Kate­go­rien

Motive: Warum Sie wissen sollten, was Sie antreibt und in den Flow versetzt

Published On: 7. Januar 2016Cate­go­ries: Psycho­logie der Verän­de­rung

Was treibt Sie an? Schließen Sie die Augen. Denken Sie an fünf Lebens­sta­tionen, die mit posi­tiven Emotionen verbunden waren – einem yeah, einem ahhhh, einem wow. Was war es, das diese gute Gefühl in Ihnen ausge­löst haben? Schreiben Sie die Emotion — Inter­esse, Erkenntnis, Gebor­gen­heit etc. — möglichst konkret auf einen Zettel, legen Sie diesen weg, lesen Sie weiter und holen Sie ihn dann am Ende dieses Arti­kels wieder hervor.

Was uns antreibt, sind nicht Stärken, nicht Talente – es ist unser indi­vi­du­elles Wollen. Dieses indi­vi­du­elle Wollen ist die Voraus­set­zung dafür, dass uns etwas gelingt. Es ist die Basis für die Stär­kung von Stärken. Leis­tung ist Wollen x Können x Dürfen — so eine einleuch­tende Defi­ni­tion. Empi­risch belegbar, ja konkret messbar ist Wollen aller­dings nicht. Während gewisses Können objektiv erfasst werden kann, etwa durch Compu­ter­tests, ist Wollen – also die Motiv­ge­meng­lage — nur durch die Person selbst subjektiv zu erfassen.

Wir wollen, was wir wollen und nicht was wir können

Motive sind zeit­lich stabile Bedürf­nisse und dauer­hafte Antriebe, etwas zu tun oder zu lassen. Im Modell der „The New Big Five“ von Dan McAdams gehören die Motive zur ersten von drei Persön­lich­keits­di­men­sionen, zu den „Traits“, also den stabilen, im Lebens­ver­lauf kaum varia­blen Eigen­schaften. Das hat zwei Gründe. Erstens: Wir wollen, wann wir wollen – und sonst nicht. Man kann Sie also vor einem Computer setzen und Ihre Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit testen – wenn Sie keine Lust haben auf die Fragen zu antworten, kommt da nichts raus. Und zwei­tens: Die emotio­nale Qualität des Wollens können nur Sie selbst beur­teilen. Nur ich selbst weiß, welche Freuden es mir bringt, mich beim Sport völlig zu veraus­gaben, eine kompli­zierte Studie verstanden oder einen Aha-Effekt bei anderen bewirkt zu haben. Niemand sonst kann das für mich erfühlen. Und niemand sonst kennt auch den Unter­schied zwischen Motiv und Moti­va­tion so gut wie ich selbst.

Gut fürs Coaching…

Karrie­re­coachs und Karrie­re­be­rater müssen sich mit Motiven beschäf­tigen, weil diese die Basis für jede Neuori­en­tie­rung und Poten­zi­al­ent­wick­lung ist. Nur wer zwischen Motiven und Werten sowie Moti­va­tionen diffe­ren­zieren kann, vermag die rich­tigen Fragen zu stellen und die Antworten einzu­ordnen. Da Motive auch mit Themen wie der Ich-Entwick­­lung – also der persön­li­chen Reifung — eng verzahnt sind, bieten sie zudem eine ideale Basis für Persön­lich­keits­ent­wick­lung.

