Kate­go­rien

Wir wollen keine Coachs mehr sein

Published On: 6. Februar 2011Cate­go­ries: Führung

Ich habe das Wort Coach und Coaching inzwi­schen auf meiner Website versteckt. Es ganz zu strei­chen, wage ich mich noch nicht – wegen der Such­ma­schinen. Aber wenn ich bei Inter­views gefragt werde, ob ich Karriere-Coach sei, sage ich „oh, nö, schreiben Sie lieber Bera­terin“. Berater ist zwar auch kein Job mit hohem Image, aber immer noch besser als Coach. Coach ist zum Schimpf­wort geworden. Das liegt an einigen Ausbil­dun­gern, die fast  jeden zulassen, zum Beispiel auch unter 30jährige Yongster oder Menschen, die noch nie in einem Unter­nehmen gear­beitet haben. Eine Kundin, frisch aus so einer Ausbil­dung entschlüpft, sagte mir das neulich ganz direkt. „Ich fühle mich nach dieser Ausbil­dung noch gar nicht reif zum coachen. Ich will gar nicht Coach genannt werden.“ So eine selbst­kri­ti­sche Heran­ge­hens­weise ist leider selten.

So laufen eine Menge Coachs rum, die das Image dieses Berufs, der keiner ist, nicht gerade verbes­sern. Entspre­chend kippt die Stim­mung, obwohl der Markt weiter wächst (oder gerade deswegen?). Bekannt­lich wird aus fast jedem Trend ein Anti-Trend, das sehen wir derzeit beim Iphone: Einige First Mover finden ihn und das ganze Apple-Theater inzwi­schen uncool. Beim Coaching ist das ähnlich. In den letzten Wochen habe ich mit lebens- und berufs­er­fah­renen Kollegen gespro­chen, die alle über­legten, das Wort Coach doch besser aus ihrem Angebot zu strei­chen.

Die Ableh­nung der Bezeich­nung  “Coach“ hat nicht nur Image-Gründe. Sie hat auch damit zu tun, dass wir nicht mehr coachen wollen. Jeden­falls nicht so, wie es Coach-Theorie-Papst Rauen auf seiner Website defi­niert hat.   „Coaching (…) liefert keine direkten Lösungs­vor­schläge, sondern begleitet den Klienten und regt dabei an, wie eigene Lösungen entwi­ckelt werden können“, schreibt er beispiels­weise. Diese Defi­ni­tion über­for­dert prak­tisch denkende  Menschen, die den Begriff in Frau­en­zeit­schriften, Tages­blät­tern oder im Kolle­gen­kreis aufschnappen. Dies massen­weise Miss­ver­stehen sorgt dann für weitere Verwir­rung und macht aus Coaching z.B. „ist sowas wie im Fußball, der Coach bringt die Leute zum Erfolg“. Oha, der Coach BRINGT, gefähr­lich passiv.

Zum Image-Problem und dem massen­haften Miss­brauch des Wortes, kommt ein dritter Punkt. Auch wenn Coaching richtig defi­niert und ange­wendet werden würde, muss ich inzwi­schen sagen: Ich will kein Coach per defi­ni­tionem sein. Wenn ich sehe, dass ein Klient in sein „Verderben“ rennt, arbeite ich nicht mit Tech­niken und Methoden,  bis er selbst darauf kommt. Ich sage es direkt.  Vor 8 Jahren wäre ich da vorsich­tiger gewesen. Doch mit der Erfah­rung steigt eben auch die Über­zeugt­heit, mit eigenen Einschät­zungen richtig zu liegen.

Aus eigenen Coaching­sit­zungen (auch der Coach_Berater braucht manchmal den Coach!) kann ich zudem rück­melden: Ich will keinen Coach, der mich rein mit seinem syste­mi­schen oder NLP-Metho­­den­­koffer zu der in mir liegenden Lösung führen will.  Ich behaupte: Manche Lösung liegt schlichtweg nicht in einem, da ist die schlichte Perspek­tive von anderen viel hilf­rei­cher. Bei Psycho­logen gibt es mti wach­sender Berufs­er­fah­rung übri­gens eine ähnliche Entwick­lung, erzählt meine thera­peu­tisch ausge­bil­dete Koope­ra­ti­ons­part­nerin. Die Psycho-Neulinge fragen und hören ganz viel zu, halten sich mit eigenen Einschät­zungen zurück. Je erfah­rener, desto klarer wird der Thera­peut.

