf dem PC. LG Svenja Hofert

  3. Lars Hahn 18. Mai 2012 at 21:19 — Reply

    XING wird von den Evan­ge­listen und Influen­cern chro­nisch unter­schätzt und klein­ge­redet. Selbst Schuld!

    Denn ich sehe das auch so: XING ist in DACH das Recrui­­ting- und HR-Netz­­werk. Hatte ich übri­gens in einer “streng wissen­schaft­lich” einfach spon­tanen Umfrage auf einer Karrie­re­messe bestä­tigt gefunden.
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=375857169092835&set=a.222522381092982.66117.213598905318663&type=1

    Aufträge oder gar Geschäfts­kon­takte mit XING zu gene­rieren, halte ich mitt­ler­weile für schwierig. Die das immer noch tun, finde ich eher anstren­gend.

    Was aber super geht ist, bestehende Geschäfts­kon­takte zu halten. Zumin­dest mit eher Social-Media-Passiven. Bei anderen geht besser Twitter, gell?! 😉

  4. Dr. Bernd Slag­huis 19. Mai 2012 at 23:49 — Reply

    Aus meiner Sicht hat XING extrem stark an Bedeu­tung verloren. Das, was früher noch ein “seriöses” Karriere- und Busi­­ness-Netz­­werk war, nimmt immer mehr Face­­book-Züge an, insbe­son­dere durch die zuletzt einge­führten Kommentar-Funk­­tionen. Das Niveau der Beiträge und insbe­son­dere Kommen­tare zu Beiträgen ist m. E. stark in den letzten Jahren gesunken. Dennoch ist XING sicher­lich DAS Netz­werk (zumin­dest in Deutsch­land), welches mit umfang­rei­chen Kontakt- und Netz­werk­mög­lich­keiten viele Mehr­werte bildet. Ich hoffe, der Trend der Annä­he­rung von Face­book (welches sicher auch seine Mehr­werte hat) und XING hält nicht an, sondern beide Seiten besinnen sich auf Ihre ursprüng­liche Ausrich­tung.

  5. Dominik 3. Juni 2012 at 18:47 — Reply

    ich kann Twitter nicht viel abge­winnen..

    LinkedIn werde ich zukünftig mehr nutzen

    Und auf Google+ werden wir wohl noch laaaange warten

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