Kate­go­rien

“Ich will auch Coach werden und meine Beru­fung leben!”

Published On: 24. Januar 2013Cate­go­ries: Mensch & Orga­ni­sa­tion

Ob ich auch durch eine Krise zum Coaching gekommen sei, wurde ich schon mal gefragt von jemand, der sagt “ich will auch Coach werden.” Ich verzog mich an den Neben­tisch, sonst könnte ich mir eine ehrliche Anmer­kung mögli­cher­weise nicht verkneifen. Nein, Krise, kann ich nicht mit dienen. Keine Burn­out­ver­gan­gen­heit. Ein bißchen Glass Ceiling, aber hat mich nicht sehr mitge­nommen — Geld genommen und ange­legt.

“Ich will auch meine Beru­fung leben”, wäre mögli­cher­weise der Folge­satz geworden. Hm, ha. Auch. Ich halte nicht viel von Beru­fungen, mögli­cher­weise weil ich nicht beson­ders gläubig bin. Ich sehe Job als Job. Es gibt schlechte, mitt­lere und gute. Gut ist, was zu einem passt. Ich habe einen guten Job. Aber ich vermute, dass ich auch andere Jobs hätte machen können, mit dem ähnli­chem Effekt einer ordent­li­chen Zufrie­den­heit. Und mögli­cher­weise mache ich auch noch mal was anderes. Die Traum­kar­riere ist nie zuende.

Das (Berufs-)leben als Coach wird in einer Weise als vermeint­li­cher “Traumjob” glori­fi­ziert, die mir unge­heuer ist. Der Beruf, der keiner ist, zieht teils falsche Leute an. Wenn sich wieder jemand aus einer persön­li­chen Krise heraus selbst­ständig machen will, möchte ich manchmal Greggs Tage­buch zitieren und fragen “geht´s noch?” Wenn die Beru­fung wenigs­tens nach 20 Jahren als Perso­nal­ent­wickler oder als Führungs­kraft kommen würde. Doch allzuoft zeigt sie sich unmit­telbar nach der Entde­ckung, mitunter mit 22 Jahren gemacht, dass das Berufs­leben eher Eier­tanz als fröh­li­ches Eisessen ist. In diesem Alter kann man in der Persön­lich­keits­ent­wick­lung noch nicht beson­ders weit sein. Das zeigt z.B. auch die Glaube, man könne das.

“Können Sie nicht mal mit XY reden?” werde ich manchmal von Menschen gefragt, die es nett meinen. “Der/die will sich als Coach selbst­ständig machen!” Ich geh dann in Deckung. Denn aufklä­re­ri­sche Maßnahmen ohne Bezah­lung nehme ich nur hier im Blog vor — sie haben in fort­ge­schrit­tenem Stadium der Willens­bil­dung ohnehin keinen Sinn. Im besten Fall hört man “Ich weiß ja, dass der Markt zu ist, aber Coaching ist einfach mein Ding.”

Sein Ding in dieser Hinsicht entdeckt man leicht und schnell. Man macht eine Coachingaus­bil­dung und wird (wie alle!) gutes Feed­back bekommen, denn es kann fast gar nicht anders sein. Die Situa­tion des Coachings ist darauf ange­legt, posi­tive Feed­backs zu erzeugen, weil man im besten Fall Menschen zu befrei­enden Gedanken und ihrem eigenen Glück führt. Das verführt zu dem Schluss man sei selbst gut. Aber man wendet nur Methoden an. Die kann jeder lernen. Viele der Neu-Coachs sind in Wahr­heit Feed­back­jäger. Das ist eine verbrei­tete Moti­va­tion nach einer wodurch auch immer bedingten Krise.

Schauen Sie nur mal hier in meine Screen­shots vom Google-Key-Word-Tool und achten Sie auf die Häufig­keit, mit der “Coach werden” einge­geben wird. Das verspricht ein gutes Geschäft für mein im Herbst bei Gabal erschei­nendes Buch “Meine 100 besten Coaching-Tools”. Und Coachingaus­bilder, von denen es immer mehr gibt, kriegen ihre Kurse offen­sicht­lich bei dieser Anzahl an Anfragen auch noch voll, trotz wach­sender Konkur­renz.

Eine Zeit­lang haben Anbieter dieser Ausbil­dungen ihre Leute in dem Glauben gelassen, sie könnten sich damit selbst­ständig machen.

Mich freut inso­fern zu hören, dass einige offenbar umschwenken und Coaching nicht mehr als selbst­stän­dige Tätig­keit, sondern als im Job nutz­bares Hand­werks­zeug verkaufen. Denn eine Job-Option als selbst­stän­diger Coach ist es nur für die mit einschlä­giger HR-Berufs­­er­­fah­rung und die, die Tätig­keiten kombi­nieren. Erst recht ist es keine Option, wenn man ernst­haft an Privat­kunden als Ziel­gruppe denkt und kein Trainer, Outplacer oder Perso­nal­ent­wickler im Hauptjob ist. Privates Coaching ist eine Teil­ziel­gruppe für eine Hand­voll Leute, die meist ewig im Geschäft sind. Oder die das neben­be­ruf­lich machen. Oder die einen gut verdie­nenden Ehepartner haben.

Ein Buch, ein bißchen Posing und das ® an eine Wort­schöp­fung kleben — das war früher mal ein Weg. Der Markt ist heute “zuer” als zu, auch begriff­lich wie man oben sieht. Niemand wird mit einer Google-Anzeige mehr punkten oder müsste Geld ohne Ende raus­schleu­dern, was sicher nicht wieder rein­kommt.

Ich sehe diese Entwick­lung schon lange, Coaching ist am Ende des Produkt­le­bens­zy­klus ange­kommen. Deshalb habe ich 2011 die Karrie­re­ex­perten gegründet, auch um (m)eine Begriffs­al­ter­na­tive zu etablieren. Mein Gedanke war, dass sich das Coaching profes­sio­na­li­sieren UND indi­vi­dua­li­sieren muss. Mir war und ist es wichtig, die beson­dere Exper­tise, Heran­ge­hens­weise, den spezi­ellen Ansatz von Anbie­tern im Coaching­um­feld zu zeigen. Ich sehe hier viele Markt­lü­cken, die keiner füllt. Alle wollen Coach sein, syste­mi­scher Coach, Busi­ness Coach, whatever. Aber weniger wollen ein beson­deres Profil entwi­ckeln.