Und nun der letzte Punkt, aus dem der Begriff Coach viel­fach in die Ablage gehört: Haben Coachs eine bestimmte Bekannt­heits­stufe über­schritten, können sie nicht mehr Coach sein. Wer aus Presse, Büchern oder dem Internet bekannt ist nimmt auto­ma­tisch eine andere Rolle ein.  Kunden wollen dann viel eher Einschät­zungen, Feed­back, Erfah­rungs­wissen.   Sie wollen einen Ratschlag, Beispiele, Erfolgs­ge­schichten und auch mal konkrete Ideen. Das so genannte Coaching wird dann zu einer Experten-Konsul­­ta­­tion,  nicht mehr und nicht weniger.…. Wo hatte ich noch Coach auf meiner Website stehen? Wenn nur die Such­ma­schinen nicht wären…

Ihre Meinung ist gefragt, ob Coach oder Coach-Kunde. Ich freue mich.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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23 Kommen­tare

  1. Martin Müller 6. Februar 2011 at 14:07 — Reply

    Dem stimme ich komplett zu. Nachdem vor einigen Jahren eine 26jähirge auf die Frage “Was machen Sie denn beruf­lich?” awor­tete “Ich bin Führungs­kräf­te­coach”, seitdem lehne ich diese Berufs­be­zeich­nung rundweg ab und kann sie nicht mehr ernst nehmen. Wenn ich ein Probelm habe oder etwas nicht selbst kann, dann brauche ich einen Berater und keinen Coach.
    Viele Grüße aus Köln,
    Martin Müller

  2. Leo Faltin 6. Februar 2011 at 15:07 — Reply

    Stimme voll­in­halt­lich zu. Das Folge­pro­blem wird in der letzen Zeile ange­spro­chen: Endlich ist der Begriff bekannt — und jetzt soll er geän­dert werden. Unter welchem Begriff sollen uns poten­ti­elle KundInnen finden? Das ist eine ganz ordent­liche Heraus­for­de­rung fürs Marke­ting von … Bera­te­rInnen!
    Herz­liche Grüße
    Leo Faltin, Wien

  3. Zorem 6. Februar 2011 at 15:57 — Reply

    Eine rich­tige Entschei­dung. Sie haben, so weit ich es gelesen habe, keine Ausbil­dung zur Beglei­tung von Menschen oder habe ich es über­lesen?

  4. Svenja Hofert 6. Februar 2011 at 18:34 — Reply

    Hallo Herr Zorem, ich habe mehrere Aus- und Weiter­bil­dungen unter­schied­li­cher Rich­tungen — sagt das sehr viel aus oder macht es einen Unter­schied? Ich finde nicht. Ausbil­dung gibt Basis­wissen, was daraus machen muss jeder selbst. LG SH

  5. Zorem 6. Februar 2011 at 20:32 — Reply

    Hallo Frau Hofert, Sie schreiben: “Haben Coachs eine bestimmte Bekannt­heits­stufe über­schritten, können sie nicht mehr Coach sein.” Viele berühmte, nicht nur bekannte, Persön­lich­keiten der Zeit­ge­schichte haben Menschen begleitet. Was heute ein Coach ist, war früher ein Begleiter. Denken Sie an Prof. Watz­la­wick, Prof. Lay oder auch an derzeit noch aktiven Pater Grün.

  6. thom 6. Februar 2011 at 22:05 — Reply

    Hat was … wird mir in letzter Zeit auch langsam zu allge­mein benutzt, der Begriff …

  7. Svenja Hofert 7. Februar 2011 at 0:30 — Reply

    @zorem: Begleitet ist was anderes als gecoacht 😉
    @Thom: danke für den Kommentar!

