Kate­go­rien

New Work — was ist das eigent­lich?

Published On: 1. August 2014Cate­go­ries: Führung

Vor einiger Zeit erschien im Micro­soft Blog mein Beitrag „Luther der Neuzeit“, der viel Zuspruch bekam, aber nicht mehr verfügbar ist. Es kam aber auch Kritik von Seiten der New-Work-Bewe­­gung, die nicht erkennen wollte, dass meine Kolumne im Grunde eine Fürsprache für New Work war. Hier will ich die Frage klären, wovon über­haupt die Rede ist. Denn vielen ist das gar nicht klar…

Zunächst: Was heißt New Work eigent­lich?

Der Begriff geht zurück auf Frithjof Berg­mann. Für ihn heißt Arbeit, die eigene Krea­ti­vität und Persön­lich­keit zu entfalten – und sich damit auch aus der Lohn­ar­beit zu befreien. Der Mensch hat die Wahl zwischen Alter­na­tiven, das Menschen­bild ist das des Y‑Menschen nach Douglas McGregor. Werte sind Selbst­stän­dig­keit, Frei­heit und Gemein­schaft. Ein Inter­view mit Berg­mann können Sie in diesem Video sehen. Letzt­end­lich skiz­ziert Berg­mann auch ein Gegen­mo­dell zum Kapi­ta­lismus, ist also durchaus auch poli­tisch. Keins seiner Werke erlangte jedoch Aufmerk­sam­keit über eine sehr kleine Kern­gruppe hinaus.

Was bedeutet New Work prak­tisch?

New Work bedeutet, dass die oben genannten Werte in der Arbeit und für jeden Menschen / Mitar­beiter frei­ge­setzt werden. Dazu gibt es verschie­dene Instru­mente, die aus dem agilen Umfeld stammen. Man sollte also den Begriff Agilität auch in diesem Zusam­men­hang verstehen. Der Begriff geht auf das Agile Mani­festo von 2001 zurück und bezieht sich ursprüng­lich auf die Soft­ware­ent­wick­lung – als Gegen­be­we­gung zum inge­nieur­mä­ßigen Vorgehen. Zum agilen Verständnis gehört auch eine offene und trans­pa­rente Kommu­ni­ka­ti­ons­kultur, so dass der Begriff nach und nach die IT verlassen und auch in anderen Kontexten Anwen­dung gefunden hat. Jüngst hat Björn Schotte von der Mayflower GmbH ein agiles Instru­ment im Selbst­test vorge­stellt, nämlich den Peer Review.

Ein Begriff, der in dem Zusam­men­hang auch oft fällt, ist der der Netz­werk­or­ga­ni­sa­tion. Das ist neben der Matrix­or­ga­ni­sa­tion eine betriebs­wirt­schaft­liche Aufbau­form, die unter anderem das Unter­nehmen Nike nutzt. Seine Vision davon beschreibt Nils Pflä­ging in seinem von mir hier vorge­stellten Buch.

Diese am Markt orien­tierte Unter­neh­mens­auf­bau­form bedeutet aller­dings nicht auto­ma­tisch, dass das Unter­nehmen auch agil denkt und handelt. Die Sache ist also recht komplex, und was New Work eigent­lich genau beinhaltet, nicht immer eindeutig.

Leben Unter­nehmen New Work?

Das war der haupt­säch­liche Streit­punkt. Ich behaupte: die meisten nicht, erst recht nicht außer­halb der Groß­städte. Oder wie viele Geschäfts­führer, liebe Leser, kennen Sie, die einen Peer Review machten? Wie viele Netz­werk­or­ga­ni­sa­tionen können Sie benennen? Und wie viele Firmen, die die Selbst­stän­dig­keit ihrer Mitar­beiter wirk­lich und ehrlich fördern? Mit allen Konse­quenzen? Eine davon lautet: Wer frei denkt, wird auch schneller gehen. Halte ich Vorträge und Work­shops wird mir immer wieder gesagt: “Hm, ja, aber bitte nicht so, dass dann alle gehen. Wir müssen auch…” Verstehe ich total.

Was hat Spiral Dyna­mics damit zu tun?