Aber auf dem freien Markt reicht das “ich biete Coaching” nicht. Hier punkten beson­dere Kombi­na­tionen, Erfah­rungen, Methoden, Konzepte, Zugänge, Ressourcen und natür­lich auch die Persön­lich­keit des Coachs — und dessen Marke­ting. Dazu möchte ich Ihnen morgen Deutsch­lands ersten Coach mit Hund  vorstellen — Sabine Dinkel, die genau das beherrscht. Und die es ohne die sonst gängige Ziel­­gruppen- oder Themen­po­si­tio­nie­rung geschafft hat und trotz “zuem” Markt. So viel ich weiß auch ohne größere Krise 🙂

Apropos Coach werden: Hier gibt es unseren Selbst­lern­kurs Coach werden, für alle,  die an einer realis­ti­schen Einschät­zung inter­es­siert sind.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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40 Kommen­tare

  1. Heiko Stein 24. Januar 2013 at 15:29 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    danke für diesen Beitrag, der es auf den Punkt bringt. “Das könnte mein Job sein” habe ich gedacht, als ich mein erstes Führungs­­­kräf­­te­­trai­­ning/-coaching bei einem sehr erfah­renen Trainer und Coach hatte. Das war 1998 und für mich stand fest: irgend­wann gehe ich diesen Schritt. Aber mir war auch klar: mit damals gerade einmal 30 Lenzen habe ich dafür noch zu wenig Lebens- und Berufs­er­fah­rung. Also weiter Erfah­rungen sammeln, außerdem Trai­nings besu­chen, Trainer und Coaches anschauen, weiter­bilden, als Führungs­kraft Mitar­beiter coachen (und dabei üben, üben, üben) … zehn Jahre lang. Vor fünf Jahren bin ich den Schritt gegangen (ohne Lebens­krise). Und ja: ich verdiene mein Geld als Berater, Trainer und MIT Coaching, z. B. wenn es sich im Rahmen eines bestehenden Auftrags anbietet. Das gibt mir auch die Frei­heit, Coaching-Anfragen abzu­lehnen, wenn es aus meiner Sicht aus den verschie­densten Gründen einfach “nicht passt”. Weil ich nicht von Coaching leben muss (und es davon allein vermut­lich auch nicht könnte).

    • Svenja Hofert 24. Januar 2013 at 17:32 — Reply

      Hallo Herr Stein, lieben Dank für die offene Ergän­zung. Ich denke es ist wichtig, dass einige von uns die Karten offen­legen, weil zu viele eine Show um ihre Auftrags­lage machen. Nach außen sieht vieles nach busy aus, was nach innen oft keine Voll­aus­las­tung ist. Die Wahr­heit ist, dass eine Kombi fahren oft der einzige Weg ist. LG Svenja Hofert

  2. Ilona Bürgel 24. Januar 2013 at 18:46 — Reply

    Liebe Frau Hofert, das ist ja mal eine inter­es­sante Theses das Coaching am Endes des Produkt­le­bens­zy­klus ange­kommen ist. Das wäre schade. Ich teile die Auffas­sung, dass es eine erheb­liche Markt­sät­ti­gung gibt, da immer mehr Menschen anderen “helfen” wollen. Auf der einen Seite spie­gelt dies ganz klar einen gesell­schaft­li­chen Bedarf wieder, nämlich sich mehr mit sich zu befassen, auf der anderen eine Illu­sion der Anbieter, hier das schnelle Geld zu verdienen. Bei kommu­ni­zierten Durch­schnitts­stun­den­sätzen von EUR 150 läuft sicher dem einen oder anderen das Wasser im Mund zusammen, dies auch verdienen zu wollen. Stellt man sich selbst die Frage unter welchen Bedin­gungen bin ich bereit, für eine Leis­tung einen solchen Betrag zu inves­tieren, sieht die Welt oft anders aus. Ich denke, wie in allen anderen Märkten auch, wird die Berei­ni­gung des Über­an­ge­botes ganz von allein statt finden.

    • Svenja Hofert 26. Januar 2013 at 10:26 — Reply

      Liebe Frau Bürgel, danke für Ihren Kommentar. Coaching als Methode meine ich nicht, sondern als Begriff 😉 Ja, so ist es: Selbst wir haben etwa 50% Firmen­be­zahler, das ist sogar vergleichs­weise wenig. Ich akqui­riere nicht, sondern werde empfohlen oder ein 2. oder 3. Mal konsul­tiert, oft von Menschen, die vor Jahren mal bei mir waren und nun z.B. ein Outpla­ce­ment­budget haben, oder deren Partner oder ein Freund. Auch einige Perso­nal­leiter oder Betries­räte in Hamburg haben uns für das beson­ders indi­vi­dua­li­siertes, coachin­g­ori­en­tiertes Outpla­ce­ment entdeckt und schi­cken nach Bedarf Leute zu uns.
      Natür­lich ist es mit einem ange­messen großen Budget und der Firma dahinter viel, viel ange­nehmer: Man kann entspannter arbeiten und muss nicht “auf die Tube” drücken (der Prozess kommt hier manchmal zu kurz). Die meisten Coachs haben meiner Erfah­rung nach eher einen Privat­kun­den­an­teil von 10–20% — und sind sie nicht bekannt, wird allein die Grenze von 100 EUR schon schwer zu knacken sein.
      Nur sehr wenige Coachs mit Privat­kunden können hohe Hono­rare reali­sieren, dabei ist es meiner Erfah­rung eher egal, ob die Kunden 50.000 oder 250.000 EUR im Jahr verdienen. Ich habe Klienten, die wenig verdienen und denen die Bera­tung so wichtig ist, dass sie nicht so sehr aufs Geld schauen. Und umge­kehrt. Für die Kompakt­an­ge­bote zahlen alle dasselbe, aber für Nach­fol­ge­ter­mine vari­iere ich.
      Ich habe gute Erfah­rungen mit Kompakt­an­ge­boten gemacht, bei uns sind es 1,5–2 Stunden (der nächste Schritt), 3–4 Stunden (360Grad) und 6–7 Stunden (Stra­te­gietag), je nach Anliegen. Das mitt­lere Paket wird mit Abstand von Neu- und Privat­kunden am häufigsten gebucht. Funk­tio­niert wunderbar, zumal viele von außer­halb anreisen. Es gibt bei uns zwar auch die Priva­t­­zahler-Stunde (bei mir persön­lich für 195 EUR netto = 232,05 brutto) — aber die wird selten genommen. Und wenn ist sie so voll­ge­packt mit Fragen, dass ich mein entspann­teres Einstei­ger­paket für 1–5‑2 Stunden bevor­zuge, selbst wenn ich da mal ein paar Minuten mehr inves­tiere… mein zentrales Anliegen ist, meine Sache gut zu machen. Nicht zu vergessen ist auch die Vorbe­rei­tung, die ich nicht berechne und die auch eine Einzel­stunde mit sich bringt. Und da bin ich wirk­lich perfek­tio­nis­tisch. In neue Termine gehe ich nie unvor­be­reitet, arbeite immer mit Frage­bögen, recher­chiere etc. Meine Mitar­bei­terin und meine Koope­ra­ti­ons­part­nerin Frau Ludwig machen es genauso: Jede Unter­lage wird sich vorher ange­schaut — nur bei sehr umfang­rei­chen Mate­ria­lien z.B. 30 Seiten Test­ergeb­nissen berechnen wir das.
      Also, liebe Coach-Inter­es­­senten: Über­legt es euch gut. Was die Verbände so über Verdienst­mög­lich­keiten sagen, ist eben Lobby­po­litik. Auch Firmen bezahlen nicht mehr unbe­sehen 350 EUR/Stunde. Zudem gibt es starke regio­nale Unter­schiede. Im Süden und im Süden außer­halb der großen Städte ist manchmal mehr drin als rund um Berlin und auch Hamburg. Und ad 2.) werden Coachs befragt — sind wenige ehrlich. Ist ja auch Marke­ting zu sagen, man mache Big Busi­ness. LG Svenja Hofert