  8. Tom Dies­b­rock 7. Februar 2011 at 0:38 — Reply

    Liebe Svenja,
    heute ich muss ich Dir leider einmal wider­spre­chen. Ich will nämlich noch Coach sein, immer noch! Klar, es lässt auch mich manchmal zusam­men­zucken, wenn ich höre, wer in jungen Jahren, mit einem Minimum an Erfah­rung und Ausbil­dung Coach sein will. Aber sollen wir uns diese Bezeich­nung von solchen Youngs­tern wirk­lich wegnehmen lassen?

    Bleiben wir doch etwas souve­räner — auch mit Coaching­Papst Herrn Rauen. Er findet, Coaching dürfe keine Lösungs­vor­schläge liefern? Das ist für mich nur ein Teil des Coachin­gan­satzes. Schließ­lich würde der Fußball-Coach doch mit seinem Schütz­ling auch nicht so lange warten, bis der selber mitbe­kommt, warum er das Tor so selten trifft. Nein, als Coach gebe ich Feed­backs, zeige Wege auf und mache den Mund auf, wenn etwas in meinen Augen falsch läuft.

    Mir geht es wie Dir, Svenja, und Deinen thera­peu­ti­schen Kollegen: Nach so vielen Jahren in diesem Job traue ich mich, auch Berater zu sein und meine Meinung zu äußern. (Natür­lich stelle ich meinen Stand­punkt nicht als objektiv hin und der Weis­heit letzter Schluss — ich weiß, dass ich subjektiv bin und vertrete das auch.)

    Bei uns von Erfah­rungen zu profi­tieren und auch klare Einschät­zungen zu bekommen, dadurch, dass wir auch Tacheles reden können, sollten wir uns doch als Coaches von nondi­rek­tiven Psycho­the­ra­peuten abgrenzen. Eine Menge Klienten suchen nämlich genau das!

    Und noch ein Wort zur verbalen Alter­na­tive: Mich “Berater” zu nennen, wäre für mich keine Alter­na­tive. Das Komplexe am Coaching ist für mich die Verbin­dung von bera­tenden Anteilen mit einem Grund­set­ting der Prozess­be­glei­tung.

    Auch wenn ich nicht in die Philo­so­phie von Herrn Rauen passe. Und auch wenn man bald ein Zerti­fikat als Coach im Wochenend-Cras­h­­kurs bekommen sollte. Egal. Mit meiner Selbst­de­fi­ni­tion hat das herz­lich wenig zu tun. Nein, ich bin gern Coach.

  9. Svenja Hofert 7. Februar 2011 at 9:29 — Reply

    Hi Tom, danke für dein ausführ­li­ches und ausge­wo­genes Feed­back. So weit sind wir nicht ausein­ander — mir geht´s um die Begriff­lich­keit und zur endgül­tigen “Ablage” entschieden bin ich noch nicht. Zu den Wochen­end­kursen: Die gibt es bereits, glaube ich und selbst Lehr­gänge an der ils (so ne Fern­hoch­schule mit Studi­en­briefen). Der Markt wird´s schon richten.
    herz­liche Grüße, Svenja

  10. Markus Väth 7. Februar 2011 at 16:21 — Reply

    Meine erste Reak­tion war: Wow, Sie spre­chen mir aus dem Herzen. Ich selbst verfolge die Diskus­sion um die Bezei­chung und Inhalte von “Coaching” seit einigen Jahren. Trotzdem will ich das etwas aufdrö­seln:

    Ich glaube, die Verwir­rung um den Begriff “Coach” hat mindes­tens drei unter­schied­liche Perspek­tiven:
    1. Die Coaches selbst sind sich nicht einig
    2. Die Kunden wiederum wissen nicht, was sie erwarten sollen und können
    3. Und die Presse ist meist genauso ahnungslos wie die Kunden

    Ich persön­lich habe den Weg beschritten, der in manchen Kommen­taren schon ange­klungen ist: Mit der Zeit und Erfah­rung löst man sich von “päpst­li­chen” bzw. dogma­ti­schen Vorgaben. Man lernt, seine Kunden einzu­schätzen und zu merken, was derje­nige braucht: eine Führung zu den eigenen Ressourcen oder einen klarne Ratschlag aus einer Exper­ten­stel­lung heraus. Diese Souve­rä­nität ist aber durch keine Ausbil­dung vermit­telbar.

