Kate­go­rien

Not macht nicht erfin­de­risch: Warum es freche Perso­naler gar nicht geben kann

Published On: 18. März 2014Cate­go­ries: Mensch & Orga­ni­sa­tion

Not macht über­haupt nicht erfin­de­risch. DPD sucht gerade einen Key Account Manager E‑Commerce, also jemand der schon ein biss­chen was drauf haben sollte:

„Zur Verstär­kung unseres Teams suchen wir für den Bereich Key Account Manage­ment am Standort Aschaf­fen­burg schnellst­mög­lich einen XY“.

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Dann folgt: lange Liste von Anfor­de­rungen. Geboten wird: nichts, weder inhalt­lich noch visuell. Außer ein unra­siertes männ­li­ches Model, was impli­ziert, dass eine Frau hier wohl nicht so gern gesehen ist. Trotz –in.

Können Perso­naler kreativ sein? Da habe ich zuneh­mend Zweifel. Viele nehmen das „Manage­ment“ wört­lich und verwalten eher als dass sie frischen Wind einbringen. Deshalb sagt Professor: Armin Trost in seinem Vorwort zu Jörg Buck­manns Buch „Einstel­lungs­sache: Perso­nal­ge­win­nung mit Frechmut und Können“, dass er Perso­nal­ma­nager nicht mag. Eigent­lich nicht nett. Aber doch begründet? Sind Perso­nal­ma­nager Lang­weiler?

 

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Können Perso­naler mutig sein? Die Persön­lich­keit eines typi­schen Perso­nal­re­fe­renten, Perso­nal­ma­na­gers oder auch HR-Gene­ra­­lists und auch HR-Busi­­ness Partner unter­scheidet sich mögli­cher­weise grund­le­gend von der eines Perso­nal­mar­keters. Während der eine eher daran inter­es­siert ist, seine Sache vorbild­lich, effi­zient und im Rahmen der Vorgaben zu machen, alter­nativ nah am Menschen orien­tiert ist, ist der andere bestrebt, NEUES zu schaffen und zu ermög­li­chen. Ich vermute, dass man bei einem Big-Five-Test fest­stellen könnte: Perso­nal­mar­keter sind im Durch­schnitt offener und weniger verträg­lich. Sie könnten auch narziss­ti­scher sein, erst recht wenn sie schrei­bend unter­wegs sind. Die meisten Buch­au­toren sind ein biss­chen Narziss­tisch. Ist auch nichts Schlimmes. Sie stehen damit den Marke­­ting- und Kommu­ni­ka­ti­ons­leuten näher als den HRlern. Schauen Sie sich die aktivsten Twit­terer und besten Blogger an, es sind sehr oft Leute mit (Personal-)Marketinghintergrund oder gelernte Kommu­ni­ka­toren. Ich schließe bin ja auch so eine, aus der Kommu­ni­ka­tion kommend und über die interne Kommu­ni­ka­tion letzt­end­lich zum Perso­nal­thema gesprungen. Zu wissen wie man mit Medien umgeht, ist als Schreiber natür­lich ein Vorteil. Zählen Sie die Coachs und Berater mal durch, die Nennens­wertes publi­zieren. Fast alles gelernte oder erprobte Kommu­ni­ka­toren, vor allem gilt das für jene, die in multi­me­dialen Zeiten groß geworden sind, weniger für die, die in den 1990er gestartet sind.

Weil Perso­nal­mar­keter respek­tive Employer Brander eben ein wenig mehr Selbst­liebe pflegen als vermut­lich der Durch­schnitt der Perso­nal­branche, schreiben sie viele Blogs, Bücher und twit­tern wie wild. Weil sie wissen, dass nur auffällt, gemerkt und geliebt wird wer Dinge anders sieht und macht, beziehen sie stra­te­gisch Gegen­po­si­tionen, schimpfen nett oder weniger nett mit den Perso­nal­ma­na­gern und sind bestrebt, ihnen etwas beibringen. Können sie auch meist — aus dem oben beschrie­benen Grund.