  3. Lars Hahn 24. Januar 2013 at 21:00 — Reply

    Ich bin auch Coach. Sehr erfolg­reich. Zu etwa 10–20% meiner Arbeits­zeit als ange­stellter Geschäfts­führer. Die über­wie­genden Zeiten meines Wirkens verbringe ich mit Vertrieb, Führung, Orga­ni­sa­tion, Netz­werken, Planen etc.

    Dazu kommt, dass ich seit über zwanzig Jahren Bildungs- und Karrie­re­be­ra­tung mache und beruf­lich in die Coachingrolle rein­ge­wachsen “wurde”.

    Übri­gens sage ich heute nicht mehr, dass ich Coach bin oder dass wir in der LVQ Coaching durch­führen. Ich spreche lieber von Karrie­re­be­glei­tung, Support oder Planungs­ge­sprä­chen, gleich­wohl unsere Tools wirksam sind.

    Aber das hat eher damit zu tun, dass der Begriff Coaching gnadelos gebraucht wird, für alles was irgendwie den Klienten unter­stützt.

    Was früher der Heil­prak­tiker oder Heiler war, ist heute der Coach. Klar, Zeit­geist: Ist halt mehr Busi­ness drin.

    • Markus Väth 25. Januar 2013 at 22:09 — Reply

      “Übri­gens sage ich heute nicht mehr, dass ich Coach bin oder dass wir in der LVQ Coaching durch­führen. Ich spreche lieber von Karrie­re­be­glei­tung, Support oder Planungs­ge­sprä­chen”

      Geht mir genauso. Meist sage, dass ich “Psycho­loge” bin (stimmt ja auch, bin Dipl.-Psych.). “Coach” ist inzwi­schen zu infla­tionär gebraucht.

  4. Bettina Stackel­berg 25. Januar 2013 at 13:14 — Reply

    Liebe Svenja, liebe Leser!

    So ist es, ja! Und doch auch, aus meiner Sicht, ein wenig anders! 🙂

    Beru­fung hat für mich nicht unmit­telbar mit Glauben etwas zu tun. Ich bin sehr dankbar, offenbar seit langem meine Beru­fung gefunden zu haben … oder nennen wir es die Aufgabe, die ich hier zu erfüllen habe. Das klingt aber sicher in manchen Ohren auch schreck­lich esote­risch :-))
    Für mich persön­lich ist das Ding mit der Beru­fung aus folgendem Grund so wichtig:
    Ich bin einfach sehr dankbar, dass ich seit Jahr­zehnten meiner Beru­fung nach­gehen darf — also das tun darf, was ich am liebsten mache UND am besten kann.

    Also: Die, die sich wirk­lich und ehrlich berufen fühlen zum Coach: JA! Diese Menschen brau­chen wir.

    Ihnen muss aber vielerlei klar sein:
    * … dass Coaching selten spek­ta­kulär ist.
    * … dass Coaching m.E. weniger eine Metho­den­samm­lung ist, sondern eher eine Haltung Menschen gegen­über.
    * … dass eine gute Ausbil­dung wichtig ist! Dadurch bin ich zwar noch lang kein guter Coach…aber zumin­dest kein ganz schlechter mehr. (Und mit Ausbil­dung meine ich eine zerti­fi­zierte MIT Prüfung. Alles andere ist ein reines “Habe teil­ge­nommen” Attest und sagt gar nix aus.
    *… dass niemand etwas im Coaching zu suchen hat, der sich als toller Hecht und Heils­bringer und Retter in den Vorder­grund stellen will!
    * … dass du als guter Coach einen Klienten nicht als sichere Einnah­me­quelle über Jahre hast. Als guter Coach hast du nämlich konkrete Themen mit ein paar Sitzungen geklärt.
    * … dass in der Tat eine möglichst spitze Ausrich­tung wichtig ist, sei es auf eine sehr konkrete Ziel­gruppe, ein sehr konkretes Thema oder ähnli­ches. “Ich bin Coach. Spezia­li­siert auf Konflikte” entlockt höchs­tens ein Gähnen und reicht nie im Leben aus, um sich auf dem Markt nach­haltig zu posi­tio­nieren.
    * … dass ein Coach extrem selbst­re­flek­tiert sein muss.

    Und eines ist mir beson­ders wichtig (Danke, Svenja, dass ich das an dieser Stelle gut loswerden kann, weil es so gut passt!):

    Es kann und soll NICHT JEDER Coach werden!
    Das ist mir seit einiger Zeit immer wieder ein beson­deres Ärgernis, dass eine sehr medien-promi­­nente Vertre­terin unserer Zunft markt­schreie­risch behauptet: “Jeder kann coachen.”
    (Und zu diesem Zwecke auch gleich mal flugs eine Coaching Akademie gründet, die Coaches ausbildet. Tsss…)

    Nein. Es kann NICHT jeder coachen. Sicher­lich, jeder kann sich Fähig­keiten antrai­nieren, die ein guter Coach auch braucht.
    Aber es gibt m.E. sehr eindeutig Menschen, die auch dadurch kein guter Coach werden.
    Bei denen z.B. die wich­tigen Fähig­keiten Neugier, Empa­thie und Wert­schät­zung nicht genü­gend ausge­prägt sind.

    “Jeder kann coachen” leistet m.E. genau dem Vorschub, dass jeder sich berufen fühlt und jeder von heut auf morgen (Nach Lektüre von 1–2 Büchern) loscoacht. Und das ist fatal und grau­selig, weil:
    “Schlimms­ten­falls hilfts halt nix!” stimmt eben nicht.
    Mit “falschem” oder gar fahr­läs­sigem “Coaching” kann man verdammt viel anrichten und kaputt machen. Hier ist wirk­lich jede Menge Acht­sam­keit gefragt!

    Noch ein Wort zu meinem Kollegen Lars Hahn: Hmm, ich frage mich gerade, warum ich mich anders nennen sollte, nur deshalb, weil es soviele Schar­la­tane gibt in dem Metier?
    Ist dadurch nicht der begriff­li­chen Belie­big­keit Tür und Tor geöffnet? Finden da nicht nur noch immer mehr Fanta­sie­be­griffe ihren Platz, unter denen man sich viel oder gar nix vorstellen kann?
    Ich bin Coach. Und ich zeige durch meine Arbeit, dass ich ein ernst­hafter, ausge­bil­deter, erfah­rener und guter Coach bin. Das zeigt sich während des Prozesses und dann passt der Name auch. Oder?!

