Kate­go­rien

Hilfe, eine Lücke! Kosme­ti­sche Maßnahmen gegen Schön­heits­fehler im CV

Published On: 22. Juni 2012Cate­go­ries: Führung

Es gibt hübsche Zahn- und weniger attrak­tive Lebens­­lauf-lücken. Nun kann man die Lücke offen lassen und wie Schau­spieler Jürgen Vogel dadurch ein Marken­zei­chen entwi­ckeln — oder sie schließen. Dazu gibt es verschie­dene Methoden. Die eine ist die Kaschier­me­thode. Dabei tarnen Sie Lücken, in dem Sie andere Jobs – z.B. eine Reihe von Jobs im Ausland — zusam­men­ziehen und die nicht belegte Zeit darin verschwinden lassen. Das ist auch aus Sicht der meisten Perso­naler voll­kommen legitim. Wir leben nicht mehr in den 1960ern — und es muss nicht mehr jede Episode ihres Berufs­le­bens nach­ge­wiesen werden. 5 sehr unter­schied­liche Jobs in ihren zwei Jahren in Austra­lien werden so zu einem —  erwähnt wird der mit dem wich­tigsten Infor­ma­ti­ons­ge­halt. Beispiel: “verschie­dene Tätig­keiten, unter anderem im Vertrieb von Schmuck.” Dass sie auch Cock­tails gemixt und Schuhe geputzt haben, muss nicht jeder wissen. Wobei… gerade letz­teres könnte aber durchaus mal den Jürgen-Vogel-Effekt haben, also Marken­zei­cehn sein.

Die Makeup­t­echnik nutzt die Mittel des Weglas­sens und Hervor­he­bens. So wie manche Frauen die Augen betonen, weil das besser aussieht als auch Lippen und Wangen gleich­zeitig anzu­pin­seln, heben Sie hier die rele­vanten Stationen beson­ders hervor, etwa durch Ausführ­lich­keit. Weniger Wich­tiges, dazu gehören auch die Lücken, über­de­cken Sie mit möglichst schönen Begriffen. Das kann die „inter­kul­tu­relle Bildungs­reise“, „die private Projekt­ar­beit zu Planung und Bau eines Zwei­fa­mi­li­en­hauses“ oder „die beruf­li­chen Neuauf­stel­lung nach inten­siver Poten­zi­al­ana­lyse“ sein.

Die Pimpup-Technik hat das Ziel aus wenig mehr zu machen. Der kleine Auftrag für ein Sport­studie wird so zum „Bera­tungs­auf­trag für das Unter­nehmen Fun & Fit“ — ohne dass Sie dafür lügen müssten.

Es gibt Lücken, die weder kaschierbar sind noch weiter beschrieben werden sollten. Der lang­jäh­rige Ausfall wegen Krank­heit kann nun mal nicht mit einem anderen Job über­deckt werden. In einer schrift­li­chen Bewer­bung „aufgrund einer Krebs­er­kran­kung“ zu schreiben ist aber heikel. Besser wäre hier zu sagen „aus gesund­heit­li­chen Gründen — Inzwi­schen voll­stän­dige Reha­bi­li­ta­tion und unein­ge­schränkter Einsatz“. Der Rest ist Privat­sache.

Andere Lücken wiederum sollten mit ehrli­chen Worten gefüllt werden. „Die Pflege der kranken Mutter“ nimmt Ihnen niemand übel, den nicht belegten Zeit­raum von zwei Jahren dagegen schon. Auch das Fami­li­en­en­ga­ge­ment darf genannt sein. Es schadet aller­dings nicht, in dieser Zeit auch andere Dinge vorzu­weisen, etwa eine Weiter­bil­dung.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Lars Hahn 24. Juni 2012 at 9:55 — Reply

    Auch Makeup­t­echnik hat seine Grenzen. Es gibt Lebens­läufe, die verschickt man besser nicht, ohne vorher persön­li­chen Kontakt zu haben. Lange Auszeiten durch Krank­heit, krea­tives Nichtstun, Längst­zeit­stu­dium > 40 Semes­tern etc. provo­zieren gera­dezu alter­na­tive Stra­te­gien, bei denen der Lebens­lauf frühes­tens beim letzten Gespräch vor Unter­zeich­nung auf den Tisch kommt.
    Syste­ma­tisch Kaffee­trinken, Infor­melle Gespräche, Netz­werken sind für “Menschen mit bunten Lebens­läufen” bei der Jobsuche sicher der bessere Weg. Manchmal ist es eben doch das Prak­tikum, was selbst einem 40-jährigen Hoch­schul­ab­sol­venten die Tür öffnet, weil eben nicht der Lebens­lauf im Mittel­punkt stand.

    Ach und noch eins: KEXPA. Ich bin gespannt!

    • Svenja Hofert 25. Juni 2012 at 12:10 — Reply

      Voll­kommen richtig, je größer die Lücke, desto wich­tiger der Kontakt, könnte man sagen. Wobei die Sache mit dem Kontakt eigent­lich immer funk­tio­niert, auch lücken­frei. LG Svenja

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