Kate­go­rien

Bewerber aufge­passt: 5 aktu­elle Entwick­lungen, die Sie kennen sollten

Published On: 2. Juli 2013Cate­go­ries: Mensch & Orga­ni­sa­tion

Da flat­tert mir gestern eine wirk­lich toll aufbe­rei­tete Studie zur Bewer­ber­re­kru­tie­rung ins Haus, die Talent-Manager Hays durch­ge­führt hat. Sehr schick. Und es stehen auch schicke Botschaften für Unter­nehmen und Bewerber drin. Hier die 5 wich­tigsten:

1.       Es lohnt sich ‚nach Feed­back zu fragen.

hays_feedbackLaut Hays geben 45% aller Unter­nehmen gar kein Feed­back zu den Gründen einer Absage. 65% geben kein QUALIFIZIERTES Feed­back. Wunderbar, liebe Bewerber, denn das müsste eigent­lich im Umkehr­schluss heißen: 35% geben Feed­back, jedes dritte Unter­nehmen also. Kommt etwa mit meinen Erfah­rungs­werten zusammen.  Rufen Sie also an! Mehr als ein „nein, wir sagen nichts“ kann es nicht geben.

2.        „No-Shows“ könnten Ihre Chance sein.

hays_noshowsKennen Sie No-Shows aus dem Flug­zeug? Flug­ge­sell­schaften rechnen immer mit einem gewissen Anteil und verkaufen deshalb mehr Tickets als Plätze. Unter­nehmen sind da noch nicht so fort­schritt­lich. Der Anteil von No-Shows sind eine große Heraus­for­de­rung sagen 9% der befragten Unter­nehmen. Auch ich bekomme oft mit, dass Bewerber ihren Job nicht antreten. Ich vermute, das Problem ist bei weniger renom­mierten und regional ungünstig gele­genen Firmen größer.

Klasse – das heißt, Sie haben auch nach der Absage noch eine Chance. Könnte sein, dass die Anzeige vier Wochen später wieder geschaltet werden muss… oder Sie einen Anruf erhalten. Alles schon erlebt.

3.       Profi­tieren Sie von sinkender Bewer­ber­qua­lität.

hays_quantiAm liebsten wollen Firmen viele möglichst hoch quali­fi­zierte Bewerber. Solche, die man direkt eins zu eins hinsetzen und losar­beiten lassen kann. Von denen gibt es langsam weniger – der demo­gra­fi­sche Wandel macht´s. Dies erhöht die Chancen für alle, die keine perfekte Vita haben oder quer­ein­steigen wollen. Man muss dann halt mit der zweiten Wahl vorlieb nehmen…

4.       Geduld ist die Mutter in der Porzel­lan­kiste…

hays_hireSagte meine Oma. Und sag ich heute Bewer­bern. So eine Bewer­ber­aus­wahl kann drei Monate dauern und manchmal sogar länger. Nur 22% der Unter­nehmen bringen den Rekru­tie­rungs­pro­zess in einem Monat hinter sich, sagt Hays. Das liegt, wie an anderer Stelle deut­lich wird, auch an zu wenig Personal.

 

5.       Rechnen Sie nicht mit Profes­sio­na­lität bei der Auswahl…

Aber seien wenigs­tens Sie gut vorbe­reitet. 44% haben keine festen Krite­rien oder Stan­dards für die Bewer­ber­aus­wahl. Da kann man lustig beein­dru­cken und muss nicht mit „bösen“ Tests rechnen, da die Entschei­dung nach „Nase“ fällt. Also Näschen hoch und gut pudern 😉

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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3 Kommen­tare

  1. Chris­tian 3. Juli 2013 at 8:47 — Reply

    Vielen Dank für diese inter­es­sante Über­sicht. Bisher durfte ich auch die Erfah­rung machen, dass wenn man gut Vorbe­reitet zum Gespräch erkennt, die Chancen für die Stelle gut stehen. Natür­lich immer voraus­ge­setzt, dass alle Bedin­gungen stimmen.
    Gruß
    Chris­tian

  2. Brigitte Faramia 4. Juli 2013 at 11:58 — Reply

    Von Perso­nal­be­ra­tern, die weder das ausge­schrie­bene Profil kannten, noch Basis­in­for­ma­tionen zum Auftrag­geber hatten, bis hin zu einem Perso­naler, der bei einem Vorstel­lungs­ge­spräch fast einge­schlafen wäre, habe ich echt auch schon alles erlebt. Wohl­ge­merkt, der fast schla­fende Perso­naler hatte einen sehr eloquenten Kandi­daten vor sich sitzen. Also, nur nicht entmu­tigen lassen und wie Frau Hofert geschrieben hat: nicht alles was profes­sional rüber­kommen will, ist auch profes­sio­nell.
    Gruß
    Brigitte Faramia

  3. Lars Hahn 5. Juli 2013 at 16:39 — Reply

    Ja. Mitma­chen bei diesem komi­schen Ritual, was sich Vorstel­lungs­ge­spräch nennt.

    Drin steckt das Wort “Vorstel­lung”. Ritua­li­siert mit Rollen­ver­tei­lung, Oftmals dennoch schief­lau­fend.

    Ich bin ja bekann­ter­maßen Anhänger der Gespräche im verdeckten Arbeits­markt. Infor­melle Gespräche, in denen ich als Bewerber das Ruder in der Hand habe. In denen zumin­dest auch offi­ziell zuge­geben wird, dass der Faktor “nett” wichtig ist. Deshalb in ich ja Freund von “Syste­ma­tisch Kaffee­trinken” auch bei der Jobsuche! 😉

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