    Ich kann Sie verstehen, dass “Coaching” für Sie anschei­nend ein verbrannter Begriff ist. Manchmal geht mir das auch so. Da ich Diplom-Psycho­­loge bin (mit klini­scher und Wirt­schafts­er­fah­rung), stelle ich mich wahl­weise als “Psycho­loge” oder “Coach” vor, je nachdem, wovon ich glaube, dass es das Gegen­über besser versteht. Mein indi­vi­du­eller Ansatz bleibt der gleiche.

    Und noch ein letztes, Frau Hofert: Egal, wie wir uns nennen: Haupt­sache, der Job macht noch Spaß!

  11. Svenja Hofert 7. Februar 2011 at 16:47 — Reply

    Lieber Herr Väth, ich freue mich über Ihren ausführ­li­chen Kommentar. In der Tat sind es nicht die Begriffe, die wichtig sind — eigent­lich ist es doch Aufgabe eines jeden Coachs, Bera­ters oder auch Psycho­logen, diese mit Inhalt zu füllen. herz­li­chen Dank und freund­liche Grüße Svenja Hofert

  12. Axel Janßen 7. Februar 2011 at 20:14 — Reply

    Hi Svenja
    Aus Deiner Sicht kann ich Deine Meinung verstehen.
    Persön­lich sehe ich das Problem etwas anders gela­gert:
    Coaching ist zur Belie­big­keit verkommen und wird von vielen mit Bera­tung gleich­ge­setzt. Das macht auch per Defi­ni­tion Chris­to­pher Rauen (Coaching ist Bera­tung auf Prozess­ebene). Von einem Berater erwarte ich, dass er über eine fundierte Exper­tise verfügt, meine Situa­tion best­mög­lich analy­siert und daraus Ratschläge ableitet. Warum viele dafür den Begriff Coach nutzen ist mir unklar.
    Nun gibt es viele Coachs, die behaupten, sie tun eben das gerade nicht. Doch auch sie analy­sieren selbst, oft aus der eigenen Erfah­rung heraus und provo­zieren Lösungen auf der Hand­lungs­ebene, d.h. der Kunde hat aus dem Angebot des Coachs eine Lösungs­idee für ein konkretes Problem erhalten (das er vorher oftmals nicht hatte). Bsp.: Mal ange­nommen, Sie dele­gieren x an y — Welchen Vorteil haben Sie dadurch? Es bleibt Bera­tung. Coachs, die so arbeiten müßten demnach über eine gewal­tige Exper­tise verfügen, um alles, was mit dem Thema z.B. Karriere zusam­men­hängt (syste­misch) auf diese Weise anzu­bieten. Gernt hat der Coachee nichts.
    Wenn Du diese Sicht auf das Thema hast, teile ich Deine Bewer­tung voll und ganz.
    Anders wird es, wenn defi­niert wird, was Coaching bewirken will und die Defi­ni­tion bedeutet, dass der Coachee, sich in vergleich­baren Themen selber Coachen soll. Coaching sich dazu eines Prozesses bedient mit dem in Bezug auf sein Thema die Wahr­neh­mung erwei­tert, die Entschei­dungs­fä­hig­keit geför­dert und Hand­lungs­al­ter­na­tiven ausge­löst werden. Der Coachee erwirbt also eine Selbst­pro­blem­lö­se­fä­hig­keit. Plakativ “Hilfe zur Selbst­hilfe”. Der Coachee analy­siert und berät sich selbst und kann diese Struk­turen später ohne Coach anwenden. Das macht ein Berater nicht und kann es auch nicht leisten.
    So muss zuerst gefragt werden, was ein Coach denn errei­chen will.
    Da der Markt NLP und Thera­pie­durch­drungen ist, wird es vorerst wohl so bleiben, dass Dein Urteil in der Gesamt­be­trach­tung richtig ist.
    Ein anderes Verständnis von Coaching findest Du bunter http://www.hamburger-schule.net
    Einen Gesin­nungs­ge­nossen findest Du im Blog
    http://blog.hamburger-schule.net/