Ich würde soweit gehen zusagen, dass es Beziehungs‑, Orga­­ni­­sa­­tions- und Kommu­ni­ka­ti­ons­men­schen gibt, wahr­schein­lich spielen hier auch unter­schied­liche Motive eine Rolle: Anschluss­motiv bei Bezie­hungs­typen, Macht­motiv bei Orga­ni­sa­toren und Leis­tungs­motiv bei Kommu­ni­ka­toren. Könnte sein. Perso­nal­ma­nager jeden­falls sind meist keine Kommu­ni­ka­ti­ons­men­schen, deshalb schreiben sie so schreck­liche Anzei­gen­texte wie, siehe oben. Oder lassen schreiben. Sie reiben sich auch nicht so gern. Eigent­lich möchten sie es eher mindes­tens dem Chef recht machen. Und recht machen und erfolg­reiche Kommu­ni­ka­tion nach außen passen nicht so recht zusammen.

Im Buch zitiert Buck­mann Perso­na­le­rikone Hans-Chris­­toph Kürn von Siemens, der schon 2004 in meiner ersten Auflage meiner „Praxis­mappe für die krea­tive Bewer­bung“ mit unkon­ven­tio­nellen State­ments auffiel. Hab mich damals sehr gewun­dert, warum er mich nicht bat, die Siemens-Pres­­se­a­b­­tei­­lung zu kontak­tieren. War mir sehr sympa­thisch, denn ange­stellte Pres­se­kom­mu­ni­ka­toren machen aus Kartof­feln Brei.

Kürn wird vorge­stellt als eine  Art HR-Revo­luzzer, der einfach MACHT, vor voll­endete Tatsa­chen stellt und nicht fragt. Das erin­nert er mich ein wenig an Guenter Duecks „Das Neue und seine Feinde“. Dueck sagt das auch: nicht lange fackeln, Tatsa­chen schaffen. Dazu muss man aller­dings in einer gewissen Posi­tion sein, Prak­ti­kanten sollten vorsichtig sein, wobei… Frech­heit siegt. Warum es so wenig weib­liche Revo­luzzer gibt? Die Mehr­zahl der Perso­naler sind weib­lich, und Frauen sind seltener Revo­luzzer. Oder fallen Ihnen nach Jeanne d´arc noch viele ein, und selbst die soll ja eigent­lich ein Kerl gewesen sein.

Liebe Frauen, traut euch doch ein wenig mehr, möchte ich da sagen. Bringt doch auch so eine ordent­liche Portion Frechmut auf, diese von Buck­mann erfun­dene Mischung aus krea­tiver Frech­heit zu machen.

Sowas ist jeden­falls nicht frech­mutig:

 „Es erwarten Sie umfas­sende Sozi­al­leis­tungen, regel­mä­ßige Weiter­bil­dungen, inter­es­sante Karrie­re­mög­lich­keiten sowie eine ange­mes­sene Vergü­tung.“

Zum Buch: Dies wird keine Rezen­sion, weil es ein Fach­buch ist und irgendwie nicht mit Werken wie Martin Gaedts “Mythos Fach­kräfte” oder Guenter Duecks „Neues“ vergleichbar ist. Das wäre als würde man einen Schrank mit Holz verglei­chen, ja, und jetzt denken Sie mal an die Fragen in IQ-Tests „ wie verhält sich X zu Y“ und über­legen Sie, was ich damit wohl meine.

Ich bin aber auch nicht die Ziel­gruppe des Buchs, dazu stecke ich zu tief drin. Lesen sollten es Leute, die oben stehende Anzei­gen­aus­schnitte verant­worten. Und zwar drin­gend. Und dann sollten Sie ein paar frech­mu­tige Dienst­leister beauf­tragen. Und bitte kein HR-Washing betreiben.

Am besten geben Perso­naler das Thema in die Hände von Leuten, die über die interne Kommu­ni­ka­tion, den Jour­na­lismus oder das Marke­ting in den Perso­nal­be­reich kommen. Die haben einfach oft bessere Ideen. In deren Selbst­ver­ständnis ist Krea­ti­vität stärker veran­kert. Die haben Kommu­ni­ka­tion besten­falls gelernt, und das ist ein Riesen­un­ter­schied zu Auto­di­dakten.  Ich komme gerade von einem Trai­ning bei Burda. Was für begna­dete Ideen­schmieder gibt es in so einem Kontext!  Die produ­zieren Ideen und texten in Minuten punkt­genau und aufmerk­sam­keits­stark. Selten schafft das in dieser Qualität jemand, der sich über ein Studium Perso­nal­ma­nage­ment langsam hoch­ge­ar­beitet hat und den grad­li­nigen Perso­nalweg gegangen ist. Trotzdem sind die Türen zwischen Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion, Marke­ting und Personal seltsam verschlossen und ohne Durch­gänge. Zumal dieses Employer Bran­ding auch nicht so richtig weiß, wo es eigent­lich ando­cken will und was es mit Reten­tion Manage­ment zu tun hat oder auch nicht. Man könnte wenigs­tens Aufträge raus­geben, die natür­lich keine reinen Text­auf­träge sein können, denn jedes Stel­len­in­serat muss die Werte des Unter­neh­mens atmen.

