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Man müsste doch mal…
Man müsste doch mal etwas arbeiten nach zwei Jahren Rumreisen und Rumleben, sagt die 21jährige Tochter einer Berliner Freundin und legt die Beine auf den Tisch. Man müsste aufräumen, sagt der Messi-Mann und suhlt sich in Papierbergen. Man müsste
aufhören, abends Rotwein zu trinken, kichert die Frau und gießt sich einen ein. Man müsste doch mal ein Buch schreiben, spricht der Trainerkollege in geselliger Runde. Ein Krimi! Ich auch, ich auch, ruft jeder einskommafünfte und hebt das Glas. Man müsste einen Blog eröffnen, mal was GANZ anderes machen, endlich Sport treiben, sich von dem Alten, dem Job und der Matratze trennen, auswandern, was Verrücktes machen, fliegen lernen…Man müsste… Vier Stunden schlafen und um fünf Uhr aufstehen, um all die Millionen Dinge zu schaffen, die man in seinem Leben noch so vorhat, denke ich mir, umgebe mich nachts um ein Uhr mit sieben Weckern, von denen ich einen nach dem anderen schon vor dem Aufwachen stummschalte oder KO schlage. Man müsste: gedacht, ausgesprochen, breit verkündet — ist der Todesstoß für jedes Vorhaben. Je mehr man darüber redet, desto tiefer sinkt der Wert dessen, was „man müsste“. Nehmen wir mal “man müsste doch mal ein Buch schreiben”.
- „Wie viel haben Sie denn geschrieben?“
- „Öh.…äh.… noch nichts, so direkt. Ich hab´s im Kopf, so die Idee.“
Man müsste… es nur aufschreiben.
Sie werden es nicht tun, denn:
- Wer lange redet, hat keine Zeit zum Handeln.
Gründe dafür, lange zu reden und Dinge nicht zu tun, gibt es viele:
- Sie könnten feststellen, dass Sie doch nicht können, was Sie zu können meinen.
- Sie müssten die Komfortzone verlassen und arbeiten, richtig arbeiten…
- Sie müssten sich direkt mit Leuten vergleichen, mit denen Sie sich dann doch lieber nicht messen wollen.
- Sie wollen eigentlich nur haben, was andere haben, wie damals im Sandkasten. Sie waren der Baggerklauer.
- Sie haben Angst vor Erfolg, vor neuen Freunden, alte zu verlieren.…und und und.
Auch möglich: Sie haben sich einfach Schwachsinn vorgenommen. Wie ich mit meinen fünf Uhr. Ich bin ein Nachtmensch, es ist idiotisch für mich, sich morgens rauszuquälen. Außerdem lass ich mir von MAN nichts sagen.
Es gibt ein Geheimrezept für Menschen, die wirklich etwas erreichen wollen. Streichen Sie „Man müsste“, das ist transaktionsanalytisch gesehen das Eltern-Ich. Gehen Sie ins Erwachsenen-Ich, diesen souveränen Zustand, in dem Sie sich und Ihr Leben steuern.
Sagen Sie: Ich will.
Und reden Sie nicht drüber. Reden, ohne zu tun, ist quatschen und quatschen ist Kind-Ich: Ich auch, ich auch, ätsch bätsch.
Machen Sie einfach. Tschüss.
Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewigkeit. Ich coache bei Veränderung, spreche über das, was Veränderung mit uns macht und berate an Weggabelungen. Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfolgreich gegründet, aktuell meine Akademie der Veränderung.
Weiterdenken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktueller, etwas pointierter, etwas tiefsinniger und pragmatisch vorausschauend.
Vielleicht kennen wir uns…
… aus dem Bücherregal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.
Als Kolumnistin schrieb ich DER SPIEGEL oder WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psychologen-Fachblatt „Wirtschaftspsychologie aktuell“ eine regelmäßige Kolumne. Man findet meine Interviews zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.
Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonntagskolumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abonnenten gehöre ich zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren auf dieser Plattform.
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Jawohl! Genauso ist es. So habe ich meine 5 Romane geschrieben und mit meiner Kollegin die Firma gegründet. Einfach tun. Treffender, als Sie es beschrieben haben, kann man es nicht darstellen! Dankeschön!
Cooler Artikel! …und so wahr!
Das trifft den Punkt der Realität 🙂 ..erst vor weniger als 48 Stunden erlebt. Ich habe nach 14 Jahren “einfach so” mit dem Rauchen aufgehört — zumindest sah es so für meine Umwelt aus, die sich recht überrascht gab. Und ich bin motivierter und zuversichtlicher denn je — und schon deswegen hatte ich vorher kaum Lust, es jemandem zu erzählen…
LG
[…] „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Diese Karrierefrage wird im Vorstellungsgespräch immer noch gern gestellt. Sie ist längst nicht mehr zeitgemäß: Es lässt sich kaum mehr planen, wo man in fünf Jahren stehen wird. Diese Unplanbarkeit macht berufliche Veränderung heute auf den ersten Blick schwieriger. Und einige Menschen blockiert das sogar. Ohne klares Ziel im Blick, ohne Perspektive, bekommen viele den Allerwertesten nicht hoch. Aber auch mit fällt es einigen schwer über das “man müsste mal” hinauszukommen (dazu ein älterer Beitrag von mir hier). […]