    Eine wunder­bare, inter­es­sante und sooo wich­tige Diskus­sion — werde sie gleich noch ein biss­chen verbreiten im Netz! Danke dafür.

    Herz­lichst, Bettina Stackel­berg

    • Svenja Hofert 25. Januar 2013 at 18:29 — Reply

      Hi Bettina, danke für deine lange, konkrete und prak­ti­sche Ergän­zung. Das mit der Beru­fung ist relativ, man muss das Wort defi­nieren… mir wurde es zu oft in einem esote­ri­schen Zusam­men­hang verwendet. Es ist wichtig, etwas zu finden, mit dem man zufrieden ist — nenn es Beru­fung. Aber man darf bei allem nicht vergessen, dass es für die meisten von uns immer noch um Exis­tenz­si­che­rung geht 😉 Zum Wort: ich seh das durchaus auch als wich­tige Frage. In dem Moment, in dem etwas über­wie­gend negativ besetzt ist, wird durchaus auch ein Begriff zum Problem. Soweit ist es noch nicht, aber es könnte kommen. LG Svenja

      • Mayana 22. April 2015 at 21:53 — Reply

        Hallo,

        ehrlich gesagt, find ich den Artikel schon nach ein paar Sätzen wirk­lich einfach herab­las­send u negativ…esoterisch hin oder her, solange eine Denk­weise hilft, hat sie das recht als richtig zu gelten …klar ist, viele deut­sche sind manchmal einfach zu rational u. lehnen etwas schnell ab, was sie nicht sehen, wissen­schaft­lich erklären oder fühlen können…vielleicht kann man öfter mal zu den amerik­an­si­chen Freunden schauen (im Bereich Coaching) …DA ist leben…da ist offenheit…wen hilft die pessi­mis­ti­sche sicht weiter??? niemanden..u erfolg kann man damit schon gar nicht errei­chen… ich traue vielen Menschen soviel Verstand zu, dass sie nicht leicht­gläubig in diesen Beruf gehen (gilt eigent­lich für jeden Beruf), es muss liebe u erfah­rungen hinter stehen, den ehrgeiz mehr­wert zu schaffen, dennoch muss man auch Unter­nehmer sein…beides in einem eben…aber das wich­tigste NICHT NEGATIV (wie der Beitrag) u härter arbeiten als die masse es tut..

  5. Lars Hahn 26. Januar 2013 at 15:18 — Reply

    Kleiner Nach­satz und eine Antwort auf die Frage von Bettina: Natür­lich sollte jemand, der Coach ist, sich auch Coach nennen. Da der Begriff eben unge­schützt ist, empfiehlt es sich viel­leicht, direkt im Unter­titel das Allein­stel­lungs­merkmal heraus­zu­ar­beiten und sich abzu­setzen. Übri­gens gilt das ja für Unter­neh­mens­be­rater genauso. Da gibt es richtig gute, aber eben auch ganz schau­er­liche Ange­bote auf dem Markt.
    Wobei: Fanta­sie­be­griffe müssen ja gar nicht sein. Karrie­re­ex­perte finde ich wunder­schön als Begriff. Er ist weder geschützt, noch infla­tionär unter­wegs. Für mich passt’s, für viele andere viel­leicht nicht.

    • Svenja Hofert 26. Januar 2013 at 22:20 — Reply

      Hi Lars, klar, ich verwende den Begriff ja auch, schon weil ich weiß, wie viele Such­an­fragen “Coach werden” produ­ziert und meine Seite gut gelistet ist. Nur sollte sich niemand Coach nennen, der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung betreibt 😉 — absolut chan­cenlos. Es ist nicht leicht mit den ganzen Begriffen und Wörtern, da habe ich gerade einen neuen Beitrag im Kopf nachdem ich hier in in einer Zeit­schrift gelesen habe “Senior PR Director & Free­lancer, Berlin”, einfach cool LG Svenja

  6. Chris­toph Schlachte 26. Januar 2013 at 21:36 — Reply

    Ich kenne niemanden der einfach nur als Coach arbeitet und erfolg­reich ist. Meist ist Coaching eine ergän­zende Quali­fi­ka­tion. Ohne eine beruf­liche Primär Kompe­tenz macht es aus meiner Sicht keinen Sinn eine Coaching Weiter­bil­dung zu machen. Damit kann man diese jedoch sehr gute “veredeln”, d.h. besser als Berater, Trainer, Führungs­kraft oder Fach­kraft in seinem Job arbeiten. Da liegen die beson­deren Chancen in dieser persön­li­chen Weiter­bil­dung.

    • Svenja Hofert 26. Januar 2013 at 22:23 — Reply

      genauso ist es 😉 Veredeln bringt es auf den Punkt. Danke für den Comment. LG SH

  7. Petra Schuseil 29. Januar 2013 at 11:24 — Reply

    Liebe Svenja Hofert, vielen Dank für Ihren inter­es­santen Beitrag. Ich stimme in fast allem zu. HIer mein Blog-Beitrag als Kommentar mit weiter­füh­renden Gedanken http://bit.ly/T43OPi
    .

    Herz­li­chen Dank dafür. Danke auch an die inter­es­santen Kommen­tare, vor allem Bettina Stackel­berg. Herz­liche Grüße vom Zürichsee.

  8. Dr. Nico Rose 29. Januar 2013 at 12:43 — Reply

    Sehr sehr guter, wich­tiger Artikel! Wie das ansonsten doch funk­tio­niert mit dem Geschäfts­mo­dell habe ich anno­da­zumal in der “Trai­ning Aktuell” verewigt (kosten­frei zum Down­load: 🙂
    http://bit.ly/WuJ4jY

    • Svenja Hofert 29. Januar 2013 at 19:27 — Reply

      danke­schön, sehr hilf­reich, LG SH

  9. Ulrike Berg­mann 29. Januar 2013 at 19:12 — Reply

    Liebe Frau Hofert,
    herz­li­chen Dank für Ihre kriti­sche Betrach­tungs­weise zu der verbrei­teten Haltung “Ich werd’ dann mal Coach!”
    Ich bin jetzt mal etwas poin­tiert und möchte dazu noch setzen “…weil mir nichts Besseres einfällt.” In meinen Coaching­gruppen für Grün­de­rInnen sind sehr viele, die sich in diesem Bereich selb­ständig machen wollen. Ihnen rate ich regel­mäßig, sich ein Feld zu suchen, in dem sie ihre Begeis­te­rung für die Arbeit anderen Menschen (die sie oft erst auf die Idee gebracht hat) mit ihren Erfah­rungen, Fähig­keiten und Inter­esse am besten verbinden. Dann können sie in der Selb­stän­dig­keit auch Erfolg haben. Jedoch nicht als “Coach”, sondern weil sie ihre persön­li­chen Faktoren ideal mit anderen Optionen (Aufgaben, Themen, Ange­bots­formen) so in Einklang bringen, dass es auch finan­ziell inter­es­sant wird. Manches Mal führt der Weg dorthin erst über bittere Erkennt­nisse (Selb­stän­dig­keit trägt sich nicht) zu einer Tätig­keit, in der sie Leben­dig­keit, Zufrie­den­heit und Erfül­lung erleben.

