Oft bringen alter­na­tive Bewer­bungs­stra­te­gien den Traumjob näher als eine klas­si­sche Bewer­bung. Während Sie als normaler Bewerber auch durch die normalen Bewer­bungs­mühlen laufen, umgehen Sie diese als „Bewerber außer der Reihe“. So richten Sie sich meist direkt an Entscheider und nicht an die Perso­nal­ab­tei­lung. Zudem lässt eine unge­wöhn­liche münd­liche oder schrift­liche Präsen­ta­tion den Empfänger aufmerken. Sie punkten, weil der andere z.B. einen persön­lich adres­sierten Brief im oran­ge­far­benen Umschlag nicht erwartet. Oder weil es dem Abtei­lungs­leiter selten passiert, dass ein Anrufer so mutig ist, sich mit ihm selbst­be­wusst zu einem persön­li­chen Vier-Augen-Gespräch zu verab­reden.

Alter­na­tive Stra­te­gien sind ideal, wenn Sie einen Lebens­lauf haben, der Ihre Kompe­tenz und beson­dere Fähig­keit bei einer herkömm­li­chen chro­no­lo­gi­schen Darstel­lung nicht sofort erkennen lässt. Sie empfehlen sich, wenn Ihre Wunsch­jobs nie ausge­schrieben sind. Sie sind notwendig, wenn in Ihrer Branche die guten Jobs meist per Empfeh­lung vergeben werden. Und erst recht, wenn Sie sich einen Job selbst schaffen wollen.

Für die Heran­ge­hens­weise an eine alter­na­tive Bewer­bung gibt es keine Pauschal­kon­zepte. Sie brau­chen ein Ziel, eine Idee – und Hart­nä­ckig­keit. Denn während die normale Bewer­bung oft eine Einmal­ak­tion ist, fordert das Bewerben ohne Bewerben in der Regel mehrere Anrufe und Gespräche. Dran­bleiben lohnt sich, denn nur so kommen Sie Ihrem Traumjob nahe.

Alter­na­tive Bewer­bungs­stra­tegie in 4 Schritten
1. Defi­nieren Sie Ihren Traumjob. Je konkreter Sie wissen, was Sie wollen, desto gezielter kann Ihre Stra­tegie sein.
2. Arbeiten Sie Ihre Verkaufs­ar­gu­mente aus. Was inter­es­siert Ihren poten­ti­ellen Arbeit­geber, was können (nur Sie) für ihn tun?
3. Wer hat das größte Inter­esse an Ihrem Angebot, weil Sie eines seiner zentralen Probleme lösen? Iden­ti­fi­zieren Sie den rich­tigen Ansprech­partner für Ihre Bewer­bung.
4. Wie müssen Sie vorgehen, damit Sie wahr­ge­nommen zu werden? Entwi­ckeln Sie eine Stra­tegie.

Alter­na­tive Bewer­bungs­stra­te­gien – Beispiele
 Lassen Sie sich im Internet entde­cken! Äußern Sie sich fach­kom­pe­tent in Diskus­si­ons­foren, präsen­tieren Sie Ihr Profil bei XING (www.xing.de), bloggen Sie (z.B. mit www.typepad.de) oder publi­zieren Sie ein Bewer­bungs­video bei Youtube & Co. (www.youtube.com).
 Erar­beiten Sie ein Konzept für eine neue Stelle, die ideal in die Wachs­tums­pläne Ihres Wunsch­ar­beit­ge­bers passt.
 Richten Sie sich als erfah­rener Spezia­list für einen bestimmten Bereich direkt an die Geschäfts­füh­rung.
 Lassen Sie sich von Freunden und Bekannten bei deren Arbeit­ge­bern empfehlen. Statten Sie diese dafür mit einer Kurz­vita aus, die Ihre Kompe­tenzen auflistet.
 Knüpfen Sie vor Ort Kontakte, z.B. richten Sie nach dem Vortrag eines Mana­gers auf einer Messe oder einem Kongress ein paar persön­liche Worte an diesen – bevor Sie dezent für sich selbst werben.
 Gehen Sie direkt bei Ihren Traum­firmen vorbei und stellen Sie sich persön­lich vor, je nach Job und Unter­neh­mens­größe mit oder ohne vorhe­rige Termin­ab­sprache. So gehen gewerb­liche Mitar­beiter und Verkaufs­per­sonal am besten einfach so vorbei, während z.B. kauf­män­ni­sche Ange­stellte und Manager besser vorher einen Termin ausma­chen.

Svenja Hofert ist Karrie­re­be­ra­terin (www.karriereundentwicklung.de) und Autorin des bei Eich­born erschie­nenen Ratge­bers „Bewerben ohne Bewer­bung“.

Svenja Hofert ist Karrie­re­be­ra­terin (www.karriereundentwicklung.de) und Autorin des bei Eich­born erschie­nenen Ratge­bers „Bewerben ohne Bewer­bung“. Dieser Text ist erschienen in Job@city (www.jobatcity.de).

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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