Kate­go­rien

Kündi­gungs­ge­ne­ra­toren, Yahoo und wie man richtig tschüss sagt

Published On: 21. Juni 2008Cate­go­ries: Führung

Wer auch immer Urheber des Kündi­gungs­ge­ne­ra­tors für Yahoo-Stellen war, diese witzige Site hat mich auf die Idee für das Thema “wie kündige ich eigent­lich meinen Job?” gebracht. Denn in Wahr­heit ist das KÜNDIGEN gar nicht so einfach, zumal nicht in kleinen Firmen oder Agen­turen, wo jeder jeden kennt und Weggänger als Verräter sieht und entspre­chend “belat­schert”. Tatsäch­lich höre ich immer wieder, dass Kündi­gungen quasi als Majes­täts­be­lei­di­gung aufge­fasst werden. Wir sind doch Markt­führer, so toll, so klasse — was willst Du eigent­lich — da denkt mancher “nur weg von euch Despoten” und sagt es mögli­cher­weise auch. Das genau ist nicht notwendig (es reicht zu schreiben “hiermit kündige ich mein Arbeits­ver­hältnis frist­ge­recht zum…”). Ja, mitunter ist es taktisch viel, viel klüger, ein Unter­nehmen, insbe­son­dere ein kleines, schwei­gend oder diplo­­ma­­tisch-ausschwei­­fend (“neue Heraus­for­de­rung”) zu verlassen. Eine Verpflich­tung zur Nennung von Gründen besteht bei einer frist­ge­rechten Kündi­gung auf Arbeit­neh­mer­seite jeden­falls nicht. Auch eine mora­li­sche gibt es bei näherer Betrach­tung nicht wirk­lich — wem sind Sie verpflichtet? Zudem: Herz ausschütten macht man vor der/dem Liebsten und besser nicht im Job. Denn: In manchen Bran­chen wird viel geredet, Daten­schutz hin oder her. Und da kann es schnell sein, dass sich unter­neh­mens­über­grei­fend rumspricht, dass Sie die Stim­mung einfach nicht aushalten oder Ihnen die chole­ri­sche Struktur der Führug­ns­spitze kräftig auf den Geist geht. Das ist das eine. Das andere ist, dass ein Abgang glanz­voller wird mit etwas Geheimnis. Deshalb wiederum ist der Yahoo-Gene­rator kein Vorbild, denn besser ich sage nicht ob ich zu Google, Micro­soft oder zur Heinz Kunz KG wechsel und melde mich gege­ben­falls später aus dem Off.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Reich­weiten in Reich­weite

    http://www.best-practice-business.de: Auch beim Viral­mar­ke­ting ist Fokus­sie­rung ein wesent­li­cher Erfolgs­faktor
    Hier wird die Arbeits­weise der Viral­mar­ke­ting­agentur GoViral kritisch hinter­leuchtet. Demnach haben die Marke­tiers mehr als 10.000 Multi­plika

  2. E. Willing 25. Februar 2009 at 14:34 — Reply

    Dieser Gene­rator für Kündi­gungen ist ja witzig! Naja, ganz ernst gemeint ist er sicher nicht.
    Stimmt, eine Begrün­dung ist bei einer frist­ge­rechten Kündi­gung nicht nötig, auch wenn alle neugierig sind. Zum einen natür­lich, weil poten­zi­elle neue Arbeit­geber davon Wind bekommen könnten. Zum anderen, weil man ja viel­leicht irgend­wann mal wieder bei dieser Firma arbeiten möchte — und mit mancher Begrün­dung macht man es sich schwerer als nötig…

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