Spiral Dyna­mics ist ein konse­quent logi­sches Erklärm­odell für Werte­trans­for­ma­tionen, hier von mir beschrieben. 9levels, für das ich zerti­fi­ziert bin, baut darauf auf. Es ist ideal für Unter­­neh­­mens- aber auch Persön­lich­keits­ent­wick­lungen. Wir erin­nern uns noch einmal an die New-Work-Werte Selbst­stän­dig­keit, Frei­heit und Gemein­schaft. Das sind nach Spiral Dyna­mics grüne (Gemein­schaft) und gelbe Werte (Frei­heit und Selbst­stän­dig­keit). In dem Denk­mo­dell ist es nicht möglich, bestimmte Werte­stufen zu über­springen. Ist ein Mensch oder Unter­nehmen in einer roten Phase (die durchaus nicht nur mit negativ asso­zi­ierter Aggres­sion, sondern auch mit posi­tiver Markt­er­obe­rung einher­geht), so wird er nicht direkt in die grüne Phase springen können. Als nächstes braucht er blaue Werte. Über­tragen bedeutet das, er (der Mensch) und es (das Unter­nehmen) muss bzw. will geordnet werden, Regeln inha­lieren sowie Struk­turen.

Was hat das mit meiner Argu­men­ta­tion zu tun?

Ich glaube, dass Entwick­lungen sich gesund und nach­haltig nur langsam und schritt­weise voll­ziehen können. Ich bin tief über­zeugt, dass man nehmen und als Schatz begreifen muss, was im Moment da ist – und aus dem Ist nur ein Soll formu­lieren kann, das dem ganz indi­vi­du­ellen und nicht etwa einem allge­meinen Ist gerecht wird.

Das kann man mit “konstruk­ti­vis­tisch” über­setzen. Oder in anderen Worten: Wenn in einem Unter­nehmen aktuell „rot“ domi­niert, trans­fe­riert man es nicht erfolg­reich in die New Work-Werte. Es muss erst einmal blaue Werte verin­ner­li­chen. Man kann Vorträge in rot geprägten Firmen halten und alle fühlen sich wunderbar unter­halten. Aber mehr auch nicht. Das heißt auch: Echte New Work ist im Moment nur etwas für Firmen, die in der Gedan­ken­welt des Orangen oder Grünen sind. Das ist jetzt meine Perspek­tive, als Spiral-Dyna­­mics-Anhän­­gerin.

Meine gerne zitierten Handels- und Schiff­fahrts­un­ter­nehmen sind oft rot-blau. Ihnen mit New Work zu kommen, ist zum Schei­tern verur­teilt. Sie werden sagen „wir bauen Schiffe, was wollen Sie?“ Hier ziehen andere Argu­mente, die aus dem orangen Werte­bau­kasten – etwa Opti­mie­rung, Effi­zienz, Einspa­rungen.

Gibt es nun New Work?

Ja, die gibt es – bei den jetzt grünen Unter­nehmen. In meiner Wahr­neh­mung ist das fast ausschließ­lich im tech­ni­schen, IT-nahen und krea­tiven Bereich – und unmög­lich durch­ge­hend und flächen­de­ckend bei Konzernen zu veran­kern. Aber ich erlebe, wie wir alle, nur einen kleinen Ausschnitt. Auch wenn ich den Begriff „syste­­misch-konstruk­­ti­­vis­­tisch“ aufgrund seiner hohen Miss­brauchs­quote nicht mag: Hier sollten wir uns vor Auge halten, dass jeder sich seine Wirk­lich­keit aufgrund seiner Erfah­rungen, Persön­lich­keit und Prägungen konstru­iert. Es ist vermessen, anderen eigene Wirk­lich­keiten aufzwingen zu wollen, in denen sie nicht leben.

Ich freue mich, neue Wirk­lich­keiten kennen zu lernen und meinem eigenen Bild hinzu­zu­fügen. Ich verbinde gerne Welten und füge lose Enden zusammen. Auch darum habe ich den Luther-Artikel mit unter­schwel­liger Ironie geschrieben. Nur so, so denke ich, bewegt sich was.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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12 Kommen­tare

  1. Guido Bosbach 1. August 2014 at 15:50 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    schön, dass Sie den Dialog auch hier weiter­führen.

    Ein wenig Schade finde ich aller­dings den Unterton, in dem für mich ein wenig zuviel (unbe­grün­deten !?!) Miss­kredit für die NewWork Gläu­bigen mitschwingt. Sei’s drum.

