Kate­go­rien

6 Zeichen für den Wandel: Was dieses Jahr anders war

Published On: 23. Dezember 2014Cate­go­ries: Mensch & Orga­ni­sa­tion

Tiny businessman with alarm clocksNein, es gibt keinen flächen­de­ckenden Fach­kräf­te­mangel. Und doch, es verän­dert sich was. Was genau?

1. Keine Pause. HR arbei­tete auch Weih­nachten.

Vorstel­lungs­ge­spräche am 22.12. oder 5.1.2015? Was ist das? Ich kann mich nicht erin­nern, dass es sowas jemals zuvor gab. Die Winter­pause war noch letztes Jahr gut vier Wochen lang. „Wir treffen uns in der zweiten Janu­ar­woche zum Üben des Vorstel­lungs­ge­sprächs. Reicht doch, Frau Hofert.“ Reicht gerade nicht… Ist das der “demo­gra­fi­sche” Wandel, das neue Bemühen um Fach­kräfte?

2. Schnelle Entschei­dungen waren möglich.

Gut, hier gibt es bran­chen­spe­zi­fisch erheb­liche Unter­schiede. Während die einen inner­halb einer Woche alles klar machen, brau­chen die anderen nach wie vor drei bis vier Monate allein für die Erst­aus­wahl. Schnell­ent­scheider sind die Digi­tal­branche und allge­mein klei­nere Unter­nehmen. Ein Bewerber bekam binnen eines Tages eine Einla­dung auf seine Bewer­bung (sic!). Weiterhin im Schne­cken­tempo voran geht es aller­dings bei vielen Konzernen.

3. Spuren von Krea­ti­vität in HR.

Nun hatte ich so viel zu tun, dass ich mich doch nicht für die Jury beworben habe und die Runkel­rübe 2014 an mir vorbei ziehen lassen musste. Ich meine,  Runkel­rübe hin oder her, zwischen Putz­frauen mit Rettungs­schwim­mer­schein, klein­wüch­sigen Helden und geschmacks­be­freiter Perso­nal­aus­wahl in letzter Zeit vermehrt Spuren von Krea­ti­vität im Recrui­ting zu entde­cken. Vor allem übri­gens… außer­halb des Inter­nets. Stel­len­an­zeigen begegnen mir inzwi­schen zum Beispiel an der Eingangstür eines meiner Lieb­lings­cafes auf der großen Berg­straße, neben Ikea Altona. Natür­lich sind es Tech-Stellen. Aber nicht nur: Die Bürger­meis­ter­aus­schrei­bung der Stadt Wiehl fand ich sensa­tio­nell. Es geht also.

4.  Nette Berater bei der Arbeits­agentur.

Nette und kompe­tente Leute bei der Arbeits­agentur. Gab´s schon immer und gibt´s offen­sicht­lich derzeit noch mehr. “Schreiben Sie sich den Namen auf, Frau Hofert. Sagen Sie Ihren Kunden, Sie sollen nach X fragen.” X nimmt sich zum Beispiel beson­ders viel Zeit, beherrscht das Moti­vieren, kennt sich aus, aber auch seine Grenzen. Das ist super! Aber ich höre auch immer noch: „Da kam die Arbeits­agentur und die haben uns erst mal gesagt, was wir alles nicht dürfen und dass wir Zeit­ar­beit annehmen sollen.“

5. Zeit­ar­beit. Die keiner wollte.

Niemand geht in die Zeit­ar­beit, wenn er/sie andere Alter­na­tiven hat. Das merke ich bei meinen Kunden immer wieder. In manchen Berei­chen ist es aber schwer, Stellen jenseits Leih­ar­beit zu finden, teils ist das Verhältnis 2:8 (direktes Firmen­an­gebot versus Zeit­ar­beit). Doch man merkt wie sich der Markt umkehrt: Initia­tiv­be­wer­bungen auf Stan­dard­tä­tig­keiten etwa im Vertrieb laufen wunderbar. Der demo­gra­fi­sche Wandel sollte nichts Gutes für die Zeit­ar­beit bedeuten… Erfindet sie sich neu?

6. Bewer­bungs­ro­mane öffneten Türen.

Ganz anderes Thema: Haben Sie sich mal gefragt, warum Bewer­bungen eigent­lich nur eine Seite umfassen dürfen? Ich auch. „Macht man so“, war für mich nie ein Argu­ment. Und das ist gut so. Dieses Jahr habe ich mehr­fach gesehen, wie Bewer­bungs­ro­mane auf mehreren Seiten zum Erfolg geführt haben: ellen­lange Moti­va­ti­ons­schreiben mit erheb­li­chem Story­tel­­ling-Anteil. American Style: Schreibe viel und höchst persön­lich. Sei du selbst, zeige Emotionen. Könnte Trend werden.

 

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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