Kate­go­rien

Der K‑Faktor: In 6 Schritten zu mehr Krea­ti­vität

Published On: 10. September 2013Cate­go­ries: Karriere

Krea­ti­vität hat nichts mit Malen und bunten Bildern zu tun, sondern  mit Wahr­nehmen und Denken. Kann man kreativ-sein und ‑werden dann planen? Ein biss­chen schon. Hier die Reihen­folge

1. Bauen Sie Exper­ten­wissen auf! (aber richtig und nicht halb) Niemand kann etwas neu erfinden, was er nicht kennt. „Chancen bieten sich nur dem Denken, das gut vorbe­reit ist“, schrieb schon der Chemiker Louis Pasteur – ein wissen­schaft­li­cher Krea­tiver, der im 20. Jahr­hun­dert wich­tige Beiträge im Kampf gegen Infek­ti­ons­krank­heiten geleistet haben. Ohne Wissen nicht möglich. Sich ein Wissens­ge­biet auf- und auszu­bauen, ist also die Basis dafür, dass sich Krea­ti­vität entwi­ckeln kann. Das kann gerade in unseren Zeiten der Zukunft der Arbeit auch neu verknüpftes, inter­dis­zi­pli­näres Wissen sein. Das Thema behin­der­ten­ge­rechtes Bauen bewegt sich zwischen Archi­tektur, Pädagogik und Sozi­al­recht — Diszi­plinen verbinden kann mühsam sein, sich aber auch lohnen.

2. Wecken Sie Ihre Vorstel­lungs­kraft! Grenzen über­schreiten – das  kann nur gelingen, wenn man bereit ist, über sie hinaus­zu­gehen. Was kommt hinter dem Gewohnten? Wie wird sich A entwi­ckeln, wenn B eintrifft? Fantasie kann sich dort entfalten, wenn Sie Gedanken frei- und aus dem Korsett der Konven­tionen raus­lassen. Wenn Sie Häuser aus Mine­ral­was­ser­fla­schen und „Panzer aus Marzipan“ bauen.  Das kann man üben, darüber habe ich schon mal hier geschrieben.  Die Zahl der Asso­zia­tionen etwa, die man zu einem belie­bigen Gegen­stand hat, kann sukzes­sive stei­gern, wer täglich übt. Und auch der Gang über Konven­tionen ist leicht — wenn man diese als solche erkennt.

3. Machen Sie Dinge, an die Sie glauben, weil Sie an sie glauben… … und nicht, weil Sie dafür Lob bekommen. Das bekommen Sie nicht. Wenn Sie wirk­lich etwas Neues schaffen wollen, werden nur ganz wenige Sie dafür aner­kennen. Suchen Sie sich diese Mentoren, binden Sie die ein, die noch nicht ganz über­zeugt sind. Die Art, wie man über die Dinge spricht, an die man glaubt, kann unend­lich viel bewirken. Einen Prediger hört man zu, einem Kritiker nicht. Es wird einige geben, die gegen Sie arbeiten und manche, die Sie viel­leicht bekämpfen.… Das sollte nichts ändern.

4. Bleiben Sie dran! Große Dinge brau­chen viel Zeit. Und bevor etwas einmal funk­tio­niert, wird es tausend Mal nicht klappen. Das fordert eine Persön­lich­keit, für die die Idee  alles ist, viel­leicht Lebens­in­halt. Isaac Newton dachte die ganze Zeit über die Probleme nach, die er lösen wollte. Auch wenn Sie nicht ganz so verrückt sind der Idee Ihr Leben zu opfern, können Sie sich aber zumin­dest das abschauen: Wieder­holen Sie, lernen Sie aus Fehlern und weiter, weiter, weiter…

5. Vernetzen Sie sich! Der ameri­ka­ni­sche Krea­ti­vi­täts­for­scher Dean Simonton fand in einer Unter­su­chung der Karrieren von 2016 Wissen­schaft­lern und Erfin­dern, dass die wenigsten einsame Genies waren und die meisten Unter­stützer und ein gutes Netz­werk hatten. Also: Eigen­brötler muss und sollte man nicht sein. Über­werfen Sie sich nicht mit allen, über­zeugen Sie lieber, gewinnen Sie andere für Ihre Idee. Sehr gute Lektüre hierzu ist „Das Neue und seine Feinde“ von Guenter Dueck. Feinde bekämpft man nicht, man macht sie zu Freunden.

6. Arbeiten Sie an Ihrer Grup­pen­kom­pa­ti­bi­lität! In diesem Beitrag habe ich geschrieben, dass nied­rige Verträg­lich­keit und hohe Offen­heit im Big Five mit Krea­ti­vität korre­lieren. Eine etwas kanti­gere Persön­lich­keits­struktur ist also förder­lich. Bisweilen ist diese zusätz­lich intro­ver­tiert. Das heißt aber keines­wegs, dass Krea­tive deshalb unnah­bare „harte Knochen“ sein müssen. Nett­sein hat viel mit “Ankommen” zu tun. Und wie man in unter­schied­li­chen Peer Groups ankommt, kann man lernen, in dem man es ganz bewusst übt. Legen Sie sich als Nicht-Schnacker Anek­doten zurecht, um Ohren zu öffnen. Lernen Sie als ruhiger Mensch zu unter­bre­chen, um sich an den rich­tigen Stellen Gehör zu verschaffen.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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