    Sie schreiben zurecht “Leben Unter­nehmen New Work?
    Das war der haupt­säch­liche Streit­punkt. Ich behaupte: die meisten nicht, erst recht nicht außer­halb der Groß­städte.”
    Da frage ich mich ketze­risch dann doch auch, wie weit war der Protes­tan­tismus in den ersten 5, 10 bzw. 20 Jahren verbreitet. Der Vergleich hinkt natür­lich, denn anders als früher der Protes­tan­tismus ist NewWork nicht auch ein zwangs­ver­ord­netes poli­ti­sches State­ment. Auch hier “sei’s drum”.

    Worum es mir deut­lich mehr geht ist, und das finde ich kommt in der Diskus­sion zu kurz, dass vielen an diesem “NewWork” ein aus wirt­schaft­li­cher Sicht sinn­volles Vorgehen darstellt. Die Studien, dass viele einzelnen Elemente von NewWork die Renta­bi­lität von Orga­ni­sa­tionen verbes­sern, kennen Sie sicher auch. Mein Favorit ist hier die Arbeit von Prof. Heike Bruch von der Uni St. Gallen, die das Thema aller­dings als “Organsia­tio­nale Energie” bezeichnet. Hier steckt (aus einer anderen Perspek­tive) vieles von dem drin, was heute als gutes und rich­tiges Manage­ment eben auch in NewWork einfließt. Ein Ansatz der, by the way, vielen krisen­ge­schüt­telten (nach Spiral Dyna­mics Logik wahr­schein­lich rot und blau) Unter­nehmen geholfen hat, sich am Schopf aus dem Dreck zu ziehen.

    Was Ihre Argu­men­ta­tion betrifft, dass NewWork ein Thema ist, dass man langsam entwi­ckeln muss. Natür­lich ist das so. Ein menschen­zen­trierter (und menschen­wür­di­gerer) Ansatz ist nicht, wie eine neue Maschine mal eben in den Produk­ti­ons­ab­lauf inte­grierbar. Aber das hat meines Wissens auch niemand behauptet.

    Was aller­dings fehlt, und wozu uns diese Diskus­sion viel­leicht führen kann, ist ein Bewusst­sein zu schaffen, dafür, dass es anderer Wege gibt, die sowohl dem Unter­nehmen als auch dem Menschen darin eine Menge posi­tives bieten können.

    Ich arbeite selbst daran, dieses Bewusst­sein (mit guten alten Methoden) zu schaffen. Dabei ist die Visua­li­sie­rung der meist unbe­wusst erkannten Problem­punkte ein erfolg­rei­cher Ansatz. Und vor allem einer, der es erlaubt sich ganz “smooth” all die Vorteile eines anderen Denken und Handelns zu erar­beiten.

    Viele Grüße
    Guido Bosbach

    P.S. Stimmt. Pola­ri­sieren bringt Öffent­lich­keit und Diskus­sion. Ein Handeln irgendwo dazwi­schen ist es aber am Ende, was die Menschen auf dieser Welt veran­lasst sich zu entwi­ckeln. 😉

    • Svenja Hofert 1. August 2014 at 22:20 — Reply

      Hallo Herr Bosbach, Sie haben recht: ich hab was gegen Gläu­bige, in der Tat, oder sagen wir besser: Extre­misten. Egal, welche Gläu­­bigen-Extre­­misten. Egal, an was sie glauben. Glaube in Extrem­kultur ist gefähr­lich. Deshalb sind mir auch New-Work-Gläu­­bige suspekt… Danke für Ihr State­ment. Nicht so gut finde ich aller­dings, wenn jemand on the fly seine eigenen Dienst­leis­tungen verkauft, aber auf den Inhalt nicht eingeht. Und der ist sach­­lich-dars­tel­­lend: Was ist denn nun New Work? Habe ich recht mit dem, was ich schreibe? Oder ist es mehr, was ich nicht sehe? Das wären mal die rele­vanten Punkte. Lassen Sie uns doch mal über Inhalte reden, meine Herren New Worker. LG Svenja Hofert

      • Guido Bosbach 1. August 2014 at 23:27 — Reply

        Hallo Frau Hofert,

        da haben wir ja schon eine Gemein­sam­keit entdeckt: Extre­mismus, oder auch Fana­tismus für oder gegen etwas ist selten ein Weg nach­hal­tiger posi­tiver Verän­de­rung.