    Herz­liche Grüße vom Starn­berger See
    Ulrike Berg­mann

    • Svenja Hofert 29. Januar 2013 at 19:33 — Reply

      Lienbe Frau Berg­mann, hmmmm, weil mir nix anderes einfällt…das sehe ich auch so. Es ist so wie mit Audi und BMW: Man stürzt sich auf Arbeit­geber, die man sofort sieht und schick findet und auf Berufe, die einen Namen haben, den man versteht und nicht etwa “Mitar­beiter ABC”. Jour­na­list ist auch sowas, hat Glanz und Namen… Aber: “Hätte jemand mir gesagt, dass ich mein Leben lang kaum je über 3.000 brutto kommen werde und dann auch noch selbst­ständig arbeiten muss, ich wäre diesen Weg nie gegangen.” Beim Coach hört sich das so an: “Kann es wirk­lich sein, dass man nur ein, zwei Stunden die Woche coacht. Ist das normal?” Nicht für alle, aber für viele. Würde jemand denen das sagen, die Zahl der Coach­­werden-Willigen würde wohl schrumpfen.
      Danke Ihnen für die tolle Ergän­zung. herz­lichst Svenja Hofert

      • Ulrike Berg­mann 4. Februar 2013 at 14:59 — Reply

        Guter Hinweis! Das läuft oft nach dem Prinzip: Wenn alle dorthin wollen, muss es wohl etwas Beson­deres sein!? Dann braucht man nicht weiter darüber nach­denken. Und böeibt vor allem schön in der Masse 😉
        Ich habe das Thema gerade im Mutma­cher­Ma­gazin noch einmal aufge­griffen und meine Gedanken dazu verknüpft: http://bit.ly/Wma8Ra

    • Der Krenar 13. Februar 2015 at 23:30 — Reply

      als unpar­tei­scher Leser möchte ich Ihnen einen Lob ausspre­chen: Sie sind viel­leicht die einzige, wo ich das Gefühl hatte, Ihr geht es um die Sache, sie drückt sich so verständ­lich liebe­voll aus, dass Ihr Vorschlag Jeder gerne annehmen würde.
      Ich würde, bei allen anderen Coches die mitdis­ku­tiert haben, ihre Coach­qua­lität auf keinem Fall in Frage stellen. Einige haben mich sogar beein­druckt, in der Tat, wie zB die Frau X. Aber bei den meis­tens hatte ich den Eindruck, dass sie mehr von sich gespro­chen haben als von der Sache. Es kam mir wie eine Schleich­wer­bung vor.
      Was das Thema Coaching angeht, wie auch bei anderen Berufs­gruppen ist die gleiche Proble­matik. Auch dieser Beitrag wird den Trend nicht abhalten. Über einen guten Arzt erkun­digt man sich auch bei seinen Freunden. Der Erfolg gibt einem Recht. Den Rest regelt der Markt.

  10. Gudrun Woos­mann 29. Januar 2013 at 21:08 — Reply

    Hallo zusammen,

    ist das wirk­lich so toll, eine Berufs­be­zeich­nung zu tragen, dessen Wort am Markt voll­kommen über­schwemmt ist? Warum zerti­fi­ziert man sich nicht einfach noch eine Stufe weiter, zum “Privaten Bildungs­träger”? Ich hab#s geschafft. Ihr schafft das auch! Ist ganz einfach: http://bit.ly/VubzjQ

    Wie heißt es immer so schön: Man sollte sich von der Masse abheben!

    Private Bildungs­träger gibt es leider nicht sehr viele. Ich bin da fast konkur­renzlos… :-/

    Warum ich mich dazu zerti­fi­zieren gelassen habe? Weil ich den ganzen 08/15 Mist, der AfA und der JC einfach nicht mehr ertragen kann und den Erwerbs­losen erfolg­reich helfen will. Was auch zu 99,5 % gelingt… 🙂 Finan­ziell reich bin ich deswegen zwar nicht, dafür aber an Erfah­rungen sehr reich. Geld verdiene auch ich mit frei­be­ruf­li­chen Projekten. Ist doch auch schon mal was… 🙂

    Ich bin KEIN Coach und werde es auch nie sein. Bei mir werden die Menschen beruf­lich weiter­ge­bildet. Erwach­sene Menschen benö­tigen keine Nach­hilfe (coaching) mehr… 😉

    Denkt mal drüber nach, ich könnte gut und gerne ein biss­chen fach­män­ni­sche Konkur­renz gebrau­chen… 🙂

    Viele Grüße
    Gudi

    • Svenja Hofert 30. Januar 2013 at 10:34 — Reply

      Hallo Frau Woos­mann, da sist echt ein guter Tipp mal in diese Rich­tung zu denken, lieben Dank für den Hinweis. Das würde ich Sie viel­leicht mal zu befragen wollen und noch mal auf Sie zukommen. LG Svenja Hofert

    • Andreas Vößner 6. November 2014 at 18:11 — Reply

      …Siehe Website

  11. Chris­toph Burger 30. Januar 2013 at 15:40 — Reply

    Hallo an die Runde,
    schöner Artikel, inter­es­sante Kommen­tare. Dazu
    1.) Nicht jeder kann coachen, das sagt auch meine Erfah­rung aus der Durch­füh­rung des Semi­nars “Coaching-Kompe­­tenz” an der Uni Mann­heim. Dort habe ich auch nicht den Gedanken verfolgt, Coachs zu produ­zieren, sondern, eine gewisse Kompe­tenz zu entwi­ckeln, die später auch z.B. im Führungs­alltag einge­setzt werden kann. Insge­samt 3 Semi­nar­tage plus “Haus­auf­gabe”. Das reicht m.E. für den Anfang für diesen Zweck (3 Credits).
    2.) Von Svenjas Idee, den Begriff “Karrie­re­ex­perten” zu benutzen, bin ich begeis­tert. Zumal es meine Ausrich­tung trifft. Dementspre­chend bezeichne ich mich auch als Karrie­re­be­rater, nicht als Coach. Bera­tung ist “direk­tiver”. Aller­dings ist es wohl sinn­voll, den Begriff “Coach” bzw. “Coaching” trotzdem weiter parallel zu benutzen, da er einge­führt ist.
    3.) Bera­tung ist übri­gens (noch) “renten­ver­si­che­rungs­frei”, Coaching nicht. Wer also vorwie­gend Bera­tung betreibt, sollte sich, falls frei­be­ruf­lich unter­wegs, viel­leicht aus diesem Grund eher auch Berater nennen.
    Beste Grüße,
    Chris­toph Burger

  12. Barbara Stel­dinger 25. Februar 2013 at 12:18 — Reply

    Hallo zusammen,

    endlich mal jemand, der es auf den Punkt bringt, vielen Dank. Ich verdrehe nämlich schon immer inner­lich die Augen wenn jemand zu mir kommt und sagt, also ich will Coach werden. Sie haben die eine oder andere Fort­bil­dung besucht, eine Methode faszi­niert sie, der Job wackelt. Und dann — ich werde Coach!

