Kate­go­rien

Warum schaffen manche es, mehr aus ihrem Leben zu machen?

Published On: 6. September 2009Cate­go­ries: Karriere

Kann es sein, dass sich Gestal­tungs­wille und Enga­ge­ment vererbt? In Meck­­len­­burg-Vorpom­­mern traf ich diesen Sommer die Besit­zerin eines Guts­hauses. Sie war vor einigen Jahren aus einer Groß­stadt aufs Land gezogen und hatte in dem Guts­haus eine Pension eröffnet. Für das Restau­rant brauchte sie frisches Gemüse und Salat. Ein Nachbar baute Salat für den Eigen­be­darf an. Die neue Einwoh­nerin hätte ihm gern davon abge­kauft. Er hätte einfach nur seinen land­wirt­schaft­li­chen Betrieb erwei­tern sollen. Er hätte Ideen entwi­ckeln können, wie sich mit der neuen Chance, den Tourismus vor die Haustür zu ziehen, Geld verdienen ließ. Tat er nicht. Nö, mehr brauche ich nicht”, wiegelte er ab.

“So sind alle hier”, sagte die Guts­herrin. Sie erklärte es damit, dass das Dorf histo­risch ein Arbei­ter­dorf war. Die Einwohner waren gewohnt, versorgt zu werden, nicht aber Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ein Dorf weiter sei das ganz anders. Da gäbe es Betriebe und Künstler und andere Leute, die es schaffen, ihren Lebens­un­ter­halt selbst zu verdienen — bei glei­cher Einwoh­ner­zahl. Das Nach­bar­dorf lebte früher von der Land­wirt­schaft. Es hat es geschafft, auch in der DDR eigen­ständig zu bleiben und sich nicht dem Kolcho­sebe­rieb, also der LPG, zu unter­werfen. Gestal­tungs­freu­dige Wider­spruchs­geister also.

Für mich war es faszi­nie­rend den Unter­schied der beiden Dörfer zu sehen: Hier Gewer­be­schilder vor der Haustür, ein kleines Cafe — dort leere Straßen und Tris­tesse. Nur ein alter Mann, der vor dem Haus saß und uns beob­achte. Warum gibt es Menschen, die es schaffen, mit Ideen und wenigen Mitteln etwas aus ihrem Leben zu machen? Und andere die ewig darauf warten, dass ihnen jemand “Arbeit” gibt. Ich glaube nicht, dass das erblich ist, sondern bin über­zeugt, dass jeder lernen kann, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und unter­neh­me­risch zu denken oder auch tätig zu werden. Es wäre schön, wenn die dazu nötigen Eigen­schaften in unserem Schul­system, in Ausbil­dung und Studium geför­dert würden.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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