Kate­go­rien

Wenn Du was leisten willst, geh ins Fitness-Center

Published On: 11. Februar 2010Cate­go­ries: Führung

Nein, wirk­lich, ich zweifle über­haupt nicht an, dass ganz, ganz viele Menschen sehr viel arbeiten. Viel zu viel. Das ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte aber schiebt mehr oder weniger einen faulen Lenz: nicht selten in einem Konzern. Dass dort einige den Lenz nur im Früh­ling mögen und ansonsten an Bore-out leiden, ist bedau­er­lich (sind doch die Auswir­kungen des ich-lang­­weil-mich-so-Syndroms mindes­tens so schlimm wie die eines Burn-Outs). Es ist grausam, wenn Menschen, die anpa­cken wollen, dauernd an Grenzen stoßen: was alles nicht geht, keinen Sinn macht, gegen irgend­welche Inter­essen verstößt. Wer da nicht kündigt, wird zum Besitz­stand­be­wahrer.

Ich fasse manchmal nicht, was ich da so höre. Oder halten Sie es für möglich, in diesen Zeiten wohl­ge­merkt, dass Menschen an einem durch­schnitt­li­chen Tag inge­samt zwei Tele­fo­nate führen und in acht Stunden gut bezahlter Arbeit ein Blatt Papier von links nach rechts schieben? Das habe ich neulich beim Amts­ge­richt — in drei Stunden Warte­zeit auf die Ableh­nung eines uner­wünschten Onkel-Erbes — erlebt. Nicht für möglich hielt ich es bisher aller­dings, dass sich solche Szenen auch bei namhaften Konzernen abspielen, wohl auch, weil diese Kunden  selten den Weg zu mir finden (denn sie verän­dern oft nur was, wenn sie die Kündi­gung kassieren). Ich selbst bin zwar konzern­erfahren, aber auch schon 10 Jahre selbst­ständig. Bleibt nur die Sekun­där­quelle, also das vom Hören-Wissen: “30 Prozent unserer Ange­stellten würde ich sofort raus­werfen”, meinte ein Kunde, der in seinem schönen Groß­un­ter­nehmen sehr gern richtig gear­beitet hätte — aber nicht konnte. “Wenn du was leisten will, geh ins Fitness-Center”, scherzte sein Chef.

Dazu passt eine Statistik, die ich im Buch Heraus­for­de­rung Moti­va­tion” von Arne Maus gefunden habe. Demnach muss das leiden­schafts­lose Besitz­stands­wahren ein Phänomen in Groß­un­ter­nehmen sein. “Ich fühle mich oft ener­gie­ge­laden, sagten 40% der Mitar­beiter in kleinen und mittel­stän­di­schen Unter­nehmen, aber nur 28 in Konzernen. Auch eine andere Frage zeigt den Unter­schied: “ich tue meine Arbeit aus Leiden­schaft” sagen 53% der KMUler, aber nur 36% der Groß­un­ter­neh­mens­an­ge­stellten. Alles klar?

Zu diesem Beitrag passt: Das Karrie­re­ma­cher­buch.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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