Kate­go­rien

Eigene Sachen: Gegen­wart und Zukunft meiner “Renten­bü­cher”

Published On: 22. April 2011Cate­go­ries: Führung

Mit diesem Blog­ein­trag wende ich mich mit zwei Anliegen an Sie. Wie Leser meiner Tweets bei Twitter und Face­book sowie Vertraute in meiner Umge­bung wissen, war ich mit dem Verkauf des „Assets“ berufs­t­stra­tegie meines Haupt­ver­lags Eich­born an den bis dato ledig­lich im Schul­buch aktiven stark-Verlag alles andere als glück­lich.

Immerhin habe ich mit dem „Praxis­buch für Frei­be­rufler“ und dem „Praxis­buch Exis­tenz­grün­dung“ sowie mehreren Bewer­bungs­klas­si­kern regel­rechte „Renten­bü­cher“ verfasst (Danke für den Begriff an Dirk Meynecke). Mit Renten­bü­chern sind Bücher gemeint, die über Jahre und Jahr­zehnte aktua­li­siert werden und sich immer noch gut verkaufen oder gar zu Stand­werken werden wie mein Praxis­buch. Renten­buch auch, weil…. Man kann ein Jahr nach Kanada gehen und von den Tantiemen die Miete in einer alten Holz­hütte finan­zieren 😉 Durch die Über­nahme gilt aber — leider aus der Traum, erst mal.

Doch es geht mir nicht wirk­lich ums Finan­zi­elle. Der ideelle Anteil über­wiegt: Ich habe viele Nächte und lange Wochen­enden inves­tiert, um wirk­lich gute Bücher zu machen und diese mit jeder Auflage zu verbes­sern. Es geht auch darum, meine Arbeit zu erhalten.

Mir war es immer wichtig, die Bücher in einem Verlag zu machen, mit dessen Menschen und Marke ich mich iden­ti­fi­zieren kann. Das war Eich­born für mehr als 10 Jahre mit seinem unkon­ven­tio­nellen und frechen Image, aller finan­zi­ellen Schwie­rig­keiten zum Trotz.

Derzeit laufen Verhand­lungen zwischen meiner Anwältin und dem Käufer der berufs­stra­tegie, dem Stark-Verlag. Sicher ist, dass ich neue Projekte bei anderen Verlagen machen werde – und  daran arbeite, den mir wich­tigen Teil meiner Renten­bü­cher in einer Neuauf­lage bei einem anderen Verlag zu machen.  Das erste brand­neue Projekt kommt übri­gens im Spät­sommer bei Gabal, das Slow-Grow-Prinzip.

Leider ist bei meinen etablierten Büchern seit dem Asset-Deal  mit Wirkung zum 1.12.2010 einge­treten, was ich befürchtet hatte: Die Verkaufs­zahlen sind deut­lich zurück­ge­gangen. Gerade deshalb bitte ich Sie, liebe Leser, meine Bücher weiter zu kaufen. Es ist noch ein Schwung aktu­eller gedruckter Bücher mit Eich­­born-Logo im Handel.  Sicher ist, dass es Berufs­rat­geber von Eich­born nicht mehr geben wird. Sie kaufen also Bücher, die bald Selten­heits­wert haben werden.

Ganz beson­ders gilt das für:

Lassen Sie sich nicht von dem Verlags­wirr­warr irri­tieren: Die Bücher haben alle Eich­­born-Logo, aber wenn Sie sie bestellen wollen, müssen Sie dies beim Stark-Verlag tun.

Mein zweites Anliegen in diesem Blog­ein­trag ist die Bitte um Mithilfe. Bereits jetzt sind Bücher nach dem Verkauf der Auflage ausge­laufen, die bei Eich­born mehrere Jahre im Handel waren, darunter „Bewerben ohne Bewer­bung“ – ein Buch, das unter Trai­nern Kult­cha­rakter hatte und eigent­lich mit Eich­born neu gemacht werden sollte.