Perso­nal­be­rater, Head­hunter also, sind übri­gens noch schlimmer. Sie formu­lieren ober­fläch­lich und anstatt leser­zen­triert adres­sen­ab­sen­der­fo­kus­siert: „für einen im Schwarz­wald ansäs­sigen Kunden aus dem Elek­tronik­be­reiche“. Was bietet dieser Kunde? Warum sollte ich für ihn arbeiten? Diese Infor­ma­tionen hält man lieber geheim. Könnte ja sein, dass man sofort weiß, um welches Unter­nehmen es geht. Und das geht ja nicht. Anstatt ich mir mal neue Geschäfts­mo­delle über­lege, mache ich einfach weiter wie immer und lasse mich mal von der Demo­gra­fie­welle über­rollen.

buckmannAch ja: Das Buch ist liebe­voll geschrieben und hat im ersten Teil auch eine nach­voll­zieh­bare und klare Struktur. Aber ganz ehrlich, ich hätte mir gewünscht, Herr Buck­mann hätte  bei Seite 60 aufge­hört, 40 Seiten hinzu­ge­fügt und SEIN Buch daraus gemacht. Ich hätte mir konkrete Tipps gewünscht, aus seiner Zauber­kiste und nicht aus der von anderen. Denn so sehr ich die Kollegen Henner Knaben­reich (ein wirk­lich begna­deter Lang­stre­cken­schreiber), Marcus Fischer und Gero Hesse schätze — sie wären in diesem Buch schlichtweg nicht nötig gewesen. Sammel­bände sind immer schwierig, weil jeder Autor halt ein Indi­vi­duum ist. Und dann machen einige Werbung in eigener Sache und andere bieten echten Infor­ma­ti­ons­wert – unterm Strich ist die Gesamt­note damit meist schlechter als die Einzel­leis­tung. Ich kann mir die Bemer­kung auch nicht verkneifen, dass die Gestal­tung unüber­sicht­lich ist. Was ist eine Über­schrift erster, was eine zweiter Ebene? Ich hab mich etwas verloren gefühlt. Ja, und das Springer-Cover – echt nicht frech­mutig! Für mich wäre das ein Grund, im Zweifel lieber wie Nils Pflä­ging ein schi­ckes BOD zu machen…   Wäre auch mal frech­mutig.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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21 Kommen­tare

  1. Jörg Buck­mann 18. März 2014 at 10:28 — Reply

    Grüezi Frau Hofert,

    ich danke Ihnen für Ihr diffe­ren­ziertes und ehrli­ches Feed­back. Als “Jung­autor” nehme ich mir vor allem die kriti­schen Punkte gerne zu Herzen. Ihr Stirn­run­zeln in Bezug auf die Gestal­tung und die (Unter-) Titel kann ich sehr gut nach­voll­ziehen, da kann ich noch zulegen und viel lernen, ich gebe es gerne zu.

    Bei den 13 Gast- bzw. Praxis­bei­trägen — da kann man sicher unter­schied­li­cher Meinung sein. Meine Inten­tion war, den Lese­rinnen oder Lesern Inspi­ra­tionen und möglichst konkrete Ansatz­punkte für Verbes­se­rungen in ihrem eigenen HR-Alltag zu geben. Dass dabei unter­schied­lich viel “mitge­nommen” werden kann, ist mir klar und abhängig vom Wissen und dem beruf­li­chen Kontext — daher ist der Nutzen des Praxis­teils für Sie aufgrund der tiefen Kennt­nisse der Materie natür­lich weniger gross. Das leuchtet mir ein.

