Kate­go­rien

Wie gött­lich ist Berufs­fin­dung?

Published On: 18. November 2009Cate­go­ries: Führung

Aus meiner Sicht ist es kein Zufall, dass die Berufs­fin­dung oft in einen „schönen“ Job leitet. Die tradi­tio­nelle Jobfin­dung basiert auf unserer eigenen Wahr­neh­mung und dem, was wir kennen und was die Gesell­schaft für uns bewertet hat. Das ist nichts anders wie bei den zehn belieb­testen Ausbil­dungs­be­rufen, bei denen seit Jahr­zehnten die glei­chen auf den Listen stehen. Der Bestatter, der Hafen­schiffer, Stein­metz und andere eher exoti­sche, aber durchaus krisen­feste Jobs tauchen dort nicht auf, weil man sie entweder nicht kennt oder weil es keine „schönen“ Berufe für Menschen sind, deren Grund­be­dürfnis es ist, sich eine gewisse Stel­lung in der Gesell­schaft zu schaffen. Es ist sehr oft nichts anderes als dieses Grund­be­dürfnis, das den Berufs­wunsch formt.

Auf die Idee, einen schönen Beruf auszu­üben, kommen den Jobsu­chenden mit und auch ohne Coach. „Ich war drei Wochen mit What color is your parachute? auf einer spani­schen Insel und danach war mir klar, dass ich Schreiben wollte.“ „Schreiben“ lässt sich durch „Kultur“ oder „kreativ sein“ ersetzen oder durch „etwas mit Menschen machen“ – das sind dummer­weise die Favo­riten der meisten und leider nicht selten Haifisch­be­cken mit Preka­ri­ats­ge­fahr.

Klar, auch ich denke, alles ist möglich, wenn man sich so richtig durch­beißt, selbst­be­wusst ist, schlauer als die anderen und sich super verkaufen kann. Aber wer ist so? Nur ein winzig kleiner Prozent­satz. Am Anfang des Berufs­le­bens sind die meisten weder bissig noch selbst­be­wusst und können sich auch noch nicht so gut verkaufen. (…)

Es gibt keine gött­liche Kraft in der Berufs­wahl, keinen vorge­zeich­neten Plan. Berufs­wahl setzt viel­mehr eine eigene Entde­ckungs­reise voraus. Eine sichere Berufs­ent­schei­dung verlangt, dass man sich auch mal irrt, Fehler macht und Kurs­kor­rek­turen vornimmt. Denn: Wie sollen Sie etwas finden, das Sie noch gar nicht gesehen haben? Wie ein sicheres Gefühl anhand theo­re­ti­scher Beschrei­bungen und immer irgendwie mani­pu­la­tiver Erzäh­lungen entwi­ckeln?
(…)

nur ein kleiner Text­aus­schnitt aus: “Karrie­re­ma­cher­buch

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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