    Viele Grüße
    Axel

  13. Svenja Hofert 7. Februar 2011 at 20:41 — Reply

    Hallo Axel,
    ich freu mich, dass du dich hier zu Wort meldest, weil ich weiß, dass du ein diffe­ren­ziertes und intel­lek­tu­elles Verständnis von Coaching hast.
    Es ist ein Verständnis, mit dem ich d´accord gehe, wobei ich mich manchmal frage, ob man die Dinge defi­nieren muss. Nimm mal das Joggen. Irgendein Besser­wisser auf dem Lauf­bahn neben mir behaup­tete mal mit 8,5 Stun­den­ki­lo­me­tern wär das, was ich tue, kein Joggen. Der nächste behaup­tete ab 5,5 wäre es schnelles Walken und ab 7 Joggen. Seitdem setze ich Kopf­hörer auf — ehrlich: Für mich als Anwen­dungs­jogger spielt das keine Rolle. So wie es für mich als Coaching-Klient wahr­schein­lich auch keine Rolle spielt, wer das was wie defi­niert; ich will ne Lösung.
    Sobald man sich auf einem Fach­ge­biet bewegt und letzt­end­lich auch der Nach­frage dient, kann man in deinem Sinne nur Bera­tung anbieten oder irgend­etwas auf dem Konti­nuum von Bera­tung und Coaching (auch diese Defi­ni­tion habe ich mal gehört) oder viel­leicht etwas eigenes, für den es noch keinen Begriff gibt. Die letz­tere Vari­ante gefällt mir im Moment am besten, mir fällt nur nix ein 😉
    liebe Grüße
    Svenja

  14. G. M. 7. Februar 2011 at 23:15 — Reply

    Eigent­lich finde ich es eine Frech­heit zu behaupten, dass ein junger Mensch nicht beraten kann. Ich kenne genü­gend Berater, die 20 Jahre älter sind und weder beraten noch coachen noch sonst was können. Eine menschen­nahe, fundierte Bera­tung sollte nicht nur durch Fach­lich­keit, sondern auch mit Persön­lich­keit funk­tio­nieren. Da spielt das Alter nicht unbe­dingt eine Rolle.

  15. Svenja Hofert 8. Februar 2011 at 9:12 — Reply

    Wo steht das? Ich habe gesagt, dass in den Ausbil­dungen oft unter 30jährige zuge­lassen werden, obwohl die meisten Ausbilder dieses Alter und ein Studium voraus­setzen. Die Persön­lich­keit sollte für Bera­tung und/oder Coaching ausge­reift sein. Und Reife ist eindeutig eine Alters­frage, wenn auch manche Alte unreif sind und manche junge sehr reif sind. Aber Ausnahmen machen keine Regel. LG SH

  16. Michael Lüdeke 14. Februar 2011 at 10:33 — Reply

    Hallo Svenja und (Ver)Folger,

    ich denke, dass wir uns hier in verschie­dene Rich­tungen bewegen. Dein Ursprungs­thema “jeder nennt sich Coach” (ich fasse es mal plakativ zusammen) stößt zumin­dest bei mir auf ähnliche Gedanken, ist aber wahr­schein­lich aus dem Drang entstanden, mich abgrenzen, meine (erlernten und gewon­nenen) Fähig­keiten von anderen trennen und — ganz im Sinne des ingroup-outgroup-Prozesses — auch mit Gleich­ge­sinnten auf eine Ebene setzen zu wollen.
    Das ist glaube ich völlig normal. Und ich glaube, um den fest­ge­tre­tenen Begriff “Coach” umzu­wan­deln, bedarf es viele tausend Menschen, die das sinnig begründen und dann lostreten.

    Und dann hängen sich gleich die nächsten dran. Und wer wirft den ersten Stein zu sagen: “Hey DU! Du gehörst aber nicht dazu!”?