        Sie fragen was NewWork ist. Das ist eine Frage über die gestritten werden kann, denn in der konkreten Ausge­stal­tung gibt es, nach meinem Wissen und ich halte mich selten für unfehllbar ;-), so viele Wege wie Organsia­tionen, die NewWork bewusst oder unbe­wusst schon leben. Ich behaupte, dass es frühes­tens ex-pst defi­niert und fest­ge­schrieben werden kann, welche Eigen­schaften NewWork denn nun im Detail ausma­chen.
        NewWork beinhaltet (für mich) die Suche nach dem für eine Orga­ni­sa­tion indi­vi­du­elle rich­tigen Maß an z.B. gemein­samen Werten, einer emotional verbin­denden Vision, Offen­heit, Trans­pa­renz, der Möglich­keit zur Teil­habe und Teil­gabe, echtem Vertrauen, der Möglich­keit von jedem Leader­ship zu über­nehmen, Wirschafts­de­mo­kratie, Holok­ratie, Hier­ar­chie­frei­heit, und vielen anderen großen und kleinen Bausteinen. Dabei gibt es einige in dieser Liste, die gemeinsam nie auftau­chen werden, andere bedingen sich gegen­seitig. Wie gesagt, es handlet sich, weil alle Orga­ni­sa­tionen aus unter­schie­di­chen Menschen und Gruppen bestehen, um Konzepte, die am Ende auch orga­ni­sa­ti­ons­in­di­vi­duell sein werden. Auch ROWE und TOWE sind am Ende in Ihrer konkreten Ausge­stal­tung von den Menschen abhängig die mit diesen Konzepten arbeiten wollen.

        Allen gemeinsam ist das Ziel dahinter: Gleich­zeitig mehr Arbeits­freue bei den dort agie­renden (im Ideal­fall “Freude” bei allen Stake­hol­dern — und nicht nur den Share­hol­dern) zu erzeugen UND gleich­zeitig lang­fris­tigen Erfolg zu sichern. Wobei die Defi­ni­tion von Erfolg hier durchaus von der übli­chen, auf ökono­mi­schen Erfolg ausge­rich­teten Defi­ni­tion abwei­chen kann.
        Und noch etwas ist allen, mir bislang bekannten, NewWork Ansätzen und Organ­si­tionen gemein, sie können sich ausser­ge­wöhn­lich gut auf dyna­mi­sche Verän­de­rungen ihres Umfeldes einstellen und mit komplexen “Störungen” umgehen. Eigen­schaften also, die den meisten nach altem Muster agie­renden Unter­nehmen fehlen.
        NewWork bedeutet damit auch eine (nicht exklu­sive, denn das lässt sich sicher auch anders errei­chen) zukunfts­ro­bust­heit.

        Sie suchen “die” White­list von Unter­nehmen die NewWork leben, die ihre Mitar­beiter als MitWir­kende erkannt haben und ggf. sogar auf Augen­höhe mitein­ander umgehen. Nun, es gibt sich halt nicht, DIE eine Defi­ni­tion, DAS eine Verständnis. Dennoch gibt es Listen, z.B. auf http://www.intrinsify.me oder bei http://www.Kulturwandel.org (Nein und in beiden Fällen ist es keine Werbung für mich, oder meine Produkte — war es übri­gens auch nicht in meinem vorhe­rigen Kommentar, denn die Uni St. Gallen vermarktet ihr Tool nur über die “energy factory”. Meine Tools hier zu erwähnen fände ich, wie Sie wohl auch, hier einfach zu billig.). Oder Sie schauen direkt auf Unter­nehmen wie Menlo Inno­va­tions, Semco, Handels­banken, Upstals­boom, W.L. Gore,
        dm-Drogerie Markt, Premium Cola, Ebdudler, Phönix Contact, Dark Horse, oose, it-agile oder die
        Andrä AG. Viele Bran­chen, verschie­dene Ansätze und Konzepte, unter­schied­liche Größen, welt­weit. Wie gesage, ich zumin­dest kenne nicht DAS NewWork — ich kenne nur den Spirit von NewWork.

        Da ich auch verstehen möchte worin die Wider­stände liegen, frage ich mich: Was ruft in Ihnen die Kritik und den Wider­stand hervor? Was macht NewWork für Sie so unat­traktiv? Das wäre für alle NewWorker sicher­lich auch eine span­nende Aussage.