    Merci vielmal, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Und dank ihrem Frechmut-Tipp, weiss ich jetzt auch, was BOD ist…

    Herz­liche Grüsse aus Zürich und “uf wieder­luege”

    Jörg Buck­mann

    • Svenja Hofert 18. März 2014 at 10:37 — Reply

      Hallo Herr Buck­mann, da bin ich aber froh. Ich bin so eine, ich sehe einfach immer zugleich das Gute und auch das, was sich verbes­sern lässt. Ich fand Ihre Seiten wirk­lich gut, sehr inter­es­sant und infor­mativ, aber hätte mehr lesen wollen aus Ihrer persön­li­chen Erfah­rung. Sonst warte ich gespannt auf das Buch von Herrn Knaben­reich ;-), das kann nur gut werden.
      Ach ja, und Erst­au­toren: Ich habe Bücher geschrieben, für die ich mich im Nach­hinein wirk­lich schäme, äußer­lich und auch manchmal innen drin. Und die Gestal­tung war auch oft um Heulen. Mir ist klar, dass man da als Autor wenig machen kann. Da ärgere ich mich auch immer mit rum. LG Svenja Hofert

  2. […] Hofert schreibt in ihrem Artikel “Not macht nicht erfin­de­risch: Warum es freche Perso­naler gar nicht geben kann“, das der “klas­si­sche Perso­naler” (wie ich mal sagen würde) aufgrund seiner […]

  3. Thomas Zahlten 18. März 2014 at 12:41 — Reply

    Super Kommentar. Kann ich nur zustimmen und auch das Thema des Buches war schon lange über­fällig mal gesagt zu werden, die Frage ist, wie lange es dauert das alles ‘Umzu­krem­peln’, wenn Perso­naler weiterhin blockieren und oft fernab von Inno­va­tion, Mut und Frech­heit sind…?

    All zu oft habe ich in den letzten 14 Jahren Kandi­daten am HR Manager vorbei, nur durch Hilfe des GM oder CEO plat­zieren können und ‘of Wunder’ die Kandi­daten haben immer super performed, ganz entgegen der Bedenken der Perso­naler, aber genau deswegen mag man ja uns ‘Freche’ Head­hunter nicht, weil wir oft OUT of the Box denken und eben kein Perso­naler Studium haben, aber dafür Sozi­al­kom­pe­tenz und Krea­ti­vität ;-).
    Schönen Tag aus Wien wünscht, der Mr. BREADHUNTER,

    Thomas Zahlten

  4. Henner Knaben­reich 18. März 2014 at 14:14 — Reply

    Liebe Frau Hofert,
    zunächst einmal fühle ich mich natür­lich gebauch­pin­selt und freue mich, dass Sie mir da so viel zutrauen 🙂
    Aber in einem Punkt muss ich Ihnen zustimmen: Auch ich hätte mir (all meinem Ego zum Trotz) gewünscht, wir hätten mehr aus Herrn Buck­manns Feder lesen dürfen. Er ist ein begna­detes Autoren­na­tur­ta­lent und versteht es, poin­tiert und fundiert zu schreiben. Gegen seine Kapitel fallen einfach alle anderen (meins einge­schlossen) ab.

    Was die Aussage angeht, dass es freche Perso­naler nicht geben kann, möchte ich Ihnen aber wider­spre­chen. Zumin­dest beweisen einige Bewer­bungen, die für das welt­weit erste klima­neu­trale Net(t)working-Event für frech­mu­tige Perso­na­le­rInnen einge­gangen sind (http://personalmarketing2nullandfriends.wordpress.com/2014/03/13/frechmutige-bewerbungen-von-frechmutigen-personalerinnen/) das Gegen­teil. Gerade heute habe ich eine Bewer­bung bekommen, die ist so frech und mutig, dass ich sie unzen­siert kaum zeigen kann 🙂

    Auch das “total verrückte HR-Taxi”, eine spontan auf dem HR Barcamp in Berlin durch­ge­führte Session, zeigt dass es auch anders geht.

    Fakt ist, es gibt sie die Frech­mu­tigen. Aber es sind noch zu wenig, die sich aus der Deckung wagen! Inso­fern mag das Buch ein erster Ansatz sein und die nötigen Impulse setzen!
    So, und nun setze ich mich mal an mein erstes Buch (eigent­lich wäre es dann das zweite) und hoffe, Ihren hohen Erwar­tungen gerecht werden zu können 😉
    Viele Grüße
    Henner Knaben­reich

  5. Marc Mertens 18. März 2014 at 14:20 — Reply

    Hallo zusammen,

    ich habe Ihren Artikel heute Morgen lesen können und bedanke mich für ein wieder mal sehr erhel­lenden Moment für mich. Als Ersteller solcher Vakanzen bzw. ausfüh­render Recruiter war ich auch persön­lich “ange­spro­chen.” ;-(

    Ich bzw. wir können hier sicher­lich auch vieles dazu­lernen, aller­dings erfor­dert es schon einigen Mut und Weit­sicht die Stel­len­an­zeigen entspre­chend neu zu desi­gnen. Meine gewünschten Ausflüge ins Perso­nal­mar­ke­ting wurden nicht ganz so positiv aufge­nommen, aber daran lässt sich ja noch arbeiten.