    Das zweite Thema — Bera­tung oder Raus­kit­zeln von Erkennt­nissen — ist meiner Meinung nach eben­falls nicht so dogma­tisch zu sehen. Ich kann mich dem leider nicht ausnehmen, auch gerne Ratschläge zu geben, wenn ich denke, dass sie ange­bracht sind und viele scheinen zumin­dest auch “richtig” oder zumin­dest hilf­reich zu sein. Trotzdem… wie arro­gant und unge­duldig bin ich, dass ich von mir denke, da richtig zu liegen? Auch die Erfah­rung aus Studium, Beruf und Coaching­sit­zungen (als Psycho­loge kann man ja ohnehin Gedanken lesen 😉 wird mir nicht den heiligen Coaching-Gral verschaffen und die Gefahr, den “kenn’ ich”-Gedanken dann zu oft einschrän­kend zuzu­lassen, ist leider ziem­lich groß. Außerdem gibt es wahr­schein­lich hundert Möglich­keiten, meinen Ratschlag auch so zu verpa­cken, dass ein Klient von selber drauf kommt, es dann als seine eigene Erkenntnis wahr­nimmt und dieser Erkenntnis eine wesent­lich stär­kere Wirkung beimisst.
    Aber das wäre dann wie bei uns Männern, die denken, sie wären drauf gekommen, obwohl die Frau an unserer Seite das geschickt einge­fä­delt hat! 🙂

    Mein Wunsch: Dem Kunden und Klienten das “Faul­sein” nicht zu einfach zu machen, ihm/ihr den Exper­ten­status für sein/ihr eigenes Leben nicht abzu­spre­chen und erst dann Ratschläge zu geben, wenn der Erkennt­nis­koffer des Klienten bis zum Boden durch­sucht ist. Das finde ich einen fairen Deal.

    Euch allen einen guten Start in die Woche und Grüße aus Köln,
    Michael

  17. Svenja Hofert 14. Februar 2011 at 11:22 — Reply

    Hallo Michael, danke für Ihren Kommentar. Absolut richtig: Es gibt 100 Möglich­keiten — und Verant­wor­tung abnehmen darf weder Coach noch Berater. Der Ball muss immer zurück 😉 herz­liche Grüße Svenja Hofert

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  19. […] eine Gene­ra­tion Frage­zei­chen, die da heran­wächst. Und eine ziem­liche Verant­wor­tung der Berater und Coachs, besser keine allzu einfa­chen Antworten zu […]

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  21. Britta Aufer­mann 23. Juli 2014 at 20:49 — Reply

    Coaching: Das große Zauber­wort, was eine zeit­lang das EGO von psychol. Bera­tern und ähnli­chen Berufs­gruppen erwei­tert hat.Nun, auch ich nenne mich nicht mehr explizit Coach aus genannten Gründen. In meiner Arbeit mit Menschen verstehe ich mich als Beglei­tung die Poten­tiale erkennt, akti­viert, inspi­riert und auch hin und wieder wenn nötig einen krassen Perspek­tiv­wechsel schafft, um aufzu­ruet­teln und wach zu machen. Bewusst­sein fällt eben nicht vom Himmel! Ob ich damit stets den erho­benen Stan­dards eines glor­rei­chen Coaching­pro­zesses stand­halten kann , weiß ich nicht. Fakt ist, dass meine Kunden meine wert­schaet­zende Arbeit positiv bewerten und die Begeg­nung von Mensch zu Mensch eine herz­liche und acht­same Form des Umgangs ermög­licht, die mögli­cher­weise so manchem intel­lek­tu­ellen Neokortex-orien­­tierten Berater abgeht.Wie auch immer : jeder findet das vor, was für ihn gerade passt und hin und wieder drehen sowohl Coach als auch Coachee mentale Ehren­runden, die nach und nach zum Erkennt­nis­ge­winn führen.

  22. […] Selbst­the­rapie. (Übri­gens nimmt zum Beispiel auch meine Kollegin Svenja Hofert inzwi­schen eine kriti­sche Haltung zum Begriff „Coaching“ […]

  23. Aaron 20. April 2022 at 11:36 — Reply

    Hallo,
    danke für den Beitrag! Finde ich eine sehr inter­es­sante Einschät­zung! 🙂 Ist es tatsäch­lich so, dass das Coach-Sein mit mehr Bekannt­heit unmög­lich wird?
    Viele Grüße!

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