        Viele Grüße
        Guido Bosbach

        • Svenja Hofert 2. August 2014 at 23:23 — Reply

          Hallo Herr Bosbach, noch mal: Ich habe nichts gegen New Work. Mein Micro­­soft-Text war eine Liebes­er­klä­rung an die New Work, wenn man sie genau liest. Schauen Sie doch einfach mal zwischen den Zeilen und den Aufbau des Textes. Ich habe seit 10 Jahren immer wieder New-Work-Themen aufge­griffen. Ich habe 2005 in “Jeder gegen jeden” mit dm argu­men­tiert, und Oose findet sich auch schon in meinen Texten als Beispiel. Mir Ableh­nung zu unter­stellen trifft es einfach nicht.
          Kritik ruft nur die Art und Weise hervor, wie Posi­tionen vertei­digt werden. “Bashing” ist z.B. ein ganz, ganz übles Mittel; das kam nicht von Ihnen, aber wurde formu­liert in “Angriffs­lust” und Namen der “New Work”. Das ist einfach nur erschre­ckend, weil extrem. Wenn Posi­tionen so vertei­digt werden, kommen am Ende nur Kriege heraus. Ich frage mich dann, wie Sie mit den Leuten reden wollen, die auf der ganz anderen Seite stehen. Die sind nicht halb so offen gegen­über der Thematik wie ich. Wenn Sie mich nicht errei­chen, jemand der verbinden könnte, wie dann die? Das geht aller­dings nicht gegen Sie, denn ich finde Sie geben sich wirk­lich Mühe und sind sehr freund­lich und liefern wirk­lich auch Inhalt. Dafür bedanke ich mich. herz­liche Grüße Svenja Hofert

  2. Lars Vollmer 2. August 2014 at 16:49 — Reply

    Liebe Svenja Hofert, vielen Dank für Ihre diffe­ren­zierte Antwort. Jetzt wird’s inter­es­sant! Ja, mit Spiral Dyna­mics lässt sich sicher manches erklären, insbe­son­dere bringt die Kate­go­ri­sie­rung von gesell­schaft­li­chen Systemen in Red und Blue und Green und so weiter immer sehr schön einen Kontext ins Spiel, nämlich der Kontext von Entwick­lung.

    Gleich­zeitig ist in anderer Hinsicht Spiral Dyna­mics ein sehr lautes Modell, das uns taub macht für andere Töne. Ich stelle in Frage, ob in unserem Fall nicht andere Modelle hilf­rei­cher wären. Oder um es so auszu­drü­cken: Wenn Sie durch die Spiral-Dyna­­mics-Brille schauen, könnte es Ihnen so gehen wie wenn Sie durch einen spär­lich beleuch­teten Auto­bahn­tunnel fahren und dabei die Sonnen­brille aufsetzen: Plötz­lich sehen Sie nicht mehr, sondern weniger.

    Und wenn Sie dann noch glauben, dass das, was Sie durch die Brille sehen, die Wirk­lich­keit sei, dann haben Sie einen Wrong Turn genommen!

    Ich biete Ihnen was die Wahl der Brille angeht eine Alter­na­tive an: nämlich hier:

    • Svenja Hofert 2. August 2014 at 17:14 — Reply

      Lieber Herr Vollmer, ich habe ganz viele Brillen, aber eins mag ich nicht: Eigen­wer­bung. Deshalb habe ich den Link gelöscht, denn er führt auf Ihre Seite und so leicht kommen Sie nicht in meine Back­links 😉 Viel­leicht habe ich etwas über­sehen, aber die Info war mir bei weitem nicht konkret und speziell genug. Vor allem aber, es sei denn ich hab das miss­ver­standen: Marke­ting 1.0. Aus dem Alter sind wir doch raus. LG SH

