Kate­go­rien

Gehalts­ver­hand­lungen sind Adre­na­lin­kicks — holen Sie sich einen!

Published On: 1. September 2010Cate­go­ries: Führung

Gehalts­ver­hand­lungen sind ein Adre­na­lin­erlebnis, in das sich meiner Erfah­rung vor allem  nach Männer gerne stürzen. Wenn die Gehalts­ver­hand­lung aller­dings nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt, ziehen sich die Ange­stellten laut einer aktu­ellen Umfrage der Jobbörse Karriere.at belei­digt zurück. Doch eine Rache­feldzug wird das nicht: Nur 4% holen zum Gegen­schlag aus und sagen dem Chef, was sie von ihm halten. „Wenn meine Gehalts­ver­hand­lung nicht den gewünschten Erfolg bringt …“

  • …kündige ich sofort: 2,2 Prozent
  • …sehe ich mich nach einem neuen Job um: 67,5 Prozent
  • …gebe ich nicht auf und arbeite noch härter: 26,3 Prozent
  • …erfährt der Chef, was ich von ihm halte: 4,0 Prozent

Also besser Ball flach halten und nach besseren Jobs schauen – das machen 67,7%. Dabei wäre das viel­leicht oft gar nicht nötig. Denn mehr als die Hälfte (57 Prozent) der von Karriere.at befragten 137 Unter­nehmen gaben an, höhere Gehälter zu geneh­migen, wenn der Arbeit­nehmer gut vorbe­reitet in die Verhand­lung kommt. Viel­leicht hatten einige der Befragten, die gleich das Register „Kündi­gung“ zogen, nicht ihre Haus­auf­gaben gemacht? Sehr oft geht das Verhan­deln leichter als gedacht: Oft kommen  Kunden über­rascht von ihren Honorar- oder Gehalts­ver­hand­lungen zurück – gerade die Beschei­denden, für die es unge­wöhn­lich ist, nach Geld zu fragen. „Das war ja ganz einfach“, so die häufige Rück­mel­dung. Wenn es dann aller­dings zu einfach war…?  Wer eine Forde­rung sofort akzep­tiert, wäre auch mit mehr einver­standen gewesen… Einer Weiter­bil­dung? Einem Audi A4 zur privaten Nutzung? Vieles ist in Gehalts­ver­hand­lungen möglich, zum Beispiel auch flexi­blere Arbeits­zeiten, Reduk­tion der Wochen­ar­beits­zeit oder zwei Home Office Tage. Nein sagen kann der Chef immer noch. Und da muss man doch nicht gleich kündigen. Kurz zurück­ziehen, noch mal versu­chen, ist besser.

Beitrag teilen:

Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.

 

One Comment

  1. Nadia Niko­lova 5. September 2010 at 21:02 — Reply

    Ich finde die Statistik sehr aussa­ge­kräftig, aber lohnt es sich wirk­lich zu sagen: “Ich werde noch härter arbeiten!” Wenn der Arbeit­geber die gewünschte Gehalts­er­hö­hung sofort abblockt, so sinkt die Moti­va­tion der Arbeit­nehmer, was dazu beiträgt, dass er seine Tätig­keit nicht mit der nötigen Konzen­tra­tion nach­geht.

Leave A Comment