Kate­go­rien

Lieber die Uschi aus Herne als die Ulrike mit Harvard

Published On: 18. Januar 2010Cate­go­ries: Führung

Wenn derzeit Stellen entstehen, so im Mittel­stand der krisen­festen oder eini­ger­maßen wirt­schafts­sta­bilen Unter­nehmen. Doch gerade dort sind die inter­na­tio­nalen Lebens­läufe der modernen Jung­aka­de­miker oft weniger ange­sehen. Top-Bewerber bleiben ohnehin nicht lange, scheint manch ein Perso­nal­ent­scheider zu denken (und hat damit öfter sogar Recht). “Wir brau­chen hier kein Marke­ting, wir wollen verkaufen”, blöffte ein Vertriebs­leiter eine Kundin von mir an. Theorie, Stra­tegie? “Lass mal sein, Mädel.” Gefragt sind hand­feste und prak­tisch einsetz­bare Fähig­keiten und Erfah­rungen. Und bitte keine Allüren von wegen inter­na­tional und so…“Bei uns reisen nur die Manager. Alle Auslands­kon­takte laufen über das Telefon.” Eine andere typi­sche Schock­aus­sage für Menschen, die neu erlerntes Wissen auch gerne anwenden würden: “Was für neue Methoden? Wir haben das immer schon SO gemacht.”

Wer Harvard im Lebens­lauf hat, einen MBA oder sons­tige CV-Zücker­chen, bekommt bei solchen Aussagen leicht die Krise. Und die Perso­nal­ent­scheider ahnen das, wenn sie es nicht sogar aus Erfah­rung wissen. Also bitte her mit der Uschi und weg mit Ulrike.

Der über­ra­schende Effekt: Die Quote der Einla­dungen auf Bewer­bungen durch­schnitt­lich quali­fi­zierter Bewerber ist derzeit sehr viel besser ist als die der Über­flieger.

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Flüge USA 19. Januar 2010 at 10:50 — Reply

    Wahr­schein­lich denken einige Unter­nehmen ganz einfach prak­ti­scher.
    Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist es doch einfa­cher die Uschi einzu­stellen als die Ulrike. Wahr­schein­lich hat Ulrike auch grös­sere Karrie­re­ans­rüche und kommt irgend­wann auf die Idee sogar mal nach einer Gehalts­er­hö­hung zu fragen oder ähnli­ches.
    Da kann ich es schon irgendwo nach­voll­ziehen das in schweren Zeiten die Uschi eher gefragt ist als die Ulrike.

  2. […] viel Flexi­bi­lität und „Köpf­chen“ gar nicht so gern gesehen sind. Sie erin­nern sich an meine Uschi aus Herne? Je größer Unter­nehmen sind, desto forma­lis­ti­scher denken und handeln sie. Wie passt das zusammen […]

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