Kate­go­rien

2 Dinge braucht es zum Erfolg — Gut sein und net(z)werken

Published On: 5. Januar 2011Cate­go­ries: Karriere

Wenn andere uns mit gutem Gewissen und voller Über­zeu­gung empfehlen, läuft´s im Beruf. Empfeh­lungs­mar­ke­ting, das wissen sowohl Selbst­stän­dige und Unter­nehmer als auch Ange­stellte, ist die Wurzel des Erfolgs. Die Ursache ist es nicht – diese liegt viel­mehr in harter Arbeit und guten Netz­werken begründet. Wer einfach „nur“ gut ist, wird nicht wahr­ge­nommen. Wer nur Netz­werke hat, wird viel­leicht anfangs empfohlen, beim  Herum­spre­chen schlechter Leis­tung jedoch nicht mehr. So spielen beide Faktoren letzt­end­lich zusammen.

Dieser Zusam­men­hang ist so leider längst nicht bei jedem ange­kommen. Eine Leserin meines Karrie­re­ma­cher­buchs etwa erwar­tete – per E‑Mail formu­liert -, dass ich sie mit ins Coaching nähme, um so von den Erfolg­rei­chen zu lernen. Sie sagte, ich würde in meinen Büchern ja dazu auffor­dern mutig zu sein und nun sei sie es. Dazu gratu­lierte ich, lehnte aber trotzdem ab. Die Frage kam einfach viel zu früh. Denn: Bevor Sie etwas fordern, müssen Sie sich bei demje­nigen, von dem Sie etwas wollen, positiv veran­kert haben. Außerdem ist eine Bitte außer beim Inkasso eigent­lich immer ange­brachter als eine Forde­rung…

Gestern bekam ich eine Anfrage über Xing. Ob ich ein Semi­nar­an­gebot über meinen sicher großen Verteiler schi­cken könnte und die Veran­stal­tung somit empfehlen könne. Ich kannte die fragende Trai­nerin nicht, sie gehört  nicht zu meinem Netz­werk. Natür­lich habe ich abge­lehnt. Warum soll ich etwas empfehlen, das ich selbst nicht kenne und gar nicht beur­teilen kann?  Mein Prinzip, dem auch die meisten meiner Kollegen folgen: Ich empfehle entweder, was ich selbst kenne und schätze oder was andere aus meinem Netz­werk empfehlen.

Ich schrieb der Dame ein paar Zeilen. Sie antwor­tete erbost: Das passiere ihr immer. Sie hätte nun mal kein großes Netz­werk, aber sie wäre Mitglied in dem Verband XY, der nur Personen zulasse, die sich einer Prüfung unter­zögen. Sie wäre richtig gut, blödes Pech, dass sie zu wenige Kontakte hätte.

Es mögen viele unent­deckte Talente unter jenen stecken, die nicht aktiv von anderen empfohlen werden. Wenn sie es aber nicht schaffen, Empfeh­lungen auszu­lösen, wird die Selbst­stän­dig­keit mit ziem­li­cher Sicher­heit schei­tern. Dahinter steckt schließ­lich oft auch eine falsche Erwar­tungs­hal­tung: Alles soll schnell und sofort gehen, die Unter­neh­mung muss sich schnell rentieren. Instant-Erfolg sozu­sagen. Wer glaubt, dass es den außer­halb von Casting­shows gibt, unter­liegt einer völlig falschen Annahme. Wer sich einen Namen machen will, braucht dabei Zeit, oft viele Jahre. Erfolg ist selten ein Geschenk und meist harte Arbeit.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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5 Kommen­tare

  1. Lars Hahn 6. Januar 2011 at 13:24 — Reply

    Gut sein und (!) net(z)werken!
    Genau!

    In meiner Weiter­­bil­­dungs- und Karrie­re­be­ra­tung sind über­wie­gend Menschen, die gute fach­liche Arbeit geleistet haben und in ihrem Beruf metho­disch kompe­tent sind. Und trotzdem tun sich viele bei der Jobsuche schwer. Die Forde­rung: “Herr Hahn, jetzt machen Sie mal” ist dann schnell formu­liert.
    Erstmal: Machen könnte ich nur dann, wenn ich jemanden gut kenne und wenn ich sicher sein kann, dass dieser Mensch woan­ders auch gut ankommt.
    Zwei­tens: Machen will ich nur, wenn ich beim anderen auch Bereit­schaft erlebe, aktiv zum Gewinn aller beizu­tragen (der Begriff Win-Win ist leider schon zu verbraucht).
    Drit­tens: Aktive Menschen, die net(z)werken erleben dann auch, dass sie Unter­stüt­zung erhalten, nur oft von einer Seite, wo sie es gar nicht vermutet hatten.
    Merke: Net(z)werken zahlt sich oft erst zeit­ver­setzt aus. Es bedarf daher Geduld und Zähig­keit. Nett­sein ist dabei durchaus von Vorteil.

    In diesem Sinne
    mit netten Grüßen
    Lars Hahn

  2. Svenja Hofert 6. Januar 2011 at 14:20 — Reply

    Genau, lieber Lars Hahn, es zahlt sich sehr zeit­ver­zö­gert aus. Das passt in keinen Busi­ness Plan, denn hier geht es eben nicht um Monate. Und das mit dem Nett­sein hat tatsäch­lich meist entschei­dende Vorteile 😉 herz­liche Grüße Svenja Hofert

  3. […] die entspre­chenden Kontakte verfügen. Weil ihre Leis­tung verkannt wird. Svenja Hofert hat dazu einen inter­es­santen Blog­bei­trag geschrieben. Und es darf keine Ausrede für Vettern­wirt­schaft sein. Aber die Grenzen sind in […]

  4. […] über die entspre­chenden Kontakte verfügen. Weil ihre Leis­tung verkannt wird. Svenja Hofert hat dazu einen inter­es­santen Blog­bei­trag geschrieben. Und es darf keine Ausrede für Vettern­wirt­schaft sein. Aber die Grenzen sind in der […]

  5. […] über die entspre­chenden Kontakte verfügen. Weil ihre Leis­tung verkannt wird. Svenja Hofert hat dazu einen inter­es­santen Blog­bei­trag geschrieben. Und es darf keine Ausrede für Vettern­wirt­schaft sein. Aber die Grenzen sind in der […]

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