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McKinsey entdeckt seine weibliche Seite…
Aktuelles Fundstück aus dem Internet: eine neue Kampagne von McKinsey.
Der Text „Mit Frauen rechnen“ ließ mich zunächst einmal vermuten, dass jetzt ein Herrenwitz folgt. Dem war nicht so. Es war ernst gemeint.
Na klasse, die im Allgemeinen verschärft testosteronlastige Beraterbranche entdeckt das Humankapital „Frau“. Soll mich das jetzt begeistern? Ja, offenbar!
Aber leider muß ich verweigern. Ich war lange genug die einzige Frau der Berater-Abteilung, dass ich sehr genau hinsehe, bevor ich einen Emanzipationspunkt vergebe.
Werte Herrschaften von McKinsey, hier einige Hinweise, warum ich mich als Frau nicht so recht von der Kampagne überzeugen lassen will:
- Die Farbgebung, oder: es muß nicht immer lila sein
Das alle käme wesentlich glaubwürdiger daher, wenn ihr euch getraut hättet, für ein Frauenthema die eigene CI zu verwenden. Oder befürchtet ihr einen Imageschaden? - Ihr wollt also technisches Know-how und Intuition auf einen Nenner bringen? Gratulation! Darf ich dabei sein, wenn in der nächsten Angebotsrunde bei McKinsey der „gefühlte Preis“ abgegeben wird?
- Die Teammitglieder, oder: Quote invers!
Findet Ihr es nicht auffallend, dass bei dieser Kampagne hauptsächlich Frauen mitarbeiten? Darf ich mal raten, wie hoch die übliche Frauenquote bei Beratungsprojekten von McKinsey ist? Entspricht sie etwa der Männerquote dieses Projektes? Treffer, nicht wahr? Es ist also, wie früher, auf dem Spielplatz: Mädchen spielen mit Mädchen, Jungs spielen mit Jungs. Das ist ja soooooo emanzipiert… - Die Profile der Teammitglieder – mein persönliches Highlight!
Es ist ja so niedlich, wie hier Hobbies und familiäre Orientierung ins Rampenlicht gezerrt werden. Darf ich dann auch demnächst bei den Profilen der höheren Manager Aussagen wie folgende erwarten „…Ian geht in seiner Freizeit gern surfen, besonders mit seinem Sohn David. Im örtlichen Schachclub gehören beide zu den Champions.“
Meine Anregung: vielleicht versuchen wir’s mal mit Familienfreundlichkeit statt mit Frauen-Anbiederung? Schließlich nehmt Ihr die Frauen doch sowieso als Arbeitnehmer ebenso ernst, wie die Männer, oder?
Sabine Korndörfer
Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewigkeit. Ich coache bei Veränderung, spreche über das, was Veränderung mit uns macht und berate an Weggabelungen. Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfolgreich gegründet, aktuell meine Akademie der Veränderung.
Weiterdenken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktueller, etwas pointierter, etwas tiefsinniger und pragmatisch vorausschauend.
Vielleicht kennen wir uns…
… aus dem Bücherregal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.
Als Kolumnistin schrieb ich DER SPIEGEL oder WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psychologen-Fachblatt „Wirtschaftspsychologie aktuell“ eine regelmäßige Kolumne. Man findet meine Interviews zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.
Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonntagskolumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abonnenten gehöre ich zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren auf dieser Plattform.
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Hi Martl, die Adresse ist http://www.rechnen.mckinsey.de — schon die Domain ist meiner Meinung nach ein Affront. LG
[…] uns über den Gender Pay Gap und versuchen verzweifelt und dennoch weitgehend vergeblich, Mädchen dazu zu bewegen, sich endlich für Naturwissenschaften zu begeistern. Wir sehen dabei nicht, dass […]