    Oje. Wie oft habe ich dann schon erklärt, dass das nicht ausreicht. Da kommt jemand aus der Gastro­nomie und wird jetzt Coach? Nichts gegen die Gastro­nomie, auch gibt es begna­dete Menschen, die urplötz­lich ihre Beru­fung erkennen. Allein mir fehlt der Glaube daran.

    Mein Eindruck ist, dass ihnen oft nicht klar ist, wie heiß umkämpft der Markt ist und was noch alles so an mensch­li­cher Lebens­er­fah­rung und fach­li­cher Kompe­tenz dazu­ge­hört um erfolg­reich zu werden. Ich bin Coach klingt eben irgendwie schick.

    Dazu kommen dann noch die persön­li­chen Blockaden und hinder­li­chen Programme, die auch noch nicht bear­beitet sind. Und dann wundern sie sich, dass es nicht läuft.

    Und der Hinweis mit der Renten­ver­si­che­rungs­pflicht ist auch ganz wichtig. Die meisten dieser neuen “Coaches”, die bei mir Unter­stüt­zung suchen, wissen nämlich nicht, dass sie renten­ver­si­che­rungs­pflichtig sind mit diese Berufs­be­zeich­nung.

  13. Coaching Man 30. Dezember 2013 at 17:48 — Reply

    Coach als Beruf,
    ja das klingt wirk­lich verlo­ckend, doch so einfach ist es nicht. Ich wollte mich auch durch Coaching selbst­ständig machen, habe dann aber gemerkt, dass es sehr hohe Richt­li­nien gibt und dass das mit dem Coaching doch nicht so einfach ist. Es gibt zwar viele Unter­nehmen, die Coaching anbieten bzw. eine Coaching Ausbil­dung, doch oft ist diese nicht wirk­lich aner­kannt und dann hat einem das Ganze nichts gebracht…

  14. Peter Reitz 8. Januar 2014 at 17:22 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ein wich­tiger Artikel! Aus meiner Erfah­rung heraus macht sich auch nur ein klei­nerer Teil der Absol­venten von Coaching-Ausbil­­dungen oder Weiter­bil­dungen in diesem Bereich wirk­lich selbst­ständig (als Vollexis­tenz). Nicht jeder ist tatsäch­lich zum “Coach als Unter­nehmer” geboren. Span­nend finde ich, im Nach­gang (kurz nach einer Coaching-Ausbil­­dung bzw. ein Jahr danach) Absol­venten zu fragen, was ihnen eine solche Ausbil­dung gebracht hat. Hier wird sehr häufig die eigene Entwick­lung kommu­ni­ka­tiver Fähig­keiten, ein Zuwachs an Selbst­wirk­sam­keits­stra­te­gien und verbes­serte Selbst­wahr­neh­mung genannt. Wenn das nichts ist! 🙂

    Herz­liche Grüße,

    Peter Reitz

  15. Sabine Dinkel 24. Januar 2014 at 20:05 — Reply

    Liebe Svenja,

    heute, auf den Tag genau vor einem Jahr, erschien dieser Artikel (in dem du mich im letzten Absatz dankens­wer­ter­weise sehr lobend erwähnt hast). Ich war damals in der Schweiz auf einer Fort­bil­dung, so dass mir der Artikel tatsäch­lich durch­ge­rutscht ist. Und nun ist er wieder auf meinem Radar aufge­taucht.

    Letzte Woche bekam ich eine Coaching-Anfrage von einer Dame, die den Artikel vor einiger Zeit gelesen und sich nun daraufhin bei mir gemeldet hat. Sie schrieb:

    “Wichtig ist mir, dass ein Coach einen guten Back­round (wie Sie HR-Back­round) hat, struk­tu­riert und ziel­ge­richtet vorgeht. Ich möchte weder hypno­ti­siert noch univer­sell beleuchtet werden ;-). Ich denke, Sie verstehen was ich meine. Im Internet findet man ja so manches…”

    Soviel dazu. ;o)

    Ich persön­lich kann ganz gut vom Coaching leben, meine Arbeit besteht zu gut 70 — 80 % aus Coaching (mit einigen wenigen Bera­tungs­ele­menten).

    In meiner Ausbil­dung hat man uns zum Glück gleich von Anfang an gesagt, dass man sich keine Illu­sionen machen sollte, von Coaching allein gut leben zu können. Das fand ich damals ein wenig frus­trie­rend, heute bin ich froh, dass man uns damals “den Kopf gewa­schen” hat. Und wie ich gestern erfuhr, sind bei der Zerti­fi­zie­rung letzte Woche 12 (!) Leute durch­ge­fallen und haben kein Zerti­fikat erhalten.

    Ich bin daher sehr froh, dass ich wohl eine gute Coaching-Ausbil­­dung genossen habe. ;o)

    Aus eigener Moti­va­tion heraus mache ich pro Jahr sowieso noch mindes­tens 2 — 3 weitere Fort­bil­dungen, lasse mich regel­mäßig super­vi­dieren, lese Fach­bü­cher und arbeite phasen­weise in Peer­groups. Das sollte ein “echter” Coach meiner Ansicht nach auch tun.

    Von daher sage ich gern “Ich arbeite als Busi­ness Coach und begleite Menschen zum Beispiel in beruf­li­chen Umbruch­phasen.”