    Habe meinen Kommentar in XING im Forum Human Resources mit Hinweis auf Ihren Artikel dankbar ange­bracht und sende freund­liche Grüße aus München.

    • Svenja Hofert 18. März 2014 at 19:52 — Reply

      DANKE, Herr Mertens, toll, dass Sie reflek­tieren. Ist der Anfang von Allem und so wichtig 🙂 LG Svenja Hofert

  6. Hans Steup 18. März 2014 at 16:19 — Reply

    Not macht sehr wohl erfin­de­risch. Bei manchen Perso­na­lern scheint sie nur nicht groß genug.

    Während einige Perso­nal­mar­keter hyper­ak­tive Blogger, Autoren und BarCamp-Sessio­­nisten sind (das war ein Lob), sind viele Perso­nal­ver­walter faule Säcke (das war keines). Die Diskus­sionen über besch…eidene Stel­len­aus­schrei­bungen, miese Bewer­­bungs-Prozesse und arro­gante Führungs­kräfte in Bewer­bungs­ge­sprä­chen sind uralt. Und alle meckern darüber. Doch nur wenige tun was.

    Bezahlt Perso­naler dafür, dass sie passende Mitar­beiter finden, diese erfolg­reich durch die Probe- und Einar­bei­tungs­zeit bringen und sie anschlie­ßend vom Kündigen abhalten (People don’t leave compa­nies, they leave bosses.).

    Den ganzen Verwal­tungs­kram gebt ab an Dienst­leister oder zB die Rechts-Abtei­­lung.

    Wollen wir mal sehen, wie schnell sich die Situa­tion ändert.

    Wenn das nichts hilft, gebt auch die Rekru­tie­rung dort hin, wo sie hin gehört: In das jewei­lige Team vor Ort, das den Mitar­beiter braucht. Und dann löst die Perso­nal­ab­tei­lung auf.

    Na, … Adre­nalin-Schub?

    - Hans Steup, Berlin

    • Svenja Hofert 18. März 2014 at 19:51 — Reply

      Hallo Herr Steup, oho, radi­kale Forde­rung, aber richtig. Diese ganzen Abtei­lungs­grenzen sind Fort­schritts­ver­hin­derer. Mehr Inter­dis­zi­pli­na­rität würde viel­leicht schon viel helfen. Warum kann nicht in jedem Team jemand sitzen, der auch für HR zuständig ist. Gibt ja auch SAP-Key-User. Wieso nicht HR-Key-Persons 😉 LG Svenja Hofert

      • Hans Steup 18. März 2014 at 21:20 — Reply

        … bin mir nicht sicher, ob das so radikal ist.

        Kleine Unter­nehmen haben keine Perso­naler. Dort stellt der Chef noch persön­lich ein. Erst, wenn Unter­nehmen größer werden, “braucht man” plötz­lich eine Personal-Verwal­­tung, weil Teams, Abtei­lungen und Filialen zahl­rei­cher werden.

        Ich habe nie verstanden, warum die Mitar­bei­ter­suche ab diesem Augen­blick nicht mehr vom jewei­ligen Team-Chef, sondern von irgendwem in einer zentralen Personal-Abtei­­lung vorge­nommen werden muss.

        Das ist für mich so, als wenn mir meine Mutter die Freun­dinnen aussucht. Nichts gegen meine Mutter 🙂 aber ich suche mir die Damen schon lieber selbst aus. Inklu­sive Vor-Auswahl.

        Sonst sind doch auch alle gegen arran­gierte Ehen und Zwangs-Verhei­ra­­tung.

        - Hans Steup, Berlin

        • Das mag daran liegen, weil der Chef, als er noch selbst einstellte, keine guten Führungs­kräfte einstellte, die auch gute Teams bilden und rekru­tieren können, sondern gute Fach­leute, die keinen Bock darauf haben, sich um Recrui­ting zu kümmern. Aber es ist auch irgendwie das alte marx­sche Lied von der Arbeits­tei­lung und Entfrem­dung. HR (nahezu) abschaffen kann man machen, wenn man im Unter­nehmen die Kultur dazu hat. Und das funk­tio­niert sogar in sehr großen Firmen, dazu muss man nicht klein und unter­kom­plex sein.