  3. Lars Vollmer 2. August 2014 at 18:16 — Reply

    Liebe Frau Hofert, Ihre Entschei­dung den Link heraus­zu­mo­de­rieren ist zu bedauern. Meine Absicht war es, eine inhalt­liche Diskus­sion weiter­zu­führen, die sie allem Anschein nach als Marke­ting miss­ver­stehen wollten. Dabei verwenden wir doch gerade ein Medium, das auf Vernet­zung setzt. So hätten Sie im Übrigen in dem verlinkten Beitrag sowohl Links auf Ihre Blog­bei­träge als auch auf die diverser Experten und Kollegen gefunden — der Debatte wegen. Ich erlaube mir die Einschät­zung zu ergänzen, das das Abschotten eines Blogs mit der Begrün­dung »So einfach bekommen Sie von mir keinen Back­link« wohl eher als Marke­ting 0.9 zu bezeichnen ist. Dies­be­züg­lich haben Sie recht: Aus dem Alter sind wir wahr­lich raus.
    Mit sonnigen Grüßen aus Hannover, Lars Vollmer

    • Svenja Hofert 2. August 2014 at 22:48 — Reply

      Lieber Herr Vollmer,
      ich schalte grund­sätz­lich keinen Link frei, der offen­sicht­lich der Eigen­wer­bung dient — schreiben Sie im Text, was Sie meinen und begründen Sie es mit Argu­menten; je fundierter und logi­scher, desto mehr werden Sie mich gewinnen. Aber die Platt­form indi­rekt für Buch­wer­bung zu gebrau­chen, ist entweder naiv oder vermessen oder man berät Sie schlecht. Wenn Sie zu nach­voll­zieh­baren und beleg­baren Argu­menten einen Link setzen: das ist mir immer will­kommen und verbuche ich dann unter clevere Stra­tegie. Aber platt darf es nicht sein. Ich mag die Kraft des Wortes: Aber ohne Inhalt ist es zumin­dest für mich wertlos — und bringt keinerlei Mehr­wert für die Diskus­sion. LG Svenja Hofert

  4. Justine Lagiewka 19. August 2014 at 16:14 — Reply

    NewWork ist wie eine neue Denke und Sprache. Und niemand kann erwarten, dass plötz­lich in jedem Unter­nehmen dieser neue Spirit herrscht.
    Inso­fern Danke fürs “Bremsen” Frau Hofert, denn auch meine Klienten (40plus aus Frank­furter FMCG, Pharma, Bank, Marke­ting, Sales, GF´s) sind oft faszi­niert davon und suchen in der olde­co­nomy nach den entre­pre­­neur-jobs. Nur: der Trend ist noch nicht in jede kleine Depen­dance z.B. eines Groß­kon­zerns in Offen­bach geschwappt.…da ist nichts cool und NewWork. Und das frustet oft.
    Die HR´ler werden den NewWork-Spirit nicht in den nächsten Jahren(zehnten?) in alle Unter­nehmen kriegen (das Bewusst­sein dafür wächst ‑siehe White­paper auf http://www.marktplatz-karriere.de) — aber keiner hindert Mitar­beiter daran, selber aktiv an der Gestal­tung und Verän­de­rung mitzuwirken.…das ist doch nur eine Frage der Zeit, des Kulturwandels.…wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass Manager im Schnei­der­sitz mit geschlos­senen Augen ein Meeting beginnen (ohmmmm- nach einem gemein­samen Medi­­ta­­tions-Leader­­ship­­­se­­minar). Ich glaube an die Verän­de­rung…

    und:…

    .…viel­leicht gibt es (noch) nicht “die NewWork-Unter­­nehmen”, sondern nur
    die “NewWork-MENSCHEN”?
    …und Enga­ge­ment und neues Denken ist bekannt­lich anste­ckend.…

    Ich freue mich auf weitere anste­ckende, inspi­rie­rende, be-wegende Menschen (und Firmen­in­haber), die den Mut haben, Dinge neu zu denken und zu handeln

    • Svenja Hofert 21. August 2014 at 15:06 — Reply

      Hallo Frau Lagiewka, danke für Ihren Beitrag. Ich denke ganz sicher, dass es erst New-Work-Menschen gibt — und dann Unter­nehmen. Menschen machen Unter­nehmen. Also arbeiten wir dran. LG Svenja Hofert

  5. […] schlägt Frau Hofert hier vor, das nicht zuletzt in den USA sehr einfluss­reiche Modell ›Spiral Dyna­mics‹ heran­zu­ziehen, […]

  6. […] in letzter Zeit einige Artikel zu New Work durch­ge­lesen. Dabei hat mich unter anderem der kriti­sche Beitrag von Svenja Hofert aus August 2014 ange­spro­chen – das ist eine meiner Lese­emp­feh­lungen für später zu dem Thema […]

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