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Lieber die Uschi aus Herne als die Ulrike mit Harvard
Wenn derzeit Stellen entstehen, so im Mittelstand der krisenfesten oder einigermaßen wirtschaftsstabilen Unternehmen. Doch gerade dort sind die internationalen Lebensläufe der modernen Jungakademiker oft weniger angesehen. Top-Bewerber bleiben ohnehin nicht lange, scheint manch ein Personalentscheider zu denken (und hat damit öfter sogar Recht). “Wir brauchen hier kein Marketing, wir wollen verkaufen”, blöffte ein Vertriebsleiter eine Kundin von mir an. Theorie, Strategie? “Lass mal sein, Mädel.” Gefragt sind handfeste und praktisch einsetzbare Fähigkeiten und Erfahrungen. Und bitte keine Allüren von wegen international und so…“Bei uns reisen nur die Manager. Alle Auslandskontakte laufen über das Telefon.” Eine andere typische Schockaussage für Menschen, die neu erlerntes Wissen auch gerne anwenden würden: “Was für neue Methoden? Wir haben das immer schon SO gemacht.”
Wer Harvard im Lebenslauf hat, einen MBA oder sonstige CV-Zückerchen, bekommt bei solchen Aussagen leicht die Krise. Und die Personalentscheider ahnen das, wenn sie es nicht sogar aus Erfahrung wissen. Also bitte her mit der Uschi und weg mit Ulrike.
Der überraschende Effekt: Die Quote der Einladungen auf Bewerbungen durchschnittlich qualifizierter Bewerber ist derzeit sehr viel besser ist als die der Überflieger.
Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewigkeit. Ich coache bei Veränderung, spreche über das, was Veränderung mit uns macht und berate an Weggabelungen. Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfolgreich gegründet, aktuell meine Akademie der Veränderung.
Weiterdenken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktueller, etwas pointierter, etwas tiefsinniger und pragmatisch vorausschauend.
Vielleicht kennen wir uns…
… aus dem Bücherregal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.
Als Kolumnistin schrieb ich DER SPIEGEL oder WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psychologen-Fachblatt „Wirtschaftspsychologie aktuell“ eine regelmäßige Kolumne. Man findet meine Interviews zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.
Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonntagskolumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abonnenten gehöre ich zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren auf dieser Plattform.
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Wahrscheinlich denken einige Unternehmen ganz einfach praktischer.
Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist es doch einfacher die Uschi einzustellen als die Ulrike. Wahrscheinlich hat Ulrike auch grössere Karriereansrüche und kommt irgendwann auf die Idee sogar mal nach einer Gehaltserhöhung zu fragen oder ähnliches.
Da kann ich es schon irgendwo nachvollziehen das in schweren Zeiten die Uschi eher gefragt ist als die Ulrike.
[…] viel Flexibilität und „Köpfchen“ gar nicht so gern gesehen sind. Sie erinnern sich an meine Uschi aus Herne? Je größer Unternehmen sind, desto formalistischer denken und handeln sie. Wie passt das zusammen […]