Kate­go­rien

Mein Arbeit­geber ist richtig doof

Published On: 12. Oktober 2010Cate­go­ries: Führung

Gestern habe ich erst­mals das Unter­nehmen Companize.com vorge­stellt, das unter anderem einen Gehalts­ver­gleich bietet. Das eigent­liche Motto der Site ist aber „Karriere gemeinsam“. Das ist schön webzweinullig, aber in seinen einzelnen Modulen keine grund­neue Idee. Der „USP“ des neuen Portals entsteht viel­mehr durch die Zusam­men­stel­lung.

Gut finde ich die Bewer­tungs­funk­tion von Unter­nehmen, die an Kununu.com erin­nert, mir aber, sorry, weniger durch­dacht scheint. Auch der Bewer­tungs­be­stand ist noch gering. Gut ist aller­dings, dass Firmen Adjek­tive und Begriffe zuge­ordnet werden können. So kommt es, dass das Unter­nehmen  C&A eine Begriffs­wolke (die aber auch keine rich­tige ist) mit „starken Hier­ar­chien“ geißelt. Nicht ganz klar aller­dings ist, ob die Nennungen gewichtet und gezählt werden, denn es ist eben keine rich­tige “Wolke”.

Ich habe mich selbst einge­loggt und fest­ge­stellt, dass ich relativ einfach meinen nicht vorhan­denen Arbeit­geber bewerten könnte. Mani­pu­la­tion ist leicht – was bei Bewer­tungen immer  kritisch ist, denn von der Meinung zum Rufmord ist es im Internet nur ein kleines Stück. Es reicht bei  Compa­nize, dass ich selbst eingebe, welchen Arbeit­geber ich bewerten möchte. Ich muss nicht mal sagen, von wann bis wann. Ob es einen Schutz vor Mehr­fach­be­wer­tungen durch die gleiche IP-Nummer gibt, wird nicht ganz klar. Regeln legen zwar anstän­diges Bewer­tungs­ver­halten nach, aber .…ob sich jemand davon abschre­cken lässt.

Der „Innen­wir­kung“, die auf den Bewer­tungen von Mitar­bei­tern beruht, wird eine Außen­wir­kung gegen­über­ge­stellt, die sich aus den Nach­richten füttert. Keine schlechte Idee, aber: Da kleine Unter­nehmen bekannt­lich weniger oft zitiert werden, haben diese auto­ma­tisch einen Nach­teil, zum Beispiel gegen­über C&A.  So ist es auch wieder kein Wunder, dass vor allem die großen Arbeit­geber auftau­chen, Volks­wagen und Daimler zum Beispiel. 

Fazit: Keine neue Idee, aber das Thema Arbeit­ge­ber­be­wer­tungen ist meiner Einschät­zungnach das stärkte in dem Modul­bau­kasten von Companize.com. Ich bin jeden­falls gespannt, wie sich das weiter entwi­ckelt.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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One Comment

  1. Katja 12. Oktober 2010 at 15:04 — Reply

    Hallo Svenja, danke für den guten Artikel. Ich kann die voll­kommen zustimmen. Bisher wenig durch­dacht das Ganze. Grüße katja

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