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Hauptsache, flexibel: Die neue Lust am freien Arbeiten

Widdewiddewitt, ich mach mir meine Welt so wie sie mir gefällt. Mittags einfach zum Sport? Morgens anfangen, wann es passt? Kreativ sein am Sonntag und Montags zuhause? Flexibel arbeiten — wo, wann und wie man will: Das wollen offensichtlich viele Menschen. Von den rund 300 Personen, die im Oktober ihren Worklifestyle ermittelt haben, ist das 19,43% sehr wichtig (“stimme voll zu”) und 36,04% immerhin noch wichtig (“stimme weitgehend zu”). Nur für 15,03% ist dieser Punkt wenig oder gar nicht relevant. Nun steht zu vermuten, dass unter den Testern meines neuen Angebots viele Berater, Trainer, Coachs sind, also Selbstständige. Aber so viele waren es dann offensichtlich doch nicht: Mit etwa 13% entspricht der Selbstständigenschnitt in unserer Auswertung annähernd dem vom Statistischen Bundesamt angegebenem Wert von 12%. Die potenzielle Bereitschaft, selbstständig zu arbeiten, auch als Angestellter — etwa in der Rolles eines Intrapreneurs -, scheint jedoch höher zu sein.
Der Frage “Ich arbeite gern selbstständig. Auch als Freelancer oder Unternehmer” stimmen immerhin 19,79% sehr zu, nur 4,59% lehnen das gänzlich ab. Ich könnte mir vorstellen, dass unter den Zustimmern auch viele sind, die sich gut selbst organisieren können und die Struktur eines Unternehmens dazu nicht notwendig brauchen. Dazu passt, dass diejenigen, die den Flexibilitätsfragen zustimmen, die “Sicherheitsfragen” (conventional style) offenbar verhaltener ankreuzen. Die genauen Korrelationen muss ich mir allerdings noch mal ausrechnen lassen.
Flexi-Style dominiert
Rechnet man alle Flexibilitätsfragen zusammen und bündelt sie in den Styles, so dominiert im Oktober der Flexi-Style deutlich — den Bericht eines Flexis, von Karriereexperte Dr. Bernd Slaghuis lesen Sie hier. Flexi-Angestellte bevorzugen vermutlich Arbeitskonstellationen, in denen sie die freie zeitliche Wahl haben. Dies ist derzeit vor allem in Startups der Fall. Die Hamburger Mopo berichtete kürzlich über die Werbeagentur Elbdudler, bei der maximale Flexibilität herrsche. Neben dem Gehalt darf man auch die Urlaubstage selbst bestimmen. Ob sich diese Flexibilität aber tatsächlich in Freiheit und Freizeit auszahlt, ist bei PR-getriebenen Bekenntnissen oft unklar. Manchmal lässt sich bei den Arbeitnehmerkommentaren bei Kununu ablesen, dass sich Freiheit auch leicht in Mehrarbeit, Stress und Druck umwandeln kann.
Bei den Konzernen ist Microsoft Vorreiter in Sachen Flexibilität bezogen auf die Arbeitszeit. Das Unternehmen bietet als erstes eine echte Vertrauensarbeitszeit und ermöglicht seinen Mitarbeitern, zu arbeiten wo sie wollen. „Nach außen leben, was man nach innen verspricht“ – so lautet der Titel eines Interviews mit Dr. Elke Frank im Blog von Astrid Braun-Höller, hier zu lesen.
Macht Flexi leistungsfähiger?
In Studien kam heraus, dass Flexibilität die Produktivität nur geringfügig erhöht. Allerdings stammen diese Ergebnisse aus sehr alte Studien aus den 1980er Jahren. In unserer Zeit, in der es mehr auf Kreativität ankommt denn je, könnte es anders aussehen. So ist Kreativität kaum innerhalb eines bestimmten Zeitfensters abrufbar oder in Stunden übersetzbar. Eine Idee kommt nicht pünktlich um 9 Uhr, sondern manchmal eben auch abends und am Wochenende. Und weil es immer mehr auf Ideen ankommt, kann es sein, dass Flexibilität heute vielleicht doch produktiver macht…
Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewigkeit. Ich coache bei Veränderung, spreche über das, was Veränderung mit uns macht und berate an Weggabelungen. Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfolgreich gegründet, aktuell meine Akademie der Veränderung.
Weiterdenken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktueller, etwas pointierter, etwas tiefsinniger und pragmatisch vorausschauend.
Vielleicht kennen wir uns…
… aus dem Bücherregal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.
Als Kolumnistin schrieb ich DER SPIEGEL oder WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psychologen-Fachblatt „Wirtschaftspsychologie aktuell“ eine regelmäßige Kolumne. Man findet meine Interviews zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.
Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonntagskolumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abonnenten gehöre ich zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren auf dieser Plattform.
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Es gibt sicherlich einige Menschen, die das nicht können. Die eine klare Strukturvorgabe brauchen.
Für alle anderen wäre solch eine Art zu arbeiten, meiner Meinung nach, absolut genial. Vor allem Mütter hätten so die Chance besser wieder in den Beruf zurück zu finden.