Kate­go­rien

Akquise ohne Akquise — stra­te­gi­sches Networ­king auf der Zukunft Personal in Köln

Published On: 12. September 2007Cate­go­ries: Führung

350 Zuhörer — so viele hätte ich nicht erwartet, und so war ich dann doch ein wenig nervös in Halle 2, Forum 5, nur mit einem Mikro “bewaffnet” frei zu spre­chen. Aber es ging gut, ganz frei und ohne Power­point. Über das gute Feed­back habe ich mich gefreut. Hier möchte ich hier noch einmal kurz zusam­men­fassen, worauf es beim strat­gi­schen Networ­king ankommt, damit sie dieses als effi­zi­entes Tool einsetzen können. Gleich, ob Sie selbst­ständig sind oder ange­stellt.

Ziel­pla­nung

Planen Sie dann Ihre Networ­king-Ziele. Geht um vertrieb­liche Ergeb­nisse, eine Gewinn­op­ti­mie­rung, Wissen­er­wei­te­rung oder möchten Sie einfach nur erst einmal Gleich­ge­sinnte oder Koope­ra­ti­ons­partner finden?

Gleich welche Ziele Sie haben, sie sollten SMART sein. Den Begriff kennen Sie vermut­lich aus dem Projekt­ma­nage­ment oder einer Trainer-/Coach­aus­­bil­­dung. Hinter den smarten Zielen stehen fünf Begriffe:

  • Specific      / Spezi­fisch
  • Measurable      / Messbar
  • Action-orien­­tated      / An Aktionen/Handlungen orien­tiert
  • Reali­stic      / Realis­tisch
  • Time-bound      / inner­halb eines bestimmten Zeit­rah­mens

Betrachten wir ein Beispiel: Kann „Aufträge gewinnen“ ein SMARTES Ziel sein? Nein, kann es nicht. Es ist einfach viel zu unkon­kret. Es ist nicht messbar, nicht an Hand­lungen orien­tiert, weder realis­tisch noch zeit­lich defi­niert.

Etwas anderes wäre es, wenn Sie folgendes fest­legten:
Ich werde inner­halb von einem Jahr zwei neue Auftrag­geber gewinnen, die mindes­tens 500 Mitar­beiter haben und mindes­tens 10.000 Euro im Jahr bringen. Dafür werde ich vier Mal im Jahr als Refe­rent auf einer Tagung oder anderen Veran­stal­tung mit der Ziel­gruppe „Unter­neh­mens­ent­scheider“ Vorträge halten. Ich werde außerdem einem Netz­werk beitreten, in dem ich Entscheider aus meiner Branche treffen kann. Welches das ist werde ich nach einer Probe­zeit von zwei Monaten entscheiden. In dieser Zeit besuche ich verschie­dene Veran­stal­tungen und Stamm­ti­sche. Dazu erstelle ich in der nächsten Woche eine Liste.

Machen Sie sich Ihre Networ­king-Ziele auch schrift­lich bewusst und über­prüfen Sie diese regel­mäßig. Wenn Sie die Ziele erreicht haben, ist es Zeit, sich neue Ziele zu setzen.

Ziel­gruppe & Netz­werken

Immer wieder ist zu hören, dass man in den Netz­werken ja gar nicht seine Ziel­gruppe treffe, und dass dieses ganze Thema – die Sache mit dem Networ­king — deshalb völlig aufge­bauscht sei. Das sagen vorzugs­weise Frei­be­rufler, die ihre Ziel­gruppe in größeren Unter­nehmen sehen und in Netz­werken nicht finden.

Natür­lich sind die Orte, an denen Sie Entscheider, seien es Vorstände, Geschäfts­führer oder Abtei­lungs­leiter, persön­lich treffen können, sehr rar. Einen Dieter Zetsche treffen Sie nicht im Unter­neh­mer­ver­band. Solche Leute sind natur­gemäß weder auf Trai­ner­treffen noch auf Visi­ten­kar­ten­par­ties unter­wegs.