… aber nichts fürs Recrui­ting

Aufgrund ihrer hohen Subjek­ti­vität taugen Motive jedoch nichts für ein Recrui­ting und eine Perso­nal­ent­wick­lung, die auf Selek­tion des Könnens ausge­richtet ist. Sinn­voll wäre ihr Einsatz nur, wenn man ernst­haft und ehrlich ermit­teln wollte, was Menschen befrie­digt. Das kann etwas ganz anderes sein als seine Stärken. Dies wird Motiv­ex­perten von anderen Experten, vor allem aus der Wissen­schaft, oft vorge­halten: Was bringe es, wenn jemand das Motiv Macht habe, aber eine lausige Führungs­kraft sei? Als Prak­ti­kerin liegt die Antwort für mich auf der Hand: Es bringt einen Vorsprung bei der Entwick­lung von Kompe­tenzen. Ich weiß bei einer Person mit Macht­mo­ti­va­tion: Diese Person will Einfluss haben. Sie wird sich eher dahin entwi­ckeln können, diesen Einfluss auch hand­lungs­kom­pe­tent geltend zu machen als ein Mensch, der diese Moti­va­tion nicht hat.

Deshalb halte ich nichts von reiner Stär­ken­ori­en­tie­rung – Motiv­ori­en­tie­rung wäre sehr viel wich­tiger und zudem zeit­ge­mäßer. Wer Stärken entwi­ckeln möchte, braucht den Blick auf die Motive, nur dann kann sie wirksam sein. Menschen können talen­tierte Verkäufer sein, aber gar nicht verkaufen wollen – zum Beispiel, weil es sie anstrengt, auf Leute zuzu­gehen und sie lieber Fach­ar­tikel lesen würden. Im Ideal­fall verbünden sich Motive deshalb mit Stärken, wirkt also das Wollen auf das Können. Das ist auch der Grund­ge­danke meines Buchs „Was sind meine Stärken?“, das bald erscheint. Passen Motive und Können und Umfeld zuein­ander, dann geht der Verkäufer gern auf Leute zu, fühlt sich gut, wenn er Ziele erreicht und Hürden über­windet.

Motive haben zwei Seiten

Alles hat zwei Seiten, Yin und Yang. Die Auflö­sung von Dualität ist in allen Reli­gionen dieser Welt die höchste Form der mensch­li­chen Entwick­lung. Dualität spie­gelt sich auch in der Dialektik wieder. Das eine lässt sich nicht ohne das andere denken. Verbun­den­heit beispiels­weise lässt sich nicht ohne Unab­hän­gig­keit verstehen und erfahren. Man muss Dualität aber gar nicht spiri­tuell sehen, um sie zu begreifen.

Auch in vielen wissen­schaft­li­chen Ansätzen findet sich der duale Ansatz, etwa in der von Michael Apter entwi­ckelten Reversal-Theorie. Danach befindet sich der Mensch immer in einem Zustand einer Zustands­gruppe. Er ist also zum Beispiel in der Zustands­gruppe „Macht“ entweder macht­ori­en­tiert oder nicht macht­ori­en­tiert, will in der Zustands­gruppe „Team­ori­en­tie­rung“ entweder unab­hängig sein oder verbunden mit anderen. Auch das Werte­qua­drat von Schultz von Thun spie­gelt eine aufge­löste dualis­ti­sche Sicht. Das bedeutet, dass das eine vom anderen defi­niert wird, aber beide Seiten als gleich­wertig ange­sehen werden.

Motive und Flow

Trotzdem man beide Seiten braucht, haben die meisten Menschen ein Heimat­feld, liegt ihre Aufgabe darin, den Wert der anderen Seite zu erkennen und diese anzu­nehmen. Motive haben auch deshalb viel mit Flow zu tun. Verhalte ich mich entlang meiner Motive, die eine Art Seelen­land­schaft bilden, geht es mir gut. Verhalte ich mich gegen meine Motive, geht es mir schlecht. Hierbei steht aber nicht um beob­acht­bares Verhalten im Vorder­rund, sondern die vom jewei­ligen Menschen empfun­dene Qualität von etwas.