1998 habe ich in dem immer noch komplett über­ar­beitet erhält­li­chen “Renten­buch” “Stel­len­suche und Bewer­bung im Internet” (Humboldt) prognos­ti­ziert, dass 2010 die Post­be­wer­bung nicht mehr exis­tieren würde. Das ist einge­treten – 85% aller Bewer­bungen sind heute online. 2006 habe ich in “Stel­len­suche und Bewer­bung im Web 2.0″ geschrieben, dass das Social Web einmal die domi­nie­rende Rolle im Bewer­ber­re­crui­ting spielen würde — es ist fast so weit.  Ich mag es einfach, Dinge früher als andere zu tun. Deshalb denke ich darüber nach, einige ausge­lau­fende Bücher als E‑Book neu zu machen.

Nun recher­chiere ich die Möglich­keiten und stoße zum Beispiel bei BOD (Books on demand) an Grenzen, denn dort muss man Bücher auch gedruckt anbieten, bevor sie als E‑Book gemacht werden können.  Gibt es andere Möglich­keiten mit einem BOD-vergleich­­barem Service? Ich freue mich, wenn hier zufällig ein kompe­tenter E‑Book-Berater entlang kommt, der  Erfah­rung mit ausge­lau­fenen Verlags­pro­jekten hat, die als E‑Book neu erscheinen. Es geht mir auch nicht ums ums Tech­ni­sche, sondern um die Vermark­tung. Wer Tipps hat, an wen ich mich wenden kann: gern.  Und Ideen? Immer. DANKE!

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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6 Kommen­tare

  1. Zorem 26. April 2011 at 19:10 — Reply

    Das Renten­buch hat Sarrazin geschrieben. Ein Buch und richtig Rente. Wer für Geld schreibt sollte aufhören zu schreiben.

  2. Svenja Hofert 26. April 2011 at 21:08 — Reply

    Ich wette, niemand schreibt für Geld. Es gibt viel, viel lukra­ti­vere Dinge. Aber wenn etwas zusätz­lich Geld bringt, wo bitte ist das Problem? LG SH

  3. Zorem 27. April 2011 at 14:35 — Reply

    Wenn ein Autor über Verkaufs­zahlen nach­denkt und seine Fans zum Kauf akti­viert, dann geht es um Geld. Geht es um Geld leidet die Qualität.

  4. Richard 27. April 2011 at 23:07 — Reply

    Bücher wie ihre erwarte ich in Schrift­form oder als profes­sio­nell erstelltes, von Profi­spre­chern einge­spro­chenes, Hörbuch. Ein eBook würde ich nicht für ‘voll’ nehmen. Sorry.

    • Svenja Hofert 28. April 2011 at 7:34 — Reply

      Hi Richard, danke für den Kommentar, das sehe ich als Kompli­ment. Es geht ja auch nicht um neue Bücher, die mache ich bei anderen Verlagen “richtig”, sondern um solche, die ihren Zenith bereits hatten — wie die Praxis­mappe für die krea­tive Bewer­bung, die sich ca. 30.000 Mal verkauft hat. Ich über­lege ja noch, aber freunde mich gerade selbst mit Amazon Kindle etc. an. Ich glaube, wir haben da Vorur­teile gegen das E‑Book. herz­liche Grüße Svenja Hofert

  5. Renate Brokel­mann 2. Mai 2011 at 14:27 — Reply

    Ich teile Ihre Meinung, Frau Hofert: dem Ebook gegen­über gibt es so einige Vorur­teile. Ich habe das Kindle meiner Schwester testen dürfen und war doch ein biss­chen neidisch 😀 allein die geringe Anzahl der verfüg­baren Buch­titel hält mich derzeit noch davon ab, mir ein Kindl zuzu­legen. Aber das war ja gar nicht Ihre Frage 😉
    Haben Sie sich mal smashwords.com ange­sehen? Die bieten als Vertriebs­kanal auch den Apples iBook­s­tore an und bereiten ihre Ebooks in verschie­denen Formaten auf. Ansonsten könnte PaperC (http://paperc.de/) noch inter­es­sant sein — das müsste aller­dings über Ihren Verlag laufen.

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