          • Svenja Hofert 21. März 2014 at 21:07

            sorry fürs späte Frei­schalten, Gilbert Diet­rich. Hab morgen meinen 10. Trai­ningstag hinter­ein­ander und funk­tio­niere gerade nur im das-aller-wich­­tigste-sonst nichts-Modus 😉 Danke jeden­falls für Backup und Gedankten-Teilen!
            LG Svenja Hofert

        • TimVer­hoeven 19. März 2014 at 10:38 — Reply

          So etwas nennt sich Arbeits­tei­lung und daraus resul­tie­rende Spezia­li­sie­rung.

          Natür­lich KANN man alles outsourcen und auf alles interne verzichten. Oder man kann schauen, dass alle alles machen. Das gilt genau so für das Marke­ting, die IT, den Vertrieb etc.

          Wenn ein Chef eignungs­dia­gnos­tisch gut geschult ist und sich arbeits­recht­lich in einem Bewer­bungs­ge­spräch sicher bewegen kann und sich auch noch in der Thematik Comp. & Ben. fundiert auskennt, dann kann er natür­lich Vorstel­lungs­ge­spräche auch genau so gut alleine führen. Aber wer bitte ist das schon?! Ich kenne nur wenige.

          Genau so falsch finde ich es übri­gens auch, wenn man Fach­be­reiche komplett außen vor lässt (so habe ich Ihre Schil­de­rung verstanden). Das ist meiner Erfah­rung nach aber auch nur die Ausnahme und nicht die Regel.

          Gruß
          Tim Verhoeven

  7. […] kriti­schen) Beiträge sehr geschätzte Svenja Hofert in einem sehr lesens­werten Blog­ar­tikel, dass Perso­naler nicht kreativ sein können und das Perso­nal­ma­nage­ment eher verwalten, als dass sie frisch…. Sie schreibt ferner, dass Perso­naler nicht mutig sein können. Aller­dings rela­ti­viert sie ein […]

  8. […] Sie bewer­ber­be­zogen bzw. “leser­zen­triert“, anstatt “adres­sen­ab­sen­der­fo­kus­siert”. Wenn ich mich für ein Unter­nehmen […]

  9. Jacque­line Meier 25. März 2014 at 19:13 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,
    bereits seit längerem lese ich mit großem Inter­esse Ihr Blog und habe schon viel Nütz­li­ches für mich gene­riert. Aktuell arbeite ich an meinem Projekt “Stel­len­suche”. Ich analy­siere dafür Stel­len­an­zeigen, die für mich passen könnten. In einem Blog­bei­trag über meine Erfah­rungen habe ich mir erlaubt, auf Ihren Beitrag zu verlinken: http://bit.ly/1ffx4Jz
    . Ich versuche es mal mit “Personal Branding”…Step by step…:) Viel Gruß aus Berlin!

  10. […] Verän­de­rung. Weg vom Perso­naler als Verwalter, hin zum (frech­mu­tigen) Perso­naler als Gestalter (auch wenn es den wohl eigent­lich gar nicht geben kann). Einige wenige haben das begriffen und zeigen das nach außen. Ganz weit vorne Menschen wie […]

  11. […] Strom­li­ni­en­för­mig­keit war nicht nur in unserer Ausbil­dungs­zeit erwünscht, sondern auch der klas­si­sche Perso­naler, der uns im Bewer­bungs­ge­spräch gegen­über­sitzt, ist darauf geschult, Lebens­läufe mit Ecken und […]

  12. […] Strom­li­ni­en­för­mig­keit war nicht nur in unserer Ausbil­dungs­zeit erwünscht, sondern auch der klas­si­sche Perso­naler, der uns im Bewer­bungs­ge­spräch gegen­über­sitzt, ist darauf geschult, Lebens­läufe mit Ecken und […]

  13. […] Strom­li­ni­en­för­mig­keit war nicht nur in unserer Ausbil­dungs­zeit erwünscht, sondern auch der klas­si­sche Perso­naler, der uns im Bewer­bungs­ge­spräch gegen­über­sitzt, ist darauf geschult, Lebens­läufe mit Ecken und […]

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