Denken Sie an „warm­her­ziges“ Verhalten. Ein warm­her­ziger Mensch verhält sich zuge­wandt, menschen­ori­en­tiert, freund­lich. Das kann man mit eigenen Augen sehen. Doch was empfindet er, wenn er warm­herzig reagiert? Darüber sagen Motive viel eher etwas aus. Es kann sein, dass es jemand inner­lich befrie­digt, wenn er helfen kann. Es kann aber auch sein, dass das Gefühl von Verbun­den­heit diese Befrie­di­gung auslöst. Oder viel gene­reller, kann der Kontakt mit Menschen, Freuden auslösen. Es ist aber auch denkbar, dass die Warm­her­zig­keit anstrengt und als lästig empfunden wird. Man verhält sich warm­herzig, weil das Umfeld es verlangt oder weil es einem nutzt – dann ist es nur adap­tiertes Verhalten. So könnte ein „agile Coach“ durch warm­her­ziges Verhalten auffallen, davon inner­lich aber trotzdem ange­strengt sein. Eine Führungs­kraft könnte weit­rei­chende Entschei­dungen treffen, sich aber aufgrund eines nied­rigen Macht­mo­tivs damit dennoch unwohl fühlen, es eigent­lich und im Grunde also nicht wollen.

Flow und New Work

Erkennen Sie den Unter­schied? Verhalten lässt sich beob­achten, Motive sind unsichtbar. Das gleiche Verhalten kann aus einem inneren Flow-Zustand entstehen – oder aus einem äußeren Anpas­sungs­zwang. Ich lenke Ihren Blick einmal auf die Zukunft der Arbeit und das Konzept der New Work. Flow ist in agilen Konzepten fest veran­kert, es ist ein Wert wie „Mut“ oder „Kommu­ni­ka­tion“. Die Führungs­kraft soll im Flow handeln, die Mitar­beiter ebenso. Für die agile Welt sind Motive folg­lich die entschei­dende Basis. Doch psycho­lo­gi­sche Aspekte spielen in agilen Konzepten oft gar keine Rolle. Man ist dort sehr auf die auf die System­theorie als Erklärm­odell für alles und jedes ausge­richtet, die aber zum Verständnis mensch­li­cher Psycho­logie wenig beiträgt. So kennt Luhmann keine Personen, sondern nur Hirne, die in ihrem binären Code denken/­­nicht-denken.

Flow ist ein Begriff der posi­tiven Psycho­logie. Ich finde, diese sollte im Recrui­ting und in der Perso­nal­ent­wick­lung einen höheren Stel­len­wert bekommen. Sollten wir nicht dafür sorgen, dass Menschen anhand ihrer Motive Stärken entwi­ckeln? Sollten wir sie nicht lehren, sich selbst zu erkennen und Wider­sprüche aufzu­lösen für ein besseres Mitein­ander? Gerade Führungs­kräfte! Viele aktu­elle Jobpro­bleme, die ich erlebe, sind gar keine Probleme der Tätig­keit oder des Umfelds, sondern einsei­tiger Bewer­tungen durch Chefs, aber auch durch Mitar­beiter selbst. Die Beschäf­ti­gung mit der emotio­nalen Qualität der Motive, die uns erst zur Selbst­ak­zep­tanz und dann zur Annahme des anderen führen kann, würde viel Unzu­frie­den­heit in Luft auflösen.

Zurück zu Ihren Lebens­sta­tionen. Wenn Sie Ihre aufge­schrie­benen Emotionen jetzt noch mal betrachten – was war der wirk­liche innere Antrieb? Oft erlebe ich bei meinen Kunden, dass sich Muster zeigen. Wieso haben einem bestimmte Umge­bungen gefallen? Warum kam in anderen immer wieder das Gefühl von Unzu­frie­den­heit auf? Ein Sinn ergibt sich wenn man im Nach­hinein auf etwas sieht. Dann entsteht die von Dan McAdams so genannte „Life Story“. In dieser hat auch das „Warum“ Platz und der Erkennt­nis­ge­winn, den jemand hat, der sich mit seinen Motiven beschäf­tigt. Die eigene Iden­tität wird gefüllt. Und scheinbar sinn­lose Entschei­dungen oder entschei­dungs­freies Trei­ben­lassen machen plötz­lich Sinn.