    Herz­liche Grüße
    Sabine

    PS.
    Bin dennoch immer wieder auf der Suche, nach Alter­na­tiven zum Begriff “Coach”, nach welchen, die nicht so “will und kann nicht” klingen ;o)

    • Svenja Hofert 25. Januar 2014 at 10:07 — Reply

      Hi Sabine, das freut mich, wenn der Artikel indi­rekt Bezie­hungen erstellt. Ich suche auch noch, Experte ist ja im Grunde genauso ein bescheu­erter Begriff und diese neuen Wort­schöp­fungen mit ‑in finde ich auch nicht wirk­lich gut. Hatten wir mal in einer Inter­vi­si­ons­sit­zung mit dem Schluss: OK, dann sind wir alt gute alte Berater, die gab´s schon vor 1.000 Jahren. LG Svenja

  16. Was sind die wich­tigsten Fähig­keiten eines Coaches?

    >Begeis­te­rung
    >den Willen Menschen wirk­lich helfen zu wollen
    >Selbst­ma­nage­ment und Selbst­mo­ti­va­tion

    Ohne diese Fähig­keiten ist es egal ob man sich Coach, Berater, Supporter und Co. taufen will 🙂

  17. […] sollten Sie den Beitrag “Ich will auch Coach werden und meine Beru­fung leben” von Svenja Hofert und die dadurch ange­sto­ßene Diskus­sion lesen. Es wird sie ernüch­tern. […]

  18. Ich bin Matthias als Beruf 23. Februar 2015 at 7:13 — Reply

    Danke für diesen Artikel! Mich würde auch inter­es­sieren wieviel Menschen tatsäch­lich eine Ausbil­dung zum Coach und Co. absol­vieren und wie viele diese Beruf­lich anwenden.

  19. Gerrit 7. August 2015 at 18:01 — Reply

    Hey Svenja,

    der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber nach wie vor zu 100% zutref­fend. Coaching ist für viele sexy. Es wird immer wich­tiger, lebens­lang zu lernen. Genauso wollen Menschen immer mehr ihre Erfah­rungen weiter­geben. Früher ist das vor allem infor­mell im eigenen Netz­werk passiert. Im engen und dauer­haften sozialen Umfeld. Aller­dings erodieren soziale Struk­turen immer mehr. Daher gibt es immer weniger Dauer­haf­tig­keit — und weniger Möglich­keiten, sein Wissen an das eigene Umfeld weiter­zu­geben. Viele Menschen fühlen sich daher davon ange­zogen, die Wissens­wei­ter­gabe zu forma­li­sieren — als Coach.

    Aber wie du schreibst, der Markt ist “zu”. Es gibt zu viele Coachs. Vor allem Gene­ra­listen. Ich sehe es genauso wie du. Wer immer noch Erfolg haben will als neuer Anbieter, der muss sich knall­hart spezia­li­sieren. Man muss sich ein klares Profil bilden, dass ihn von der Konkur­renz abhebt.

    Dazu habe ich auch einen Beitrag auf meinem Marke­ting Blog geschrieben, der sich speziell mit dem Marke­ting von Coachs und Trai­nern beschäf­tigt:

    http://bit.ly/1IvVn4C

    Liebe Grüße
    Gerrit

  20. Samuel Dette 20. Februar 2017 at 12:38 — Reply

    Hallo Svenja,

    vielen Dank für diesen ehrli­chen, ein biss­chen entmu­ti­genden und vor allem aufschluss­rei­chen Artikel! Er ist inzwi­schen über 4 Jahre alt und entweder aktu­eller denn je oder sogar schon über­flüssig, weil sich der Coaching-Boom (wie damals auch der Heil­­prak­­tiker-Boom) beru­higt hat und sowohl die Nach­frage (meine Meinung nach nicht gleich­zu­setzen mit Bedarf!) als auch das Angebot dementspre­chend zurück­ge­gangen sind? Trotzdem inter­es­siert mich der Weg des Coaches!

    Nach mehr­fa­cher Lektüre des Arti­kels muss ich ja aber annehmen, dass ich es gleich bleiben lassen kann, da ich sehr wenig Berufs­er­fah­rung (immerhin als Team- und Projekt­leiter) habe, es viel Konkur­renz, aber kaum Stellen gibt und die wenigen exis­tie­renden schwierig zu finden und dann auch noch schlecht bezahlt sind…

    Jetzt meine Frage, auch an alle Kommen­ta­toren:

    Wie schafft man es, als junger (unter 30) berufs(fast)unerfahrener Mensch, dessen Wunsch, andere Meschen im privaten oder beruf­li­chen auf einen für sie guten Weg zu geleiten aus einer Einsicht geboren wurde, die wiederum aus einer Krise entstand, ein “erfolg­rei­cher” Coach zu werden? (ohne die erwähnten naiven illu­so­ri­schen Wunsch­vor­stel­lungen von wenig Aufwand, viel Geld und Erfül­lung)

    Details zu mir:
    — Ich brauche den (direkten) Kontakt zu Menschen!
    — Ich kann sehr gut Situa­tionen analy­sieren (Ich weiß imzwi­schen sehr genau, was ich warum und wie denke und mache) und Opti­­mie­rungs- oder auch Lösungs­wege finden.
    — Mir geht es nicht um Karrie­re­pla­nung, sondern eher um Hilfe zur Selbst­hilfe (den Leuten Bewusst­sein geben, damit sie erkennen, was sie können und was sie vom Leben wollen und prag­ma­ti­sche Ansätze zeigen, damit sie es errei­chen können).
    — Ich will kein Busi­­ness-Coach werden, sondern eher im „sozialen Feld“ tätig sein.
    (Das heißt, es gehr mir weinger um „wie kann ich die nächste Stufe der Karrie­re­leiter errei­chen?“ als um „Ich habe das Gefühl, mein Chef respek­tiert meine Leis­tung nicht, was kann ich tun?“ oder „ich lande immer in den falschen Anstel­lungen, liegt das an mir?“
    — Ich würde auch gerne mit Gruppen arbeiten, in der sich die Grup­pen­mit­glieder auch gegen­seitig inspi­rieren, helfen und ander­weitig berei­chern.
    — Ein Stun­den­ho­norar von ca. 50 Euro reicht in meiner jetzigen Situa­tion aus!
    — Ich bin in Berlin, bin aber auch mobil.

    Über gene­relle Hinweise aber beson­ders spez­fi­sche Tips bin ich sehr dankbar!

