Kate­go­rien

Was macht eigent­lich unzu­frieden im Job? Die Top-5-Faktoren

Published On: 27. August 2014Cate­go­ries: Karriere

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Job? Auf einer Skala von 0 bis 10, bei der 0 für „unter­ir­disch“ und 10 für „himm­lisch“ steht – wo stehen Sie da? Aus meiner Praxis habe ich einmal eine subjek­tive Liste von Unzu­frie­den­heits­fak­toren erstellt.

  1. Die Arbeit hat keinen Sinn

arbeiterDie Ursa­chen können viel­fältig sein, da Sinn für jeden etwas anderes bedeutet. Unum­stritten ist aber seit Jahr­zehnten, dass Arbeits­tei­lig­keit sinn­ent­frem­dend ist. Wenn Sie keine “voll­stän­digen” Aufgaben haben und das Ergebnis Ihrer Arbeit nicht sehen und erleben sowie diese nicht steuern können, sinkt die Zufrie­den­heit. Das wider­spricht der im Produk­ti­ons­um­feld aber auch im Dienst­leis­tungs­be­reich zuneh­menden Arbeits­tei­lung und dem Trend zu Prozess­op­ti­mie­rung. Was tun? Gibt es keine Möglich­keit zum Job-Enrich­­ment, also einer hori­zon­talen Auffä­che­rung der Verant­wor­tung, dann hilft nur: Arbeits­stelle wech­seln.

Meine Stärken sind nicht gefragt

Viele fühlen sich unter- oder am falschen Ende gefor­dert. Manchmal geht im Trubel der Anfor­de­rungen der Blick auf eigene Stärken auch ganz verloren, eine Poten­zi­al­ana­lyse findet kaum statt. Oft passiert es auch, dass die Arbeit lang­weilig geworden ist, weil alles schon bekannt ist. Was tun? Neue Impulse gibt manchmal auch die Verän­de­rung inner­halb eines Unter­neh­mens. Ein Ehrenamt oder Projekte wie ein eigener Blog können ebenso frischen Wind bringen.

Alpha­tiere verstellen meinen Weg

Je größer die Firma, desto mehr blockieren alt einge­ses­sene Alpha­tiere den Weg. Ihnen geht es nicht um die Weiter­ent­wick­lung der Firma, sondern um Besitz­stand­wah­rung. Es soll zur Führungs­kom­pe­tenz gehören, sich gegen diese Leute durch­zu­setzen – nur, muss man auch darin einen Sinn erkennen. Das tun viele nicht. Die Menschen, die unter irrealen Grenzen und Entschei­dungen in Konzernen leiden, sind oft Intra­pre­neure, die ein höheres Leis­­tungs- und gerin­geres Macht­motiv haben. Hier kann der Wechsel in ein Unter­nehmen mit weniger als 250 Mitar­bei­tern oder aber eine Grün­dung „den Weg frei­ma­chen“.

Ich werde zu schlecht bezahlt

Die Gehalts­schere ist weit geöffnet, inner­halb von Jobs, Bran­chen und Unter­nehmen. Wer mitbe­kommt, dass andere besser verdienen wird schnell frus­triert. Erst recht gilt das, wenn das Gefälle im eigenen Unter­nehmen spürbar ist. Ich stelle fest, dass je nach Umfeld oft auch zu viel erwartet wird. Weil XY 80.000 verdient, will man das auch – gerade bei jüngeren Leuten führt diese Haltung oft in besser bezahlte Posi­tionen der Konzerne. Nur passen die dortige Tätig­keit und die begrenzten Aufstiegs­mög­lich­keiten oft nicht zu ihrem Anspruch. Arbeits­psy­cho­lo­gisch ist Geld ein Hygie­ne­faktor: Zu wenig macht unzu­frieden – gute Bezah­lung allein aber nicht zufrieden. Das heißt: Wer nur nach dem Gehalt schaut, tut sich keinen Gefallen.

Ich bin ein Zweite-Klasse-Arbei­t­­nehmer

Die Firma kann noch so toll sein: Wenn jemand “nur” einen Zeit­ver­trag hat oder in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung steht, wirkt das negativ auf die Psyche. Das hat damit zu tun, dass man sich vergleicht und dabei mit Blick auf die Bezugs­gruppe schlechter da steht — das ist ähnlich wie beim (schlech­teren) Gehalt. Hinzu kommt der Eindruck, nicht die glei­chen Chancen zu haben. Was tun? Besteht keine Chance zur Über­nahme und der Frust ist groß, hilft meist nur die Suche nach etwas Neuem, denn wer sich ständig mit Besser­ge­stellten vergleicht, büßt an Selbst­wert­ge­fühl ein.

Welches Arbeits­um­feld für Sie persön­lich passt, können Sie in meinem neuen Portal Workli­fe­style ermit­teln. Eine kurze Basis­aus­wer­tung ist for free. Leser von „Karriere mit System“ (ab 11.9. im Handel) erhalten mit dem Kauf des Buchs einen Code für die kosten­lose Lang­fas­sung.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Bertram 29. August 2014 at 12:22 — Reply

    Der erste Punkt “die Sinn­haf­tig­keit” spricht mich direkt am meisten an. Ein Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl zum Unter­nehmen schweißt zusammen: Das schätzt man vor allem im Silicon Valley. Ist dies nicht ansatz­weise gegeben, dann wird die Arbeit für Ange­stellte schnell bedeu­tungslos. Schließ­lich hat man eigene Ziele die, ohne Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Job, schnell zur Sehn­sucht werden.

  2. Jacque­line 1. September 2014 at 10:25 — Reply

    Ein guter Artikel, der viele Wahr­heiten enthält. Mir fehlt jedoch ein wesent­li­cher Aspekt: die mangelnde bzw. nicht vorhan­dene und oft nicht geför­derte Führungs­kom­pe­tenz von Führungs­kräften. Es ist bekannt, dass dies Faktor Nr. 1 für die innere Kündi­gung ist.

    Wenn der Chef/die Chefin die Leis­tung nicht aner­kennt und lobt; mich bei neuer Aufga­ben­ver­tei­lung immer wieder über­geht unter faden­schei­nigen Gründen; sich für meine guten Leis­tung lobt und mich für seine Fehler verant­wort­lich macht; irra­tional und nicht nach­voll­ziehbar agiert; die Arbeits- wie Perso­nal­ent­schei­dungen nicht (ausrei­chend) begründet; …

    Oft will man gerne in der Firma und den Kollegen bleiben, aber so eine Chef/Chefin treibt einen zur Verzweif­lung. Wie weit verbreitet dieses Phänomen ist, sehe ich an den Erzäh­lungen meiner TN.

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