Kate­go­rien

Twitter-Follower Nr. 800 (Social Media Expe­ri­ment, Teil 3)

Published On: 26. Februar 2011Cate­go­ries: Mensch & Orga­ni­sa­tion

„Wieso machst du das? Verstehe ich nicht.“ Manche schüt­tern den Kopf, wenn ich von meinen Social-Media-Akti­­vi­­täten erzähle, die ich – Karrie­­re­­blog-Leser wissen es – seit Oktober 2010 inten­si­viert habe.  Ja, warum? Damals einfach, weil ich wissen wollte, wie es geht und ob meine These stimmt, dass das Internet alles “evolu­tionär” revo­lu­tio­niert.

Ich glaube, dass das Internet einer­seits für eine neue Ethik sorgen kann, weil es letzt­end­lich Lügen bestraft, siehe zu Gutten­berg, und andrer­seits Authen­ti­zität belohnt wird. Man muss sich bei der Kommu­ni­ka­tion viel mehr anstrengen, lange Abstim­mungs­pro­zesse und Trimmen auf Firmen­linie — Vergan­gen­heit. Menschen, Firmen, Bücher, Artikel, Klei­dung werden sich irgend­wann vor allem Online in unsere Köpfe einschlei­chen. „Dein Blick ist nicht der der Normal­be­völ­ke­rung“, höre ich dann. Ich würde das alles über­schätzen.  Das sagte man mir aber schon 1998, als ich das erste Buch über Inter­net­be­wer­bungen schrieb, heute noch am Markt, aber natür­lich mit komplett anderem Inhalt.

Dieses Wochende viel­leicht den Durch­bruch zu 800 Follo­wern (www.twitter.com/svenja-hofert). Inzwi­schen hat sich Spaß zu meiner Anfangs­mo­ti­va­tion “Test” gekommen. Ohne diesen intrin­si­schen Motor bleibt man wahr­schein­lich nicht bei der Stange. Denn die Erfolge kommen sehr indi­rekt. Neulich gab es den ersten indi­rekten Kunden. Eine Follo­werin hatte mich empfohlen.

Während es mir anfangs fremd vorkam im Twit­ter­uni­versum, bin ich jetzt fast zuhause dort. Meine früheren Vorhaben wie „5000 Follower bis März“ haben sich als blöd­sinnig heraus­ge­stellt. Es geht mehr um die Qualität der Follower. So gibt es viele Roboter-Accounts, die letzt­end­lich wertlos sind. Es gibt auch Twit­terer, die einfach Hinz und Kunz folgen und so Ihren “Stamm” vergrö­ßern, da es viele auto­ma­ti­sche Rück-Verfolger geht. Das will ich nicht, nur um da eine Zahl zu erhöhen. Sollen schon vernünf­tige Leute sein. Twit­terer wie Robert Half, die ordent­lich Danke für RTs sagen und den Follow Friday nutzen. Das hebt das Image, wahr­schein­lich schwer messbar für den Erfolg des Unter­neh­mens — aber war Image nicht immer schon etwas für die rechte Gehirn­hälfte?

Dafür kommen andere bei mir auf die Nogo-Liste. Das sind jene, die nur platte Werbung machen, sich ständig selbst verkaufen oder als Link­schleu­dern für den eigenen Kram agieren. Oder jene, die nie „Danke“ sagen für einen Retweet (RT), also das Weiter­leiten einer Nach­richt an die eigenen Follower.Allerdings: Ab einer gewissen Anzahl an Follo­wern wird es wahr­schein­lich wenig  indi­vi­du­elles Danke mehr geben können – da kommt man gar nicht nach. So wie vermut­lich Jochen Mai von der Karrie­re­bibel mit seinen 8.500 Follo­wern. Wann werde ich selbst aufhören mit Danke? Gibt es diesen Punkt, an dem das zeit­lich nicht mehr geht? Ich muss ja irgend­wann auch Geld verdienen — #FFs sammeln macht nicht satt.

Ich bekomme viele #FFs, das ist der so genannte Follow Friday, eine Folge­emp­feh­lung anderer Twit­terer, die längst nicht mehr nur Frei­tags gegeben wird. Im FF-Ranking Deutsch­land habe ich mich, Stand gestern, auf Platz 122 gespielt. Irgend­je­mand hat mal gesagt, Erfolg im Internet sei ein Selbst­läufer, wenn man hart­nä­ckig dran­bleibt. Und das stimmt: Es funk­tio­niert. Bei mir nicht nach Plan, sondern frei nach meinem Motto: Auspro­bieren, schauen was zurück­kommt, dazu lernen, beim nächsten Mal anders und besser machen. Gelernt habe ich, dass Faul­sein bestraft wird. Ein paar Tage war ich so einge­bunden, dass ich kaum zum Twit­tern gekommen bin. In der Zeit fiel mein Klout-Wert von hohen 53 auf 46. Aber wie wichtig ist dieser Wert eigent­lich? Bis zum nächsten Teil des Twit­ter­ex­pe­ri­ments weiß ich es.