    Vielen Dank, Samuel Dette

  21. Melanie 22. April 2017 at 17:05 — Reply

    Hmm, dass das Thema immer noch aktuell ist, zeigt sich wohl, dass ich jetzt — bei meiner Google Suche “selb­ständig als Coach” 4 Jahre später auf diesen Blog gestoßen bin 😉 … und ja, ich fühle mich auch zum “Coach” “berufen” — huch — gleich zwei mal Anfüh­rungs­zei­chen .….ob ich es kann? Nun, das würde sich ja nur in der Praxis zeigen, oder? Nun ja, zumin­dest war ich jahre­lang Mitar­bei­ter­coach in einer Firma, dann Karrie­re­trainer der neuen Mitar­beiter und habe dann 7 Jahre lang ein Kunden­be­treu­ungs­team geführt. Mitt­ler­weile bin ich 47, und ja, oh Schreck! unzu­frieden im Job (den ich mitt­ler­weile 3 x gewech­selt habe in den letzten 3 Jahren)! Scheint eine Sünde zu sein …, nein, finde ich nicht. Gerade durch jahre­lange Ange­stell­ten­ver­hält­nisse, unter­schied­liche Jobs, kris­tal­li­sieren sich ja diverse Fähig­keiten, Kompe­tenzen, und auch Wünsche heraus. Und ein HOCH auf den, der seine Beru­fung (alleine oder mit Hilfe) entdeckt! Hat doch mit Esoterik gar nichts zu tun! In sich gehen und erfor­schen, bei WAS fühle ich mich gut, was gibt es Sinn­vol­leres?
    Zum Thema “privater Bildungs­träger” — da benö­tigt es doch wohl noch eine genauer Defi­ni­tion von “Coaching”. Denn das hat für mich nur im ganz weitesten Sinne mit Bildung zu tun. Coaching ist Beglei­tung zur eigenen Lösungs­fin­dung. Klar, lernt der “Coachee” dabei, aber im Grunde ist es “nur” ein “auf die Sprünge helfen”. Und da gefällt mir der Begriff “Mento­ring” sehr gut. Nein, nicht der große Guru, der Mentor. Sondern einfach der Coach/Mentor als Wegbe­gleiter, als Stütze, um sein urei­genes Poten­tial zu erkunden, zu finden. Und nein, auch das hat nichts mit Esoterik zu tun.
    Also, mal sehen, wie sich das bei mir gestalten wird, aber abheben von anderen, das ist sicher­lich ein guter Tipp.
    Hat jemand für mich evtl. nütz­liche Info zum Thema “Firma gründen”? Soweit ich weiß ist das ein freier Beruf, den man einfach beim Finanzamt anmeldet? Gilt das für Coach, für Berater … ohne sog. Befä­hi­gungs­nach­weis? Danke für weitere Kommen­tare 🙂

  22. Felix Hummer 16. Februar 2018 at 17:51 — Reply

    Alter ist kein Prädiktor für Erfah­rungen. Gerade im Coaching geht es darum, keine “vorbe­las­teten” Hypo­thesen zu haben und unvor­ein­ge­nommen die Probleme des Klienten anzu­greifen. Junge Coaches kommen oft frisch aus den Ausbil­dungen und haben deswegen noch eine unver­wa­schene Heran­ge­hens­weise an die Methoden. Für Klienten kann es außerdem die Augen öffnen, einen jungen Menschen vor sich zu haben, der sie durch andere Dynamik und ein anderes Mindset immer wieder heraus­for­dert.
    Daher halte ich nichts davon jungen Coaches Kompe­tenz anzu­spre­chen. Es gibt schwarze Schafe jeden Alters, aber diese pauschale Verall­ge­mei­ne­rung ist einfach nicht zutref­fend.

    • Svenja Hofert 16. Februar 2018 at 18:26 — Reply

      Hallo, völlig richtig, es gibt schwarze Schafe jeden Alters. Ich spreche nicht pauschal etwas ab, in meinen Semi­naren sind auch sehr junge und sehr gute Leute. Nichts­des­to­trotz ist mit dem Alter — bei entspre­chender Refle­xi­vität und Bewusst­heit, auch durch Kenntnis von mehr Konstrukten eine bessere Hypo­the­sen­bil­dung möglich. In der Therapie ist es nach­ge­wiesen, dass Erfah­rung sich auf den Prozess positiv auswirkt. Am Ende ist es das Thema und die Ziel­gruppe sowie die eigene Reife. LG Svenja Hofert

  23. Michael Sauter 28. Februar 2018 at 13:52 — Reply

    Hallo, Frau Hofert und an alle, die hier lesen und schreiben!

    Der Coach lag vor einigen Jahren hoch im Trend, ebenso wie der “ich wil irgendwas mit Medien machen” ‑Anwärter auf einen Ausbil­­dungs- oder Studi­en­platz. Jetzt leben wir in einer viel zu satten und desil­lu­sio­nierten Zeit. Reali­täten prallen auf eine Gesell­schaft, die sich zu lange an dem fest­hielt, was ihr die Medien (schön verpackt) verkaufte und wovon man sich jetzt, da eben diese Medien (auch in Zusam­men­ar­beit mit der Politik) es nicht mehr schaffen, den immer stärker zwei­felnden und klarer blickenden Bürger dumm und vor dem Fern­seher zu halten, irgendwie lösen möchte…aber man weiß nicht wie!?

    Der “Coach” der jetzt anbre­chenden Zeit kann vieles sein…eine Partei…ein guter Freund…oder eine Mutter, die zwar Herz, aber eben auch Vernunft und Verstand in sich vereint. Sie alle zusammen sagen: “Die Welt da draußen ist hart und unge­recht und du soll­test nicht warten oder hoffen, dass alles gut wird…wird es nämlich nicht…und von allein schon 2 mal nicht!”

    Der Coach kann auch der tatsäch­liche Coach / Berater sein, der im Job oder im Privat­leben etwas aufzeigt oder offen­bart, was schon immer da war…aber nicht gesehen werden wollte oder konnte…!

    Ein Coach braucht gewiss ein solides Funda­ment, ange­fangen mit einer Ausbildung…und Lebens- oder Berufs­er­fah­rung sind auch von Vorteil, unbe­dingt aber braucht er Verstand, Humor, gesundes und starkes Selbst­be­wusst­sein und attrak­tives Auftreten, Wissen und Intel­lekt sollten in über­durch­schnitt­li­chem Maße vorhanden sein…

    Wer will sich von jemandem etwas sagen lassen, der unsi­cher oder unsym­pa­tisch wirkt? 🙂

  24. Eva Sattler-Büchner 11. März 2022 at 20:14 — Reply

    Guten Tag Frau Hofer
    Erst heute bin ich auf Ihren Blog und den wunder­baren Artikel über den Trend, Coach werden zu wollen, gestol­pert! Welch ein Glück! Im Wissen, das Glück kein auf Dauer­haf­tig­keit zu errei­chender Zustand ist, fühlte ich dieses doch beim Lesen auffla­ckern. Kürz­lich hörte ich wieder eine noch unter 25 Jährige, die mitten in der VAK-Coaching-Ausbil­­dung steckt, in ihrem Video spre­chen: alle Menschen müssten einen Coach haben, die Wahr­neh­mung der eigenen Herzens­be­dürf­nisse ermög­licht gren­zen­lose Mach­bar­keit und Erfül­lung aller Ziele sowie Wünsche, niemand müsse mehr im Alltag dümpeln, während der Alltag vorbei­zieht, etc. Davon abge­sehen, dass dümpelnde Enten mitten in ihrem Alltag stecken.
    Ist es Omni­po­tenz, die Aussicht auf Geld (viele Coaches Verspre­chen ja Reichtum) oder Naivität?
    Kurz: Danke für Ihr Plädoyer! Erfah­rene, Lebens­weise und gut quali­fi­zierte Coachs sind wichtig. Der Markt an Schar­la­tanen ist tatsäch­lich schon mehr als voll.
    Beste Grüsse
    Eva

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