Aber: Das ist kein Drama. Denn um erfolg­reich zu sein, müssen Sie nicht gleich zur Spitze durch­starten. Denn erstens gibt es Türöffner, die in den Ebenen darunter anzu­treffen sind – wie weit unter der Vorstands­ebene diese liegen, hängt von Ihrem Geschäfts­mo­dell ab. Zwei­tens führt nicht nur der direkte, sondern oft auch der indi­rekte Weg zum Erfolg. Beispiel: Der Geschäfts­führer mag seinen Tennis­kumpel fragen, ob er nicht jemand kennt, der Führungs­kräf­te­se­mi­nare veran­stalten kann, die die Manager zu selbst­stän­di­gerem Verhalten anleiten. Der Tennis­kumpel stammt noch aus einem alten Uni-Freun­­des­­k­reis, er ist gar kein hohes Tier, ein kleiner Unter­neh­mens­be­rater viel­leicht oder Grafik­de­si­gner. Wenn er Sie kennt, kommen Sie also über Eck ins Geschäft. Und das Spiel kann durchaus über mehrere Banden gehen. Sehen Sie also beim Netz­werken nicht nur den direkten Kunden und Ansprech­partner, sondern auch das weit gespannte Netz um diesen herum.

Infor­melle Netz­werke

Qalität ist viel wirk­samer als Quan­tität. Wenige gute Kontakte empfehlen und unter­stützen besser als viele lose. Deshalb sind die infor­mellen Netz­werke oft die wich­ti­geren — diese werden aber viel weniger gesehen und oft vernach­läs­sigt. Ist es nicht Karim, der Sie immer wieder empfiehlt oder Ihre Nummer weiter­gibt? Ist nicht Lisa die Frau, die stets Ihren Namen nennt, wenn … Geben Sie Ihren Netz­werken Über­schriften wie “meine Karriere”, “meine Aufträge”, “mein Wissen”. Über­legen Sie dann — viel­leicht mit Hilfe der Mindmap-Technik, wer unter welcher Über­schrift für Sie ein Mentor oder Empfehler ist. Meist kommen Sie auf drei bis sieben Personen. Könnten diese Personen wirk­samer sein, wenn Sie mehr Infor­ma­tionen hätten oder Sie sie besser einbinden? Quali­tativ gute Kontakte sind gut gepflegte Kontakte? Fragen Sie sich auch immer wie Sie Ihre Netz­werke erwei­tern und verän­dern können: Fehlt jemand, den Sie gerne kennen lernen und in Ihr Netz­werk inte­grieren wollen? Über­legen Sie, wie Sie den Kontakt aufnehmen (…und vergessen Sie das meiner Ansicht nach oft plumpe “Anbag­gern” über XING.de — Kontakte sind etwas Sensi­bles, sie brau­chen Wieder­ho­lung und Verläss­lich­keit).

Erfolgs­kon­trolle

Für mich die Basis des stra­te­gi­schen Netz­wer­kens über­haupt! Erst wenn Sie wissen, was Sie mit Ihren Netz­werken errei­chen wollen, können Sie auch Bench­marks fest­legen — und Kritieren, anhand derer Sie Erfolg messen. Mess­kri­te­rien hängen vom eigenen Ziel ab. Möchten Sie die Bekannt­heit im Internet, könnten es Google-Erwäh­­nungen sein. Geht es um Aufträge, ist die Zahl und Qualität der Empfeh­lungen wichtig. Als Ange­stellter, der seine Fühler in die Jobwelt ausstreckt, ist das Gefragt-Werden eine Mess­latte. Wer oft ange­spro­chen wird (“du bei uns ist etwas frei… du kannst doch), der macht es richtig. Und wenn man zu oft ange­spro­chen wird, etwa als SAP-Berater, dann könnte es IHRE Stra­tegie sein, die Qualität dieser Anfragen zu erhöhen oder anders auszu­richten — etwa auf die persön­liche Karrie­re­pla­nung und — entwick­lung hin. Wie das geht? Dafür müssen Sie dann doch in meine Bera­tung kommen 😉

Mehr Info demächst in meinem bereits jetzt vorbe­stell­baren Buch “Networ­king für Trainer, Berater, Coachs”, das auch viele wert­volle Tipps für (Noch-)Angestellte anderer Bran­chen bereit hält:

Svenja Hofert

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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