Hinter­grund­in­for­ma­tionen über Motive habe ich für Inter­es­sierte hier zusam­men­ge­stellt.fragenundanworten_motive

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Gerhard Evers 14. Januar 2016 at 11:31 — Reply

    Ich stimme Ihnen Frau Hofert absolut zu. Unsere Motiv­aus­aus­prä­gungen, also , das was uns wirk­lich struk­tu­rell
    und emotional antreibt, sind unsichtbar und vielen Menschen auch unbe­wusst. Das kann zu Probelmen führen bzw. im Posi­tiven auch zur Aufde­ckung grosser Poten­tiale. Denn Motive bein­flussen sehr stark unsere Wahr­neh­mung, unsere Glau­bens­sätze, die Ausbil­dung unserer Fähig­keiten und letz­lich auch unser nach aussen sicht­bares Verhalten. Wenn wir in der glück­li­chen Lage sind, dass wir die Dinge in der Art tun dürfen , die unserren Motiv­aus­prä­gungen entspricht, dann sind wir sehr effektiv was unseren Ener­gie­ein­satz anbe­trifft. Weil, das , was uns antreibt, uns in der Umset­zung am wenigs­tens Energie kostet, so wie Sie es ja auch erwähnt haben. Und da liegt der entschei­dene Punkt. Unser verdich­tetes Leben sorgt immer mehr dafür, dass wir eigent­lich mehr Energie brau­chen, als uns letz­lich zur Verfü­gung steht. Das Poten­tial für Ener­gie­ge­winn liegt also darin, die Dinge auf eine Art zu machen, die den indi­vi­du­ellen Ausprä­gungen
    der eigenen Lebens­mo­tive entspricht. Was bedeutet dies aber z.B. für eine Führungs­kraft und Ihre Art zu führen? Je nach Ausprä­gung seiner Motive, z.B. Macht, Unabhängigkeit,Anerkennung, Status, Bezie­hung etc. wird er versu­chen so zu führen, wie diese Ausprä­gungen es ihm am einfachsten machen. Beispiel: Hoch ausge­prägtes Macht­motiv = hoher intrin­si­scher Drang , die Dinge unter Kontrolle zu haben oder sogar selbst in der Hand zu haben. Niedrig ausge­prägtes Macht­motiv = es fällt leicht zu dele­gieren, nicht alles unter Kontrolle zu haben oder einer starken Führung zu folgen etc. Natür­lich kommt jetzt hinzu, dass sich
    einzelne Lebens­mo­tive einander verstärken, ausglei­chen oder auch abschwä­chen, man hat ja nicht nur ein Lebens­motiv. Inso­fern ist es wichtig die verschie­denen Motiv­kom­bi­na­tionen zu erkennen und zu berück­sich­tigen. Denn es kann auch Ziel­kon­flikte geben (Beispiel: Hohe Ausprä­gung Macht, aber auch hohe Ausprä­gung Aner­ken­nung und persön­liche Verbun­den­heit).
    Aber, wenn man dies der Anschau­lich­keit mal aussen vor lässt, dann bedeutet das oben zur Ausprä­gung des Lebens­mo­tives Macht Gesagte für eine Führungs­kraft, dass es sehr hilf­reich ist, zu schauen, wie diese dieses Motiv am besten befrie­digen kann.
    Beispiel: Es kann sein, dass ein Unter­nehmer oder Geschäft­führer mit einem niedrig ausge­prägten Macht­motiv, unter sich ausrei­chend Führungs­kräfte haben sollte, die über eine stär­kere
    Ausprä­gung ihres Macht­motiv verfügen. Diese sind dann happy, weil der Chef ihnen freie Hand lässt , und der Chef ist happy, weil er entspre­chend seines Motives führen darf. Umge­kehrt gilt dies
    genauso.(Fachliche Kompe­tenz mal voraus­ge­setzt, ohne die geht sowieso gar nichts)