Ich regis­triere auch viel Stra­tegie und Berech­nung beim Empfehlen: Es ist nun mal sinn­voller für das eigene Ranking von einem „hoch­ran­gingen“ Twit­terer empfohlen zu werden und die Empfeh­lungen zu wech­seln, um den Kreis zu vergrö­ßern. Ganz so wie in der realen Welt: Auf die Empfeh­lung von bekannten Persön­lich­keiten hört man eher. Nur dass es bei Twitter teil­weise ganz andere Leute sind, die „bekannt“ sind. Manchmal auf den ersten Blick selt­same.

Das ist ein sehr span­nendes Phänomen. Manchmal frage ich mich, ob die Internet-Bekann­t­heit mit geschäft­li­chem Erfolg korre­spon­diert. Mein Eindruck ist: nur teil­weise. Twitter allein reicht nicht, es muss inte­griert sein in andere Maßnahmen. Dazu morgen mehr, wenn ich Zeit habe – dann ist nämlich Face­book dran.

Kommentar im November 2012

Mir fällt auf, dass jede Etappe bei Twitter seine eigenen Enpfehler und zentralen Begleiter hatte. Am Anfang waren es ganz andere als heute. Es ist ganz klar, wo der Zusam­men­hang liegt: Die Retweets und die Inter­ak­tion findet mit höher­ran­gigen Twit­te­rern statt als vorher, wobei ich nicht nach solchen Kate­go­rien agiere, sondern auch schon mal jemanden, der neu bei Twitter ist, empfehle.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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3 Kommen­tare

  1. Burk­hard Reddel 26. Februar 2011 at 14:11 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ich muß ehrlich sagen, ich bin nicht so beson­ders Fan von Twitter und Face­book, zumin­dest in dem Sinne von geschäft­li­chen und Marke­ting­tech­ni­schen Akti­vi­täten oder dem songe­nannten Geruilla Marke­ting. Ich persön­lich halte das für einen Einzel­kämpfer für viel zu aufwendig.Da käme ich ja garnicht mehr zur rich­tigen Arbeit, die mir Geld bringen soll.
    Es ist einfach viel zu Zeit­auf­wendig. Deshalb mache ich es so zwischen­durch und weil es Spaß macht als Hobby. Als Marke­ting­mas­nahme halte ich tradi­tio­nelles Amrke­ting für Erfolg­ver­spre­chender, wenn auch teurer. Aber rechne ich die Zeit um, die ich für erfolg­ver­spre­chendes Twit­tern und Face­booken benö­tigte, wird auch dieses zu teuer. Ich gebe aller­dings zu, ich habe in den letzten Monaten viel zum SInn oder Unsinn von Twitter oder Face­book dazu­ge­lernt und weiß mitt­ler­weile so unge­fähr wie es funk­tio­niert. Dennoch meiner Meinung nach viel zu aufwendig immer am Ball zu bleiben.

    Frimen, die eigene Social Media Experten anstellen können da sicher was errei­chen. Die haben aber auch mehr resourcen und da ist das Alte Spiel eines Einzel­kämp­fers, wie in anderen Berei­chen auch, halt die Resour­cen­knapp­heit an HR.

    Ist halt so lächelllll.…

    In diesem Sinne Ihnen dennoch viel Spaß und Erfolg beim Twit­tern oder Face­booken.

    Freund­liche Grüße

    B.RE.

  2. Markus Väth 28. Februar 2011 at 10:19 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    ein heißer Tip zur “Inte­gra­tion in andere Maßnahmen”: Bauen Sie ein Widget auf Ihrem Blog / Ihrer Home­page ein, dass Ihre Tweets zeigt. Diese gibt es bei Twitter unter http://twitter.com/about/resources/widgets

    Wie sowas aussieht, sehen Sie auf meiner Start­seite: http://mensch-chance.de/

    Herz­liche Grüße,

  3. Svenja Hofert 28. Februar 2011 at 21:00 — Reply

    Hallo Herr Väth, danke­schön für den Hinweis. Ich habe das noch nicht gemacht, weil ich teil­weise das feed­back bekommen habe, das wirke zu “wild”. Inte­gra­tion ist gut, aber wo und wie da bin ich noch unent­schlossen. herz­liche Grüße Svenja Hofert

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