Kate­go­rien

McKinsey entdeckt seine weib­liche Seite…

Published On: 24. Mai 2007Cate­go­ries: Führung

Aktu­elles Fund­stück aus dem Internet: eine neue Kampagne von McKinsey.

Der Text „Mit Frauen rechnen“ ließ mich zunächst einmal vermuten, dass jetzt ein Herren­witz folgt. Dem war nicht so. Es war ernst gemeint.

Na klasse, die im Allge­meinen verschärft testo­ste­ron­las­tige Bera­ter­branche entdeckt das Human­ka­pital „Frau“. Soll mich das jetzt begeis­tern? Ja, offenbar!

Aber leider muß ich verwei­gern. Ich war lange genug die einzige Frau der Berater-Abtei­­lung, dass ich sehr genau hinsehe, bevor ich einen Eman­zi­pa­ti­ons­punkt vergebe.

Werte Herr­schaften von McKinsey, hier einige Hinweise, warum ich mich als Frau nicht so recht von der Kampagne über­zeugen lassen will:

  1. Die Farb­ge­bung, oder: es muß nicht immer lila sein
    Das alle käme wesent­lich glaub­wür­diger daher, wenn ihr euch getraut hättet, für ein Frau­en­thema die eigene CI zu verwenden. Oder befürchtet ihr einen Image­schaden?
  2. Ihr wollt also tech­ni­sches Know-how und Intui­tion auf einen Nenner bringen? Gratu­la­tion! Darf ich dabei sein, wenn in der nächsten Ange­bots­runde bei McKinsey der „gefühlte Preis“ abge­geben wird?
  3. Die Team­mit­glieder, oder: Quote invers!
    Findet Ihr es nicht auffal­lend, dass bei dieser Kampagne haupt­säch­lich Frauen mitar­beiten? Darf ich mal raten, wie hoch die übliche Frau­en­quote bei Bera­tungs­pro­jekten von McKinsey ist? Entspricht sie etwa der Männer­quote dieses Projektes? Treffer, nicht wahr? Es ist also, wie früher, auf dem Spiel­platz: Mädchen spielen mit Mädchen, Jungs spielen mit Jungs. Das ist ja soooooo eman­zi­piert…
  4. Die Profile der Team­mit­glieder – mein persön­li­ches High­light!
    Es ist ja so nied­lich, wie hier Hobbies und fami­liäre Orien­tie­rung ins Rampen­licht gezerrt werden. Darf ich dann auch demnächst bei den Profilen der höheren Manager Aussagen wie folgende erwarten „…Ian geht in seiner Frei­zeit gern surfen, beson­ders mit seinem Sohn David. Im örtli­chen Schach­club gehören beide zu den Cham­pions.“

Meine Anre­gung: viel­leicht versu­chen wir’s mal mit Fami­li­en­freund­lich­keit statt mit Frauen-Anbie­­de­rung? Schließ­lich nehmt Ihr die Frauen doch sowieso als Arbeit­nehmer ebenso ernst, wie die Männer, oder?

Sabine Korn­dörfer

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Svenja Hofert 24. Mai 2007 at 18:21 — Reply

    Hi Martl, die Adresse ist http://www.rechnen.mckinsey.de — schon die Domain ist meiner Meinung nach ein Affront. LG

  2. […] uns über den Gender Pay Gap und versu­chen verzwei­felt und dennoch weit­ge­hend vergeb­lich, Mädchen dazu zu bewegen, sich endlich für Natur­wis­sen­schaften zu begeis­tern. Wir sehen dabei nicht, dass […]

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