    In meiner prak­ti­sches Arbeit habe ich erlebt, wie ein Unter­nehmer mit ausge­spro­chen gering ausge­prägten Macht­ge­fühl verzwei­felt war, weil auf einmal seine Zusammen- arbeit und Führung mit zwei Abtei­lungs­lei­tern nicht mehr funk­tio­nierte. “Jetzt schenke ich Vertrauen und geben ihnen die Frei­heit, aber sie kriegen die PS nicht auf die Strasse”. Früher ging das doch auch. Was war das Problem? Verkürzt gespro­chen: Die neuen Abtei­lungs­leiter hatten im Gegen­satz zu ihren Vorgän­gern genau wie der Unter­nehmer ein bemer­kens­wert gering ausge­prägtes Macht­motiv. Ihre Mitar­beiter hatte aber ihr Vorgänger über die Jahre so augewählt, dass sie eine starke Führung bevor­zugten, während
    die neuen Abtei­lungs­leiter genau wie Ihr Chef jetzt auf Vertrauen
    und Eigen­ver­ant­wort­lich­keit setzte. (Und zwar nicht aus dem Antrieb für eine moderne Führungsa­or­ga­ni­sa­tion, sondern vor allem , weil es so für Sie motiv­mässig am besten passte).
    Natür­lich ist das jetzt alles etwas verein­facht darge­stellt, aber ich
    habe die Erfah­rung gemacht, dass es sehr wohl sehr wichtig sein kann beim Recrui­tung oder auch bei der Bildung von Projekt­teams auf die Motive zu achten. Dazu bedarfs es nicht mal
    eines Tests, weil da tatsäch­lich die Gefahr sehr gross ist, dass dieser sozial erwünscht ausge­füllt wird. Wenn man sich im Bereich der Motive aber sehr gut auskennt (egal, welches System man präfe­riert, ich habe mit dem Ansatz von Prof. REISS und seiner 16 Lebens­mo­tive bislang die aller­besten Erfah­rungen gesam­melt, aber es gibt auch andere Ansätze, da möchte ich gar nicht in die Diskus­sion treten) dann kann man mit gezielten offenen Fragen Kandi­daten verschie­dene Motiv­aus­prä­gungen hin auf Passung einschätzen. Wobei gewisse Motiv­aus­prä­gungen in verschie­denen Unter­neh­mens­kul­turen und auch in Hinblick auf den Reife­grad einer Orga­ni­sa­tion sich besser oder schlechter ausleben lassen, auch das muss mit illu­si­ons­freier Ehrlich­keit im prak­ti­schen Leben aner­kannt werden.
    Deshalb gilt auch umge­kehrt, dass ein Kandidat, der seine Motive sehr gut kennen sollte, durch entspre­chende Fragen und Beob­achten auch
    fest­stellen kann , ob ein Unter­nehmen oder eine Orga­ni­sa­tion zu ihm passt und er seine Motive effektiv nutzen kann. Es ist also ein beid­sei­tiger Nutzen.

    Zusam­men­fas­send möchte ich einfach nur bestä­tigen, dass es gar nicht gnügend Ausfüh­rungen, wie die ihre Fru Hofert geben kann, damit dieses Thema viel mehr Eingang in die Praxis nimmt.
    Auch in anderen Zusam­men­hängen, wie z.B dem Thema Burnout durch Über­las­tung. Wenn man seine Motiv­aus­prä­gungen kennt, dann weiss man, dass eine dauer­hafte Nicht-Befrie­­di­­gung im beruf­li­chen, aber auch privaten Leben (!), bei stei­gendem Druck zu massiven Über­las­tungen führen kann, die bis in den Burnout oder die Depres­sion führen können. Auch dies wird leider noch zu wenig syste­ma­tisch betrachtet.

    • Svenja Hofert 14. Januar 2016 at 15:31 — Reply

      Danke­schön für den guten ergän­zenden Kommentar! LG Svenja Hofert

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